Nicht bearbeitet!

Wirklich, dieses Häuschen steht ganz genau so in Kappeln rum. Ich hab da nichts nachträglich einmontiert oder so!

Eh eine maritim angehauchte Straße, die Prinzenstraße dort- jede Menge Schiffsschrauben und Bojen in Vorgärten, schmiedeeiserne Leuchtturmsilhouetten an Hauswänden, Taue statt Gartenzäune – und auch dieser Hausbesitzer fügt sich ein: Positionslichter, bunt angemalt, und wo kein Garten ist, da findet doch immerhin eine winzige Schiffsschraube Platz an der Wand.

Aber man ist dann doch Individualist: ein Hauer aus dem Bergbau statt Möven, Segelschiffen oder den oben schon erwähnten Leuchttürmen- sehr ungewöhnlich. Ebenso ungewöhnlich wie die fast schon arabisch anmutende Form des Fensterchens über dem alten Kunstwerk… es hätte mich ja schon interessiert, was diesen bärtigen König (Gott?) mit den Engeln an die Hauswand gebracht hat- vielleicht eine wundersame Rettung aus der Seenot mitsamt zugehörigem Versprechen („Wenn ich aus diesem Schlamassel je wieder rauskomme, dann kommst Du, o Herr, samt Deinen Engeln an meine Hauswand in Kappeln an der Schlei“?) Oder ein einsamer Katholik, der sich in der heidnischen (protestantischen! Das ist fast noch schlimmer!) Diaspora bekennen wollte? Ich werde es wohl nie erfahren….

 Diesen Beitrag habe ich auf stories and places verlinkt.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Stadtbild.

8 Kommentare zu “Nicht bearbeitet!

  1. knotensusi sagt:

    ganz entzückend 🙂

  2. neckarhex sagt:

    Was für ein Kleinod! Danke fürs Teilen.

  3. Ein letztes zu meiner Bergmann-Theorie. Ein bisschen Stöbern ergab, das nicht nur der neue Landarzt von Deekelsen (alias Kapplen) Dr. Bergmann heißt, Bergmann ist wohl tatsächlich ein gebräuchlicher Nachname in Kappeln. Vielleicht hatte ein Mensch namens Bergmann einfach ein bisschen viel Fantasie und ein bisschen wenig Geschmack und was draus gebastelt.

  4. Noch was:
    „Der an der Schlei gelegene, insbesondere von Fischern und Schiffern bewohnte Ort hat seinen Namen von einer 1357 erstmals bezeugten Kapelle, die wohl dem Schutzpatron der Seefahrer, dem heiligen Nikolaus, geweiht war. Aber nicht dieser, sondern der Schutzheilige der Fährleute, St. Christophorus, wurde 1870, als der Flecken zur Stadt erhoben wurde, neben sechs Heringen als Zeichen für den Heringsfang in der Schlei, in das Stadtsiegel aufgenommen.“
    (http://www.schleswig-holstein.de/LA/DE/06Wappenlandschaft/0604Wappenrolle/0604Wappenrolle_node.html?Aktion=Datenblatt&ID=323)
    Der Bartonkel ist vielleicht der Nikolaus. Das erklärt immer noch nicht den Bergmann aber vielleicht hat man früher die Heringe mit Spitzhacke und Gaslampe gefangen? *grübel*

  5. Na, ich finde der Sensenmann ist mehr ein Bergmann. Gabs sowas bei Kappeln? Vielleicht hat’s einen dahin verschlagen und er hat ein Stück „Heimat“ mitgenommen. Schön ist ja was anderes…

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