PS

Gestern den Beitrag wollte ich ja am allgemeinen „WMDEDGT-Tag“ posten. Seit der Dicke ihn mir allerdings in die Tasten diktiert und dafür posiert hat ist nun fast ein ganzer Monat vergangen – und unser Dicker hat seinen Platz gewechselt. Er liegt jetzt nur noch in der Ecke zwischen Schreibtisch und Schrank im Arbeitszimmer. Dort aber lag nur eine Papptüte, an der er sich ziemlich abgearbeitet hat, um sie bequem zurechtzufalten. Irgendwann konnte ich’s nicht mehr mitansehen…

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Und dann, Geflügelpest sei dank, hat sich sein Tag ja auch gezwungenermaßen verändert. Aber er kommt gut klar damit, ist halt doch schon ein alter Knochen…. vor einigen Jahren hat er richtig, richtig Randale gemacht, wenn über Silvester die Katzenklappe zu war. Wir mussten sie verbarrikadieren, weil er sie einmal wirklich kaputtgemacht hat!!!! (Wir haben’s gleich gemerkt, deshalb konnte er nicht ausbüxen) Jetzt scharrt er, aber damit hat sich der Protest auch schon.

Wünsche schönes Nikolausi!

WMDEDGT?

Am 5. jeden Monats ist „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ aka kurz und prägnant: #WMDEDGT?– Tag

Ja, was? Ich tu, was so ein Kater mit 18 Jahren halt so tut:
Zuerst warte ich. Warte, daß man endlich geruht, mir mein Frühstück zu geben. Wenn es allzu lange dauert, versuche ich, die Türe einzutreten. Bisher ist es mir nicht gelungen, aber immerhin weckt es die Dosenöffner auf, auch wenn sie so tun, als hören sie nix

Dann gehe ich mit runter ins Bad, schließlich gibt es seit nunmehr vierzehn Jahren niemals Futter, bevor nicht die Fjonka im Bad war. Ich nutze die Gelegenheit, mich auch gleich ein wenig zu putzen, und dann, endlich:
Frühstück.

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Wenn es so läuft, wie ich will, dann gehe ich danach kurz raus, dann hoch ins Schlafzimmer. Allerdings läßt man mich nicht immer…. naja, wir zeigen mal einen idealen Tag:

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10 Uhr 40

1122

11 Uhr 22

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13 Uhr 36

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15 Uhr 41 Ein FAST idealer Tag. Heute stört dauernd die Fjonka mit der Knipse. Nervig!

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Ich tu einfach, als merke ich nichts…

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Okay. Ihr wisst in etwa, wie so ein Tag verläuft, gell?

Meistens stehe ich gegen 17 Uhr wieder auf (aber manchmal kommen die Dosenöffner gegen 18 Uhr erst heim, und ich warte bis dahin) Dann geh ich raus und lege mich, wieder drin angekommen – wir nehmen mal wieder den idealen Tag, an dem die Menschen Ruhe haben – auf einen Schoß. Vorzugsweise auf den des Herrn F. Heute nehm‘ ich ausnahmsweise mal den Fjonkenschoß…

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Ab etwa 19 Uhr 30 beginne ich in regelmäßigen Abständen darauf hinzuweisen, daß es nun aber bald mal Zeit ist, mir mein Abendbrot zu richten. Bis sie endlich kapieren, was ich meine dauert es auch nach vierzehn Jahren noch bis gegen 22 Uhr…

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Danach gehe ich meist mit hoch ins Schlafzimmer, warte bis die Fjonka meinen Song pfeift, „My cat“* und lege mich dann ( aber erst und nur dann) zur abendlichen Lesezeit bei ihr auf die Brust. Wenn sie das Buch weglegt, wird es erfahrungsgemäß unruhig, also geh ich runter oder lege mich für ein Nickerchen zu ihren Füßen hin. Und schon ist Morgen…..


