Verdrängungskampf mit ungleichen Mitteln…

Seit ich hier wohne ist mein Lieblingsfeind im Garten der GIERSCH.
Er vermehrt sich hauptsächlich über Wurzelausläufer, und die sind so vital, daß jeder im Boden übersehene Millimeter (keine Übertreibung!!) binnen kurzer Zeit ein neues Pflänzchen incl. neuer Wurzelausläufer bildet.
Es gibt keinen Quadratmeter, den er mir kampflos für Stauden, Rasen oder Blumen überlässt, und mit den Jahren habe ich mir so einige Taktiken angeeignet, um mir meine paar Staudenbeete zu erhalten:
Erste Maßnahme, damals, als ich hier einzog: das vordere Staudenbeet wurde mit einem spatentiefen Graben von rechts nach links durchzogen. Dieser Graben rückte laaaangsam binnen einer Gartensaison von der einen Beetseite zur anderen, jeder Krümel Erde rieselte dabei durch meine Finger und wurde von diesen fiesen, langen, immerhin freundlicherweise gelblich-weißen Wurzelausläufern, die der Feind mir entgegensetzte, befreit. Jede vorhandene Staude musste ihre Wurzeln vorweisen, und wenn die nicht entfilzt werden konnten, so daß ich wirklich SICHER war: hier ist kein Millimeter Giersch-Würzelchen mehr drin, dann wurde sie gnadenlos entsorgt.

Es hat geholfen.
Entgegen allen Unkenrufen ist dieses Beet bis heute gierschfrei.

Nun kann ich aber diese Maßnahme leider nicht überall ergreifen, denn an anderen Stellen, an denen der Giersch und ich uns um nette Plätzchen streiten, stehen Bäume oder Büsche. Deren Wurzeln kann ich ja nun nicht auseinanderzupfen. Außerdem sind Teile der von mir als Beete gedachten Gartenstückchen zT in weiten Flächen von Gierschflächen umgeben (zumindest von 2 Seiten oÄ)
Also mussten hier andere Taktiken angewandt werden.
Einen nur wenig ins Beet ragenden Baumwurzelbereich hab ich für 2 Jahre mit Teichfolie bedeckt – das hält selbst ein Gierschwürzelchen-Rest nicht aus.
Den Rest verteidige ich mit Grenzgräben – jedes Frühjahr hebe ich die neu aus, um in der „schlimmsten“ Wachstumsphase gleich alle sich ins Beet vorwagenden Ausläufer zu entfernen.

Nun werde ich ja nicht jünger  und mein Rücken nicht besser. Ein großer Vorteil für den Feind, der das natürlich sofort gut zu nutzen weiß und seine Erkundungsreihen immer weiter vorzuschieben droht.

Was nun?

In diesem Jahr habe ich mir dazu ein paar Gedanken gemacht und übe mich nun in
experimenteller Gierschbekämpfung
Versuch 1: Teichfolie, eingegraben an den „Grenzen“


Über der Pflanze  sieht man noch ein Stückchen vorlugen, die Folie liegt hier im Bild sozusagen von oben nach unten, links am Stein beginnend.
Ich musste feststellen, daß das nur für GANZ kleine Stückchen taugt – die Folie ist einfach zu wabbelig, es ist kaum machbar, sie richtig senkrecht anliegend in den Graben zu bringen und zuzuschütten

Versuch 2: Edelstahlblech

Möglich wurde mir das durch- wie sollte es anders sein?? *g*- BookCrossing. Nirtaks Freund Basti konnte mir so eine Rolle Blech besorgen, und in den letzten 2 Tagen hab ich ordentlich gebuddelt, wie man sieht. (DANKE nochmal!!!)
Das geht WESENTLICH besser als mit der Teichfolie, ich bin bloß ein bißchen im Zweifel, ob ich tief genug im Boden bin oder, falls das Ganze gutgeht, die nächste Rolle etwas breiter sein müsste.
Vorerst bin ich jedoch ziemlich begeistert von meinem neuen Vorstoß – was man oben sieht ist ein kleines Teststück, aber im Frühjahr muß ich wieder an den „großen Graben“ (ca 15 m lang), und da rein kommt dann der Rest der Rolle –

Giersch, it’s your turn…. 🙂

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Flora, Garten.

6 Kommentare zu “Verdrängungskampf mit ungleichen Mitteln…

  1. Chaos Garten sagt:

    Ja, ist er, leider hat fjonka mein Gierschrezept http://chaosgarten.blogspot.com/2011/05/unkraut-in-der-kuche-teil-4.html nicht gemundet, weil der Giersch einen „Deftig“-Geschmack hat. Die Geschmäcker sind verschieden, in meiner Familie wurde Gierschsuppe gut aufgenommen. Man sollte nur vorsichtig sein, dass man Abfälle nicht so entsorgt, dass sie anwachsen…

    Davon ihn extra anzupflanzen, würde ich dennoch abraten^^

  2. recyclemouse sagt:

    Ein ganz anderer Beispiel für wahrhaft invasive Ausbreitung
    http://www.flickr.com/photos/recyclemouse/5699234998/in/photostream
    Fällt beim Rupfen auch nur ein Teil irgendwo auf die Erde-was erzähl ich. Hier wächst inzwischen überall Saxifraga tolmiei.
    Giersch-Rezepte:
    http://www.chefkoch.de/rs/s0/Giersch/Rezepte.html
    Wer kauft sich da noch Salat?
    yumyum:-)

  3. coco7 sagt:

    Auch wenn ich zum Giersch nichts zu sagen habe: cool, dass du ein Blog hast (gerade entdeckt).

  4. fjonka sagt:

    Ja, prima, ich warte noch auf EU-Subventionen. Oder daß „feed the world“ sich endlich zum Erneteeinsatz meldet. Können sie gern haben, den Giersch!!

  5. Bibo59 sagt:

    Angeblich ist Giersch ja essbar und lecker.

Platz für Klönschnack ...

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