Seht Euch mal die Wanze an….

Ein wirklich winziges Tierchen leuchtete mir Anfang Juli entgegen (wie winzig sieht man daran, wie deutlich man die Härchen am Pflanzenstengel erkennen kann), ließ mich aber nur dieses einzige Foto machen – und mich lange im Unklaren darüber, was es wohl sei. Bis ein Durchgang mit Web-Bildersuche sämtlicher Wanzen, die bei der Insektenbox gelb-schwarz aussahen, mich auf

Grypocoros sexguttatus

aufmerksam machte, die offenbar manchmal dann doch genau die Zeichnung hat wie mein Wänzelein. Hier sieht man’s *klick* In der englischen Wikipedia fand ich, es solle sie eigentlich in ganz Europa geben, in „spruce forest edges“ – spruce wurde mit „schmuck“ oder aber „Fichte“ übersetzt. Beides ist in meinem Garten eher nicht zu finden, weder schmucke Ecken noch solche mit Fichten *gg*. Aber das Wänzelein. Tja.

Aber tanzen sah ich bisher noch keine meiner Wanzen, obwohl ich doch dieses Liedchen immer so geliebt habe als Kind – kennt Ihr’s? „Seht Euch mal die wan an, wie die Wan tan kann – auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wan  ….“

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Prädikat: nicht lernfähig!

Gestern:
Gehe raus in den Garten. Die Sonne scheint, wie schön! Möchte mich ausruhen, diese erste Arbeitswoche nach drei Wochen „krank“ hat es in sich: gleich FÜNF Tage (normalerweise arbeite ich ja 3 oder 4), und dann ist der eigentlich freie Tag auch noch von zwei Stunden Arbeit unterbrochen, Notfall. Sowieso ist „ausruhen“ relativ: Termine und in diesen einen freien Tag gepacktes sind bereits erledigt oder warten noch.

Also einmal durch den Garten schlendern, dann schön mit dem Buch hinsetzen und die Sonne genießen!

Anderthalb Stunden später finde ich mich neben einem großen Haufen Ranken und Zweige wieder, der Rücken schmerzt, die Hände ebenso. Huch, was ist passiert?????

Bei meinem Gang war mir aufgefallen, daß die böse Sigone derzeit lange Ranken bildet und vom Tunu-Gebüsch aus auf dem Weg ist, Gebiete zurückzuerobern, aus denen ich sie bereits erfolgreich verbannt hatte. Das geht natürlich nicht, also weg mit den Ranken – und dann auch gleich samt der Wurzeln, von denen sie ausgehen. Zwei Meter entfernt. Mitten im Gebüsch. Da sind noch viel mehr…. und da…. und da….. und – was ist DAS!? Der Hartriegel hat Bodenabsenker gebildet, die schon Wurzeln getrieben haben …. das will ich da aber nicht, so hat das Pfaffenhütchen, das ich dorthin umgepflanzt hatte, keine Chance! Raus damit….

Tja. Heute und morgen arbeiten mit Händen, die nur schlecht greifen können und einem Rücken, der trotz Massage zwickt und zwackt.

Prädikat: nicht lernfähig!

Und jetzt setze ich mich mit meinem Zweitfrühstück GANZ IN RUHE IN DEN SONNIGEN GARTEN

 

 

Disteln – ich mag sie halt

Das steht auf einem T-shirt, das ich habe, und im Prinzip stimmt es – wenn die pieksenden Rosetten nicht grad mitten auf dem Weg oder im Staudenbeet sind – autsch! 😉

In unserem Garten sind die raue Gänsedistel

und eine ganz besondere (also – ähm – dachte ich), die dies‘ Jahr ganz von allein hinten wuchs:

Im Bestimmungsbuch stand sie unter Lanzett-Distel. Okay – schön und gut, aber offenbar ist das nur ein anderer Name für die Alltagsdistel „Gewöhnliche Kratzdistel“, (Cirsium vulgare)…. na, soll mir auch recht sein, Hauptsache, Hummeln und Schmetterlinge haben ihren Spaß 😉

Dafür habe ich allerdings dann nirgends eine Acker-Kratzdistel gefunden, und von der, so dachte ich immer, wären die Rosetten – die sich dann als die der Lanzettdistel herrausgestellt haben…. also doch nur zwei, vorläufig 😉

 

Nichts!

Komme in die Küche, gucke auf die Uhr

Oh mein Gott!!!

