Mäkelig

Dicker heute, 10 Uhr 15

Als unser Dicker frisch bei mir ankam, vier Jahre alt war er da, da mochte er nur das Trockenfutter von Yams fressen. Alles andere blieb stehen.

Anfangs, in der Eingewöhnungszeit, hab ich ihm das dann besorgt – aber für kastrierte Kater ists alles andere als gesund, nur Trockenfutter zu fressen, und so hab ich ihn dann langsam umgestellt auf Naßfutter – durch immer größer werdende Naß- und immer kleiner werdende Trockenfutteranteile pro Mahlzeit. Geholfen hat natürlich auch der Futterneid, denn was übrig blieb, hat der Kilian gefressen….

Viele Jahre lang waren wir nun gewöhnt, daß der Dicke fraß, was wir ihm gaben, und das schnell. Selten einmal – alle paar Monate für zwei, drei Tage – hatte er keinen Hunger, aber bevor wir uns richtig sorgen konnten, war wieder alles beim alten.

Jetzt aber, seit etwa anderthalb Wochen, muckt er. Frißt unwillig, läßt Reste über, maunzt uns an… nachdem wir so einiges ausprobiert haben, haben wir festgestellt: es liegt nicht am mangelnden Hunger/ Appetit, sondern er ist mäkelig, warum auch immer. Gibt es mal Trockenfutter (ab und an bekommt er das“für lecker“ nochmal), ist alles leergeputzt. Auch „Lamm/ Pute“ ist beliebt, wogegen „Hühnchen/Rind“ sogar schon einmal weggeworfen werden musste und ein Test mit Supermarktfutter eine Totalverweigerung als Ergebnis erbrachte. Bei „Lamm/ Kartoffel für ältere Katzen“ half es, ein paar Trockenfutterbröckchen dazwischenzumischen, um den Appetit anzuregen

Nun ist die Frage: was ist los?

Liegt’s am Futter (das er sonst immer gerne mochte, aber vielleicht haben die ja was geändert!?) Oder liegt’s am Dicken? Man liest ja öfter, daß im Alter manchmal der Geruchssinn leidet, und die Katzen dann ihr Futter nicht mögen, weil es zu wenig riecht und damit auch schmeckt.

Ganz insgesamt merkt man unserem Kater doch langsam sein stolzes Alter von neunzehn Jahren an

  • Das Fell glänzt zwar noch, liegt aber nicht mehr so schön glatt an wie früher
  • er springt, sogar noch auf Tischhöhe (manchmal), aber oft auch mühsam
  • er läßt sich viel Zeit, schlendert eher hinter uns her als uns wie früher voraus zu laufen, wenn wir gemeinsam im Garten unterwegs sind (vor allem jetzt, wo’s recht warm ist)
  • oft erinnert er uns nicht an die Futterzeit (womit er sonst spätestens anderthalb Stunden vorher begann)
  • die hinteren Krallen werden lang, was dafür spricht, daß er doch deutlich weniger unterwegs ist, obwohl er nach wie vor gern draußen ist
  • seine Statur ist anders (hinten etwas  eingefallen-knochig, zB), aber das Gewicht liegt mit ca sechs Kilo im normalen Bereich, glaube ich (wir erinnern uns beide nicht so genau…)
  • und dann halt diese Futter-Mäkeligkeit.

Und immer bin ich im Zweifel: ist da jetzt schon der Tierarzt gefragt? Gäbe es eine Verbesserung der Lebensqualität, würden wir ihn hinbringen und checken lassen? Oder sollen wir ihn einfach in Ruhe altwerden lassen, und das, was wir sehen, ist normal und okay so? Der Herr F. ist ebenso hin- und hergerissen. Altwerden ist nichts für Weicheier, es stimmt schon – und dabei zuzusehen offenbar auch nicht *seufz* 😉

Der ideale Wohnort

Nein, es geht nicht nochmal um unseren eierlegenden Wollmilchplatz – es geht um den für ein Bienenvolk.

Wenn ein Bienenvolk sich selbst einen Ort zum leben aussuchen könnte, dann würde der so aussehen:

  • Eine Höhle läge mit der Flugöffnung gen Süden
  • hätte ein Volumen von 12-80 Litern (optimal: 40 Liter)
  • das Flugloch hätte etwa 3cm Durchmesser und befände sich etwa 5cm über dem Boden der Höhle.

