Ein typischer Fjonk

An unserer Wintergartentüre haben wir schon seit Frühjahr ein kleines Problem: die Tür hat eine Gummidichtung, und ich habe noch eine zusätzliche in den Rahmen geklebt, weil sich das ganze etwas verzogen hatte und dadurch ein kleiner Spalt entstanden war. Nun klebten diese beiden Dichtungen an einer Stelle beim öffnen aneinander, und langsam, aber sicher löste sich dadurch die Türdichtung aus ihrer Falz.

Erste Maßnahme von Herrn und Frau F. bei solchen Sachen: ignorieren. Vielleicht gehts ja von allein weg…

Klappte nicht. Bis vorletzte Woche waren’s schon an die 30cm, die bei jeden türöffnen aneinanderklebten. Der Herr hatte schon mehrfach angemerkt „Da müssen wir mal was tun!“, ich hatte schon ein paarmal gesagt „Ja, stimmt!“- aber, verdammt noch eins- das hatte auch nicht geholfen.

Also bin ich eines energiereichen Tages zur Tat geschritten und habe beide Dichtungen mit Tesa beklebt. Das hat geholfen, wie sollten auch die ollen Dichtungen weiter aneinanderkleben, wenn 2 Tesa-Lagen sie daran hindern?

Allerdings war selbst mir klar, daß wahrscheinlich die Hilfe nur von kurzer Dauer sein würde. Eigentlich hatte ich vorgehabt, die selbstangeklebte Rahmendichtung abzulösen und zu ersetzen, aber das war daran gescheitert, daß sie nicht nur an der Türdichtung, sondern auch da, wo sie es sollte, nämlich am Rahmen, bombenfest klebt.

Zwei Tage nach meiner Tesa-Aktion kam Besuch vom Michelmann. Der Michelmann ist ein ganz besonderer Mensch. Einer der bewundernswerten Sorte insofern, daß er ALLES kann. Dachdecken, verputzen, Fenstereinbauen, Drainagelegen, Mausefallen bauen, tollen Garten anlegen, Auto schrauben, egal, was: der Michelmann kann das.

Und dieser Michelmann geht also mit mir raus in den Garten und so ganz nebenher, im raustreten aus der Wintergartentüre, sagt er einen Satz, der dazu führt, daß ich mir vor den Kopf haue, mit den Augen rolle, stöhne und in den Keller renne- aber alles erst, als der Michelmann schon wieder weg ist, denn die Blöße mag ich mir in dem Moment nicht geben.

Der Michelmann sagt nämlich angesichts der unter dem Tesa noch sichtbaren Klebe-Dichtungs-Reste:
„Da gehört mal Gummipflege drauf“
Sprach’s und hat’s auch schon wieder vergessen, sowas läuft bei so Einem ganz nebenher…..

In mir allerdings arbeitete es. So lange, bis der Michelmann wieder weg war und ich – ich erwähnte es ja schon- endlich stöhnen, mir vor den Kopf schlagen, mit den Augen rollen und sagen konnte „Ja, kann denn das wahr sein?????“
Dann lief ich in den Keller, holte die dort friedlich herumstehende Buddel mit Gummipflege, zog den Tesa von den Dichtungen, besprühte sie mit der Gummipflege – und seitdem ist Ruhe….

——————————————————————–

Übrigens:

Dem Herrn hab ich’s auch erzählt. Ich sagte: „Ist Dir eigentlich aufgefallen, daß die Dichtungen an der Wintergartentür nicht mehr kleben? Letzt‘ war doch der Michelmann da-“ An dieser Stelle wurde ich vom Herrn mit einem halb gestöhnten, halb ausgerufenen „GUMMIPFLEGE!“ unterbrochen.
Mein fragender Blick sprach wohl Bände. Der Herr lachte und sagte: „Du sagts „Türdichtung“ und „Michelmann“- und schon fällt’s mir ein! Aber vorher die ganze Zeit nicht, da hatte ich nur gedacht, wir müssen die auswechseln“

Advertisements

2 Kommentare zu “Ein typischer Fjonk

  1. Bea sagt:

    *grins*
    Brett vorm Kopf, das kenn ich auch.

  2. Äppelken sagt:

    Schön, dass es anderen Leuten auch so geht *gg

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s