In einer Stunde muß ich schon los zur Arbeit! Wie kann das sein, ich habe doch nocht nichts gemacht, und ich bin doch schon um halb neun aufgestanden!?

Innegehalten.

Nachgedacht.

Nichts:

  • den nächsten Rundbrief für den Naturgartenverein vorbereitet
  • die Abrechnung für gestern, Insektentag in Unewatt, Stand für ebenden Vrrein, gemacht
  • mehrere Mails beantwortet
  • Spülmaschine ausgeräumt
  • Gepflanzt, gesät
  • Silbergoldnessel gerupft
  • Entengrütze abgefischt
  • Varroen gezählt

…und danach kam ich also in die Küche….

Zehn Minuten

6.8.

Habe mich, als grad die Sonne drauf schien, zehn Minuten vor den Altholzstapel gesetzt, der schon seit mindestens 22 Jahren an derselben Stelle vor sich hin steht.

Ein Foto von 2015

Gestapelt hatte ich den damals aus Holz, durch das es kein durchkommen gab: der Spalter prallte dran ab, die Säge war zu klein dafür, es waren dicke Holzscheiben mit Rinde, von denen auch Folgä – der ja von Beruf Tischler war – nicht sagen konnte, von welchem Baum dieses monsterharte Holz wohl sein könnte.

nach wie vor: besondere Strukturen!

Viele Jahre lang hatte man dann auch wirklich fast das Gefühl, das müsse eine Halbwertszeit von 227 Jahren haben oder so – es passierte rein garnichts. Macht nix, ist hübsch – und da ich damals noch nicht um die Bedeutung von Totholz im Garten wusste, hatte ich es eh aus dekoratiǘen Zwecken dort aufgetürmt. Aber irgendwann ging doch die Rinde ab, die ein oder andere dünnere Scheibe, die unten feucht lag, zerbröselte – und da ich nun eine Goldwespe darauf herumturnen gesehen hatte, dachte ich mir: oh, FOTO!!! und setzte mich.

Und was es alles zu entdecken gab in diesen zehn sonnigen Minuten!!

Ein Admiral kam zum sonnen

mehrere verschiedene Wildbienen der kleine, unscheinbaren Art flogen herum – und besetzten die kleinen Löcher, die nun doch „schon“ in den Holzstücken zu sehen sind – auf allen Fotos aber sind sie „schon weg“ – die kurze Auslöser-Verzögerung schlägt mir oft ein Schnippchen.

Ein Tagpfauenauge sonnte sich

unbeabsichtigt habe ich beim ausrupfen eines trockenen Grasbüschels eine Ameisenkolonie ihres Brutnests beraubt – Eier wurden in großer Hast in Sicherheit gebracht – in so großer Hast, daß mir leider auch davon kein schrfes Foto gelungen ist…. Auch die Glanzwespe tauchte mehrfach auf und untersuchte Holzstellen – aber immer zu eilig, um sich knipsen zu lassen, ebenso war’s mit der Hummel am Zimbelkraut

Fliegen sonnten sich

das hier ist wahrscheinlich eine Fleischfliege (Sarcophagidae)

Verschlossene und geöffnete (Schlupfwespen??) Niströhren zeigen, daß Insektenhotels total überflüssig sind, wenn frau bloß Totholz, am besten (für die Wildbienen jedenfalls) stehend und sonnig irgendwo hinstellt und stehenläßt

Und ich habe dann, beeindruckt, wie ich war, gleich nochmal dafür gesorgt, daß noch mehr Auswahl an Futter und Nistplätzen entsteht:

Irgendwann neuer Nistplatz „aufrecht stehendes, besonntes Totholz“

Und ich habe da, wo auch der verschmähte Hummelnistkasten stand, erste Teile des „Schattsaum“ ausgesät.

Dies ist der Platz – die Nische da, direkt vor Nachbars Lattengerüst-„Carport“

Sieht winzig aus, sind aber doch so einige Quadratmeter. Davon mehr, wenn die Saat beginnt, aufzulaufen.

 

Neulinge 1: Saattüte „Druiden“

Angeblich insektenfreundliche Saaten-Mischungen sind ja derzeit der ganz große Hit in den Supermärkten. Meist sind auf Effekt ausgelegte Billigsaaten drin; hübsch anzusehen im ersten Jahr, wenn sich Honigbienen und Hummeln auf Phacelia, Kornblume und Klatschmohn tummeln – im 2. Jahr schon ziemlich ausgedünnt und im 3. ärgert sich der gutmeinende Kunde, daß da ja „nur“ noch Gras, Brennesseln und/ oder „ortsübliches Unkraut“ unscheinbar vor sich hin blühen und ergänzt frustriert seine Kiesschüttung, wo er zuvor durch die 10 qm „Insektenmischung“ das gute Gewissen aufrechterhalten hatte.