* nach vierzehn Jahren hab ich endlich kapiert, daß mein Dicker es toll findet, wenn man nach ihm pfeift. Und am liebsten „My cat“ (daß das Stück eigentlich „my girl“ heißt, muß ihm ja Niemand verraten)

Spätestens bei der Tonfolge des Refrains kann er nicht mehr sitzenbleiben und kommt wie an der Schnur gezogen angelaufen🙂 Ist aber auch ein schönes Lied, das….

 

Bringen Sie die Zutaten für einen arbeitsamen Samstag in die richtige Reihenfolge

  1. Sonne!
  2. Zwei Paar Arbeitshandschuhe!
  3. Der Herr F.!
  4. Ein Stapel dreijähriger Rest-Scheite im Schuppen!
  5. Die Fjonka!
  6. Rauhreif!
  7. Eine Baustahlmatte voller brennfertiger, zweijähriger Scheite!
  8. Moonlight-shopping auffe Arbeit, Spätdienst ab 16 Uhr!
  9. Zwei Schubkarren!
  10. Eine leere Palette!
  11. Windstille!
  12. Ein Haufen dreijähriger Rest-Scheite im Schuppen!
  13. Eine fast leere Baustahlmatte!
  14. Eine wieder funktionierende Kettensäge (es war nur der Schlauch, der undicht gewesen war)!
  15. Ein Haufen zweijähriger, eiskalter Scheite im Schuppen!
  16. Eine Palette voller spaltfertiger Holzstücke!

Einiges davon liegt schon hinter, einiges noch vor uns … yallayalla!! Zackzack!!

Abgekartet Nr.10

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Das ist ja nun auch schon wieder eeeeeeewig her, daß Purpur-bête, die damals noch garnicht so hieß, diesen Workshop für uns organisiert hat. Schön war’s, und meine Stempel – die nicht alle auf dieser Karte verewigt sind – nutze ich noch immer. Toll, was die Leut‘ alles hingeschnitzt haben!! Eins der Sternchen und die „Büchersendung“ sind von mir, falls es Jemanden interessiert.

Jetzt muß auch diese Karte also weichen, nichts ist für immer….

Da es so lang schon kein „abgekartet“ mehr gab, verlinke ich nochmal für „die Neuen“ hier, was das überhaupt auf sich hat damit. Bitteschön!


PS Vermißt Jemand einen Adventskalender? Dann probiert’s doch mal mit diesem hier , zwar nicht wirklich heile-Welt-advemtlich – aber momentan ist nunmal nicht heile Welt.

Hab ich gestern per Zufall, mehreren Links folgend, entdeckt🙂

Plöd!

Gestern und heute im Laden richtig viel geschuftet, okay. Heute dann auch noch „aus Gründen“ das Kerzen-Lager sortiert- und danach hatte ich plötzlich Nacken – es knackt beim bewegen, und bei manchen Bewegungen schmerzts auch richtig doof.

Jammer!

 

 

Ausgebremst

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das redlich‘ Bemühn hat heute nicht Gottes Segen erhalten…. (Fundstück aus dem leider nicht mehr existenten Bönstruper Dorfmuseum)

Mail an den Ehegatten. 28. November 2016, 10:38 oder so:

Eben wollte ich loslegen, sägen.
Zum Glück bin ich erstmal runter in den Keller gegangen. Sägehose an, Kabeltrommelrolle geholt, dann Säge…. oh! Riesen-Ölpfütze drunter.
Nicht gesägt.
Fahre jetzt zum Baumarkt, noch ist Garantie drauf….
😦

PS: Das mit der Garantie erwies sich als falsch. Nicht drei, nur zwei Jahre. Nochmal😦


Kollateralnutzen: Zeit gehabt, rumgeklickt, zwei Petitionen kennengelernt und gezeichnet. Unterschiedlich, ja:

  1. Gegen den geplanten Anbau am Schloß Gottorf, ein monströses Glasungetüm *klick*
  2. Für die Aussetzung von Abschiebungen nach Afghanistan, wo ein Krieg herrscht, der offiziell keiner ist *klick*

Und – Zeit gehabt halt – vom Baumarkt aus noch spontan bei Freunden vorbeigefahren, die ich eeeeewig nicht gesehen hatte. Schön war’s.

