Biens

haben am letzten Dienstag bei windstillen, wolkigen 18° nochmal Sommer gespielt:

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richtig was los da!!

Die Futterzargen waren noch drauf (leer), weil noch so viele Bienen da drin sitzen. Wir sind durch mit unseren Bienen – gefüttert, jeweils nur einmal (!) behandelt gegen Varroen mit sagenhaften Ergebnisse von bisher dauerhaft nur 0-2 Varroen/ Tag, und alle drei Völker tragen ordentlich Pollen ein und wirken kräftig und vital🙂

Vielleicht haben wir ja mal Glück und bringen drei kräftige Völker ins nächste Frühjahr mit!?

Die Kringelchen, die auf weniger Waben sitzen, weil sie nicht mehr bauen mochten, platzen schier aus den Nähten. Wahrscheinlich hätten sie im August, nach/ bei der ersten Futtergabe, wieder gebaut – aber da ist ja der Wabenabriss, der uns daran hindert, ein weiteres Rähmchen einzuhängen. Da müssen sie jetzt also durch. Das Mondvolk hat die wenigsten Bienen, aber ich denke/ hoffe: genügend, um durchzukommen.

P.S. noch ein Tipp von der (nun ein wenig erfahreneren) Gärtnerin: Nie, aber auch wirklich nie!!! Odermennig im Herbst umpflanzen, ohne vorher die Triebe zu kappen. Zumindest nicht, wenn man nicht eh vorhat, sich noch am selben Tag eine schicke Kurzhaarfrisur schneiden zu lassen. Die überaus klettigen, kugeligen Samen bilden nämlich heftige Klumpen in den Haaren, die nur mit viel Geduld, geopferten Haaren und Schmerzen zu entfernen sind. Weil die Triebe nämlich A lang sind und B sehr schön hin-und herpendeln und C die Samen sehr locker sitzen – alles in allem natürlich eine prima Taktik, mit der der Odermennig sich da verbreitet. Aber nuja, in der halben Stunde, die ich mit rausziepfen verbracht habe, hat sich meine Bewunderung in Grenzen gehalten……. ich habe sehr geflucht!

Alterslos

Letzten Monat hatten Freunde ihre Silberhochzeit. Auf dem Tisch lagen Alben mit Fotos ihrer gemeinsamen Zeit – im Hochzeitsalbum auch, als Trauzeuge, Volker. Als ich uns anschaute, da schauderte es mich plötzlich! Diese Bilder, auf denen wir alle blutjung aussehen („Darf der schon heiraten, oder mussten noch die Eltern mit unterschreiben?“) – auf diesen Bildern hatte Volker nur noch fünf Jahre zu leben! Was heißt: sein Bild in mir, das noch immer sehr präsent ist – das ist viel zu jung, und es altert nicht mit uns Lebenden mit!

Noch nie zuvor war mir das aufgefallen, aber seitdem arbeitet dieser Gedanke in mir.

Heute ist Volker seit zwanzig Jahren tot. Eine kaum faßbar lange Zeit! Sieht man seine Eltern auf Bildern von 1996, dann wird es greifbarer: die alten Leute waren damals in unseren Augen auch schon alt. Aber jetzt, wo ich selbst in nicht mehr allzu ferner Zukunft so alt sein werde wie sie damals waren, wirken sie garnicht mal so alt auf mich. Dreiundsechzig Jahre alt, soooo alt ist das ja wirklich noch nicht. Aus heutiger Sicht jedenfalls. Aber in diesem Alter sind zwanzig Jahre eine noch längere Zeit als in unserem. Ihnen merkt man sie deutlich an, uns sieht man sie an.