Ja, ich weiß, das ist jetzt sehr zynisch. Ich will damit auch weniger den Insektenmischung kaufenden Gärtner kränken, sondern ein wenig übertrieben zeigen, was das Problem mit vielem ist, was „Hype“ ist: es wird billig in den Super- und Baumärkten verwurstet, und hier ist oft eben nicht auch gut, was günstig ist. Weil die „Effekttütchen“ halt zum größten Teil Einjährige enthalten. Die schön bunt sind, aber außer für Honigbienen und Hummeln nicht sehr viel Attraktivität haben – und sich nicht lang halten,

  1. weil Ackerbegleitflora (Mohn, Kornblume, Kamille und Co) auf bearbeiteten Boden zur Keimung angewiesen ist, einjährige Sommerblumen (oft um 90% des Inhalts der Tütchen) sich meist nicht weiter aussäen, weil sie die Witterung hier nicht vertragen (siehe Punkt 3) oder sich gegen die wieder aufkommenden Gräser nicht durchsetzen können. Es muss also nicht nur eine neue Tüte gekauft werden, sondern für eine erneute Einsaat auch der Boden umgebrochen werden – der Tod für alle Insekten, deren Larven in abgestorbenen Halmen oder in Bodennähe überwintern.
  2. weil am buntesten nunmal Blumen auf Magerstandorten blühen – deren Saaten sich aber auf unseren fetten Böden in S-H nicht wohl fühlen.
  3. weil zum größten Teil nicht einheimische Pflanzen in den Tüten sind, die zwar hübsch aussehen, aber unseren gefährdeteren Insekten nunmal nicht weiterhelfen, da diese zT, wie ichs schon mehrfach berichtet habe, nunmal auf Pflanzen angewiesen sind, die es hier natürlicherweise gibt – um ihre Jungen aufziehen zu können. Und da helfen Schlafmützchen, Cosmeen, Kokarden, Ringel- und andere Sommerblumen nicht wirklich weiter

Jedenfalls ist das, was da verkauft wird, sehr oft nichts als ein hübsches, aber wenig nachhaltiges Blumenbeet. Und auch die bunten Blühstreifen am Ackerrand enthalten zahlreiche nicht einheimische Arten, die von den meisten gefährdeten Insektenarten nicht genutzt werden können, denn ihre Blühmischungen sind auf die Bedürfnisse von Honigbienen zugeschnitten.

Das war jetzt eine lange, aber wichtige Vorrede für das, was ich eigentlich berichten will::

Wir haben beim Gottorfer Landmarkt ein Tütchen mit „Insektenmischung“ von der Druidenloge geschenkt bekommen. Der zugehörige Mensch sagte zum Herrn F. auf dessen Frage: Dochdoch, das seien einheimische Pflanzen. Hmmmmm –
tatsächlich zeichnet sich eine vernünftige Saatmischung schonmal zuallererst dadurch aus, daß draufsteht, was drin ist! (Obwohl das leider im Umkehrschluß nicht heißt: überall, wo was draufsteht ist auch Gutes drin)
Hier jedenfalls gab es tatsächlich eine lange Liste. Deshalb hab ich mir die Tüte auch aufgehoben und einen Test gemacht. Mal gucken, was drin ist von dem, was draufsteht. Und was bei mir wächst. Und ob es tatsächlich einheimische sind.

Durch den Mauerbau war ein kahler Fleck entstanden, wo vorher das „Baustoffdepot“ gewesen war. Den habe ich, weil einigermaßen sonnig, mit dem Tütchen eingesät. Und tataaaa, inzwischen keimt einiges.

Leider auch so einiges, das auf „schon wieder so ein sinnloses Billigzeugs“ hinweist – aber nicht nur. Und so habe ich mich mal dran gegeben, die lateinischen Namen nachzugucken, mir die deutschen rauszuschreiben und das ganze mit dem, was ich schon erkennen kann, abzugleichen:

die Häkchen im Kreis sind die Pflanzen, die ich bereits entdecken konnte. Die Punkte dahinter bedeuten „hatte ich schon vorher im Garten“. Das Bild ist groß und kann zur besseren Lesbarkeit angeklickt werden

Auf dem Tütchen gab es 2 Abschnitte (bei mir links und rechts getrennt), es stand aber nicht da, was das zu bedeuten hat. Wenn man jetzt abgleicht, sieht’s für mich so aus: links sind die großenteils tatsächlich einheimischen und durchaus sinnvollen Pflanzen – rechts der „Füllstoff“, der schon reichlich keimt.