Musik

Auch in der Altstadt, auch schön: der Schleswigr Dom. Auch wenn ich für Beleuchtungsorgien nicht zu haben bin, so finde ich es doch allabendlich schön, ihn in die Dunkelheit aufragen zu sehen. Ausnahmen bestätigen....

Teil der Altstadt: der Schleswiger Dom. Auch wenn ich normalerweise draußen Dunkelheit mag und suche, so finde ich es doch jeden Winterabend aufs Neue schön, ihn aufragen zu sehen*.

Bis 16 Uhr gearbeitet, dann ein wenig durch Schleswig geschlendert, mich im neuen veganen Bistro auf ein Gemüsecurry niedergelassen und danach auf den Weg durch die nun schon nächtliche Altstadt Richtung Johanniskloster  gemacht. Gaaaanz langsam, denn ich hatte noch viel Zeit und die Altstadt im Dunkeln ist einfach sehr, sehr ruhig und schön.

Um halb sechs war ich dort, und es warteten schon einige Menschen im Nieselregen auf die Öffnung der Türe zur Kapelle. Die aber nicht aufging – durchs Fenster rief man, der Schlüssel sei nicht auffindbar, wir möchten doch bitte seitlich durch den Schwahlgang eintreten. *gg* Na jut. Es ging in eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert (!) mit Resten von Renaissancemalerei und Kreuzgewölben. Und dort saß ich dann zweieinhalb Stunden in einer Kirchenbank und hörte dem neuen Gitarrenorchester Hamburg zu. Ich wusste nicht, ob ich ein Gitarrenorchester mögen würde, aber dieses Konzert war kostenlos gegen Spende – prima zum testen – und jetzt weiß ich: ich mag es sogar sehr! Sowas schönes! Von Renaissancemusik über 50erJahre bis hin zu einer Komposition von 2002 gab es Stücke zu hören. Die Akustik und Atmosphäre in der Kapelle- wunderbar. Der Abend: ruhig und schön und, mit dem Rückweg durch die schlafende Stadt (samstags um halb neun *gg*) geradezu friedvoll.


* beim einfügen des Fotos, das ich im letzten Jahr gemacht habe, wird mir klar, warum ich in den letzten Wochen immer ein vages Fragezeichen m Kopf hatte, sah ich den Dom: offenbar ist die Beleuchtung des Turms auf kühleres Licht umgestellt worden. Oder aber mein Eindruck ist dem geschuldet, was ich, wie so oft, erst zu spät (gestern nämlich, am letzten Tag, abends) mitbekommen habe, nämlich der Lichtreise. Ich werde es am Mittwoch sehen, wenn ich wieder abends zum Parkplatz gehe.

Unfair!

Auch im wunderbaren und nicht mehr existierenden Bönstruper Dorfmuseum gefunden.

Auch im wunderbaren und nicht mehr existierenden Bönstruper Dorfmuseum gefunden.

Kaum kommt frau in das Alter, in dem sie wissen möchte, was denn nun in den Produkten, die zu kaufen sie erwägt, so drin ist – schon kann sie die Liste mit den Inhaltsstoffen nicht mehr lesen. Weil die Schrift zu klein ist. Durchwegs.

Dabei ist frau nicht mal 97 Jahre alt, sondern erst 51. Und nicht aus Ahneby😉 Und hat eine Gleitsichtbrille. Obwohl neu und frisch angepaßt, hilft die dabei aber auch nicht mehr.

 

Heute

p1000204in einem Monat ist Weihnachten.

Ringsum werden überall kräftigst Plastikzweige, Kitschfiguren und Stromkabel um die Häuser verteilt….
Beleuchtungswahnsinn, Geschenkestreß, Arbeitsrummel, Inventurtage –

heute in nur anderthalb Monaten ist das alles wieder vorbei.

Und die Sonne scheint!
Prima!