Ach, Volker, es wäre schön gewesen, hättest Du Deine Eltern wirklich beim altwerden begleiten können, so wie Du es Dir gedacht hattest. Ich bin ziemlich sicher, Ihr hättet heftige Auseinandersetzungen auszustehen gehabt. Deine Mutter war schon immer sehr in ihren festen Gleisen. Vadder ist flexibler, aber Du würdest schwer damit zurechtkommen, daß er jetzt mental deutlich enger wird. Alt eben. Und daß er mit seinem körperlichen altern deutlich schlechter klarkommt als Muddern, obwohl es ihm objektiv gesehen absolut nicht schlechter geht als ihr. Und obwohles beiden – für ihr Alter – wirklich nicht so furchtbar schlecht geht. Zipperlein und stackelig. Aber keine ernsthaften Krankheiten – das ist eigentlich was. Doch für Deinen Vater ist es schier unerträglich. Was eventuell auch daran liegt, daß Du fehlst – und mit Dir die Sicherheit, im eigenen Zuhause altwerden zu können. Zu viel lastet auf Deinem Vater – was, wenn er nicht mehr Autofahren kann, was, wenn es nicht mehr klappt zuhause?
Aber ist meine Einschätzung Eurer Beziehung überhaupt richtig? Vielleicht hättest ja auch Du Dich viel mehr verändert als ichs mir denken kann!? Wärest duldsamer geworden und ruhiger!? Ich weiß es nicht, ich weiß ja nicht einmal, ob wir noch immer so gute Freunde wären, jetzt, zwanzig Jahre später.

Ach, es ist sinnlos, darüber nachzudenken. Ich hatte einen richtig guten Freund, und nun schon doppelt so lange wie ich ihn hatte habe ich jetzt die Erinnerung. So ist es nunmal.

Meditatives wurzelbuddeln

Heute hab ichs wiedermal geschafft:

bin – Wetter: windstill, eben zu kalt zum sitzen, wolkig mit Sonnendurchbrüchen – durch den Garten geschlendert, um mich dann anderthalb Stunden später mit solchen Händen

so schrumpelig sind sie allerdings immer....

so schrumpelig sind sie allerdings immer….

und diesem Ergebnis

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vor dem hintersten Beet wiederzufinden ….

Fast alles, was da liegt, ist Pfefferminze. Aber kein noch so blutiger Gartenanfänger (und schon gar keine gierschgewohnte Fjonka) kann sich einbilden, daß diese anderthalb Stunden und diese Rhizomberge nun irgendwie bewirken würden, daß im nächsten Jahr merklich weniger Pfefferminze alles andere überwuchert – schließlich muß man nur mal eine kleine Schaufel fünf Zentimeter tiefer als ich gewirkt habe in den Boden stecken – um ein Geflecht weißer Pfefferminzrhizome freizulegen, das völlig unbeeindruckt von meinem wüten darauf wartet, im nächsten Jahr ordentlich auszutreiben *g*

Was soll’s – nichts macht den Kopf so leer wie wurzelbuddeln im flow, nichts ist so befriedigend wie ein Berg entfernter Rhizome – und ein wenig Luft bekommen die anderen Pflanzen ja doch….

Vor unserem Urlaubswochenende habe ich übrigens noch fix die Kreten von meinem Bäumchen geerntet – höchste Zeit:

die Farbe? Habe mal wieder meine Knipse nicht verstanden, offenbar...

die Farbe? Habe mal wieder meine Knipse nicht verstanden, offenbar…

Lecker Marmelade von immerhin 750g (nach entfernen der Kerne)

Und jetzt:

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Fast vergessenes

wurde durch die neue EINAB aus meinem Gedächtnis hervorgeholt – denn die Zwergenmama hat aus ihrer eigenen alten Schultüte eine neue für ihr Mädchen gebastelt. Aber heute sind Einhörner modern, und ein Einhorn wünschte und bekam das Mädel. Dafür mußte weichen, was zu Schulanfang der Zwergenmama hip war: ein gezeichnetes Bild von Kindern in Holzschuhen und……..

…..und da kam sie – die Nostalgiewelle! Mann, was war ich hinterher hinter allem, was diese niiiiiiedlichen Bildchen trug! Und die gabs damals wirklich auf ALLEM: Setzkastendingse, T-shirts, Schulhefte, Tassen und Teller, Dosen – alles war voll damit. Aber wie hieß das nochmal? Sara… Kaine…. ein Weilchen musste ich ixquicken bis ich sie hatte, aber dann waren sie da, die Bilder.

