Das Ende unseres ersten Bienenjahres

Heute- kalt, aber schön sonnig und zwischenzeitlich auch länger ohne Schnee- habe ich noch einmal nachgeschaut, ob es vielleicht doch noch ein Lebenszeichen von unserer Brumsel gibt (nein) und dann wollte ich den Kasten abbauen und säubern. Beim öffnen bot sich ein grausiges Bild:

Man kann richtig sehen, wie gut es unseren Bienen wohl noch im Herbst gegangen sein muß – und es ist so traurig, sich anzusehen, wie sie ihr Haus gerichtet haben für den kommenden Winter, und daß sie es gut gemacht hatten- genug zu futtern, Schäden repariert – so tapfer haben sie versucht, zu überleben.

Uns bleibt, ihr Erbe gut zu verwalten. Die uns abgebrochene Wabe haben wir eingefroren, um sie eventuellen Neuankömmlingen als Anfangsfutter anzubieten¹, die restlichen haben wir aber erst einmal so belassen, wie sie sind, um nicht noch mehr Abrisse zu verursachen- bei diesen Temperaturen (um -6°) scheinen die Waben doch recht mürbe zu werden. (Das ist natürlich ein Nachteil der TBH – ohne Rähmchen geht da schneller was kaputt.) Wir werden es bei höheren Temperaturen noch einmal versuchen, ich würde gern die Waben im Kasten in den Schuppen bringen und dort auf neue Bienen warten lassen, die Böcke abgebaut. Er soll ja auch im nächsten Jahr etwas anders stehen.

Die leeren Waben, die ich entnommen habe, will ich einschmelzen. Vielleicht bekomme ich ja schon eine winzigkleine „eigener-Wachs-Kerze“- die wird dann mit Gedanken an unsere erste Brumsel brennen.

¹ 7.2.’12: Ich muß nun eine Berichtigung anfügen. Unten in den Kommentaren steht ja auch nochmal extra, daß das mit dem „Waben für neues Volknutzen“ kein Problem sei. So war mein Wissensstand- bis heute. Heute nämlich erreichte mich eine mail unsrer Patenimkerin- und da steht dies:

„das finde ich ja sehr bedauerlich, dass euer Start so verlustreich ist. Da haben die Varroen letztlich doch wohl ganze Arbeit geleistet!
Da wir von dieser Todesursache ausgehen müssen, habt ihr für 2012 keine Futterwaben mehr übrig, da von „Todesopfern“ der komplette Bau einzuschmelzen ist.
Im Futter von Varroa-Opfern befinden sich Viren, die auf gesunde Jungvölker beim Futterwaben-Recycling übergehen…
Das ist ein zentraler Baustein der guten imkerlichen Praxis.“

Ohweia – die Varroen sind also tot, aber sie übertragen zuvor Viren ins Futter oder den Wachs (da muß ich nochmal nachfragen, wahrscheinlich in beides…) Mist!!

Sorry für die Fehl-Info; Wie gesagt, das war mein Wissensstand- und ich bin Frischling…..

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 1.

22 Kommentare zu “Das Ende unseres ersten Bienenjahres

  1. Olli sagt:

    Wie empfindest du denn die THB? Mich würde das tierischst ankotzen, dass die Waben da angebaut sind. Ich arbeite mit Dadant im Naturbau und wenn da mal irgendwo was angebacken ist und ich mit dem Messer ran muss habe ich die Faxen dick. Bei einer Konstellation wie auf deinen Bildern zu sehen hätte ich noch dickere Faxen 😉
    Ich hatte übrigens auch 2 Völker auf meinem Betreuungsstand die sahen ähnlich aus.
    Die Waben gehen auch in die Feuerung. Mit Wachsverarbeitung hab ichs noch nicht so – das nervt mich auch obwohl ich den Wachs gern hätte.