Dies sind die wirklich wichtigen Kriterien, hat Herr Seeley, von dessen Forschungen ich Euch ja vor kurzem erst berichtet hatte, in langen, schwierigen Experimenten auf einer kleinen Insel herausgefunden, auf der es einerseits keine konkurrierenden Bienen zu seinen künstlichen Schwärmen gab und andererseits ausschließlich von ihm bereitgestellte Nistplätze, die er beliebig variieren konnte. Zusätzlich zu diesen Kriterien würden die Bienen es noch schön finden, wäre ihre Höhle aus Holz und läge sie in über 2,5 Metern Höhe – aber Biens entscheiden sich lieber zB für eine niedrig liegende Höhle, die die richtige Größe und Ausrichtung hat als für eine hochliegende, die zu groß ist.

Wie aber finden die Bienen heraus, wie groß eine Höhle ist?

Ich berichtete ja schon, daß alte, erfahrene Sammlerinnen beginnen, nach potentiellen Nistplätzen zu suchen, sobald sie dadurch, daß der gesammelte Nektar ihnen von den Stockbienen mangels Platz im Nest nicht mehr abgenommen wird, signalisiert bekommen: es wird Zeit, zu schwärmen. Hat so eine Biene eine Höhlung gefunden, dann geht und fliegt sie die Innenmaße ab (gucken kann sie ja nicht, es ist dunkel in so einem Baum *g*). Was ideal ist, das ist laut Seeley genetisch bestimmt und deshalb nicht Geschmackssache der jeweiligen Späherin. Seeley hat das Verhalten in der Höhle beobachten können (und aufgezeichnet), weil er die Kästen, die er anbot, so gebaut hat, daß das möglich war.
Wenn die Biene meint, diese Höhle sei gut geeignet als Nistplatz, dann tanzt sie daheim den Platz, umso länger, je besser sie ihn findet, und animiert damit Andere, auch „gucken zu gehen“. Auch die kommen heim und tanzen umso länger, je besser der Ort ist. Seeley hat zeigen können, daß mehrere Nistplätze miteinander konkurrieren, und daß es mehrere Tage(!) dauern kann, bis eine Einigung gefunden wurde. Diese Einigung findet nicht über einen Konsens statt, sondern über ein Quorum: wenn eine bestimmtes Maß an Zustimmung für einen bestimmten Ort da ist, wird der genommen, nicht erst, wenn Alle überzeugt sind.

Um das herauszufinden, hat Seeley auch fiese Sachen gemacht wie einen guten Kasten, für den es schon recht viel Zustimmung gab, verschlechtert, indem er zB verschiebbare Wände so verändert hat, daß der vorher tolle Kasten plötzlich zu klein war – und siehe da: schnell verschob sich die Zustimmung beim Tanz. Spannend!

Insgesamt kennen allerdings, bevor der Schwarm loszieht, nur etwa 400 Bienen, 3-4% des Schwarms, den Zielort. Die flitzen, auch das hat Seeley nachgewiesen, am oberen Rand des Schwarmes auf geradem Weg hin und her Richtung Zielort und weisen so den anderen den Weg.

Faszinierend, das!
Rein praktisch ist für mich die ideale Größe und Beschaffenheit des Nistplatzes am interessantesten: 40 Liter Volumen, das ist eine Größe von zB 37x37x35 Zentimetern. Unsere Dadant-Beute mißt ca 48x48x28 Zentimeter (der Brutraum), liegt damit also noch im „guten Maß“, ist aber als Idealbeute etwas zu groß. Andererseits verhungern in der Natur deutlich mehr Bienenvölker und sie schwärmen viel schneller als ein Imker das wollen würde. Deshalb die größeren Beutenmaße.