Kennt Ihr sie auch noch?

Die Sarah Kay?

(Und Himmel, wat’n Kitsch…… aus heutiger Sicht *g*)

Schnack

Ohjeohje! Ich hab die bösen Raupen wieder gesehen!

Ohjeohje! Ich hab die bösen Raupen wieder gesehen!

Wo? Schnell! Denen mach' ich den Garaus!

Wo? Schnell! Denen mach‘ ich den Garaus!

Achwas! Die sind dies' Jahr viel zu spät dran, die können uns nichts mehr anhaben! Entspann Dich!!

Achwas! Die sind dies‘ Jahr viel zu spät dran, die können uns nichts mehr anhaben!🙂 Entspann Dich!!

(ICH bin übrigens auch zu spät dran – der Eisenhut hat in diesem Jahr so schön geblüht wie noch nie, weil die bösen Raupen eben so spät dran waren – aber jetzt ist er schon läääängst durch :-))

Kleinvieh

KleinviehEine Biokiste mit für diese Jahreszeit ungewöhnlichem Inhalt hat mich veranlaßt, mal wieder etwas auszuprobieren: einen Badreiniger aus Orangenschalen!

Das Rezept stammt, mal wieder, von langsamerleben – Leute, macht’s wie ich und schreibt Euch die für Euch interessanten Sachen raus da – sie hat zu bloggen aufgehört und überlegt leider, das Blog über kurz oder lang sogar zu löschen😦 *Klick*

Aber jetzt mein Erfahrungsbericht (und natürlich das Rezept):

Rezept:

  • Schalen von Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen, Grapefruit…) in ein
  • Glas tun, mit
  • Essig bedecken. Zwei Wochen ziehen lassen, durch ein
  • Küchentuch in eine passende
  • Flasche (für mich paßt die Sprühflasche) abfüllen
  • 1:1 mit Wasser verdünnen
  • Fertig.

 

Hier isser, vor dem abseihen:

nach etwa 10 Tagen ists orange und duftet mild nach Orange.

nach etwa 10 Tagen ists orange und duftet mild statt wie zuvor nach Essig.

Nutzwert: vorhanden. Funktioniert genauso gut oder schlecht wie der Frosch-oder terra-Badreiniger, den wir vorher hatten. Offene Frage: ob die (Plastik-)Badewanne den wohl abkann, oder ob er für die zu agressiv ist. Vorsichtshalber putze ich die lieber mit Neutralreiniger. Aber im gekauften Badreiniger, auf dem extra steht, daß auch Plastik gehe, ist Zitronensäure drin, insofern bin ich vielleicht zu ängstlich. Weiß nicht….

Übrigens kann man den nicht nur fürs Bad nutzen, sondern auch um Flächen sauberzuwischen, den Kühlschrank auszuwaschen, Waschbecken woanders als im Bad zu säubern😉 oder als Sauber-Zusatz beim staubwischen….

Obwohl’s „geklaut“ ist, ist es doch etwas, das unser Leben wieder etwas müllfreier und nachhaltiger macht – deshalb darf dieser Beitrag auch mal wieder zur aktuellen EINAB wandern

 

 

Der erste Eindruck…

…der drei Iraki von der Schule ist gut🙂

Die Lehrerin, eine Polin sei nett. Sogar „viel nett“! (Schön, daß sie das ist! Aber es heißt sehr nett. – Warum? – Äähmmm) Die Bücher müssen sie selbst besorgen, beim Fitneßsstudio haben sie sich schon angemeldet; bloß unseren Angaben zum Zugticket und der Wartezeit aufs Geld glauben sie offenbar nicht so recht: obwohl wir’s im Vorfeld mehrfach erklärt hatten, wollen sie nun mal zur VHS, nachfragen, wie das denn nun ist mit ihrem Geld.

Denn man tau!

Die Klasse ist allerdings wieder recht groß: über 20 Leute. Schade, aber es hätte mich auch gewundert, wäre es anders – so viele Flüchtlinge warten auf Integrationskurse, so rar sind die Lehrkräfte… Immerhin ist 2x wöchentlich eine 2. Lehrkraft dabei, das ist doch auch schonmal hilfreich.

