Das kalte Grausen

Im Leben noch nie hatte ich so viel Angst am Steuer meines Autos wie gestern abend: in den letzten Tagen sind ca 10-15 cm Schnee gefallen – eigentlich nicht viel, aber nun fing es an Ostwind zu geben, und zwar stürmisch. Und ich hatte Spätdienst und fuhr also, nichts Böses ahnend, gen Heimat.
Nichts Böses ahnend?
Ja, weil’s in Schleswig selbst Alles ganz harmlos aussah. Klar, es fügte etwas, aber nuja, what shall’s….
Gleich auf der B201 hatte ich dann noch Glück und geriet direkt hinter eine Staffel aus 3 Räumfahrzeugen. Angenehm zu fahren war’s trotzdem nicht, aber es ging.
Dann kamen wir an der Kreuzung vor G*** an. Dort war Blaulicht in Gange, und erstmal hieß es warten. Als es weiterging, sah ich auch, wieso: BERGE von Schnee auf der Straße, die ersten 2 Räumer hatten davon wenigstens einen Teil zur Seite geschoben, aber: alle 3 bogen nach links ab!!! Und geradeaus Schneewehen. Auf der Kreuzung bin ich dann erstmal stehengeblieben und habe einen der Polizisten, die da standen, gefragt, ob ich denn überhaupt in die Richtung weiter durch käme. Er meinte, ja, da sei’s noch frei. Gut.
In Gegenrichtung stand ein LKW, der blendete auf – also, los, ich soll fahren…..
Zeitweise bin ich blind gefahren: Es hat sowas von gefügt, daß ich keine 3m weit sehen konnte, also blind weiter und hoffen, daß ich nicht geradewegs in eine fette Wehe reinfahre. Oder in einen Graben, weil die Straße evtl ne Kurve macht…
In Loit war ich so weit, stehenzubleiben und irgendwo um Obdach zu bitten, aber ich hatte des Herrn Handynummer nicht dabei und wusste: er steckt auch in dem Schlamassel – im Radio hieß es dauernd: ganz Schwansen ist gesperrt, Eckernförde geht nix mehr…. seine Heimfahrtstrecke… also weiter.
Dann im Heimatdorf um die Kurve- Licht im Haus an, das heißt: der Herr ist daheim – ich hab erstmal ne Runde geheult, fix und fertig, aber erleichtert.
Die ganze Nacht über hats weiter gestürmt, die Chefin hat sich durchgeschlagen zur Arbeit, aber die Strecke war wohl genauso übel wie gestern abend. Und jetzt schneits.
Eigentlich sollte ich auch hin, aber ich habe Glück gehabt – als sich entschieden hatte, daß ich hier bleiben kann, bin ich erstmal zwecks Adrenalinabbau zum Schneeschippen gegangen, aber mir ist immernoch übel, so eine Angst hatte ich.
Heute Abend/ Nacht soll der Wind weniger werden – morgen gehts dann hoffentlich wieder, mal sehen! Habe schon mit einer Ex-Kollegin, die jetzt in SL wohnt, geregelt, daß ich bei ihr übernachten kann (schließlich hab ich auch SA wieder (Früh-)dienst. Zum Glück geht das, da bin ich jetzt schon heilfroh drüber!! Danke!!!!

Ehrlich, nach dem letzten Winter dachten wir ja Alle, jetzt reichts wieder für mindestens 25 Jahre – und jetzt gehts schon so früh und noch viel schlimmer los- mir ist angst und bange vor diesem Winter!!

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2 Kommentare zu “Das kalte Grausen

  1. Moin Moen!
    Jesses! Vorgestern (oder so) hatte ich in den Nachrichten gesehen wie’s bei euch abgeht und hab feste an euch gedacht! Ich bin für ein Schneeverbot auf Strassen und Gehwegen ;D
    Und bis das durchgesetzt ist wünsch ich euch allzeit sichere Wege!
    Grüßlein aus dem wilden Süden
    P.A.

  2. Christian sagt:

    Jo, mir gings genauso…bin nur von Dollerup nach Schwensby, grauenhaft…wußte wirklich nicht ob ich gleich in Graben fahre oder noch auf der Straße bin…

    Also Haus verkaufen und ab in den Süden oder….in den Norden? Vielleicht liegt da auch weniger Schnee als hier immerhin haben wir doch Klimaerwärmung??????

    Gruß Luc

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