 

Geschützt: Drei und vier

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Wieder da

Seit einer Woche etwa sehe ich sie wieder. Sie sitzt des öfteren im Mirabellenbaum, wie in den Jahren zuvor auch – die kleine Klappergrasmücke. Aber ob sie auch wieder über der Haustüre brütet? Das Nest ist noch zu sehen, und auch die Ranken des wilden Weines sind noch da. Nicht aber die schützenden Blätter: weil immer dicker werdende Stämme des wilden Weins den Pfosten des Törchens zum Staudengarten so weggedrückt hatten, daß das Törchen nicht mehr zu schließen war, hatte ich im Herbst diese Stämme (Ranken kann man das schon nicht mehr nennen, waren faustdick) abgesägt und entfernt. Und damit auch den ganzen wilden Wein, der über der Haustür längs um den Vorbau rum und schon bis zum hinteren Anbaufenster gerankt war. So richtig traurig bin ich nicht drüber, wuchs er doch ausschließlich ganz oben längs und ich musste deshalb immer wieder Dachrinnen etc befreien…. Aber an die kleine Klappergrasmücke hatte ich auch da schon etwas besorgt gedacht, und daran, ob sie wohl auch ohne den Schutz der Blätter wiederkäme.

Na, sie ist da – und nistet irgendwo dort, das zeigt ihre Flugrichtung. Eben habe ich mal nachgeguckt:

Familie Klagra war schon immer bescheiden, dieses winzige bißchen Irgendwas reicht als Wohnung aus.

Wenn Ihr genau hinguckt, seht Ihr’s: über der Hausnummer kommt ein weißer Putzstreifen, und darüber im dunklen rot, genau über dem „Nr.“, ist das Nestchen. Und: als ich rausgegangen bin, um zu schauen, ist ein Vögelchen erschreckt weggeflogen! Heißt: die fehlenden Blätter schrecken sie nicht, Familie Klagra ist wieder eingezogen. Wetterschutz gibt’s durch den Dachvorsprung, aber vorher war es sicher besser. Nuja, ich hoffe, der Erfolg gibt den genügsamen Untermietern recht 🙂

Während die Weiselzellen reifen…

Ja, jetzt ist sie wieder da, die Zeit, in der die Bienenvölker beginnen, an Vermehrung zu denken.

Bienen- (und zB auch Ameisen-)völker betrachtet man heutzutage ja als einen Organismus, die einzelnen Bienen sind dabei sowas wie bei uns die einzelnen Zellen. Die Vermehrung ist also nicht über die vielen zehntausend Bienen zu betrachten, die jedes Jahr geboren werden, sondern die Vermehrung der Bienen ist die Teilung der Völker übers schwärmen. Ein hochkomplexer Vorgang! Das beginnt schon damit, daß ein praktisch beliebiger, befruchteter Stift – ein Ei – ausgewählt und nur durch andere Fütterung und anderes Wärmeverhalten aus diesem einen ausgewählten Stift keine Arbeiterin, sondern eine neue Königin wächst

Gerburgis hat mir ein Buch ausgeliehen, das mir jede Menge Interessantes über den Weg zum schwärmen und die Folgen beigebracht hat. Ich habe mir Notizen gemacht und berichte Euch nun sehr verkürzt, was der Autor, Herr Seeley, in jahrelangen Experimenten herausgefunden hat:

Wie entschieden wird, warum jetzt und genau dieser Stift ausgewählt wird, zur Königin zu werden – dazu muß wohl Jemand anders forschen *g*. Herr Seeley startet seine Forschungen, wenn eine Weiselzelle angelegt ist und vor sich hin reift.
Während dies geschieht, beginnen die Bienen, ihre bisherige Königin weniger zu füttern. Sie stiftet dann nicht mehr, und ihr Hinterleib schrumpft – eine wichtige Voraussetzung fürs schwärmen, weil die Königin vorher flugunfähig war und nun wieder wird fliegen können. Sie verliert in dieser Zeit, in der sie auch zunehmend von den Arbeiterinnen geschüttelt und gebissen wird und deshalb unruhiger als sonst auf den Waben herumläuft, bis zu 23% ihres Gewichtes und ist schließlich körperlich fit genug fürs schwärmen.
Mehrere Dutzend ältere, erfahrene Sammlerinnen beginnen nun, potentielle neue Nistplätze auszukundschaften! Das Signal für diese Bienen ist, daß sie ihren gesammelten Nektar nicht mehr an die weiterverarbeitenden Stockbienen loswerden, weil der ganze Stock schon voll mit Brut und Nektar ist.
Wenige Tage bevor die neue Königin schlüpft, entwickeln viele Arbeiterinnen ihre Wachsdrüsen – eine Vorbereitung darauf, daß sie in ihrem neuen Zuhause schnell Waben anlegen müssen. Das Volk wirkt jetzt insgesamt träge (die „Ruhe vor dem Schwarm“).
Direkt vor dem abschwärmen dann stopfen sich die Bienen die Honigblasen voll – sie wiegen danach 50% mehr als sonst, man kann das auch an Bienenstöcken, die auf Stockwaagen stehen, messen – der Stock wird, wenn Biens abgeschwärmt sind, mehrere Kilo leichter sein als zuvor! (Und zwar erheblich mehr Kilos als die reine Bienenmasse, dummerweise haben sowohl der Herr F. als auch ich die Kilozahl vergessen, die wir beim Herrn Tautz-Vortrag gehört hatten, wir meinen, es waren 4-5 Kilo)
Die Bienen, die zuvor auch schon gekundschaftet haben, laufen kurz vor dem schwärmen durch die „träge Masse“ und wärmen die anderen auf, indem sie sich an sie drücken und dabei ihre ausgeklinkten Flugmuskeln vibrieren lassen (durch dasselbe Verhalten heizen Bienen auch im Winter ihre Wintertraube auf „Betriebstemperatur“) Dies scheint anzustecken, es wird immer mehr, bis alle auf „Betriebstemperatur“ sind, dann gibt es ein lautes Flügelschwirren, und los geht’s!