Schön, wenn …

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(gefunden im Hof hinter der „Galerie“ in Flensburg)

…. man durch frisch geputzte Fenster einen strahlend blauen Himmel ansehen kann!

…. endlich – nach zwei Jahren – mal wieder der Hang zur Au gemäht ist. Merke: nie wieder zwei Jahre warten! Hahnenfuß mit Ausläufern und Goldnesselranken, die durch riesige Brennesseln wuchern, machen das mähen zur schweißtreibenden Schwerstarbeit. Und die ersten Brombeerranken gab es auch schon…. zu zweit haben wir aber zumindest die eine Hälfte noch geschafft, bevor jetzt der Urlaub schon wieder vorbei ist

…. auch die Wiese herbstfertig ist (letzte Mahd für dieses Jahr)

… man nach getaner Arbeit noch einmal im ärmellosen Shirt draußen sitzen und lesen kann! Spätsommer…..

Der Freumich-Urlaub hat ebenso gut geendet wie begonnen. Und dazwischen war er – gut!🙂

 

So! Wieder ein Schritt getan auf einem langen Weg!

Heute ist der erste Tag, an dem die drei irakischen Männer ihren Integrationskurs besuchen! Das war ein langer Weg, schließlich sind sie schon fast ein Jahr hier und haben nach wie vor noch keine Aufenthaltsgenehmigung (nur eine -gestattung). Nur weil es inzwischen Sonderregelungen für Syrer, Iraner, Iraker und Eritreer gibt, können sie „jetzt schon“ zu einem Integrationskurs. Und nur weil eine Frau vom Jobcenter an der hotline fit war und mir von dieser Sonderregelung „off topic“ erzählt hat, konnte ich so schnell handeln und sie anmelden. Die Jemeniten in derselben WG sitzen ebenso lange hier und haben keine Chance auf einen Integrationskurs (und auch auf keinen anderen Sprachkurs, es sei denn ein ehrenamtlicher!) Na, aber für unsere Drei ist es so weit:

Ab jetzt werden sie montags bis freitags täglich dreieinviertel Stunden lang deutsch lernen – und hoffentlich abends (oder, der Kurs ist nachmittags, vormittags vorher) Hausaufgaben machen und lernen. Sie haben sich für einen Teilzeitkurs, der länger dauert, entschieden, was ich für extrem sinnvoll halte – man stelle sich vor, man solle acht Stunden am Tag eine neue Sprache lernen, fernab von daheim in ja nach wie vor neuer Umgebung, als Mensch, der selbst als Kind nicht regelmäßig zur Schule gehen konnte wegen Kriegswirren im Land, und der ja nun auch schon jahrelang aus der Lernerei raus ist. Und dann noch Hausaufgaben machen. Nein, das kann nicht klappen! Im Bestfall können sie nach einem Jahr die B1-Sprachprüfung und die zum Integrationskurs gehörenden Prüfungen in deutscher Geschichte/ Politik/ Kultur bestehen und sind dann, zusammen mit der dann hoffentlich endlich bekommenen Aufenthaltsgenehmigung, endlich frei, umzuziehen, sich Arbeit zu suchen, eine Wohnung …. und haben dann, B1 sei Dank, hoffentlich auch für all dies bessere Chancen.

Wir haben das unsere getan, indem wir letzte Woche noch gemeinsam vom Bahnhof aus zur Schule gelaufen sind, um ihnen den Weg und das Gebäude zu zeigen, einen großen Komplex aus mehreren Gebäuden – finde da mal Haus C Raum 6, so als Asylant im fremden Land……. Außerdem waren noch einige andere Dinge in Flensburg zu erledigen, und einen netten, langen Plausch draußen vor dem Café Kritz in der Sonne haben wir uns auch gegönnt🙂

Ich wünsche ihnen sehr, daß sie nette LehrerInnen und MitschülerInnen haben, die es ihnen nicht zu schwer machen, ernsthaft dabeizubleiben. Daß ihre Hoffnungen, die sie in diesen Kurs legen, erfüllt werden. Daß sie das Ihre dazutun, daß das geschehen kann. Und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was sie von den ersten Tagen berichten werden….