Bereits blühendes:

  • Lein,
  • Boretsch,
  • Mohn,
  • Koriander,
  • Dill,
  • Kornblume,
  • wilde Malve,
  • Phacelia und
  • Schwarzkümmel.

Schwarzkümmel, Dill, Koriander, Boretsch und Phacelia sind schonmal nicht einheimisch. Mohn und Lein hab ich nicht nachgeschaut, die Malve ist eine einheimische. Und die Kornblume ist eine Sorte, denn sie ist pastellblau statt wie die einheimische kornblumenblau. Das geht leider also nicht gut los, wenn es auch alles Pflanzen sind, die von Insekten zumindest als Nahrungsspender gemocht werden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich bin gespannt, was sich weiter tun wird und werde das unter Beobachtung halten! Einige Keimlinge habe ich ja schon identifizieren können (siehe „Haken im Kreis“), aber es ist ja noch genug Potential, sowohl in der Liste als auch bei den mir unbekannten Keimlingen.

Und irgendwann gibt’s dann auch „Neulinge 2 und 3“, denn ich hab ja noch die GUTEN (hoffe ich): den „mähbaren Kräuterrasen“ und den „Schattsaum ohne Gräser“, auch die mit Artenlisten und letzterer bereits in Teilen ausgesät. Aber erst vor kurzem. Und der Kräuterrasen kommt erst im September raus, nachdem ich wie empfohlen Keimlinge aus dem Sand/ Kies (die auch tatsächlich grad momentan massenhaft aufgehen) gejätet habe


Ich möchte hier, weil es dazu paßt (von wegen billig ausnutzen, daß Laien es gut meinen), zu und zu gern nochmal auf das wunderbar anschauliche Faltblatt von Dr. Eckloff zum Thema „Insektenhotel“ aufmerksam machen. Also, bitte, wer’s noch nicht kennt oder nochmal auffrischen möchte:  *klick*)

Wenn der Schwanz nicht weiß, was der Kopf sich ausgedacht hat…..

dann kommt sowas dabei raus:

Die Post will Büchersendungen abschaffen. Bzw will sie, daß man Bücher, die dicker als 5cm MIT VERPACKUNG sind, als Päckchen schicken muß, für 3,79 Euro statt wie bisher für 1,70 Euro.
Nun gibt es aber eine Übergangsfrist bis 31.12., und ich weiß das. Nicht aber die Angestellte- und in der neuen Preis-Info wird es nicht erwähnt. Also hat sie sich geweigert, meine Büchersendung anzunehmen.
Wenn sie’s annähme, sagte sie, dann würde sie Ärger kriegen, man sähe dann ja, daß der Kasten hinterm Tresen von ihr befüllt sei. Sie war völlig überfordert …. Ich also: okay, dann geben Sie mir die Marken, ich werf’s draußen in den Kasten …. *g*
Aber das wäre ja zu einfach: Büchersendungen dürfe man garnicht in Briefkästen werfen (!) Die müsse man abgeben, wie Päckchen, das sei immer schon so gewesen!
Ich konnte von Glück sagen, daß sie mir die Marken noch verkauft hat…..
Habe ihr gesagt, daß ich nicht die einzige bin, die seit Jahren den Postkasten benutzt, aber auch das hat sie mir nicht geglaubt. Langsam war’s mir dann auch wurscht, ich hab das Buch reingeworfen und Schluß! Zum Glück war’s nicht zu dick für den Schlitz….

Hier steht übrigens die Info, die man bei der Post offenbar nicht nötig hat, zu kommunizieren:
https://www.deutschepost.de/—/buechersendung_national.html

Allet jut!

Vorhin war ich zum letzten Termin in der Klinik – die Fäden sind raus, und ich darf wieder zur Arbeit. Hach!! Noch 4x Lymphdrainage, dann ist dieses Kapitel abgeschlossen. Achja, und das Pedelec muß noch abgeholt werden. Und wahrscheinlich kommt von der Berufsgenossenschaft noch was (die werden sich ja von des SUV-Besitzers Versicherung Geld zurückholen wollen)

Aber sonst.