    • Fjonka sagt:

      Die TBH empfinden wir ganz allgemein als angenehm- wir haben aber noch nicht sehr viel Erfahrung, wenn wir endlich mal ein, zwei VOLLSTÄNDIGE Bienenjahre durcherlebt haben, können wir Näheres dazu sagen und auch begründen.
      Die Bienen haben ausschließlich diese runtergefallenen Waben seitlich angebaut. Wir hatten also kein Problem damit, alle Waben, die opbemn fest waren, waren seitlich frei. – Lästig ist das schon, ok, aber überhaupt nicht schwierig- einmal mit einer langen Messerklinge da entlang, und schon ist das angebaute ab gewesen. Das wäre also auch im „laufenden Betrieb“ nicht schlimm gewesen.
      Schlimmer waren die Abrisse, Und wir wissen auch nicht so recht, was dagegen tun. Unsere neue TBH haben wir ja deshalb ein ganzes Stück niedriger gebaut- weniger schwere Waben reißen nicht so leicht…

      • Olli sagt:

        Ja naja es gibt ja Modifikationen der Oberträger mit einem Stäbchen um diese Abrisse zu verhindern. Abgerissene Waben im laufenden Betrieb raus zu holen ist nicht toll zumal die Waben ja ziemlich filigran angefasst werden müssen. Klar kann man dazu auch Handschuhe anziehen aber damit imkert es sich beschissen finde ich 😉 zermatschen tut man die Waben trotzdem. Ich kann mir also nicht vorstellen, wie man die Waben ohne größeren Ärger da raus schneiden will im laufenden Betrieb.
        Nur so als Vorschlag – stellt euch doch auch noch eine Rähmchenbeute hin z.B. Dadant oder 1.5 Deutsch Normal um auch einen Vergleich zu haben gerade in der Betriebsweise.
        Habe ich das überlesen oder warum habt ihr euch für eine THB entschieden?

        • Fjonka sagt:

          Wir wollten keine Rähmchen bauen, keine Mittelwände löten, nicht viel Honig ernten – insgesamt nicht so viel Arbeit haben und mehr „Natur gucken“
          Und: ja, abgerissene Waben im laufenden Betrieb rauszuschneiden, das stelle auch ich mirt sehr, sehr doof vor. Deshalb ja uch, wie gesagt, die 2. in kleiner… das mit den Shaschlikstäbhcne hab ich auch bereits gelesen, ist ein Versuch geplant. Man liest von „grandios“ bis zu „klappt nicht, die bauen drumrum“ Alles…

          • Olli sagt:

            Ach so – Rähmchen gibts aber zu kaufen. Ich kaufe mir fertig zusammen gebaute und gedrahtete – kosten mehr aber sparen Arbeit und Zeit. Dann löte ich oben eine Wachsnat dran mit dem Lötkolben und fertig. Eure Voraussetzungen sind auch meine – ich habe keine Lust auf viel Arbeit, will eigentlich nur meinen Eigenbedarf decken (welcher sich auf ca 30 Kilo pro Jahr einschwenkt) und Spaß haben.

            Ich hatte damals mit der Warre angefangen und das war im Nachhinein ein Klogriff. Mittelwände löte ich für die Honigräume aus verschiedenen praktischen Gründen und das ist auch keine große Sache und geht schnell.

            Zumindest bin ich jetzt wirklich ganz dolle froh mit meinen Kisten weil alles so läuft wie gewollt mit maximalster Flexibilität. Ich hoffe ihr kommt auch da hin.
            Übrigens nicht das Imkern macht wirklich Arbeit sondern das Honig schleudern und Abfüllen. Das ist auch anstrengend.

            Ich will jetzt bloß noch irgendwann mal meine Mittelwände selbst machen wenn ich mich mit dem Wachsaufarbeiten irgendwie angefreundet habe.

            • Fjonka sagt:

              Habe grad mal die Bienen-Artikel bei Dir durchgeklickt, aber beim schnellen überfliegen nichts gefunden, was den Wechsel begründet- was hat Dir denn an der Warré- Beute nicht gefallen? Interessiert mich, weil ich gedacht hätte, daß das evtl eine Alternative sein könnte, falls die TBH sich doch als zu unflexibel erweist (keine Honigräume zum aufsetzen/ Varroabehandlung …)

              • Olli sagt:

                Ja du hast nichts gefunden weil ich seit einem Jahr einen Artikel als Entwurf habe, drüber lesen wollte aber das nicht gemacht habe. 😉

