Da.

Ja. Es IST dasselbe Haus. Und ich weiß, daß es sich inzwischen nochmals sehr verändert hat. Und „Veränderung“ lautet in dieser Woche das ehrenWort
1990 war ich fasziniert davon, wie unterschiedlich die rechte und die linke Haushälfte behandelt worden waren. Ich habe lange vor dem Haus gestanden und die Eindrücke in mich aufgesogen.

1995 dann habe ich es bei meinem erneuten Streifzug durch die Stadt zufällig wiederentdeckt und war sehr fasziniert. Aber auch verwundert, nachdem ich das alte Foto noch einmal herausgesucht hatte- denn ich hatte durchaus noch gewußt, daß ich so beeindruckt gewesen war- aber nicht mehr in Erinnerung gehabt, daß sich BEIDE Hälften so von dem jetzigen Eindruck unterschieden hatten. Jetzt plötzlich war die vorher hübschere rechte Seite das vernachlässigte Stiefkind. Aber trotzdem nach wie vor schöner als die linke Seite- denn die hatte man, so finde ich, zu arg „wie neu“ renoviert.

Vor einigen Jahren war ich wieder dort. Meine Erinnerung sagt, daß nun beide Hälften frisch renoviert wirkten, ich aber irgendwie ein wenig enttäuscht war- nun sah das Haus in seinem Umfeld so „normal“ aus, war nichts besonderes mehr. Ich bin gespannt, was sich seither getan hat, und ob meine Erinnerung mich wieder trügt.


Ich schwöre: als ich am Montag las, daß „Veränderung“ das Wort der Woche sei, mir sofort dieses Haus einfiel und ich diesen Artikel bis zum letzten Absatz fix und fertig geschrieben habe, hab ich mit keinem Gedanken dran gedacht, daß ich an diesem Wochenende zum ersten Mal seit 2 Jahren wieder in der schönsten aller Städte sein würde. Aber jetzt bin ich hier, und ich hab gesucht und gefunden. Hier isses, dasselbe Haus, geknipst am 17.3.2012
Schade, daß sie links die Balken schwarz gestrichen haben. Ich fands vorher schöner, und es würde auch besser zur rechten Hälfte passen. Und guckt mal rechts- unterm Fachwerk: Balkenenden statt Vries… aber irgendwie gefällt mir die ’95-Version insgesamt besser … Euch auch?

9 Kommentare zu “Da.

  1. Hi! Durch Dich habe ich Stories&Places entdeckt, vielen Dank dafür – und nun entdecke ich Dich dort. Mein Favorit ist das 1900er Haus, aber das hlft ja wenig.. 1995 … Ich kann mich für das unbewohnbar-Schöne nicht so erwärmen, davon habe ich in Ostdeutschland zu viel gesehen…

    • Fjonka sagt:

      Ja- das ist immer so ein Grundkonflikt- einerseits, daß das kaputte so wunderschön sein kann und andererseits- daß es irgendwann so fürchterlich unrettbar kaputt ist. Und in den Mengen wie es früher in Ostd. zu finden war, konnte man ja uch kaum noch darauf hoffen, daß Alles gerettet werden könnte.
      Obwohl erstaunlich viel gerettet worden IST- und hier im Westen sehr viel sehr schönes in den Wirtschaftswunderjahren kaputt-renoviert wurde (und jetzt wieder wird dank des verdammten Vollwärmeschutzes *grrr*)

  2. tanïa sagt:

    Da hast Du aber echt ein spannendes Beispiel für Veränderung gefunden. Farblich gefällt mir die 95er Version auch am Besten, und bei der aktuellen Situation tendiere ich dazu, die rechte Seite schöner zu finden, weil sie doch noch etwas näher am Vorher-Zustand ist und auch nicht ganz so perfekt rüberkommt. Ich halte es da nämlich bei alten Häusern wie mit alten Autos und finde, diese auf Neuzustand restaurierten Oldtimer verlieren ihr gelebtes Leben ziemlich dadurch. Andererseits kenne ich auch das Dilemma: wenn man einmal dabei ist, zu renovieren/restaurieren, will man auch für lange Zeit Ruhe haben und macht am Ende eben doch oft ALLES neu. Ich freue mich jedenfalls über jeden Einzelnen, der sich die Mühe macht und so eine ARbeit auf sich nimmt, um Altes zu erhalten, statt wieder nur irgendwo in einem gesichtslosen Neubauviertel zu bauen…

  3. Sabienes sagt:

    Erstaunlich, wie toll das Haus nach der Renovierung geworden ist!
    Das kostet nicht nur einen Haufen Geld, das braucht auch viel Liebe!
    LG
    Sabienes

  4. neckarhex sagt:

    Stimmt, die 95’er-Version ist auch mein Favorit. Sieht am natürlichsten, authentischsten und symmetrischsten aus… 😉
    Darf man fragen, welches diese schönste aller Städte ist?

    • Fjonka sagt:

      Natürlich darf man!
      LÜBECK isses 🙂

      • neckarhex sagt:

        😀 Das muß ich einer lieben Internetfreundin erzählen – denn die lebt da. Auf der Hinreise letztes Jahr nach Schweden haben wir sie besucht, bzw. hatten es vor – es reichte dann nur für eine ultrakurze Stippvisite, da die Fähre wartete und wir ein paar Stunden im Autobahnstau verschwendet hatten. Meine Haupterinnerung an Lübeck besteht bisher aus der Erfahrung, daß die Parkhäuser da sehr seltsam gebaut sind: in „unserem“ hatten die Stellplätze so eine Schräglage, daß mir beim Aussteigen die Autotür aufs Gesicht geprallt ist und meine Brille fast geschrottet hat.
        „Häuser gucken“ war leider kaum möglich, aber Deine Bilder machen entschieden Lust drauf.

  5. Faszinierend, wie sich die Häuschen aneinender“kuscheln“ 🙂

    Stimmt, die 1995er Version finde ich auch am charmantesten.

    Hmm, und so sehr ich auch sonst fürs Assymetrische, Gegenläufige, *Nur-Fast*-Perfekte bin, bei diesen beinahe symmetrischen Haushälften hätten sich die Nachbarn vielleicht doch absprechen sollen, statt das Individuelle zu betonen.

    Beide sind aber um einiges hübscher als die 90er Ausgabe 😐

    Ganz nebenbei hab ich mit ein bisschen Hilfe vom Internet noch gelernt, was ein Vries bzw. Fries ist (Forestle möchte die Schreibweise mit F)

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s