Geht doch, das mit dem halbvollen Glas *gg*


PS: Sie hat gar nicht gebohrt!!!!🙂

Gestern

Gestern war Winter wie ich ihn mag:

Sonne, windstill, 12°

Die Tiere mögen ihn auch so: gegen zwei Uhr summte es wie in der Obstblüte – alle drei Bienenkästen waren belagert von sonnenhungrigen Bienen. Der alte Kater hat sich das mit uns zusammen angeschaut, ist dann beim Gang um den Teich ein wenig zurückgeblieben. Nur um dann – ICH BIN EIN KATER IN DEN BESTEN JAHREN UND ZEIGE EUCH JETZT MAL, WIE ICH FLITZEN KANN – an uns vorbei zu rasen, den gestreckten Galopp immer noch einmal beschleunigend bis zur Wintergartentüre.

Das habe ich natürlich nicht eben mal festhalten können, wohl aber, wie wohlig unser Dicker aussehen kann, wenn Jemand weiß, was guttut. Nämlich so wohlig:

🙂

Des Abends dann ein Schreck: beim heimkommen sehen wir ein Schild am Ortsschild:

Geflügelpest Beobachtungsgebiet

Gerüchteweise hatte ich gehört, daß im Sperrgebiet Katzen nicht frei laufen dürfen, also erstmal zum recherchieren an den Computer – und tatsächlich: Ausgangsverbot auf mindestens 15 Tage Ohje! Noch vor einigen Jahren hätte das echte Randale bedeutet – mal sehen, wie’s unser Dicker jetzt aufnimmt. Mit seinen 18 Jahren ist er ja doch etwas ruhiger. Etwas (siehe oben)

 

Irakisch Kuchen

S hatte uns eingeladen, gestern um halb zwei sollten wir kommen, es sollte irakischen Kuchen geben. Klar, er war ja Bäcker in Bagdad! Klasse, wir haben uns gefreut. Als hätte ich etwas gerochen, sagte ich im losfahren zum Herrn F.: „Ich bin ja gespannt, was uns erwartet- wäre ja nicht das erste Mal, daß was ganz anders läuft als ich gedacht hatte“.

Also wir ab ins Großdorf. Angekommen, werden wir freudig in Empfang genommen. Es riecht nach „Mittag“. Und – tataaaaa:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das war klasse, mit Tomaten, Paprika, Auberginen, Weinblättern, alles gefüllt mit Reis und Hack. Dazu Salat, gewürzter Joghurt und Fladenbrot, gegessen mit Löffeln und/ oder Fladenbrot als Eßwerkzeug.

Im Nachhinein wird klar, was los war:

S hatte uns eingeladen, gehört hatten wir: „Ihr kommt zu uns, ich mache irakisch Kuchen!“ – O und U sind für irakische Ohren sehr ähnlich, und die Grammatik ist auch noch nicht perfekt – gemeint hatte er: „Kommt zu uns, wir werden irakisch kochen!“

Eine wunderbare Überraschung, für die sie zu 4. stundenlang in der Küche gestanden hatten🙂

Die Läden meiner Kindheit

lc3a4den-alltagskulturMeine Erinnerungen stammen aus einer Kindheit in den 70er und 80er-Jahren. Ich nehm Euch mal mit auf einen kleinen Dorfspaziergang!

Raus aus dem Haus, links, ein Stück weit geradeaus, dann rechts, die Straße runter und nochmal links – ganz schön weit, wenn man vielleicht sieben oder acht Jahre alt ist und eine laaaaange Liste im Kopf behalten muß, um auch keinen Einkauf zu vergessen. Und so lief ich also, ununterbrochen vor mich hin singend (ob laut oder nur in meinem Kopf, das weiß ich nicht mehr):

Ich möchte drei normale Brötchen und ein kleines Eifler

, denn das Ziel war unser kleiner Bäcker. Endlich angekommen, stand ich in einem Laden, der in meiner Erinnerung sehr warm beleuchtet ist und ansonsten aus einer Theke, den Brotregalen dahinter und ein wenig Platz für Kundschaft davor bestand. Dort bekam ich, was ich, von meinem Auftrag ganz durchdrungen, bestellte und machte mich dann, erleichtert, alles behalten zu haben, auf den Heimweg.

Erschreckend, daß ich nicht mehr weiß, wie der Bäcker hieß….