Ich hab auch zeitlich echt Glück gehabt: die ganze Zeit war Draußenwetter, erst in den letzten Tagen ist es umgeschlagen. Jetzt ist hier Regenzeit: 18°, zwischen Niesel und „ich seh nix mehr“ – Regen ist alles dabei, und so soll es auch in den nächsten Tagen bleiben.

Drückt die Daumen fürs Wochenende: samstags gibts eine Exkursion vom Naturgartenverein, und sonntags haben wir einen Stand beim Insektentag im Landschaftsmuseum Unewatt. Draußen…..

Wer erkennt’s? Jetzt mit Auflösung des Rätsels!!

Dieses Foto hat der GrafOlaf letzte Woche nah bei der Futterstelle im Garten gemacht. Ich hätte nicht gewußt, wer’s ist. Wer weiß es? 🙂

Es ist ein junges Rotkehlchen! Okay, die runden Augen und die gedrungene Gestalt sind schon da. Aber ich wäre, genau wie Ihr, die Ihr mitgeraten habt, nicht drauf gekommen. Sicherlich zeigen Mama und Papa die zuverlässige Futterstelle. Oder doch nicht?

Das Männchen füttert oft noch die Jungen der ersten Brut, während das Weibchen schon auf dem zweiten Gelege brütet. Ab dem 13. Tag singt das Männchen den Jungvögeln oft aus vier bis sechs Metern Entfernung vor, um sie auf den Gesang zu prägen. Ausgeflogene Junge betteln auch andere Vogelarten, bis zur Größe einer Amsel, um Futter an. Adulte Rotkehlchen füttern jedoch auch Junge von Amseln, Singdrosseln, Zaunkönigen, Waldlaubsängern, Fitissen, Grauschnäppern, Schwanz-, Blau- und Kohlmeisen. Ab 18. bis 22. Tag nehmen die Jungen selbständig Futter auf. Sobald sie vollkommen selbständig sind, werden sie aus dem Brutrevier der Altvögel vertrieben.

(Wikipedia)

Ampferspanner

2.8.: Den hab ich auch ein Weilchen gesucht, denn meist ist nur das farbenprächtigere Männchen abgebildet, aber bei der Insektenbox dann auch das Weibchen, das sich bei uns im Giersch ausgeruht hat.

Ich freue mich, daß mein bewusstes stehenlassen diverser Ampfer (die sonst, weil sie meist mitten in der Mähfläche standen, dem Mäher zum Opfer fielen, bevor sie recht groß werden konnten) offenbar Früchte getragen hat 🙂

 

Zeitgefühl

Surfer in den Wogen der Zeit.
Oder???
(gefunden bei Eutin)

Zwei Wochen lang war ich in der Klinik.

Gefühlt.
In der Realität war’s bloß Mittwoch bis Freitag.

Seit ich allerdings wieder daheim bin, rast die Zeit als wollte sie wieder aufholen. Kann es wirklich sein, daß ich schon Ende nächster Woche voraussichtlich wieder arbeiten soll, daß die unglaublichen zwei Wochen „seit Krankenhaus“ schon zur Hälfte vorbei sind? Dabei bin ich doch erst seit vorgestern wieder daheim!?

Gefühlt.
In der Realität ist es schon eine ganze Woche her, seit ich entlassen wurde.

Dafür arbeite ich ganz insgesamt bestimmt schon zwei Monate lang nicht mehr, ist ja wirklich eeeeeewig her, seit der SUV mich mitgenommen hatte.

Gefühlt.
Tatsächlich sind es nicht mal ganz drei Wochen.

Und ich musste jetzt, beim schreiben, jede einzelne „Echtzeit“ im Kalender nachschlagen!

Grüne Stinkwanze …die 2. … und die 3. …

Ein ungemein wandlungsfähiges Tierchen ist so eine Wanze… vielleicht erinnert Ihr Euch noch an letzten Oktober. Da hatte ich dies‘ Bild gemacht und berichtet, daß die grüne Stinkwanze über Winter allerdings braun sei.

Nun hab ich den Odermennig geschnitten, und plötzlich bewegte sich etwas. Dies:

und während ich noch knipste, kam das dazu:

Mensch, dachte ich, dolle Viecher – daß es Wanzen sein mussten, so viel war mir klar. Also ab an den Computer, und: es sind Wanzen. Wanzenlarven. Und zwar beide unterschiedliche Larvenstadien der grünen Stinkwanze. Die obere ist jünger als die untere.