Das liest sich jetzt alles so schön konsistent und einfach – aber Seeley und sein Team mußten eine Heidenarbeit leisten, um all das mit Experimenten, markierten Bienen, Beobachtung, Messungen etc herauszufinden. Allein, Experimente so zu konstruieren, daß ein tragbares Ergebnis dabei herauskommt ist ja schon höllisch schwierig!

Das Buch selbst ist zugegebenermaßen ein wenig zäh zu lesen – mir ist durchaus nachvollziehbar, daß es Herrn Seeley fürchterlich schwerfallen muß, mehrere Jahrzehnte Forscherarbeit in so ein kleines Taschenbuch zu packen, und schließlich will er ja auch nicht nur Ergebnisse präsentieren, sondern auch den Weg zu ihnen hin….. so faszinierend ich finde, wie so ein Volk kleiner, fast hirnloser Insekten sich so komplex organisiert – für mich war es trotzdem ein wenig viel „Weg“, und auch die Namen der DoktorandInnenen und StudentInnen, die dabei waren, gehören sicherlich hinein, haben mir das lesen aber eher erschwert *g* Insofern: so interessant der „Stoff“ ist: Lese-Empfehlung nur für Bienen-FanatikerInnen 😉

Seeley jedenfalls hat sein ganzes Forscherleben der Biene gewidmet, und so hat er zB auch Jahre damit verbracht, Experimente zum idealen Nistplatz (aus Sicht der Biene) und dazu anzustellen, wie Bienen sich für einen der möglichen Plätze entscheiden. Dieser Teil des Buches hat mich am meisten fasziniert, und auch da hab ich mitr Notizen gemacht, um Ergebnisse zusammenfassen zu können. Dazu schreibe ich später nochmal was; Ihr dürft Euch schon vorfreuen (oder, je nachdem, wißt schon, daß Ihr demnächst mal wieder getrost einen Beitrag überspringen könnt *g*)

 

Abends, nach der Arbeit. Windstill, noch immer 19°

Gras zupfen
Schnecken sammeln
Farn aus dem Rasen stechen
endlich sehen, wer im Paradieshäuschen wohnt: Fam. Blaumeise nämlich
einen Eierlikör schlürfen
zwischendurch ein paar Worte mit dem Herrn F wechseln
dem Dicken beim sitzen zuschauen
Gundermann aus dem Beet ziehen – und tief einatmen – der riecht so gut!
sehen, was schon blüht
feststellen, daß der Garten wirklich schön ist. Will ich den wirklich verlassen???

Allmählich wird es dunkel und feucht. Noch ein paar Fotos machen – gute Nacht….

 

Was gut war

Das ist die Überschrift einer Beitrags-Welle, die seit vielleicht einem halben Jahr durch die Bloggerei schwappt. Einmal wöchentlich, glaube ich, schreibt, wer mitmacht, ebendies auf: was gut war.
Es liest sich nett, aber ich glaube, am nettesten ists für die SchreiberInnen. Es ist gut, sich klarzumachen, was funktioniert im Leben, statt dauernd nur zu wälzen, was nicht funktioniert.

