Die Bienen und der Winter

Eine Sammlung von Infos, die mir sinnvoll erscheinen.
Dies wird ergänzt und nötigenfalls korrigiert – so ist es jedenfalls gedacht: als themenbezogener Merkzettel.

1. September/ Oktober

  • Fluglöcher verengen, wg. Mäusen mit Mäusegitter (5-6mm – Geflecht)!
  • Das sollte nach dem 1. Frost geschehen. Andere Quellen sagen: ab Oktober.
  • Ab Oktober sollte besser belüftet werden: die Windelschublade nicht mehr bienendicht verschließen wird bei uns wohl ausreichen. Sinn: weniger Schimmelgefahr, und durch kürzere Brutdauer weniger Varroen.
  • Falls es spät (Ende Oktober, November) noch regen Trachtflug gibt, weil da evtl Gründüngungsfelder blühen, ist das nicht wie ich gedacht hätte gut für die Bienen: 1-2 leere Waben zentral gelegen sind nötig für de warmen Sitz der Brumsel im Winter, und wenn dieser Wintersitz verhonigt- schlecht!! Was wir tun könnten weiß ich nicht, denn was in der Lektüre angeraten wird, können wir nicht tun (wir haben keine leeren Waben zum anbieten und gegen Futterwaben-austauschen) Nachfragen, falls es so weit kommen sollte.
  • Im Zeitraum von September bis Oktober verbraucht ein Volk 4-8 Kilo Futter
  • Um den Futterbestand zu prüfen, vom ermittelten Gewicht das Leergewicht der Beute plus 3 Kilo für Bienen, Waben, Pollen abziehen.
  • falls noch gefüttert werden muß, das Volk aber das Futter nicht abnimmt: Futter näher ran! Wenn’s geht, auch nachts direkt unter die Bienentraube.
  • Stärke des Volks prüfen: Als Regel gilt die Gleichung: „Von oben mindestens 4 Gassen gut(!) besetzt + von unten mindestens 2 = stark genug“. (Bezogen auf Magazinbeuten!)
  • Bienenbeine und Bienenflügel in der Windel sind Folgen von Wespenbesuch. Bei kühler Witterung zieht sich die Fluglochwache zurück. Dann können Wespen besonders frühmorgens ungehindert eindringen und zerstückeln noch im Stock am Boden liegende in der Nacht verstorbene oder altersschwache Bienen. Die „Leichenteile“ sind kein Grund, sich Sorgen zu machen. Sie sind auch in starken Völkern zu finden.

2. Im Winter

  • Immer mal die Gemüllschublade ziehen und nachschauen, was sich tut : die Anzahl der Streifen zeigt: wie viele Wabengassen sind besetzt, und man kann auch sehen, ob und wie viel  und was da sonst so liegt.
  • Oxalsäurebehandlung. Unbedingt VOR Brutbeginn!! Bzw NACH Brutende. In der Weihnachtswoche kann sicher damit gerechnet werden, daß nicht mehr gebrütet wird. In der Woche zuvor Windelschublade gucken: <1 Varroa/ Tag: ok. Mehr? Behandeln. Auch kontrollieren, ob wirklich keine Brut: nur dunkle Varroen? keine Wachsplättchen? tote, weiße Maden/ Larventeile (von der Restbrutbeseitigung)? Gut. Keine Brut. Loslegen!
  • Allerdings sollten Völker die ihren Wabensitz auf weniger als 5 Waben haben, möglichst nicht behandelt werden.
  • Wenn man öffnet und Bienen sterzeln mit überstrecktem Hinterleib, sichtbarem Stachel und 1 Gifttröpfchen: prima, hier lebt die Königin!
  • Es schneit? Aufpassen, daß die Fluglöcher offen bleiben (Flugschnee wegtun)
  • Die arme Imkerin sorgt sich um ihr Volk? Die Klopfprobe hilft: Ohr an den Kasten, einmal laut anklopfen. Das Volk summt einmal kurz auf? – Alles gut. // Es brummt länger, und einzelne Bienen heulen? – Oha, hier fehlt die Königin! (Was nun?? Keine Ahnung…)// Alles bleibt still? Tja…. will hoffen, daß ich das nie hören muß…
  • An den Winterplatz sollten die Bienen erst im Dezember gebracht werden!
  • Von November bis Januar verbraucht ein brutloses (!) Volk etwa 1 Kilo Futter