Warumwarumwarumwarumnur?????? What the f****, evolution????? 😉

 

Gemeiner Holzbock

Jepp. Wirklich gemein. Denn beißt nicht nur und saugt Blut, sondern überträgt dabei auch noch Krankheiten!

Diese (Ixodes ricinus) hier war so schnell, daß sie nach dem Foto auch noch entkommen konnte 😦 Vorgesehen war, zum Mörder zu werden…. Sie, ja – denn das hier ist eine erwachsene Dame. Wäre es ein erwachsener Herr, würde er nicht beißen. Aber als noch-nicht-Erwachsene (als Larve und Nymphe) beißen sie beide. Ohne blutsaugen können sie nicht in ihr nächstes Lebensstadium wechseln.

Nach dem Schlüpfen aus einem von durchschnittlich 2.000 Eiern (jeweils pro Eiablage) lebt der Gemeine Holzbock zunächst in seinem ersten Stadium als sechsbeinige Larve. In diesem Stadium sucht er, wie in jedem anderen auch, einen Wirt, der ungefähr die Größe eines Nagetiers besitzt. Die Larve saugt an ihrem Wirt 4 bis 5 Tage und fällt dann ab.

Im zweiten Entwicklungsstadium lebt der Holzbock als Nymphe. Er ist nun deutlich größer und besitzt acht Beine. Nach dem Blutsaugen, was 3–5 Tage dauert, fällt die Nymphe ab. Sie entwickelt sich gleich weiter zum adulten Tier und durchläuft nicht wie bei anderen Arten mehrere Phasen als Nymphe.

In der dritten und letzten Stufe ist der Holzbock voll entwickelt. Auch das nun adulte Tier benötigt einen Wirt. Das Blutsaugen kann hier deutlich länger dauern. Nach dem Blutsaugen suchen die jeweiligen Geschlechter den dazugehörigen Partner und paaren sich mit ihm.

Das Männchen stirbt kurz nach der Paarung, das Weibchen erst nach der Eiablage. Nach dem Schlüpfen der Larven wiederholt sich der Zyklus.

Der Stadiumswechsel erfolgt immer nach einer Blutmahlzeit.

(Wikipedia)

So lebt so ein Holzbock um die drei Jahre, denn meist vergeht ein Winter, bis er sich gehäutet hat und die nächste Mahlzeit „findet“. „Finden“ heißt: lauern und warten – das kann auch schonmal länger dauern als ein Jahr.

Der gemeine Holzbock ist übrigens die häufigste Zeckenart – und Zecken sind Spinnentiere (was sie für mich auch nicht grad angenehmer macht) Überhaupt ist es seltsam: bei diesem Tierchen bedeutet „besser kennen“ nicht automatisch „sympathischer finden“ Ob es an so netten Worten wie „lauern“, „beißen“ und „blutsaugen“ liegt???? 😉

Gammaeule

Überall las ich, der häufigste Nachtfalter sei die Gammaeule (Autographa gamma). Und dazu sei sie häufig auch tags unterwegs. Trotzdem: hier bei uns im Garten sah ich niemals eine.

Und dann schmiß ich, noch vor „Unfall“ etc., ein weiteres Elfenblumen-Wurzelgewirr auf die Schubkarre, die damit schon seit Tagen hoch voll gefüllt auf das nächste Lagerfeuer wartete – und jemand flatterte hoch. Und setzte sich nieder, gut anguckbar. Und wartete brav aufs portätiertwerden – eine Gammaeule!

Gut erkennbar das Gamma – obwohl ich persönlich ja finde, daß ihr Zweitname „Pistoleneule“ besser paßt.

Gamma-Eulen sind ausgesprochene Wanderfalter, die selbst Hochgebirge wie die Alpen überqueren. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein kann es deshalb zu Einwanderungswellen aus dem Mittelmeerraum kommen. Noch nicht erforscht ist, welchen Anteil am Gesamtvorkommen in Deutschland diese Zuwanderer haben. Auch über Art und Umfang der Rückwanderung nach Süden weiß man wenig. Die Gamma-Eule besiedelt Nordafrika, weite Teile Asiens und Europa bis zum Polarkreis. Überwinternde Populationen sollen selbst noch in küstennahen Regionen Finnlands vorkommen.

(NABU)

Ob dieser spezielle Falter schon hunderte von Kilometern hinter sich hat? Oder ob er grad tags zuvor geschlüpft war und in Angeln bleiben wird bis an sein seliges Ende?

Jedenfalls weiß ich nun: auch wenn ich sie nicht sehe: Gammaeulen sind auch in unserem Garten zu finden!