Mein Freund Volker – ja, der, der schon über 20 Jahre tot ist – der war seiner Zeit weit voraus:
Er hat mir zu einem Geburtstag ein kleines, rotes DinA5-Büchlein geschenkt. Leer. Nur vorn drin stand, daß es dazu dienen sollte, daß ich täglich einmal Rückschau halten und hier notieren sollte, was gut war an diesem Tag. Mir ging es zu der Zeit ziemlich schlecht: heftiger, lange sich ziehender Liebeskummer, gepaart mit Weltschmerz und meiner Neigung zum Blues….
Volker hatte ja so recht – weiß ich jetzt. Damals hab ich es ihm nicht gedankt – ich habe es wenige Tage lang versucht und war erschüttert: nichts, aber auch garnichts aufschreibbares mochte mir einfallen! Und was ich dann schließlich schrieb, das schrieb ich mit dem unguten Gefühl, zu lügen. Also hab ich das schnell wieder aufgegeben. (Aber das Büchlein, das habe ich noch immer)

Nach wie vor gibt es in den dunkelsten Zeiten Tage, an denen finde ich nichts, was gut war. Keinen noch so kleinen Moment der Entspannung, keinen des Friedens, erst recht keinen der Freude. Der Unterschied zu damals ist : heute weiß ich, da sind Dinge zum freuen. Ich kann sie sehen, ich kann sie bloß nicht empfinden. Und ich weiß: dies wird sich wieder ändern.

Nicht der Dicke. Aber trotzdem gut. Gefunden in Flensburg.

An den allermeisten Tagen gibt es aber Momente, die gut sind. Und ich kann sie inzwischen bemerken, auch wenn sie kurz sind (das, finde ich, ist das entscheidende: sie überhaupt zu bemerken im Wust des Tages, und um das zu lernen hilft so ein Büchlein, oder auch ein regelmäßiger Blog-Beitrag): ein warmer Herr F. an der Seite beim fernsehen, ein plötzlicher Blick auf ein leuchtendes Rapsfeld, die Kollegin, die sich freut, daß ich aus dem Urlaub zurück bin, eine schöne Formulierung im Buch, das ich grad lese, der Dicke, der mir beim heimkommen mit hocherhobenem Schwänzchen entgegengelaufen kommt („Mrrrrauuu!“), ein lieber Kommentar hier im Blog, eine unvermutet freundliche Begegnung beim Einkauf, eine Pflanze da, wo sie im letzten Jahr noch nicht war…..
Schnell vorbei – aber kurz entspannt, gefreut, gelächelt. Und an vielen Tagen gelingt es auch, mir die entspannenden Momente zu holen, wenn sie sich nicht von selbst einfinden wollen. Da helfen dann die gelernten MBSR-Übungen, auch meine Trostbücher, wenns richtig schlimm wird, oder ein schön matschiges Essen *gg*

Danke, Volker – ich weiß jetzt, was Du gemeint hast.

Ich lerne.

Es wird besser.

 

Könnte ich doch nur….

… eine Geruchsprobe hier einstellen –
ich kann gar nicht beschreiben, wie es aus den Bienenstöcken duftet – nach Nektar, aber vermischt mit dem schweren Pollenduft und der „Bienenluft“ natürlich, die die Bienen fleißig herauslüften, um dem Honig die überschüssige Feuchte zu entziehen. Wenn man hinter den Stöcken längsläuft, dann muß man einfach ganz tief einatmen…. ein klarer Fall für die „So soll es sein“- Kategorie 🙂 Überhaupt ist dieser ganze Abend einfach wunderbar gewesen: warm, windstill, schönes Licht – und das nach einem sonnigen Tag bei fast 20°, an dem ich richtig was weggeschafft habe noch dazu.

Ja. So soll es sein.

Wermutstropfen: ich bin schon wieder Strohwitwe, der Herr F. ist diesmal gen Köln unterwegs, wieder beruflich. Dienstag kommt er aber schon wieder.

 

Immer für eine Überraschung gut – die Kringelchen :-)

Der Herr F. hat gestern ganz alleine alle unsere Bienen durchgeguckt, denn ich war arbeiten, und für nachmittags und heute war Regen und Gewitter angesagt – und was?