Dann gab es, in der Straße, die man zum Bäcker runterlief, den kleinen Schreibwarenladen – unvergessen, weil es wichtige Dinge dort zu finden gab: die Sammelbildertütchen fürs Mainzelmännchenalbum zum Beispiel. Oder den HABENMUSS „Blimpy“ – tatsächlich habe ich ein Bild im Netz gefunden *klick*, aber natürlich auch ganz normalen Kram wie neue Heftumschläge. Sehr geliebt habe ich übrigens diese kleinen Büchlein, in denen man durch übermalen der Seiten mit einem Buntstift ein Bild hervorzaubern konnte, kennt Ihr das noch? All sowas gab es beim Trommeschläger – der mir übrigens auch in bleibender Erinnerung geblieben ist, weil er in späteren, wilden(!) Teenie-Jahren meinen ersten und dadurch auch einzigen Tramp-Versuch meinen Eltern verpetzt hat – nachdem er mich zuerst immerhin mitgenommen hatte *g*. Damals war ich ziemlich empört; heute, als gestandene ältere Dame, die auch schonmal einen Jugendlichen verpetzt hat, der sich von einem Älteren bei mir anne Tanke Schnaps hatte kaufen lassen, sehe ich das ein wenig anders.

Und drittens möchte ich Euch noch eine Straße weiter mitnehmen – vom Bäcker ein Stückchen, dann links hoch, im Grunde wieder zurück Richtung zuhause – da gab es eine Drogerie! Pickepacke vollgestellt war der kleine Laden mit unglaublich viel Krams, der mich null interessierte – aber etwas sehr wichtiges gab es: hier konnte man nach dem Urlaub die Filme abgeben, um irgendwann Fotos zu bekommen. Sooooo schnell und einfach ging das allerdings nicht! Erster Schritt: Abgeben. Dann hat man etwa eine Woche gewartet, und dann wurde es spannend: Man ging zur Drogerie und bekam eine Tüte mit Negativstreifen. Orange-bis braungetönte Dinger. Mit der ging man dann ums Eck in die hinterste Ecke des Ladens. Dort stand so eine Maschine, auf die man die Streifen, von unten beleuchtet, legte. Vorsichtig, denn Fettfingerabdrücke hätte man später auf dem Foto gesehen… Man schaute dann durch eine Art Vergrößerungslinse – und sah sich die nun ein wenig größeren, aber immer noch winzigen und negativ-orangebraun gefärbten Bildchen an. Jetzt ging die Diskussion los: war Bild 13 nicht etwas verwackelt? Und konnte man erkennen, ob bei 21 der Kopf vom Vater oben abgeschnitten war? War das überhaupt der Vater? Oder doch eher der Zimmernachbar von der Pension, in der man abgestiegen war? Und das da auf Bild 7b, war das Eutin? Oder doch Celle? Und wenn, lohnte es, genau dieses Bild zu bestellen, oder war Bild 8, das auf dem winzigen orangen Negativ eigentlich ziemlich gleich aussah, vielleicht besser?

Die Nummern der Negative, die wir ausgesucht hatten, notierten wir in der kleinen Tabelle auf der Tüte, suchten noch aus, ob es einen weißen Rand drum herum geben sollte, und dann hieß es wieder warten. Nach einer weiteren Woche dann die Auflösung der spannenden Foto-Jagd: hatten wir die richtigen Fotos rausgesucht? Mensch, die 13 war DOCH verwackelt, Mist aber auch! Aber die anderen Bilder konnten nun zuhause ins Fotoalbum eingeklebt werden, mit den Fotoecken, die wir noch in der Drogerie gekauft hatten (und die sich, inzwischen wissen wir’s, nach gerade mal 35 Jahren schon fast alle abgelöst haben. Empörend!) Dann wurde noch über den Bildunterschriften gebrütet, und endlich – endlich konnte man stolz der Verwandt- und Bekanntschaft die Fotos vom letzten Urlaub präsentieren!

Bäcker und Drogeriemarkt sind übrigens inzwischen verschwunden. Aber den Schreibwarenladen – den gibt es noch!

