From Dreckwachs to Kerze per trial and error

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Hm. So weit, so gut. Irgendwie hat das alles nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben extrem wenig Wachs gewonnen, das Gefühl ist: sehr viel ist in den Schmutzresten, die wir weggeworfen haben, hängengeblieben. Vor allem bei der ersten Hälfte. Wir haben aber nicht wirklich eine Idee, wo unser Fehler liegt, schließlich haben wir’s so gemacht, wie es im zuvor erwähnten Bienenkisten-blog beschrieben ist. Und was ich bislang ausprobiert habe von dem, was die beschrieben haben, hat immer wunderbar geklappt.

Letztlich werden wir, auf unseren Erfahrungen von heute basierend, beim nächsten mal so vorgehen:

  1. Wachspampe mit Wasser aufsetzen, erwärmen (nicht „mit Wasser auffüllen“, es reicht so viel Wasser, daß unten vielleicht 5 cm stehen)
  2. Wenn das Wachs flüssig ist, zur Grobreinigung die Pampe durch ein Sieb oder Fliegengitter in einen anderen Topf gießen.
  3. Nochmal erwärmen (WASSER!)
  4. Topf einwickeln, langsam abkühlen lassen
  5. Wachsplatte rausnehmen (durch das abgeschiedene Wasser geht das erstaunlich gut!), Schmutz mit dem Stockmeißel abschaben
  6. Wenn nötig, ab Schritt 3 wiederholen, bis das Wachs sauber ist.
  7. Wachskerzen brennen offenbar nur mit Runddocht gut. Und der muß richtigrum einliegen. Richtigrum ist: die Spitze der kleinen Vs, die man im Flechtwerk des Dochts erkennen kann, muß zur Kerzenunterseite zeigen. Aber Achtung: die spätere Unterseite ist beim gießen oben!
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9 Kommentare zu “From Dreckwachs to Kerze per trial and error

  1. derJungimker sagt:

    Hallo,

    Glückwunsch zur ersten Kerze. Nur wer selbst einmal diese Sauerei veranstaltet hat, kann eine mit eigenem Wachs gegossenen Kerze wirklich würdigen.

    Eure Meinung, nur so wenig Wasser wie nötig, teile ich nicht. Meines Erachtens sollte es so viel wie möglich sein, denn nur dann bekommt man die vielen Fremdstoffe aus dem Wachs raus.

    Versucht doch mal folgendes Vorgehen:
    So viel Wasser wie möglich erhitzen.
    Wachspampe (evt. nur einen Teil) einfüllen und mitkochen. Topf muss bis fast ganz oben voll sein.
    Sieb oben in den Topf einhängen (das Sieb schwimmt quasi im Topf und der grobe Schmutz wird nach unten/außen gedrückt).
    Aus dem Sieb mit einer Kelle oder Tasse das Wasser mit dem gesiebten Wachs in einen zweiten Topf oder Eimer abschöpfen.

    Der Gedanke dabei, der ganze Schmodder wird solange gekocht, bis sich der größte Teil des Wachses gelöst, nach oben gestiegen und abgeschöpft ist. Dann das Sieb über das abgeschöpfte Wachs halten und den Inhalt des Topfes durch das Sieb zum Wachs gießen. Alle Fremdstoffe wegschmeißen. Wachs einmal abkühlen lassen.
    Das abgekühlte Wachs auf der Unterseite evt. abkratzen, noch einmal mit viel sauberem Wasser aufkochen und durch einen Nylonstrumpf/-strumpfhose, Farbe und Alter egal, in den zweiten Eimer umgießen und wieder abkühlen lassen. Voila.

    Quellennachweis: Der Gedanke die Suppe nicht durch das Sieb zu gießen, sondern das Sieb in die Suppe zu halten und das Gute herauszuschöpfen, habe ich in einer Kochsendung mit Alfons Schuhbeck gesehen. Zugegebenerweise allerdings in einem anderen Zusammenhang.

    Nach so vielen Kochtipps mache ich mich jetzt an mein Peshwari Naan.

    Gruß an Herrn F.

    derJungimker

    • Fjonka sagt:

      Der Herr hat natürlich sofort neugierig mitgelesen 🙂
      Wir können ja nun nicht den „Versuch 3“ starten (mangels Wachs) – aber wir meinen einstimmig: ist einen Versuch wert!
      Bericht im nächsten Jahr (bzw. hoffentlich noch in diesem. Nach der nächsten Wachs-Ernte eben) an dieser Stelle
      Guten Appetit gehabt zu haben!!

  2. Sabienes sagt:

    Hübsche Sauerei!
    Hätte mir auch gut gefallen … 😉

    LG
    Sabienes

  3. neckarhex sagt:

    Was für eine schöne – und schwerverdiente – Kerze! Hut ab vor eurem Einsatz und eurem Pioniergeist!

    Mal eine vielleicht blöde Frage: weshalb arbeitet ihr nicht mit Wasserbad? Ich hab in grauer Vorzeit mit Leidenschaft Kerzen aus Resten gegossen, aber grundsätzlich alles im Wasserbad gemacht. Je nach Menge des „Wasserbades“ blieb das Kerzenwachs schön lange flüssig, was insofern wichtig war als ich Schichtkerzen mit farbigen Schichten gemacht habe. Aber wenn ich mich recht erinnere blieb da alles an alten Dochten und Rußresten scön unten am Topfboden, und ich habe das Wachs fürs Gießen oben abgeschöpft.
    Ich weiß, daß Bienenwachs sehr viel hartnäckiger ist, aber theoretisch müßte das auch so funktionieren. Vor allem könnte man ggf. durch einen Rechaud mit Teelicht die wärmende Temperatur des Wasserbads so weit senken, daß der langsame Kühleffekt auch erreicht werden müßte? Und später durch fortlaufende Entnahme des heißen Wassers oder Ersetzen durch Kaltes?