Ergänzung zu gestern

Worüber gestern der Herr F. und ich sprachen:

noch vor anderthalb Jahren gab es, ich weiß nicht, ob Ihr Euch erinnert (;-)) fast nichts anderes in den Medien als der drohende Weltuntergang durch die Griechenlandkrise. Monatelang wurde die EU gesprengt, versank die Welt in einer Rezession. Griechenland geht es nicht besser, aber liest oder hört man davon? Nein, um zu erfahren, was da los ist, muß man sich richtig anstrengen.

Davor ging die Welt unter, Völker waren nah am vergehen, Staaten vor dem Zusammenbruch, weil die Bankenkrise uns durchschüttelte. Die ist näher bei, deshalb gibt es ab und an Nachrichten von der HSH-Nordbank und sowas, aber bisher steht die Welt noch. Und hat sich für Otto Normalverbraucher hier in D auch nicht merklich verändert.

Außerdem dräute natürlich noch die Weltwirtschaftskrise. Wurde sie noch grade so abgewendet, oder ist die Welt schon untergegangen? Ich erinnere mich grad nicht mehr …. ;-|

Gestern dachte ich mir so, ich wünsche mir eine neue Krise, damit die Flüchtlingskrise aus dem Visier der Medien verschwindet und unsere Weltuntergangspropheten sich, bittebitte, einem anderen Szenario widmen können. Ich hätte da ein paar Ideen. Wie wäre es zB mit Chemtrails? (1x Suchmaschine bedienen, die schönsten Verschwörungstheorien finden….) Oder damit, daß böse Mächte unser Bewußtsein kontrollieren wollen (dito – verlinken mag ich die entsprechenden Seiten nicht)? Also, nicht daß ich mich freuen würde, ginge das Geharke damit los, und nicht daß ich ernsthaft glaube, die Medien würden sich auf sowas ebenso einschießen (wer weiß?….) – aber ich finde, sowas sind doch Superthemen für all die, die derzeit auf ähnlichem Niveau die Flüchtlingskrise „diskutieren“…  dann könnte die medial wieder in der Versenkung verschwinden. Das würde helfen, die Aufmerksamkeit für AFD und Co wieder an die Stelle zu rücken, an die sie gehört (Leute, macht Euch klar, daß es bundesweit selbst in diesen mitläuferstarken Zeiten nur um die 15-20% sind, die den Rattenfängern folgen. Viel zu viele, aber nicht so viele, daß sie diese heftige Resonanz, vor allem den vorauseilenden Gehorsam unserer Politik verdienen würden! Und Meck-Pomm ist nicht D, um gleich mal der nächsten Hysterie zuvorzukommen. Nein, die sind NICHT das Volk!) Ich denke, daß weniger Aktionismus (und mehr Aktivität) in der Politik, die dann nicht mehr so getrieben wäre, auch hülfe. Letztlich sagte Jemand vom BAMF in einer Doku, daß ein gut‘ Teil von dessen Langsamkeit bei der Bearbeitung der Asylverfahren daran läge, daß alle paar Wochen neue Vorgaben aus der Politik kämen, die dann wieder erst umgesetzt werden müssen, was Arbeitszeit blockiert, die sinnvoll genutzt werden könnte …. nur mal so als Beispiel ….

Der Herr F. allerdings sieht es eher anders kommen: „laß mal hier in Deutschland einen „richtigen“ Anschlag passieren, dann geht der Spaß hier erst so richtig los“, meint er.

Entspannen per Ausknopf

Es gibt einen Blogbeitrag von hundertsand*, der mich daran erinnert hat, was ich schon länger hier berichten wollte:

daß ich nämlich innerlich ruhiger bin, seit ich deutlich weniger Radio höre.

Warum?

