Brum-selige Pfingsten

Als wir heute morgen zu den Rotdachimkern aufbrachen, die die Leute, die ihren Bienenschwarm bekommen hatten, mal kennenlernen wollten (und wir sie!!), ahnten wir noch nicht, daß uns statt netten Klönschnacks und „Bienkiek“ ein echtes Abenteuer mit gutem Ausgang erwarten würde.

Aber von vorn.

Nach einer Fahrt durch „Angeln wo’s am schönsten ist“ kamen wir pünktlich um 11 Uhr bei den Rotdachimkern an, einem sehr netten Rentnerpärchen mit 2 TopBarHives. Sofort konnten wir sehen, daß deren TBH völlig anders sind als die unseren

Kürzer, höher, das Flugloch in der kurzen Seite- ein ganz anderes Bild. Aber wieso sitzen so viele Bienen draußen vor? Wir wurden schon telefonisch vorgewarnt, vorsichtshalber doch Schutzkleidung und Schwarmkasten mitzubringen, denn gestern gab es eine dramatische Schwarmfangaktion, bei der wohl Einiges schiefgelaufen war und der Imker dadurch auch ordentlich Stiche abbekommen hatte. Und man könne sich denken, daß eventuell ein Nachscharm fallen könnte, denn die Bienen seien immer noch recht aufgeregt. Ok. Wir saßen also gemütlich beim klönen und waren nur einen Moment nach innen gegangen, um uns den Oxalsäureverdampfer und die (auch etwas anderen) Top Bars zeigen zu lassen- da war’s passiert- beim rauskommen dieses Bild:

Der Himmel hing voller – Bienen! Ein imposantes Schauspiel!

Nach etwa 10 Minuten war das meiste schon vorbei.

Reste der buchstäblich aus dem Flugloch herausgequollenen Massen begeben sich zurück in den Mutterstock und unsere Aufgabe bestand nun darin, der Schwarmtraube, die sich in einem Sommerflieder schön brav auf Kopfhöhe und gut erreichbar zu bilden begonnen hatte, Zeit zu geben, sich fertig abzusetzen. Dann hieß es „abklopfen“. Der Herr bei den Bienen, ich den Schwarmkasten in Händen unter der Traube. Ein paar Mal ordentlich geschüttelt und das meiste war im Kasten. Nun warten. Ist die Königin mit drin? Dann würden die Bienen bald zu sterzeln beginnen, um ihren Schwestern den Weg zu weisen- und siehe da, sehr schnell passierte das auch und wir durften beobachten, wie die Wolke an Schwarmbienen immer kleiner wurde und immer mehr Brumseln im Kasten verschwanden. Wir hatten tatsächlich selbst den Schwarm für unsere Villa Brumselia schwärmen sehen und eingefangen! Meine Mundwinkel gingen von der Schlei bis zur Ostsee, glaub‘ ich 🙂

     

Na, prima! Jetzt noch büschen entspannt sitzen und schnacken, dann den Kasten in die Hand genommen und ab nach Hause. Dachten wir. Pfeifendeckel!! Keine Stunde hatten wir gesessen, da gabs auf einmal Alarm in der 2. TBH!

 

Der 2. Schwarm setzte sich etwas ungünstiger hin, aber auch hier konnten wir wohl die Königin mit abschütteln, und als wir gegen halb sechs abends erschöpft mit unseren Bienen unter dem Arm gen Heimat zogen sah es so aus, als ob auch hier alles paletti wäre.

Jetzt sitzen unsere Bienen im Keller. Morgen nachmittag dürfen sie dann in die Villa Brumselia einziehen.

Dieser Schwarm ist ein Nachschwarm. Das bedeutet erstens, er ist erheblich kleiner als der erste (die Waage zeigte mit Karton kein Kilo an) und zweitens, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die Königin noch unbegattet ist. Sie wird dann in den nächsten Tagen zum Hochzeitsflug aufbrechen- eine gefährliche Reise, von der sie hoffentlich gut heimkehren wird. Wenn nicht, werden wir das erst eine ganze Ecke später merken, weil in diesem Fall eine Arbeiterin zur Ersatzkönigin berufen würde. Sie kann aber logischerweise nur unbegattete Eier legen, was wir dann daran merken würden, daß wir nach ca 20 Tagen nur Drohnenbrut vorfänden. Dann müssten wir gucken, daß wir eine begattete Königin nachkaufen könnten… oder das Volk auflösen…. aber wir hoffen erstmal auf den „Normalfall“ der erfolgreichen Hochzeit.

Herzlich willkommen bei uns, Du erster selbst gefangener Schwarm 🙂

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 2.

8 Kommentare zu “Brum-selige Pfingsten

  1. Bibo59 sagt:

    Boah! Der Artikel ist mir komplett durchgegangen, weil ich Pfingsten ja nicht zu Hause war und wenn, dann mit Besuch. Ich hatte mich nur gewundert, wo denn plötzlich die neuen Biens so schnell hergekommen sind.
    Muss toll sein, den eigenen Schwarm zu fangen. Hoffentlich ist Madame schon begattet. Ich habe Bienenfreund auf dem Balkon, aber keine Bienen und dieses Jahr auch ziemlich wenige Hummeln. 😦

  2. Marianne sagt:

    Wie gesagt, das hört sich gefährlich an.Ich hoffe nur, ihr habt diesman mehr Glück mit den Bienchen.

  3. Hoefi sagt:

    Wow! Super! Das war bestimmt ein tolles Erlebnis.

    Was ich nicht ganz verstanden hab: Habt ihr jetzt 2 Schwärme in der Kiste? Das geht ja wohl kaum, oder?
    Oder hab ihr einfach nur geholfen auch den 2. Schwarm zu fangen?

    • Fjonka sagt:

      Beim 2. haben wir nur geholfen, der geht woanders hin 🙂
      Nee, 2 in einer Kiste würde den Tod einer der Königinnen bedeuten. Oder den Wiederauszug einer Hälfte vorher.

      • Rosenfrau sagt:

        Aaaah – das war auch genau meine Frage…
        Dann Glückwunsch zum ersten selbst gefangenen Schwarm und toi, toi, toi für alle Fjonka-Brumseln!

  4. neckarhex sagt:

    Wahnsinn, das ist ja ein richtiger Krimi! Und wie schön für euch! 😀 😀 😀
    Ich drücke ganz fest die Daumen für ein gutes Gelingen!

  5. Oh, wie spannend!! Ich freu mich so für euch!!!

Platz für Klönschnack ...

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