    Einen Nachteil hat diese Methode – ich weiß nicht ob das bei Bienenwachs auch so wäre: es entsthet auf Dauer ein ganz feiner „Wachsdunst“, der sich auf die Topfwände und Küchenoberflächen legt. Meine Eltern haben mich deshalb später mit dem Campinggasherd auf die Terrasse verbannt.
    Allerdings hat der Prozeß bei mir viele Stunden gedauert und das Wasserbadwasser war die ganze Zeit leicht am Köcheln, weil a) das Gießen der Farbschichten sonst nicht hingehauen hätte (ich mußte ja unbedingt alle Kerzen anders ringeln, brauchte also ständig alle Farben zur Verfügung) und b) sich das Wasserbad auf dem Elektroherd nicht ausreichend gut regulieren ließ. Seit ich einen Gasherd habe finde ich letztern Punkt viel angenehmer, auch wenn ich seither Wasserbad nur noch für kulinarische Zwecke benötigt habe.

    • Fjonka sagt:

      Ganz einfach: wir haben keinen Topf, der groß genug wäre …
      denn Wasserbad wird durchaus empfohlen. Zerstossenen Waben haben aber extrem viel Volumen, so daß selbst der große Topf von Marga nur für die Hälfte reichte. Den können wir unmöglich ins Wasserbad stellen!
      Aber der Sinkflug der schwereren Reste klappt ebenso gut im mit wenig Wasser erwärmten Wachs. Bei „unserem“ Schmutz handelt es sich aber leider zum großen Teil um Verpuppungshäutchen und Chitinpanzerstücke etc- die schwimmen blöderweise obenauf. Was wir ja beim 2. Versuch dadurch einigermaßen in den Griff bekommen haben, daß wir das ganze erstmal durchs Sieb gegossen haben.
      Aber vielleicht schaffen wir uns ja doch irgendwann mal einen „richtigen“ Wachsschmelzer an, mal sehen….

      • neckarhex sagt:

        Ah, ok. Von welchen Topfgrößen reden wir denn? Nach diversen Haushaltsauflösung in der Verwandschaft könnte das eine oder andere alte Emailleteil noch bei meinen Eltern herumstehen, das euch dienlich sein könnte. Und wenn nichts dazwischen kommt ziehen wir im Sommer ja wieder gen Norden… ;o)
        So ein Wachsschmelzer dürfte ja nicht ganz preiswert sein; da wäre ggf. ein preiswerter oder gebrauchter, standfester Campingbrenner und ein Satz billiger Töpfe vom Türken, Chinesen oder Ebay eine Alternative? Ich hab früher öfter mal für Jugendgruppen gekocht, und das riesige-Mengen-Topfproblem wurde immer so gelöst. Man muß gerade fürs Wasserbad auch nicht unbedingt einen runden Topf haben, sondern eine Emailleschüssel oder ein entsprechender Bräter tun es genauso, und Alu erst recht. Und alles, was keine Elektroherd-Sandwichböden braucht ist gleich mal eine ganze Ecke billiger. Ich bin sonst absolut kein Billigkäufer, aber für solche Zwecke würde ich auch keinen Großküchen-Cromargan-Topf ins Auge fassen. 😉 (Sagt eine, die mit ihren billigen Töpfen aus der Studentenzeit auf dem Gasherd immer noch bestens auskommt… )

        Aber das mit den Verpuppungshäutchen etc. verstehe ich jetzt erst richtig – klar, das muß besonders mühsam sein. „Abfischen“ bzw. durchs Sieb gießen ist da mit Sicherheit ersmtal die beste Methode.

  4. Fjonka sagt:

    Natürlich ists den ganzen Aufwand NICHT wert, und ebenso natürlich werden wir’s im nächsten Jahr wieder tun, denn: immerhin eine Kerze, eine eigene! 😉
    Ich denke, ZWEI Kerzen könnten dann schon fast bei derselben Menge entstehen, denn beim ersten Mal haben wir wirklich sehr viel zu viel zusammen mit dem Grobschmutz weggeworfen.
    Und evtl ist das Verhältnis sogar NOCH (!) besser, weil normalerweise nicht so viel Grobschmutz drin sein sollte. Lag an den Umständen (Schwarm, Räuberei etc.)- durch die haben die Bienen jede einzelne winzige Wabe viel öfter bebrütet als „normal“. Denken wir. *g*

  5. Abenteuerspielplatz Küche!

    Ich wär ja jederzeit zu haben für so einen Baatzlkram, allein, um das mal auszuprobieren 🙂 Find’s auch gut, dass Ihr es bis zum Ende durchgezogen und ein schönes Resultat habt.

    Hinterher würd ich mich allerdings fragen, ob das den ganzen Aufwand wert war und es dafür steht…

  6. Immerhin ein Kerze, eine eigene! Und das Denglish ist auch neu, hab herzhaft gegrinst.

Platz für Klönschnack ...

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