Die Kringelchen explodieren grad, sagt er – sie hatten sämtliche Waben voll mit Brut, aber die beiden Futterwaben, die wir für kalte, nasse Nofälle noch immer hinterm Trennschied geparkt hatten, waren offenbar leer geworden – aber jetzt mit glitzernd-frischem Nektar wieder aufgefüllt (die hat er ihnen dann vors Trennschied gehängt) Und, haltet die Luft an: der Honigraum ist fast vollständig ausgebaut und mit Nektar gefüllt!!!!! Er hat einen 2. obenauf gesetzt. Eigentlich packt man den neuen DRUNTER, aber da er ja noch nicht völlig „fertig“ war, hat sich der Herr gedacht, sollen sie Platz bekommen, aber erstmal den anderen vollmachen. Nächste Woche dann werden wir das umstapeln….

Da denken wir, sie finden kaum Zeit zum eintragen, und dann nutzen sie die letzten Tage so heftig! 🙂 Weiselzellen hat der Herr F. noch nicht gesehen, aber ’ne Menge Spielnäpfchen, die Vorstufen der Weiselzellen (wer mit diesen Ausdrücken nix anfangen kann, möge hier nachlesen, bitte 🙂 )

Bei den beiden anderen Völkern beginnt gerade erst der Ausbau des Honigraums, sie sind nicht so stark, legen aber endlich richtig los mit dem brüten. Auch recht…. Da wirds dann vielleicht mehr was mit dem Sommerhonig….

Ein Rundbrief der Gettorfer Imker berichtet übrigens, daß die Schreiberin dort in fast allen Völkern schon bestiftete Weiselzellen gefunden hat……

 

Kleinvieh

Eine ganz einfache Maßnahme, die, würde JedeR sie durchführen, schon ordentlich gegen Verschmutzung und für den Tierschutz hülfe, ist diese:

ich habe mir angewöhnt, wenn wir spazierengehen immer ein kleines „Trash out“ zu veranstalten: mal eifriger, mal weniger eifrig hebe ich im laufen Plastikstückchen, Zigarettenkippen oder wasauchimmer mir an Kleinmüll vor die Füße kommt auf und werfe das Zeug gesammelt daheim in den Müll.

Ich bin eh eine, die häufig gesenkten Blickes läuft, weil ich Blüten, Pflanzen, Insekten angucken möchte, da fällt das nicht schwer. Was mir zu eklig ist, lasse ich halt liegen. Jedes Stückchen hilft – nicht nur für die Optik, sondern leider sieht man ja immer wieder die Bilder von Tieren, die sich in Plastikresten oder weggeworfenen Dosen heillos verfangen. Über ein solches Bild ist mir auch erst aufgefallen, daß ich dieses ganz einfache „Kleinvieh“ ja auch mal hier beschreiben könnte:

Schon ein Weilchen her – Beispiel des „Fangs“ eines Spaziergangs

im Schleswig-Holstein-Magazin war ein Bericht über den Helgoland-Marathon, an dessen Rande der Reporter zwei Möwen an der Klippe sah, die durch ein Reststück Fischernetz aneinandergefesselt waren. Eine kleine Gruppe Menschen stand schon dort, aber die beiden saßen an der steilen Klippe, so einfach war kein rankommen.
Es war nur eine kurze Sequenz, aber ich erinnerte mich im Laufe des Abends und des heutigen Tages mehrfach an dieses Bild – ich hoffe, man konnte den Tieren helfen. Und ich hoffe, es ging mehr Leuten so, daß diese Bilder, der eine Satz dazu, sie zum denken gebracht hat. Und vielleicht sogar zum handeln, wer weiß?

Also, liebe LeserInnen, beim nächsten Gang durch die Stadt oder über Land – einfach mal eine Jackentasche zum Mülleimer machen! Jedes bißchen weniger ist ein Gewinn 🙂

Verlinkt zu EINAB

Garten und Co

Dieser Frühling hat es in sich:

im Februar, als Winterlinge und Co herauskommen wollten, war alles patschnaß. Wirklich patschnaß – noch nie war unsere Auffahrt länger schlammig. Jetzt schon: das Wasser stand wochenlang, bei jedem Schritt quatschte es unter den Füßen.

Dann kam der März. Ein herrlicher März, sonnig, trocken, warm – zu warm. Alle Pflanzen riefen „Hurra! Frühling!“, auch Biens stimmten ein, die Vögel jubilierten, alle stellten sich auf „Explosion“ und Vermehrung ein – zu früh.

