Raus aus die Pantoffeln….

Erstmals seit den Friedensdemos der 80er ist für mich heute wieder demonstrieren angesagt: die AfD hat umme Ecke die olle von Storch eingeladen (ja, eingeladen. Rein kommt nur, wer sich vorher eine Einladung per Mail erfragt): Wahlkampfauftakt in Schleswig-Holstein in der schönen Westerholzer Mühle 😦

Am späten Nachmittag gehts los (17 Uhr Treffen, um 18 Uhr Einlaß bei der Mühle). Ich bin sehr gespannt, wie viele Menschen dort (auf beiden Seiten) sein werden und wie sich das gestalten wird. Vielleicht liest ja noch Jemand mit, der oder die Zeit und Meinung dazu hat.

 

Will wer was…

…für die Bienen tun? Klar! In allen Zeitungen werden sie derzeit gehypt, modern sind sie! Jeder mag Bienen, fragt man in die Gegend, wenn nicht „persönlich“, dann doch als Prinzip, sozusagen 😉 Prima, eigentlich!

Dann gucke ich in die Vorgärten und sehe: Kiesaufschüttungen. Pflastersteine. Möblierung. „Pflegeleichtes“ Gestrüpp ohne Blüten.

Dann lausche ich ins Dorf und höre: Kettensägen.
Gekappte Großbäume überall, gekappte Linden, Buchen, Birken gar! Baumtod auf Raten, weil diese Baumarten das nicht abkönnen.

Dann schnuppere ich und rieche: nichts. Sofern nicht grad Gülle gefahren wird. Weil da kein Heu trocknet, keine Blüten in die Nacht duften.

Dabei wäre es so leicht! Pflegeleicht sogar – einfach alles ein wenig in Ruhe lassen. Wachsen lassen. Nicht mehr wöchentlich den Rasen mähen, sondern zweimal im Jahr. Da wachsen dann an manchen Orten auch Brennesseln. Oder Disteln. Aber genau über die freuen sich die Bienen (Schmetterlinge/ Vögel/ Käfer/ ……….) Und die zweimal sind natürlich etwas aufwändiger, ersparen aber unzählige andere Male! Ich zB mache es so, daß ich die Plätze mähe, an denen ich sitzen oder liegen möchte und deren Zuwegungen. Der Rest ist in meinem Garten hohes Gras (weil: dunkel, unter den großen, ungekappten Buchen)
Auch die Staudenbeete kann man ruhig in Ruhe lassen, gucken: welche Pflanze mag diesen Ort – die wächst. Die anderen, die man dauernd schützen oder nachpflanzen müsste – gehen lassen. Die, die bleiben, sind allermeistens prima für die Insekten, weil es robuste, unkomplizierte Sorten sind, die oft ungefüllte und nektarbietende Blüten haben.
Belohnt wird der faule Gärtner durch große Blütenfelder – ich mache das seit Jahren so (seit wir die Bienen haben fällt deutlich weniger Zeit zum zupfen und rupfen ab). In meinen Staudenbeeten ist das wichtigste und arbeitsintensivste, einmal im Jahr von den Rändern her den Giersch dran zu hindern, hineinzuwachsen. Ansonsten merke ich, wenn mir etwas so nicht mehr taugt und mache dann erst was. Im letzten Jahr habe ich zB ein riesiges Asternfeld ausgegraben, weil die Astern an dieser Stelle eh selten zur Blüte kamen, aber alles andere verdrängten. Nun werde ich sehen, wer sich den Platz erobert, der dadurch frei geworden ist. Da überall Saat ist und Zwiebeln eh, siehts bereits jetzt nicht mehr leer aus. Und immer, wenn ich so rumlaufe, zupfe ich hier, da und dort Grasbüschelchen aus. Achja, und an einigen Stellen muß ich dicke Laubschichten entfernen. Die dünnen auf den größten Flächen dürfen bleiben. Das wars.
Dann noch drauf achten, daß irgendwo ein Reisighaufen rumliegt (und liegenbleibt, mit Nachschub immer mal) , und sollte man einen Baum oder Strauch pflanzen, sich vorher informieren: wer paßt und ist möglichst noch insektenfuttertauglich. Schon hat man zwar keinen Gottweißwie anspruchsvollen Naturgarten mit X unterschiedlichen Biotopen für jedes einzelne Insekt – aber doch einen Garten, der vielen Insekten und Vögeln und Pflanzen und Kleinsäugetieren Heimat bietet.