3. Der Winter endet allmählich

  • Beim betrachten der Windelschublade kann man auch den Brutbeginn der Königin sehen: sie läßt zu viel produzierte Eier (was anfangs geschieht, einfach fallen, und wenn man kleine Wachsplättchen sehen kann, deutet das darauf hin, daß schon verdeckelt wird. Vielleicht sieht man auch schon Deckel-Material und (*seufz*) hellbraune Jungvarroen? Dann sind schon erste Bienen geschlüpft!
  • Wenn die Bienen wieder regelmäßig zu fliegen beginnen: Fluglöcher wieder erweitern
  • Irgendwann im Februar oder März werden die Bienen ihren Reinigungsflug starten (endlich müssen sie mal „für kleine Bienen“,  nachdem sie wochenlang keine Chance dazu hatten…) Wenn man in diesen Tagen beobachten kann, daß auch Tote entsorgt werden, kann Entwarnung gegeben werden: das Volk lebt, Queen Mum auch (denn ein weiselloses Volk entsorgt die Toten nicht)
  • Jetzt kann man auch sehen, ob es evtl Probleme mit Krankheiten gibt: Ruhr und ein paar andere Krankheiten erkennt man deutlich daran, wie der Kot aussieht. Fjonka hat’s gut: im Bienen-Ordner sind dazu Fotos zu sehen, unter „März“
  • Auch im März kann man leider noch überhaupt gar nichts tun, wenn dem Volk das Futter ausgeht, denn Sirup oder Futterteig wird jetzt nicht angenommen. Ist man schon weiter als wir, sollte man gefüllte Honigwaben über haben, um sie im Notfall einhängen zu können (paar Wabenzellen anpieken, damit die Bienen das kapieren!), oder ein starkes Volk kann eine Wabe „abgeben“. Wir aber haben verloren, wenn unseren Bienen ihr Futter nicht langt…
  • eine volle Wabe langt derzeit, um das Volk etwa 2 Wochen lang zu sättigen
  • …und mehr als 1 Varroa pro Woche sollte nicht fallen. Tun kann man aber jetzt noch nix, wenn’s doch mehr sind.
  • Im Februar verbraucht ein Volk etwa 1-2 Kilo Futter
  • …und von März bis April 3-5 Kilo. Eventuell trägt es aber jetzt auch schon etwas ein- verlassen sollte man sich darauf nicht.

4. Prinzipielles

  • eine lange, brutlose Phase ist gut, denn dadurch ird die Verbreitung der Nosematose verringert: der Erreger vermehrt sich nur unter Eiweiß-Verdauung, und eine nicht-brutpflegende Bilebt auf Zucker-Diät. Sie frisst nur Pollen -> Eiweiß während sie Brut pflegt.
  • im Winter sind 30 und mehr tote Bienen täglich noch kein Grund zur Beunruhigung.

6 Kommentare zu “Die Bienen und der Winter

  1. Elke sagt:

    Was für eine Arbeit, ich bewundere deinen Einsatz jedes Mal mehr.
    Man soll auch entkräfteten Hummelköniginnen keinen Honig geben, weil sie sich auch daran infizieren können.
    VG
    Elke

  2. Rabe7 sagt:

    >>NIEMALS soll man Bienen den Honig anderer Bienen geben, […], diew Sperrbezirke und Vernichtung ganzer Völker zur Folge hat!

    Oha, das will natürlich niemand und keineR!

    >>Ich bemüh mich ja auch weiterhin, kein Fachimkerisch zu schreiben, sondern das für JedeN verständlich rüberzubringen- ist garnicht so leicht *grins*

    Gelingt Dir ganz gut 🙂 ! Ich mußte nur irgendwann mal „TB“ nachschauen.

    (Zefix, hier muß man sooo mit den Smileys aufpassen, sogar meine traditionell nasenlosen werden auf’n Schlag umgesetzt.)

    • Fjonka sagt:

      ja, das finde ich auch nervig, ich mags lieber unspektakulär wie diesen hier ;-|
      TB- TopBar- das hatte ich meinte ich ganz anfangs mal dahintergeschrieben- wann immer ich meine ein neues Wort/ eine neue Abkürzung einzuführen, erklär‘ ich sie. Aber eben meist bloß einmal *g*
      Gut, daß es mir sonst gelingt, denn ich selbst war anfangs von vielen Veröffentlichungen eher abgeschreckt, weil sie so schwer zu verstehen waren. Manche sind das auch heute noch, Themen wie zB Zucht, mit denen ich mich noch nicht befasst habe, klingen wie dänisch (da verstehe ich auch einzelne Worte, nicht aber den Sinn *g*)

  3. Rabe7 sagt:

    Obwohl ich keine Bienen habe und, so wie’s ausschaut, auch nie haben werde, lese ich doch immer Deine Merkzettel ganz genau mit wachsendem Staunen!

    Btw, ich hab letztens ein Stück Bienenbrot (Perga) in der Wabe geschenkt bekommen, etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann absolut lecker! Macht sogar eine Kaugummihasserin wie mich zur genüßlichen Gnätscherin 😉

    Ansonsten hab ich immer drei, vier Schälchen verschiedenen Wabenhonig da, den würd ich an Dich verRABCKen, bevor Deine Bienchen verhungern 🙂

    • Fjonka sagt:

      Siehste, da lernste dann gleich noch was: NIEMALS soll man Bienen den Honig anderer Bienen geben, denn der überträgt auch Krankheiten, zB die gefürchtete Faulbrut (Sporen im Honig), diew Sperrbezirke und Vernichtung ganzer Völker zur Folge hat!
      Deshalb leere Honiggläser (vor allem von Honig anderer Länder, aber auch dutschen nicht) nimmernienicht vor einen Stock „zum ausschlecken“ stellen, auch wenn’s noch so gut gemeint ist!

      So ein Bienenbrot hab ich noch nie gegessen, aber wenn ich je eins zu kaufen sehe, ist es meins – und wenn nicht, dann schneid ich mir nächstes Jahr selbst eins 😉

      Und: es freut mich sehr, daß Du das interessant findest, so als Nicht-Bienler!!! Ich bemüh mich ja auch weiterhin, kein Fachimkerisch zu schreiben, sondern das für JedeN verständlich rüberzubringen- ist garnicht so leicht *grins*

      • Rabe7 sagt:

        Ok, verstanden, Bienen fremdfüttern heißt Bienen töten :O Trotzdem hier mal ein Bildchen vom Bienenbrot, wie ich es bekommen habe, nix ausgestanzt und im Glas, sondern noch in der Wabe. Finde ich auch interessanter so.
        Bienenbrot und Wabenhonig

Platz für Klönschnack ...

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