Schlagartig sanken die Temperaturen, der ganze April war kalt mit teils heftigem Frost, stürmisch und trocken, und auch jetzt noch gibt es Nachtfröste (erst heute nacht wieder), und die Tage sind – Ausnahmen wie den Sonntag ausgenommen- mit kaum mal zweistelligen Temperaturen viel zu kalt.  Die Folge: wenig Regen und ständiger Wind haben die Böden ausgetrocknet, auch im Teich ist nur wenig Wasser. Die Stauden im Garten kümmern – als Beispiel: um diese Zeit sind die Akeleien normalerweise mindestens knie- bis oberschenkelhoch – jetzt ragen die höchsten Knospen nur gerade bis Mitte Wade auf. Die Pflanzen verzögern die Blüte, solange es geht – aber es geht halt nur begrenzt. Unsere Kirschbäume blühen jetzt, sie scheinen unbeeindruckt – andere Obstbäume haben heftige Schäden, eine „richtige“ Obstblüte wird das wohl nicht, obwohl ich lange dachte, wir hier seien weniger betroffen, weil wir später dran sind und die Knospen noch nicht so weit waren, als es so stark fror. Ich glaube, das hat getäuscht.

Der Raps steht seit letzter Woche in Vollblüte, aber nach wie vor kommen die Bienen selten dazu, sich ihren Teil zu holen – zu kalt. Ich fürchte, selbst wenn sie unterwegs sind, wird es nicht allzuviel geben: wo die Böden vom Wind ausgetrocknet sind, da honigen auch die Blüten nicht.

Unbeeindruckt zeigen sich Diejenigen, von denen ich mir wünschte, daß sich dieses Mistwetter kräftig auswirken würde, beeindruckt Die, denen ich Alles Gute wünsche – so isses im Garten halt manchmal….

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Beim fotografieren kam mir dann noch eine gute Idee: wenn Iris und Sumpfdotterblume im trockenen stehen, dann doch auch die Iris-Ableger, die mir seit letztem Jahr ein Dorn im Auge sind (ich möchte nicht, daß der ganze Teich mit Iris zuwuchert) Und so holte ich mir meinen Spaten und habe mühsam am Steilhang zum Teich zwei Iris-Kloben ausgebuddelt. Diese Sorte Iris, die Sumpfschwertlilie, hat ein unglaublich verstricktes Wurzelwerk, man kriegt sie eigentlich nur als Ganzes aus dem Boden, und das ist sogar bei erst zwei Jahre alten, im Durchmesser vielleicht 20cm messenden Ablegern schon richtig schwer. Und dann habe ich auch gleich noch eine der Weiden rausgegraben, die sich nach dem Christian-Bruch aus in den Teich gefallenen Ästen dort bewurzelt und ausgetrieben haben. Das war ungleich leichter.

Na, das ist doch mal was gutes dieses seltsamen Frühjahrs, auch wenn Weide und Iris mir da nicht zustimmen werden.

Paket, Ende

Noch ein Anruf, einen Tag nachdem ich die Verlustmeldungsformulare gemailt hatte:  Ich möge bitte soweit möglich eine Titelliste der als Paketinhalt angegebenen Bücher schicken. Seufze. Suche raus. Maile.

Am nächsten Tag eine Mail: man könne das Paket nicht finden, es tue ihnen leid, man überweise mir jetzt einen formell nach § XY festgelegten Betrag nach Gewicht. Der Betrag ist okay, aber kann natürlich nicht die Kiste ersetzen.

Ich frage mich, wie man binnen eines halben Tages die Titel nachprüfen hat können, resigniere aber und schlage der Initiatorin der Bücherkiste Möglichkeiten vor, das ganze einigermaßen zufriedenstellend zu regeln. Zum Glück ist es eine pragmatisch-nette, mit der dies nicht schwierig ist.

Tja.