Das ist dann gar nicht so viel arbeitsintensiver als ein Kiesschüttgutvorgarten mit Gabiolen oÄ: wenn der nicht nach ein bis zwei Jahren nur noch verwahrlost aussehen soll, muß man Laub einsammeln, Unkraut zupfen, was gegen Grünalgen tun (will heißen: Dampfreiniger oder Giftspritze) Als Minimum. Wenn das viele Menschen merken und es wagen würden, ihren Garten unordentlich sein zu lassen, dann gäbe es ein wenig Hoffnung für die derzeit massiv einbrechende Insekten- und Vogelpopulation auf unseren Dörfern. Und auch die Bienen müssten wir Imker nicht, wie in den letzten Jahren immer öfter, zwischen Raps und Linde mit Zuckerwasserfütterungen am Leben halten, weil sie mangels Blütenangebot sonst verhungern würden. Und das wiederum müsste doch Ansporn sein für all Die, die wenn nicht die gehypten Bienen, dann doch Igel, Fledermäuse oder zumindest niedliche Eichhörnchen und buntschillernde Schmetterlinge wieder öfter hüpfen und flattern sehen wollen!?
Und stellt Euch vor, dann würde auch noch die Landwirtschaft umgestellt oder zumindest würden endlich die Subventionen auf andere Füße gestellt (nicht nach Fläche, sondern nach Qualität zB)

Hoffen und harren hält manchen zum Narren, ich weiß. Aber träumen muß erlaubt sein, wenn ich demnächst, wenn der Frühling richtig kommt, wieder meinen Bienen zuschaue, hier und da ein Vogelnest entdecke, vielleicht ja sogar mal wieder einen Molch oder einen Kolibrischwärmer sehe und abends die Fledermäuse ums erleuchtete Wohnzimmerfenster flitzen……. ich jedenfalls versuche, meinen Garten so zu gestalten, daß möglichst viel davon noch möglichst lange zu sehen sein wird.

 

 

Hier werde ich geholfen!

Oft habe ich so irgendwie-unkonkret-nichtformulierbar-ungute Gefühle bei irgendwelchen Sachen, die so um mich herum vorgehen.
Leider nicht immer, aber immer wieder einmal geschieht es, daß ich ein paar Tage später irgendwo im Netz einen Artikel oder auch „nur“ einen Kommentar lese, der genau dieses ungut-wabernde in klare Worte faßt und mir im besten Fall auch noch begründet, warum sich das für mich so ungut anfühlte. Meist schreibe ich dann einen dankbaren Kommentar *g*

Ein Superbeispiel ist mir jetzt erst untergekommen:  die Sache mit der Präventivhaft für Gefährder. Immer, wenn ich davon hörte, fühlte sich das ungut an, waberte irgendwie als leichtes Schaudern durch den Körper – aber so recht fassen konnte ichs auch nicht. Erst recht nicht formulieren oder gar begründen. Denn wäre es nicht eigentlich gut zu finden, wenn Leute, die im (konkreten) Verdacht stehen, Böses im Schilde zu führen, aus dem Verkehr gezogen werden?
Dann kam ein neusprech-Beitrag in meinen Reader, und jetzt weiß ich, was ich fühle und sogar warum 😉

DARUM ist das ungut! (klick)

Dankeschön an Euch da draußen, die Ihr nachdenkt, klarer seht als ich und Euch die Mühe macht, zu recherchieren!!


Einige Tage später bin ich noch über das neue „Gemeinsame Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr“ gestolpert. Hört sich ja auch nicht schlecht an – WENN man schon weniger Fremde hier haben will, dann diejenigen zu unterstützen, die zurückkehren wollen. Aber Pfeifendeckel: in diesem Zentrum sollen Sammelabschiebungen organisiert werden! Da wusste ich zwar gleich, warum ich das ungut finde, das musste mir Niemand erst erklären – aber was soll das, die Leut‘ mit solchen Worthülsen, die sich netter anhören, zu ver**schen??

Des Herrn Zimmer

Dies ist die Fortsetzung von hier

2006 bis 2007: noch wohnte ich allein im Haus, da habe ich – und hat der Herr F., immer, wenn er zu Besuch war – Tapeten abgekratzt, den Fußboden von den Faserplatten, die draufgeschraubt waren, befreit, die Leimfarbe unter den Tapeten abgekratzt …. der Herr F. bekam zum Geburtstag die renovierte Vitrine in der Rigipswand. Ich hatte, damit er’s auch merkt, ein großes Herz drumherum gemalt (das Bild ist leider nirgends auffindbar) und einen Pfeil aus brennenden Teelichtern auf dem Boden darauf zeigen lassen (man sieht sie noch auf dem Leimfarben-Kratz-Foto in der Nische stehen) – aber er hat es trotzdem nicht gemerkt, sich aber sehr über das Herz gefreut *gg*