Im Teestübchen Trithenius kann man wunderschöne Einkaufsläden-Geschichten lesen, klickt mal rüber. Mich hat’s zum mitmachen angestiftet. Und ich habe, beim lesen der Erinnerungen Anderer, den Geruch der Heißmangel ebenso gerochen wie ich das fürchterliche Gefühl wiedergefühlt habe, wenn die Zähne aus Versehen an die Leckmuschelschale stoßen….uaaaaah! Die Gänsehaut war wieder spürbar, und der Mund verzog sich unvermittelt, um das Gefühl an den Zähnen wegzusaugen…. dies nur, weil ich das Wort „Leckmuschel“ las! Lohnt sich also, dort mal in den unterschiedlichsten Läden zu stöbern

 

 

Kleinvieh

KleinviehHeute möchte ich Euch mal meine Zweifel und Gedanken zu meinen kleinviehhischen Bemühungen auf den Tisch packen.

Schon eine Zeit lang ist es bei mir hier ja relativ ruhig geworden, was dieses Thema angeht. Erst ist es mir garnicht so aufgefallen, daß ich zwar nicht das aufgebe, was ich schon immer tu‘, aber deutlich weniger Lust habe, aufwändigeres auszuprobieren oder nach neuen Mülleinsparungen oder Selbstmachmöglichkeiten zu suchen. Und auch einige gescheiterte Experimente habe ich nicht aufgegriffen, um neue Wege zu suchen, sondern habe stattdessen auf altbewährtes zurückgegriffen – so hat sich das selbstgemachte Geschirrspülmittel beispielsweise als nur halbwegs tauglich erwiesen: immer blieben einzelne Dinge, vor allem Gläser, Teller und Töpfe, schmutzig (seltsamerweise nur einzelne: zwei Menschen essen dasselbe Gericht – ein Teller ist blitzsauber, der andere weist Essensreste auf…), und ich benutze jetzt wieder gekauftes Geschirrspülmittel, immerhin aus dem Bioladen.

Aber warum der Elan so nachgelassen hat – das ist mir erst nach und nach aufgegangen: Es liegt (zu zumindest einem nicht geringen Teil) an der derzeitigen Entwicklung hin zum rechten Popularismus überall. Von Holland über Ungarn, Frankreich, Deutschland, Polen, Österreich, jetzt auch die USA undundund – überall zeigt sich das böse, rechte Gesicht der Abschotter, der menschenfeindlichen Menschen, derer, denen es ausdrücklich egal ist, ob sie belogen werden und selbst lügen, wenn nur ihr Weltbild bestätigt wird. Es schaudert mich, der Bauch schmerzt und es macht Angst, daß sie immer weniger Scheu haben, ihre kruden Thesen öffentlich auszubreiten. Daß sie sogar Zulauf finden. Und auch hier bei uns rücken die nächsten Wahlen näher, die Umfragen sehen die Rechten als viert-, vielleicht sogar drittstärkste Partei – und die Umfragen haben ja, Beispiel USA, das Potential deutlich unterschätzt, das es da am rechten Rand gibt.

Was nun hat das damit zu tun, ob ich nachhaltiger und umweltfreundlicher leben will?

Nun, einerseits liegt es daran, daß diese Entwicklung und mit ihr die Hilflosigkeit, die sie in mir erzeugt, die diffusen Ängste, das Gefühl, ins Abseits gedrängt zu werden, das gruseln und schaudern bei mir Gedanken und Kräfte binden. Andererseits scheint mir vergleichsweise popelig, über den Ersatz eines Spülschwammes nachzudenken, während gleichzeitig jede Menge Menschen wegen unserer Egoismen und dem „hören auf die berechtigten Sorgen der Menschen in unsrem Land“ blablabla seit Wochen, Monaten, Jahren und weiter auf unbestimmte Zeit in Plastikplanenzelten in Flüchtlingslagern leben. Oder herauszufinden, wo ich meine Kartoffeln ohne Plastiknetz bekomme, wenn woanders Menschen froh wären, überhaupt genügend zu essen zu haben.
Dann wieder ist mir klar: diese Gedanken lähmen nur. Denn es hilft den Hungernden auch nicht, die Kartoffeln MIT Netz zu kaufen. Und weder Frau Petry noch Herr Hoeck verstummen, weil ich über ihr Gegeifer statt über die Herkunft des Luffa-Schwamms nachdenke, den ich gern statt des Plastikspülschwammes nutzen würde. Und ich lese dies hier und denke: doch, es nützt doch, mein Kleinvieh.

