Dor bin ick to huus (oder so)

Ursprünglich rheinisch, jahrelang unterfränkisch und immer schon tiefinnerlich norddeutsch, bin ich nun schon seit fast 23 Jahren Wahl-Angeliterin.

Und immer noch bin ich gerne hier. Dafür gibt es einige Gründe, aber einen großen Anteil haben die Dörfer und mit ihnen die Häuser hier. Und da ich, wie ja bereits hier und da erwähnt, eher orts- als menschenbezogen bin, meine ich jetzt keinesfalls die sozialen Strukturen oder die Bewohner dieser Dörfer, sondern ganz wörtlich: die Dörfer.

Keine ausufernden Neubausiedlungswucherungen mit pflegeleichten depressionsfördernden Bodendecker- Koniferen- „Gärten“- wie sie im Rheinland leider an der Tagesordnung sind

70er-Jahre- Stadtzentrum im Rheinland *schauder*- man beachte: auch nach der Jahrtausendwende noch nette 70er-Jahre-Bepflanzung. Aber das ist ja in der ganzen Republik leider so, nicht nur dort.

Keine engen, dunklen, mit riesigen Hoftoren sich abschottenden und sich durch ihre Farben (graugrün, grauorange, graublau, grau,  graugelb sowie graurosa) noch extra verhäßlichenden Häuserschluchten mit winzigen Fenstern, die, inzwischen der traditionellen Fensterläden beraubt, wirken wie Schießscharten im Bunker – wie in Unterfranken üblich.

graugelb und grauweiß – allerdings in recht hübschen, frisch sanierten Fassaden

Nein, hier gibt es traditionell Ansammlungen von rotem Backstein, ergänzt durch Reetdächer, verfeinert mit Angeliter Grün (wird auch weniger, ja, ich weiß) sowie, wenn denn Farben, dann FARBEN: weiß, sonnengelb, friesisch blau, orange- und alles ohne einen Hauch von „grau-“ davor. Man merkt den skandinavischen Einfluß. Klar, schlicht und freundlich, warm soll es sein. Und ist es. Obwohl es natürlich auch hier architektonische Selbstverwirklichungsorgien aller Nachkriegsjahrzehnte gibt, klar. Und individuelle Eigenheim-Verscheußlichungsmaßnahmen in augenzerfressender Vielfalt. Doch hier hat der Krieg nicht so schlimm gehaust wie anderswo, und deshalb ist noch recht viel vom schönen alten erhalten.

Und es gibt, wovon ich eigentlich schreiben wollte: Gutshöfe, Herrenhäuser, Schlösser – alles auch ein Nümmerchen kleiner und bescheidener als anderswo, und oft recht versteckt. Und weil man sie so schlecht findet, fand ich die verlinkten Seiten fein. Sind recht unprofessionell, aber vieles davon ist ganz in unserer Nähe, und wenn ersteinmal der Winter uns aus seinen Klauen entlassen hat, hätte ich nicht übel Lust, beim ein oder anderen dieser Prachtstücke mal weiter-zu-ixquicken und bei denen, die man angucken kann, mal längszufahren.

P.S. Fotos: wikimedia commons – hier ist naturgemäß (weil die Leute ja meist nicht ihre schlimmsten Fotomotive frigeben) nicht genau das zu finden, was ich oben beschrieben habe. Leider aber auch kein schönes Beispiel des hiesig-schönen. Vielleicht geh ich ja, wenn das Wetter mal besser wird bzw ich mal wieder im Urlaub in den alten Heimaten bin, selbst knipsen, und dann zeig ich Euch, was ich meine….

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5 Kommentare zu “Dor bin ick to huus (oder so)

  1. Mich wunderts, dass du die Blauglänzenden Dachziegel nicht extra erwähnt hast, bei den Selbstverwirklichungsbausünden….

    • Fjonka sagt:

      Naja, wenn ich mit den Einzelheiten einmal aninge…. keine Ahnung, was wordpress für Buchstabenlimits hat… *g*
      blauglänzende Dachziegel, weiße Klinker (HIER!! Wo binnen 2 Jahren alles voller Algen und Moose ist!!!), schlecht proportionierte Möchtegern- Sprossenfenster, Vollwärmeschutz, der alles kaputt macht, was an einem Haus mal schön war, – ach, da tät‘ ich ja kein Ende mehr finden, wenn ich da anfangen täte!

  2. Ravens-Eye sagt:

    Ok, hab’s jetzt auf dem großen Bildschirm gesehen, dass es Muennerstadt ist.

  3. Ravens-Eye sagt:

    Was Dir alles auffällt… also unsere Gemeindebepflanzung fällt mir nur auf, wenn mal wieder ein (sportliches) Großereignis stattfindet und kurz davor überall neue Blumen und Sträucher gesetzt werden *Augen verdreh*

    Das zweite Bild, ist das nicht F****h**m??? Den Brunnen kenn ich doch?

    Bin gespannt auf Deine eigenen Bilder der Gutshäuser und Schlösser, von den Selbstadrstellungsbildern her kann man ja oft nicht viel sagen. Schaut mir aber nach guten Freilassorten aus 🙂

    • Fjonka sagt:

      Naja, ich bin ja eh ’ne Blümchenguckerin, und wenn dann jedes Jahr wieder zwischen den immergleichen häßlichen Bodendeckern ein paar Primelchen gepflanzt werden, statt mal ein paar vernünftige, sich selbst vermehrende und den Tieren helfende Stauden zu pflanzen, dann kann mich das schon ziemlich nerven!
      Immerhin gibt’s ja auch einige Osterglocken….
      Ja, das ist Münnerstadt auf dem 2. Bild, in Unterfranken.:-)

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