Direkt nach dem „Umzug des Grauens“ im März 2007 (glaube ich) – aber der ist eine andere Geschichte, muß ich Euch unbedingt mal von erzählen!! – war das 1. freie Wochenende dem Bodenschleifen gewidmet. Flur und des Herrn zukünftiges Zimmer. All das sieht man in dieser Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und dann, als alles fertig war, konnten wir streichen und der Herr F. konnte sein Zimmer beziehen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das mit dem Sofa musste sein, weil sein altes nach dem Umzug – muß feucht geworden sein – nicht mehr zu stinken aufhörte. Schwund ist immer….. aber ehrlich gestanden war das 50er-Jahre-Teil zwar hübsch, aber auch unbequem 😉

Ja, und damit ist endgültig Schluß mit dem tag „Umbau ’06“ – und, glaube ich, insgesamt mit den alten Renoviergeschichten….. ich denke, Alles ist jetzt hier im Blog zu finden. Und derzeit gibt es keine größeren Vorhaben, auch wenn hier und da schon wieder ein kleiner Renovierungsstau Fuß fassen will…..

Geburtstagsgruß

Er speist vergnügt sein Leibgericht,
und in den Nächten wälzt er nicht
schlaflos sein Haupt, er ruhet warm
in seiner treuen Gattin Arm.

Heinrich Heine

Dies schöne, heitere und zufriedene Lebensgefühl wünsche ich Dir, liebes Geburtstagskind, fürs nächste Lebensjahr (und gern auch alle weiteren)

Purzelbaum

Vorhin habe ich einen Purzelbaum geschlagen. Den ersten seit mindestens zwanzig Jahren. Mir war so danach, und ich wusste garnicht, ob ichs noch kann. (Ich kann)
Danach hab ich noch ’ne Rolle rückwärts versucht. (Geht auch)

Chanz alleine

Am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit

schrieb der kluge Herr Kästner. Irgendwann hat diesen Satz mal in der Mittelstufe mein Kunstlehrer bei irgendwas eingeworfen, und er ist mir nie wieder aus dem Sinn gegangen.

Es gibt da ja den großen Unterschied zwischen „allein sein“ und „einsam sein“. Beides geht allein, zu zweit und mit beliebig vielen Menschen. Wenn ich früher alleine auf Reisen war, in Norwegen meist, dann habe ich immer das alleinesein gesucht – und manchmal für Tage gefunden, manchmal war ich aber auch tagelang einsam. Und manchmal musste ich erstmal tagelang einsam sein, um dann alleine sein zu können … vielleicht ist das auch diesmal der Fall – derzeit bin ich jedenfalls allein einsam. Der Herr F. ist für drei Tage fort, und es scheint sich nicht einzustellen, was ich kenne und genieße: daß ich allein alleine bin – will sagen, daß ich allein bin und mich wohl, bei mir, fühle. Vielleicht kommt’s ja morgen so weit, oder heute abend, wer weiß – aber bisher bin ich halt eher einsam.

Dabei bin ich extra ins Gespensterzimmer umgezogen, weil ich dort ja gern schlafe, es aber zu zweit eher nicht so bequem in dem schmalen Bett ist. Heute morgen immerhin, aufgewacht vor dem Weckerklingeln, habe ich mich der Vorteile dieses Raumes erinnert und liegend die Vorhänge aufgezogen. Man kann dann in die Baumwipfel und den Himmel schauen, und auch wenn heute morgen alles grau in grau war, ist das etwas schönes.

Mein Katerchen hilft auch nicht weiter: während er jeden Tag mault, daß er nicht ins Gespensterzimmer darf (was daran liegt, daß er dort den Bettpfosten zerschreddert) kommt er nun abends zwar mit, aber nur für ein Viertelstündchen – dann verpieselt er sich und ward bis morgens nicht gesehen – und den ganzen Tag verbringt er auf der Arbeitszimmernischendecke. Nachdem er gemault hat, weil er nicht ins Gespensterzimmer darf, natürlich *g*

Tja. Morgen abend kommt der Gemahl zurück. Ich freue mich auf ihn (aber glücklicherweise nicht nur, weil das mit dem Alleinesein diesmal nicht so gut klappt)

 

Lösung des naturkundlichen Rätsels

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Die Hasel ists, die da blüht! Hier seht Ihr beide Blütenarten an einem Zweig: die auffälligen männlichen Pollenspender und die unscheinbaren, obwohl doch eigentlich knallroten weiblichen Blütchen. „Zweihäusig“ nennt man das, wenn eine Pflanze männlich und weiblich zugleich ist. Wardawas hat mich korrigiert, völlig zu Recht: die Hasel ist einhäusig getrenntgeschlechtlich – in einem Haus (auf einer Pflanze) leben beide Geschlechter.

Naturkundliches Rätsel

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Na? Was ist das??