                Was mir nicht gefallen hat? Naja einiges. Als vorteilhaft erwies sich, dass sie recht einfach zu bauen war und sie hat meinen Einstieg in die Imkerei bereitet. Aber nach einem Jahr zur Schwarmzeit fing es schon an. Königin suchen und Ableger machen. Das geht nur wenn man die Bienen mit Rauch durch ein Absperrgitter treibt. So ein Blödsinn – das regt die Bienen nur auf.
                Schwarmzellen brechen geht auch aber man übersieht auf jeden Fall welche und dann nachschwärmt das Volk vielleicht doch.
                Die ganze Fütterungsgeschichte ist völlig suboptimal und falsch angepriesen. Es wird gern behauptet die Warre sei naturgemäß und man würde auf Honig überwintern. Das geht aber bei unseren Trachtverhältnissen nicht. Wenn man zufüttert hat man bei der originalen Betriebsweise Futter im Honig. Die Honigernte durch Zermatschen ist nichts halbes und nichts ganzes. Ich kann mir über das Volk nicht schnell einen Überblick verschaffen. Gerade als Imkereinsteiger und als advanced Einsteiger ist es wichtig und beruhigend zu wissen „da ist Brut in allen Stadien“. Sowas geht bei der Warre nur mit einem Korbmesser und dem Rausschnippeln von Wabenteilen. Warum soll ich mir das also antun und den Bienen? Diese ganze Geschichte mit dem Kissen fand ich auch völlig daneben weil das Kissen angefangen hat zu schimmeln – will ich Honig aus einem Bienenvolk was Schimmelecken hat?
                Die Warre ist für mich eher eine Blackbox – imkern im Blindflug.
                Ich behaupte kühn, dass die Warre unflexibel ist und man mit Rähmchenbeuten bei dem selben Arbeitsaufwand bessere Ergebnisse erzielt – besonders als Anfänger. Warre ist nicht wirklich einfacher oder naturgemäßier – das ist Propaganda.

                Ich hätte die THB noch als bessere Alternative zur Warre gesehen aber erfahrene Imker im Imkerforum haben davon auch abgeraten – da ist wohl auch irgendwas mit dem Futtermanagement nicht so optimal (Futter das in den Honig kommen kann).

                „Alternative Beuten“ sind für mich passé – ich lehne mich mit der Betriebsweise an die der Demeterimker an und passe mir das so an das es mir gefällt. Arbeit will ich zumindest so wenig wie möglich haben aber Spaß.

                Der Artikel kommt noch – meine Frau hat mich drauf hingewiesen den doch bitte zu überarbeiten und frei zu schalten.

                • Olli sagt:

                  Ich habe mich jetzt zw Pizzateig, Pilzen und Käse noch mal ran gemacht diesen Artikel, der schon in der Tube steckte zu veröffentlichen. Den kannst du hier lesen (wenn ich verlinken darf) http://www.pflanzenblog-in.de/2012/05/05/unsere-imkerei-ein-ruckblick-2/

                  • Fjonka sagt:

                    Ja klar darft Du verlinken, das ist doch sehr interessant! Danke!
                    Ich glaube, ich habe ein ganz falsches Bild von Warre – ich hatte gedacht, sie sei Mobilbau wie in der TBH, aber eben mit mehr Flexibilität wg. der Zargen, aber wenn ich lese, was Du schreibst, dann täusche ich mich da wohl und Warre ist Stabilbau!?
                    Wie gesagt, ich hab mich mit Warre bisher nicht näher befaßt. Hatte es im Hinterkopf, falls … aber da wir bisher gut mit der TBH zufrieden sind, gab es keinen Anlaß zur näheren Beschäftigung. Wir müssen sooooo viel lernen, da hab ich dafür keine Kapazitäten übrig 😉

                    • Olli sagt:

                      Ja Warré ist Stabilbau – oben und an den Seiten schön fest gebaut.
                      Ich wünsche euch aber viel Erfolg und bin gespannt wie ihr das Jahr verbringen werdet.

                    • Fjonka sagt:

                      wordpress läßt mich nun nicht mehr direkt auf Deinen Kommentar antworten. Also an „falscher Stelle“:
                      das bedeutet für mich, daß ich mich mit Warre auch nicht mehr näher befassen werde. Stabilbau ist mit dem Herrn nicht zu machen (das war schon das k.o. für die Bienenkiste) und inzwischen meine ich, daß er da völlig richtig liegt.
                      Danke schonmal für diese Erkenntnis.
                      Und ein gutes Bienenjahr für Euch!

