Gucken mit Hilfe

Heute war’s dann soweit:

Die Bienerin (die letztlich beim Steinofenbacktag kennengelernte Imkerin) ist hergekommen und hat sich mit uns unser Volk angeschaut. Das Wetter war leider nicht optimal: windig, Nieselregen, 18° – aber naja, besser allemal als nicht gucken. Für uns jedenfalls.

  • Was sie meint: das ist ein mittelstarkes, aber gut dasitzendes Volk, das auf alle Fälle gute Chancen hat, über den Winter zu kommen.
  • Wir haben zu spät mit der Varroa-Behandlung angefangen, denn es waren tote, „halbfertige“ Bienen zu finden (keine Maden mehr, aber noch weiß), die verstümmelte Flügel haben, was bedeutet, daß ein Virus in Gange ist, das von der Varroa übertragen wird. Und es gab tote Bienen, deren Hinterleib viel zu kurz war- denen hatten Varroen als Maden so viel ausgesaugt, daß sie sich nicht vollständig entwickeln konnten.
  • Wir müssen also im nächsten Jahr früher ran und jetzt dringend nochmal was tun- wobei sie uns vom Plan „heute Abend 2. Schwammtuch“ abgeraten hat: zu kalt, zu viel Luftfeuchte, um gut zu verdunsten. Also vielleicht morgen!? Da soll’s etwas besser werden.
  • Auch sollten wir im nächsten Jahr etwas früher einfüttern und auch jetzt noch während der Einfütterung versuchen, die Bienen dadurch, daß wir ins Brutnest eine leere TopBar hängen, zum weiter-bauen zu bewegen. Damit wir auch gleich eine Waben-Auffrischung bekommen, denn unsere Waben sind schon jetzt, nach 1 Sommer, sehr dunkel – und das bedeutet: so verbraucht, daß wir lieber frische bauen lassen sollten.
  • Unsere Bienen brauchen noch mehr Futter. Aber das wußten wir ja, wir haben ja noch vor, mindestens die restlichen 4l einzufüttern- wenn das Schwammtuch wieder draußen ist.
  • Es gibt wieder etwas Drohnenbrut im Volk- wenn es nicht die ausgiebige Drohnenschlacht gegeben hätte, hätte sie vermutet, daß unsere Königin, die ja nicht mehr die allerjüngste ist, schwächelt, und sich über Drohnenbrut abzusichern versucht – d.h., daß das Volk evtl jetzt noch umzuweiseln versuchen könnte.  Dann hätten wir evtl überlegen sollen, zur Sicherheit (damit’s per Natur nicht zu spät käme), eine neue Königin zu erwerben und einzusetzen. Aber als wir dann von der heftigen eindeutigen Schlacht erzählt hatten, war das wohl dann doch nicht so akut wie zuvor vermutet.
  • inzwischen wurde ordentlich Honig verdeckelt, und auch Arbeiterinnenbrut gibt es nach wie vor- so weit alles gut

Schön ist, daß die Bienerin unsere Bienen-Villa sehr interessant findet und gern mitverfolgen würde, wie so ein Bienenjahr darin sich entwickelt – und wir sind froh, wenn wir uns dadurch dann nicht so doll als Bittsteller fühlen müssen. Insgesamt war das eine wirklich hochspannende und sehr angenehme Durchsicht. Und wir sind nun schlauer – unsere Sorge von letzter Woche war wohl – wie ja auch schon birgitta per Ferndiagnose gemeint hatte- überflüssig.

6 Kommentare zu “Gucken mit Hilfe

  1. Bea sagt:

    Da frag ich mich doch, was machen eigentlich Bienen, die keine so treusorgenden „Eltern“ haben?

    Mein Kollege, der ja auch Imker ist, hat z.B. mehrere Völker in der Eifel stehen, wo er aber nur in den Ferien hinkann, geht das überhaupt?

    Aber schön, dass die Brumseln jetzt noch eine Patentante bekommen haben. 😉

    • Fjonka sagt:

      Ich behaupte mal, daß er mindestens Jemanden hat, der zB in der Schwarmzeit Weiselzellen ausbricht, Drohnenbrut entfernt etc.
      Und zum Thema „können sie denn??“ dies hier http://blog.imkereiobstwiese.de/bienen-imkerei/brauchen-bienen-einen-imker sowie meine Anmerkung: wilde HONIGbienen gibt es, seit es die Varroa gibt (70er-Jahre), hier nicht mehr, weil die Varroen Bienenvölker wirklich totkriegen, wenn Niemand eingreift- das ist schon ganz schön dramatisch, finde ich!
      Aber so viel gucken wie wir – das braucht kein Volk *g* – nicht umsonst wurden wir von noch Jedem Imker vor dem typischen Anfängerfehler gewarnt: wir sollen uns zurücknehmen, sonst gucken wir unse Bienenvolk tot – denn jedes öffnen/ gucken, besonders, wenn man Waben rausnimmt, stresst das Volk und bringt den Wärme- /Feuchtigkeitshaushalt durcheinander…

      • Bea sagt:

        Ah, Danke für den Link, jetzt bin ich etwas schlauer.

        Wo war die Varroa denn vor den 70er Jahren? Ist sie eingeschleppt oder irgendwas Mutiertes?

        • Fjonka sagt:

          Die ist eingeschleppt – die asiatische Biene kann mit ihr zurechtkommen, aber unsere eben nicht. Und nun frag nicht, wieso wir dann nicht einfach die asiatische Biene züchten – ich nehme an, daß DIE wiederum mit unseren Klimaverhältnissen Probleme hat. Das ist aber nur eine Vermutung von mir…

  2. Da sag ich mal vorsichtig „Yeah“!?

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