Was will uns der Autor sagen?

Eine Leseprobe neuer Bücher fiel mir neulich im Buchladen in die Hände. Manche Geschichten gefielen mir gut, bei anderen verstand ich aber rein gar nichts. Ich frage mich: Warum sollte ein Mensch etwas schreiben, das vermutlich keiner versteht?
Sicher, man kann als Leser auch in einen scheinbar wirren Text so tief eintauchen, dass er einem etwas sagt. Aber ist es dann das, was der Autor sagen wollte?
Und sicher, auch wenn der Autor etwas anderes sagen wollte, als ich darin lese, so kann in seinem Text durchaus etwas stecken, das er gar nicht wusste.
Aber in einem solchen Fall wollte der Autor zumindest etwas sagen, und in diesem Bemühen hat er darüber hinaus etwas gesagt, das ihm nicht bewusst war. Wer aber gar nichts sagen will oder etwas sagt, von dem er gar nicht erwartet und vielleicht noch nicht einmal will, dass es der Leser versteht, sagt der dann auch darüber hinaus etwas, das ihm gar nicht bewusst ist?
Vermutlich will er das, aber ich glaube nicht, dass ihm das gelingt. Deshalb finde ich in solchen Texten auch nichts über das hinaus, was sie sagen wollen, und das, was sie sagen wollen, verstehe ich nicht.
Vielleicht liegt es ja daran, dass diese Leseproben sehr kurz waren, nur ein paar Seiten, und das Eigentliche erst danach käme. Aber warum sollte ich das noch lesen wollen? Manchmal ist es besser, wenn Texte nicht länger sind. So will ich es auch mit diesem dabei bewenden lassen. Ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür, und vielleicht haben Sie ihn sogar verstanden.

Tonio Keller, Journalist und Glossenautor beim Bauernblatt

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