Tipp: Ich habe es heute zum allerersten Mal selbst bewußt gesehen (also nicht nur auf einem Foto), obwohl es oft zu sehen ist 🙂

Dankeschön!!

Früh: schon jetzt dicke Narzissenknospen im Garten!

Früh: schon jetzt dicke Narzissenknospen im Garten!

Irgendwie hat mein gestriger Beitrag wohl den richtigen Adressaten gefunden: heute vormittag ists genau so, wie wir uns das gestern noch gewünscht haben. Und so setze ich mich auch nur eben kurz hier an den Computer, denn eigentlich wirbele ich grad draußen ein wenig:

Karrenweise entferne ich halbmeterdicke, erstickende Laubschichten aus den Ecken, in die der Winterwind sie zu festen, nassen Lagen geweht hat. Buchenlaub verrottet nur sehr langsam und erstickt in solchen Mengen tatsächlich das Leben drunter. Wenn ich also möchte, daß nicht nur Goldnessel und andere Spezialisten überleben, muß ich ran…

Natürlich war mein Blick auch immer gen Bienen gerichtet, ich wartete sehnlichst auf ihr Erscheinen, aber Niemand läßt sich blicken, und so habe ich kurz meiner Neugierde nachgegeben und alle drei Deckel gelupft.

Am besten siehts beim Mondvolk aus. Da sitzen sie auf 4-5 Gassen dick auch oben auf den Oberträgern (und schützen damit ihre Brut). Bei Sternchen und Kringelchen sind die Bienen weniger zahlreich, aber „es lebt“, und überall sind auch Futtervorräte oben zu sehen, so daß ich jetzt hoffe, daß auch die beiden kleineren Völker genug Bienenmasse haben, um Brut aufzuziehen und sich für den Frühling zu stärken.

Mit diesen erfreulichen Nachrichten verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
die sonnen- und frischlufthungrige Gärtnerin*

Fjonka

*muß mich beeilen, langsam schieben sich schon die Schleier vor die Sonne, und für nachmittags ist Regen angesagt…..

PS Nach der Mittagspause: Bin grad über dies hier gestolpert: vor vier Jahren am 2.3. gab es erst einen einzigen Krokus! Jetzt ist vorn im Staudenbeet ein Krokusmeer – nicht nur die zarten Elfenkrokusse, sondern auch schon „normale“ lila und auch gelbe und weiße recken sich der Sonne entgegen, die durch den darübergelegten Schleier noch immer scheint. Und auch 3-5 Bienen lassen sich jetzt sehen (aber das ist nicht symbolisch gemeint, mehr sind’s tatsächlich nicht….. Schleiersonne mit kaltem Wind bei 7° ist halt doch noch nicht das Idealwetter)

 

In den Startlöchern

  • Krokusse,
  • Haseln,
  • Biens,
  • Weiden,
  • Kornelkirschen,
  • sogar die Narzissen schon –
  • und ich

Wir alle warten, daß wir endlich, endlich loslegen können.

Was fehlt uns?
SONNE fehlt uns!
Ich war vorhin kurz draußen, ein paar Staudenstengel schneiden. Bevor der Hagel runterdonnerte. Wäre die Sonne bei denselben Temperaturen draußen (und mit demselben Wind wie jetzt), dann wäre alles gut – aber sie ist nicht. Oder wenn, nur für wenige Minuten. Und so warten wir weiter – die Weiden schieben ihre noch weißen Kätzchen hervor, die Haseln blühen schon und sind enttäuscht, weil Biens nicht kommen, um Pollen zu naschen, die Krokusse lassen ihre Kelche zugeklappt, die Kornelkirschen ihre schon gelben Knospen geschlossen – und ich? Ich mache den Ofen an, damit mir warm wird und warte zusammen mit den anderen auf den ersten schönen Frühlingstag.

Komm, laß uns alles drucken
und walten für und für
Nur sollte keiner mucken,
der nicht so denkt wie wir

Johann Wolfgang von Goethe

Gelesen und an all die „Lügenpresse“-Rufer gedacht. Und an den „Fake-news-media“-Krakeeler, der sich nicht scheut, noch zu lügen, während er die Medien bezichtigt, zu lügen. Dann an Diejenigen, die dafür, daß sie schreiben, was sie sehen und denken (und damit mucken, in den Augen der Erdogans, Trumps, Orbans undundund dieser Welt), ins Gefängnis oder gar in Lebensgefahr geraten.

Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden

Rosa Luxemburg – wobei ich unterschiedliche Wortlaute dieses Zitats gefunden habe und deshalb nicht sicher bin, ob dies genau der richtige ist.

Wie traurig, daß diese alten Worte heute immer noch so aktuell sind!