Buchfrage. Die siebzehnte.

Hier wird’s wieder etwas persönliche, aber, wie ich finde, auch spannend:

Gibt es ein Buch, das Du für eine schwierige Lebenslage als wirklich hilfreich empfunden hast?

Mir fällt dabei sofort die Zeit ein, nachdem mein bester Freund einen Unfalltod gestorben war. Zwei Bücher fand ich damals wirklich hilfreich:

„Der letzte Abschied“ von Ralf Jerneizig und Ulrich Schubert war das einzige Sachbuch, das mir wirklich geholfen hat – keine tränenduselige Laberei, kein „tiefes Mitgefühl“, keine Sinn- und Trostsprüche (auf die ich damals sehr agressiv reagiert habe), dafür eine recht nüchterne Zusammenfassung der Dinge, die passieren können, der möglichen Reaktionen, der Phasen und Zeiten. Hat einfach insofern geholfen, daß es beruhigt hat: „ok, ich bin nicht bekloppt, das ist also normal im Sinne von das geht mehr Leuten so.“  Und Mut gemacht: „ok, es könnte also tatsächlich sein, daß das sich wieder ändert (an besser werden wollte ich gar nicht glauben, aber ändern immerhin war schon ein guter Gedanke)

„Du fehlst mir! Du fehlst mir!“  von Peter Pohl habe ich einige Monate später in die Finger bekommen, als Alles sich schon wieder etwas normalisiert hatte. Es ist eigentlich ein Jugendbuch, aber es beschreibt so echt die Gefühlssituation, in der man sich befindet, die Reaktionen der Menschen ringsum, die Veränderungen über die Zeit hinweg, daß es mir geholfen hat, meine eigene Situation nochmal zu rekapitulieren.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Lesen!.

4 Kommentare zu “Buchfrage. Die siebzehnte.

  1. recyclemouse sagt:

    Wenn jegliches Selbstverständnis fürs Überleben fehlt kommt da niemand gegen an oder kann helfen.
    Dieses Buch von dem bookcrosser-die Geste als solche fand ich gut. Das Angebot fand ich unaufdringlich.
    Und wer sagt, dass ein Buch sofort gelesen werden muss?:-)
    Vorerst zählen andere Dinge, die zwei kleinen Walnussbäumchen, von ihm als Nuss eingebuddelt. Der kleine Teich, ich warte auf die diejährigen Frösche. Sein dicker Kater, der nun immer mit mir vorliebnehmen muss. Die Pflanze im Bad. Und so weiter.

  2. recyclemouse sagt:

    Trostsprüche. Ist mir letztes Jahr nur auf einem meet-up passiert. Es war gut gemeint, aber ich habe die Geste zurückgewiesen.
    Und damit die bookcrosserin vor den Kopf gestoßen.
    Ein bookcrosser hat mir ein Buch zu dem Thema geschickt, es liegt hier bis heute in einer Plastiktüte ungelesen herum.
    Jede verarbeitet es auf ihre Weise, mir hat in der Zeit der viele Stress auf anderen Ebenen geholfen. Der hat meinen Überlebenswillen aktiviert.

    • fjonka sagt:

      ja, klar, ist gut gemeint. Für mich war’s halt nix, für Dich offenbar auch nicht…
      JedeR ist anders, das macht’s für die Umwelt nicht gerade einfacher, aber so isses… für mich waren’s Haus und Katz, die mich über Wasser gehalten haben.

  3. Alle Bücher mit den Hexen der Scheibenwelt. Vor allem aber „Wyrd Sisters“ und „Witches Abroad“. Klingt komisch, ist aber so.
    Wenn ich total am Boden bin (da gab’s mal Zeiten, als der Boden sehr sehr sehr tief lag), so ganz zerstörtes Selbst (-bewußtsein, -verständnis, -vertrauen) sind Granny Wheatherwax und Nanny Ogg die besten Lehrmeisterinnen in Präsenz, Omnipotenz, Selbstverständnis, Confidence, Unerschütterlichkeit und innerem Gleichgewicht. Ein bisschen Kopfologie lernt man nebenbei und wie man wirkungsvoll keine Magik anwendet, auch sehr nützlich. Und da man Bücher ja immer wieder lesen kann ….

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