Weil ich die dudelige Einheitsmukke und die künstlich frohgelaunten Moderatoren der Sender, die ich reinkriege, schon lange nicht mehr ertrage, hatte ich mich in den letzten Jahren darauf verlegt, auf allen Autofahrten NDR Info laufen zu lassen. Außerdem lese ich den SPIEGEL, gucke häufig das Schleswig-Holstein-Magazin und danach die Tagesschau sowie mit relativer Regelmäßigkeit das heute-journal. Und musste  im Zuge der Flüchtlingskrise (wieso eigentlich „Krise“? Also, in den Ländern dort- ja, an den Grenzen in Lagern – ja, am Mittelmeer- ja. Aber in Deutschland? Flüchtlingskrise?? HA! Albern ist das!) feststellen, daß vor allem die ständigen Gruselmeldungen im Radio überhaupt nicht mit meiner Wahrnehmung vor Ort übereinzubringen sind. Leicht sensibilisiert stieß ich dann unter einem youtube-Beitrag auf übel hetzende Kommentare, nach denen mir den ganzen Abend lang schlecht und ängstlich zumute war. Und dann gings Schlag auf Schlag: die Erkenntnis reifte, daß es mir einfach nicht gut geht, wenn ich zu viele schlechte Nachrichten an mich heranlasse. Die Hilflosigkeit, die das erzeugt, der permanente Druck, doch etwas tun zu müssen ohne zu wissen, was das sein könnte – das nagt!
Irgendwann habe ich das Radio meistens ausgelassen. Manchmal schalte ich auch dlf an, dort wird immerhin in längeren Beiträgen über Dinge gesprochen. Aber auch da bleibe ich aufmerksam und schalte ab, wenn ich merke, daß für mein Gefühl gerade wieder „Katastrophensprech“ betrieben wird. (Das betrifft ja nicht nur das Thema Flüchtlinge, aber dabei war’s mir besonders aufgefallen)
Das hat geholfen, und das, obwohl ich die anderen Medien im selben Umfang weiternutze. Ich möchte informiert sein und bleiben. Schließlich gibt es durchaus massenhaft Probleme. Und nur weil ich in recht ruhigen Gefilden lebe, verschwinden die ja nicht. Und ich möchte durchaus wissen, was sich „da draußen“ tut.  Aber ich möchte Kraft behalten, um das bißchen zu tun, was ich tun kann und mich nicht kirre machen lassen davon, was alles noch passieren oder hierher schwappen könnte. Und dabei hilft offenbar, mir nicht täglich anderthalb Stunden lang im Auto die Schlagzeilen um die Ohren hauen zu lassen. Im Netz informiere ich mich über aktuelles Tagesgeschehen übrigens so gut wie garnicht, denn da hatte ich immer schon das Gefühl, daß mir das viel zu atemlos und sensationsgierig ist, daß viel zu wenig in Zusammenhänge eingeordnet wird. Und daß ich das ganz furchtbar finde (ich lese ja auch keine Revolverblättchen und gucke keine RTL-Nachrichten, zum Beispiel)

Der andere Aspekt ist, daß diese Schlagzeilen (sowie überhaupt Nachrichten) zu übergroßen Teilen problematisches zum Thema haben. Das verzerrt die Wahrnehmung.
Im SPIEGEL gibt es seit nunmehr über 30 Wochen jede Woche eine Rubrik „Früher war alles schlechter“, die zeigt das sehr schön. Beispiele hier und hier und hier. (Und unSPIEGELige bei den Links bei hundertsand)

Allerdings bin ich bei der Suche nach diesen Beispielen auch auf dies hier gestoßen – ich hoffe mal sehr, daß das eine Ausnahme sowie keine böse Absicht war…. da sieht man mal, wie leicht Nachrichten so hinzudrehen sind, wie man sie haben mag, ganz ohne lügen. Einfach ein wenig mit der Zeitachse spielen, in diesem Fall…. tststs!

Ich weiß nicht, ob’s Euch ähnlich geht – für mich jedenfalls ist meine kleine Welt hier, die ich täglich selbst erlebe, wenn auch wahrlich keine heile so doch eine bessere als die Version von ihr, die mir die Medien ausmalen. Und ich habe die Chance, sie selbst ein bißchen in die meiner Meinung nach richtige Richtung zu schubsen. Durch Meisentassen, eingesparte Bons, Unkraut, Hilfestellung für genau drei Flüchtlinge, Efeu-Wäsche, Bienen, Bio-Fleisch, verweigerte Trinkhalme und anderes Kleinvieh.