Sonntag in Schleswig-Holstein:

„Der Bienenfreund“ Hans Thoma, 1863

Heute im Plan:

  • wählen gehen
  • Bienen durchgucken

Daumen drücken, bitte sehr

  • daß die AFD unter 5% kommt (GANZ unrealistisch ist das nicht, die Prognosen gehen gen 6%. Aber nuja, Prognosen….)
  • daß wir zumindest nur EIN Volk auflösen müssen (die Kringelchen sind zu 98% sicher buckelbrütig) und einige Drohnenbeobachtungen beim Mondvolk nichts böses bedeuten

Tschä, das also habe ich gestern, Samstag, Mittag geschrieben. Und dann bin ich rausgegangen, wo zu meiner großen Verwunderung trotz Bewölkung und nicht gerade warmen Temperaturen knapp über 10° vor allen Völkern die Bienen in Massen unterwegs waren. Aber was für Töne musste ich hören? Es summte viel zu hoch, viel zu laut – und auch beim Mondvolk: DROHNEN! Jemine…. Also haben wir umdisponiert, nachdem der Herr F. auch dazugekommen war, und haben gleich heute geschaut, hoffend, daß wir abends noch Bienenbesitzer sein würden….

Die Bienen sind immer, aber auch immer für Überraschungen gut!
Diesmal für schöne Überraschungen: Mondvolk und Sonnenvolk hatten zwar nicht gerade üppige und lückenlose, aber doch vorhandene Brutnester mit Arbeiterinnen- und Drohnenbrut. Das war prima, denn bei diesen Witterungen ist nicht zu erwarten, daß die Königinnen sehr viel stiften. Trotz Raps- und Obstblüte haben wir Futterwaben dringelassen, denn Biens haben keine Chance, die schönen Trachten genügend zu nutzen, um auch nur ihre Brut zu versorgen, geschweige denn, Honig einzutragen. Außerdem ist es außer zu kalt auch viel zu trocken (jetzt auch bei uns), was durch den dauernden starken Wind noch verstärkt wird. Und wenn es sehr trocken ist, dann honigen die Pflanzen auch nicht gut. Aber uns ist ja alles recht, wenn es den Bienen bloß gut geht, selbst wenn wir gar keinen Honig bekommen ….

Und dann zu den Kringelchen – und: juchhu! Tatsächlich waren größere Flächen inzwischen verdeckelt – und nicht buckelbrütig, die Königin lebt also und kann befruchtete Eier legen 🙂 Alle drei Völker wohlauf!!!

Wir sind uns einig, noch nie im Mai so viele Drohnen gesehen zu haben – aber offenbar meinen die Bienen, daß sie das so haben wollen, jedenfalls liegt es nicht daran, daß die Völker ihre Königinnen verloren haben 🙂

Unsere Pläne, doch noch einen vorweggenommenen Schwarm zu machen, mit dem wir eine der TBH neubesiedeln könnten, sind damit wieder in erreichbare Nähe gerückt. Und Honig gibt’s dann vielleicht ja noch von der Linde….. oder eben nicht…..

Übrigens… (Paket, Folge drei)

…hatte die Klärungsstelle wg. des Pakets natürlich auch zwei Tage nachdem sie spätestens hätte anrufen sollen, nicht angerufen. Also habe ich wieder angerufen, man hat es „mit Dringlichkeitsvermerk“ nochmal dorthin weitergegeben. Ich könne mit diesen Leuten dann auch klären, daß ich langsam wirklich auch wegen der Telefongebühren nölig bin. Okay, bisher 60 Cent sind nicht die Welt – aber 60 Cent, die ich bezahle, um deren Fehler auszubügeln??? Diese Telefonkostennölerei ist so eine Art Schmerzensgeldforderung wg akutem Streß…. Im Grunde hab ich das Paket schon fast aufgegeben – aber es muß doch irgendwo sein, und warum zur Hölle liefern sie es nicht ganz einfach an den ADRESSATEN statt an den ABSENDER?????

Tags drauf der Rückruf auf dem AB – kaum zu glauben: ich wurde als ADRESSATIN des Pakets und auch mit dem Namen der Adressatin angesprochen, und ich möge mich doch, wenn möglich, bitte mit der Absenderin in Kontakt setzen, um genau schildern zu können, wie das Paket aussehe….. also wieder 20 Cent augegeben, zurückgerufen, wieder alles geschildert, wieder die Daten eingegeben, wieder geschult-verständnisvolle Dame am Hörer, wieder null Ergebnis – und am selben Tag ein Schreiben von hermes mit Verlustmeldungs-Formular. Na toll. Das wird noch schwierig: wie soll ich einen Wert angeben, wenn ich eine Kiste voller BC-Bücher versendet habe. Und schon garnicht habe ich Kaufbelege der versendeten Bücher….. Oh Mann!