Allerdings frage ich mich – zusammen mit Roswitha, die dies in einem Kommentar hier geschrieben hat –

Wie finden die Menschen zusammen, die diese Entwicklung nicht wollen? Nur gemeinsam können wir eine solche Politik bei uns verhindern, schaut euch Ungarn, Frankreich, Niederlande… an

Es fehlt mir die politisch-öffentliche Komponente, wenn ich mich zurückziehe auf gesparte Bons, Efeu-Waschmittel und Co. Das reicht in Zeiten nicht, in denen Leute reklamieren, „das Volk“ zu sein, die in meinen Augen unmenschlich und geradezu bösartig sind. Also – wie können wir, die ja das, was wir rein privat tun, im Grunde tun, um mit unseren kleinen Taten die Welt ein wenig besser zu machen (unterstelle ich mal), lauter werden? Deutlich machen: nein, Ihr seid nicht das Volk – Ihr seid nur ein winzig kleiner Teil davon, und wir sind da und bereit, Euch das auch zu zeigen! Und all denen, die auf die lauten, wenigen hören, sagen: Wir wollen mit unseren sehr berechtigten Sorgen bitteschön auch gehört werden!

Schlage ich da einen Bogen, der nicht geschlagen gehört? Hängen diese Dinge für Euch nicht zusammen, oder denkt Ihr ähnlich (und könnt Ihr’s vielleicht besser und stringenter ausdrücken? Mir ist schon klar, daß dies ein wenig gestoppelt ist, aber ich krieg’s nicht besser hin, momentan)? Und wie können wir zusammenfinden und uns bemerkbar machen?

Dies verlinke ich bei EINAB, weil auch das – für mich jedenfalls – dazu gehört. Wenn nicht zum einfacheren, so doch zumindest zum besseren Leben…


PS: im nachhinein fielen mir dann noch ganz andere Verknüpfungen ein. Ökobewegte Leute, die ihre Gründe im völkischen Denken finden. Denen die Umwelt nicht um ihrer selbst willen, sondern als Basis für das gute Leben ihrer „Rasse“ am Herzen liegt. Kotz. Langsamerleben hat das mal thematisiert, weil in ihrem Blog solche Leute aufgetaucht waren. Es kann nicht schaden, auch da ein wachsames Auge offen zu behalten.

Gute Wünsche

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Ein unbeabsichtigt lustiger, aber auch sehr schöner Wunsch, den mir D da an mein Geburtstagsgeschenk geheftet hatte! Unten der Gruß ist von A. Könnte auch Jemand von hier geschrieben haben, gell?
Nachdem sie mitgekriegt hatten, daß ich Geburtstag gehabt habe, habe ich vor einigen Tagen von jedem von ihnen noch nachträglich ein Geschenk bekommen. Und ein Ständchen von allen zusammen. Sie kommen bei den deutschen Sitten an (im Irak feiert man Geburtstage nur bei Kindern) und ich habe, arabisch-höflich, meine Geschenktüten erst daheim geöffnet. Und mich sehr gefreut.

Die Fallstricke der fremden Sprache und Kultur: vorn auf den Anhängern steht „frohe Weihnachten“, weil die Geschenktüten Weihnachtstüten sind…. *gg*

D ist jetzt fast schon „unser Vierter“ *seufz* – immer mit dabei, ein wirklich netter Kerl übrigens – aber ich weiß auch schon jetzt, daß wir irgendwann, wenn’s drauf ankommt, nicht sagen können „Komm allein klar, wir sind nicht Deine Lotsen“. Glücklicherweise wird’s ja weniger, was wir noch mit-regeln müssen.