  2. rrhase sagt:

    Jedenfalls sieht das ganz anders aus als bei uns. Die Waben sind doch alle noch voll. Ist schon tragisch, wenn man sein einziges Volk verliert. Wieder ganz von vorne anzufangen ist hart. ich ueberlege, ob ich nicht doch mit mehreren Voelkern ins neue Jahr starten soll. Dann ist die Wahscheinlichkeit einfach groesser, das eines ueberlebt. Damit koennte ich auch meine eigenen Ableger machen und muesste nicht wie ein Bittsteller herumlaufen und nach Bienen suchen.

    tut mir leid fuer euch, ich fuehle mit

    Gruss RR

    • Fjonka sagt:

      Uns hat man schon anfangs gesagt: nicht mit weniger als 3 Völkern starten. Um zusammenlegen, Ableger machen und Verluste ausgleichen zu können. Aber wir (vor allem ich) wollten ja nicht hören- nun ist die 2. TBH im Bau, aber wir müssen hoffen, überhaupt Bienen dafür zu bekommen. Und dann versuchen wir’s mit zweien…. aber ich meine immer noch, langsam beginnen war und ist richtig.

  3. Bibo59 sagt:

    Das war auch mein erster Gedanke: Die Reste für die neuen Gäste? Kann das gut gehen? Aber Varroen halten sich nicht auf den alten Waben, oder?

    • Fjonka sagt:

      neee, die halten sich zum Glück nicht.
      Da brauchen wir uns keine Gedanken drum machen.
      Die Varroen leben eh auf den Bienen oder aber in der Brut auf den Maden- und Brut ist keine da. Also: keine Bange, was das angeht.

  4. Mrs-Go sagt:

    Wenn selbst die „Profis“ so immense Totalausfälle haben, liegt es mit Sicherheit nicht an euch, sondern an den schlechten Bedingungen. Traurig ist es alle mal.
    Ich wünsche euch aber ein schönes neues Bienenjahr 2012 – auf dass es mit einem neuen Volk bei euch demnächst wieder fleißig brummselt!
    🙂

  5. Bea sagt:

    Vom Imkern habe ich ja null Ahnung. Ich habe nur überlegt, ob es wirklich so gut ist, neuen Bienen die „Reste“ anzubieten. Was, wenn da irgendwelche krankmachenden Keime drin waren bzw. drin sind?

    Aber vielleicht ist dieser Gedanke vollkommener Quatsch.

    • Fjonka sagt:

      Quatsch ist das nicht: es gibt einige solcher übertragbaren Bienenkrankheiten- aber die verursachen Symptome, die selbst wir hätten erkennen können/ müssen, wenn unsre Bienen sie gehabt hätten.
      Insofern: Entwarnung.
      Ich denke, daß stimmt, was wir gesehen haben am Gemüll und was auch die Diagnose unsrer Patenimkerin war, als sie die letzten Male reingeschaut hat: zu starker Varroenbefall mit allen Nebenwirkungen.
      Und dieser starke Befall wiederum ist überall zu verzeichnen und Folge des besch**** Sommerwetters.

  6. Och Mönsch, lass dich mal feste knuddeln!

  7. Ravens-Eye sagt:

    Ich bin ja nach wie vor der Überzeugung, dass Ihr sorgfältig Euer Bestes getan habt und es einfach ein „schlechtes Bienenjahr“ war, widrige Umstände, das nasse Wetter usw. Wer weiß denn schon, wie viele wilde Völker (gibt’s sowas noch in D?) diesen Pseudosommer auch nicht oder nur mit Einbußen überlebt haben?

    Finde die weitere Vorgehensweise toll, das nenne ich Leben ehren!

    Viel Erfolg mit den nächsten Bienchen! 🙂

    • Fjonka sagt:

      ja, das ist ganz sicher so- wir haben erst gestern gehört, daß selbst von dem Leiter unseres Imkerkurses, der seit über 20 Jahren imkert, nur 2 von 17 Völkern momentan noch leben- und unsere „Imker-Freunde“, die ein Jahr vor uns gestartet waren, haben noch 2 von fünfen. Wobei es einem davon ziemlich schlecht geht.
      Und diese Nachrichten hört man überall.
      Traurig ist es trotzdem.

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