* Im Beitrag ist ein Interview verlinkt, das zu lesen lohnt. Abgesehen davon, daß ich den Beitrag selbst auch lesenswert finde, aber sonst hätte ich ihn ja auch nicht hier verlinkt😉

Dochdoch….

… der Urlaub läßt sich wirklich nicht lumpen, er will offenbar zum Freumichurlaub werden und entwickelt dabei ungeahnten Ehrgeiz: Sonnenschein satt, den wir Zeit haben zu genießen. Und dann waren wir heute noch durch Grödersby (einfach mal angucken), in Arnis Kaffeetrinken, dann in der Strandmanufaktur (DREI Kissen, eins zum schlafen für den Herrn F., zwei Draußenkissen mit sonst-Müll-LKWplane und Recyclingstoff, natürlich mit Seegrasfüllung – ein älteres Ehepaar im Kaufrausch *gg*)

Die Draußenkissen haben wir dann auch gleich sowohl am Strand (angenehmes Sitzgefühl) als auch daheim beim abendlichen grillen (stimmt, Herr Manufakteur – angenehm warmer Hintern!) getestet. Hübsch sind sie auch noch. Das Schlafkissen muß sich erst noch beweisen, riecht aber schonmal sehr angenehm – leicht nach Meer.

Morgen sollen wir mir Ab. zum Doc, er hat wieder leichte Schmerzen und deshalb eine Überweisung (na, toll, denkt Ihr jetzt – aber das ist in Flensburg, und wir nehmen A. gleich mit – so machen wir einen netten Tag draus und können ihnen gleich noch zeigen, wo ihre neue Schule ist), und am Freitag gehts endlich mal wieder nach Dänemark, mit Freunden. Wenn ich sehr viel Glück habe, finde ich eine neue Abreißhose (mit so einem Reißverschluß zum kurzehosedrausmachen). Eine ist kaputt, die andere fast, und hier hab ich mich schon dösig gesucht – entweder fieser Raschel-Kunststoff oder fast 200 Euro und dann in Einheitslänge zum selberkürzen (was ich bei dem Preis als echte Frechheit empfinde!)

Dochdoch. Guter Urlaub, Du! Bleib so!

PS 95, rief der Herr grad. Hä?, fragte ich –  Schnecken, meinte er, Schnecken…. Was er meint: eine kleine Mordrunde mit dem Spaten ergibt mal eben fast 100 Opfer- und er macht das allabendlich, ohne daß eine Dezimierung zu bemerken wäre….

#webseidank

#webseidank heißt eine Blogparade, die ich spannend zu lesen finde, und bei der ich wohl am besten mal einfach eine Liste mache, weil mir richtig, richtig viel dazu einfällt.

Das Thema lautet:

Was mir das Web Gutes gebracht hat

Und da gibt es wirklich viel! Ich tippsele mal los:

  • Musik. Im BC-Forum habe ich vor Jahren mal eine Aktion gestartet: JedeR MitmacherIn brennt eine CD mit ihren persönlichen „Best of“- Stücken, schickt sie mir, zusammen mit Porto, und ich mische durch, so daß JedeR eine andere CD bekommt. Grandios: ich konnte natürlich ALLE hören und mir sechs oder sieben CDs mit den Stücken zusammenmischen, die mir gefielen – höre ich immer noch hoch und runter!
  • Menschen. Ich kann garnicht sagen, wie sehr sich der Kreis an Menschen, die ich mag, erweitert hat, seit ich im Netz bin! Von Nur-Schreib-Bekannten über (Dutzende) inzwischen kennengelernte bis hin zu langjährigen Freundschaften – und auch den Herrn F. hab ich ja nunmal über ein Buch bei BookCrossing kennengelernt….
  • Ideen. Auch die Zahl der Ideen ist Legion…. dabei tut sich besonders das Thema „Umweltschutz/ Nachhaltigkeit“ hervor. Keine Ahnung, wie ich an so viele Ideen dazu hätte kommen sollen (und so viel Motivation hätte schöpfen können) ohne Internet!
  • Input. Ohne Internet hätte ich sehr, sehr vieles, das ich heute lese, nie kennengelernt. Weil es einfach „da ist“, bei BC, kostenlos und gemeinschaftlich. Wenn ich mir ein Buch für viel Geld kaufen muß, überlege ich natürlich viel länger, ob sich’s wohl lohnt, da reinzulesen, und in Büchereien suche ich viel zu eingeschränkt, stellte ich fest, seit ich via BookCrossing Bücher empfohlen bekomme
  • Bloggen. Ohne Netz kein Blog. Und dies Blog hier, die Kommunikation darüber sowie das mitlesen bei Anderen ist mir richtig wichtig geworden im Laufe der Jahre.
  • Informationen. Das hilft, besonders beim Thema „Biens“. Oder „Nachhaltigkeit“. Oder „Rezepte“. Oder „Wetter“. Oder…………………………………..
  • Urlaube. Im Urlaub erweitern sich die Möglichkeiten, Interessantes ausfindig zu machen, enorm. Für uns vor allem durchs geocachen. Wir sind zwar keine Herzenscacher, aber im Urlaub haben wir doch schon viele schöne und spannende Stellen entdeckt, die die Tourist-Info uns nicht genannt hat/ hätte. Zum Beispiel den Dansesten in Norwegen oder die
    Blick vom Dansesten - Einer großen Felsplatte, auuf der früher Tanzdeste stattfanden - im Nichts! Mit Geigern...

    Blick vom Dansesten – Einer großen Felsplatte, auf der früher Tanzfeste stattfanden – im Nichts! Mit Geigern…

    Buchenholzteergewinnung bei Schwerin. Aber auch durch die neuen Bekanntschaften sind wir ordentlich herumgekommen. Wir kennen Leut‘ vom Bodensee bis zur Hallig Oland, bei denen wir zu Besuch waren, und – für mich noch viel wichtiger:

  • Besuch. Wir bekommen von überallher Besuch, was ich unendlich genieße, da ich ja selbst nicht so gern reise. Toll unter diesem Aspekt ist auch, bei Couchsurfing Mitglied zu sein.
  • Und dann noch: Kontakt. Es ist eine andere Art des Kontaktes, mit Freunden, die weit weg wohnen über mails eben mal kurze Zeilen zu tauschen oder in den Blogkommentaren Aktuelles zu lesen als zu Vor-Web-Zeiten auf Briefe und Telefonate angewiesen zu sein. ANDERS. Nicht unbedingt auch besser (weil manchmal auch oberflächlicher), aber leichter aufrechtzuerhalten. Und auch bei Nahebei-Freunden ists so. Die wenigsten haben ein Blog. Aber bei denen, die eines haben bin ich einfach „näher dran“ und besser informiert, was bei ihnen grad los ist. Das finde ich schön.
...wenn das web nicht will....

…wenn das web nicht will….

Das meiste Gute, das das Web mir gebracht hat, folgt direkt oder indirekt daraus, daß ich BookCrossing (BC) gefunden habe. Oder BookCrossing mich *g*. Sogar ans bloggen bin ich über BC gekommen, als Bibo mir sozusagen vormachte, daß so ein Blog pipileicht zu führen ist. Und nein, das ist nichts kommerzielles, nur um das mal klarzustellen – denn für BC habe ich persönlich bisher ausschließlich per Spenden Geld gegeben – alles, was man dort machen kann, kann man kostenlos tun. Inzwischen bin ich weniger aktiv dabei, aber ich kann garnicht sagen, wie viel schönes mir das mitmachen dort gebracht hat! Insofern ist BookCrossing für mich, was für Thomas und Anette von der Blogparade ihre Themenchats und Foren sind: eine Basis, auf der sich unglaublich viel entwickelt hat.

Danke, Web! Danke, BC! Danke, Ihr Leut‘ hier!!