Kleines Arschloch.

Am Morgen hätte ich ihn am liebsten hochkant rausgeschmissen, unseren Einzelkatz.  Aber es war schon zu spät.

Es hat damit angefangen, daß wir gestern den ganzen Tag über auffe Arbeit waren, dann für grad mal 10 Minuten daheim und dann wieder zur Abendverabredung los. Da war er schon höchst unleidlich. Gemaunzt, gequengelt – hungrig, einsam, was auch immer.

Dann kamen wir zurück – Aufstand. Maumaumau, Hin-und hergerenne, jammer, mau…. ok, jetzt gab’s Futter, danach war’s ruhiger. Kam mit hoch, der Kater, aber fand keine Ruhe. Nein, nicht hinlegen, nein, nicht kraulen. Spiel hier, jag da, maunz dort- und wieder raus. Ok, auch recht. Hat er wohl den ganzen Tag nur rumgelegen und ist jetzt auf action. Soll er sich ein Mäuschen suchen.

Dann war’s gaaaaanz plötzlich späte Nacht. Oder früher Morgen. Jedenfalls so gegen halb fünf.

Ein Theater vor der Katzenklappe. Scharr, scharr, schrei, maunz, kratz, scharr, kratz. Kennen wir ja schon. Immer mal. Aber diesmal gings, bis der Herr nach ner Stunde die Faxen dicke hatte und ihn verscheucht hat. Danach war Ruhe, aber des Herrn Nachtschlaf war beendet (was DIESE Sorte Geräusch angeht, bin ich glücklicherweise etwas unempfindlicher. Ich hab dann noch gut weitergeschlafen).

Aber das ist ja alles nur Vorgeschichte… Auch der nächste Morgen mit einem schier unendlich hungrigen Kater, der sofort nach dem Frühstück (seinem!) versuchte, von mir noch ’ne Zweitportion zu erbetteln- alles leicht nervend, aber zu Herbsthunger-Zeiten nichts neues.

Bis ich dann wieder gen Flurtreppe ging und diese hinaufsteigen wollte. Da dachte ich, jetzt trifft mich gleich der Schlag! Hier, bitte.

Und das ist der Zustand NACH glattziehen der kleineren Schlaufen (die sich glücklicherweise glattziehen ließen) in dem schönen, mühsam vom Paradiesapfel selbst genähten, neuen Vorhang.

Es ist ja nicht so, daß wir kein Leid gewohnt wären. Unser relativ neues Sofa haben wir inzwischen schon fast aufgegeben- obwohl wir nie ein Katz dran kratzen sehen, sieht es an mehreren Stellen so aus (und auf dem Bild wirkt’s weit schöner als in echt)

Wenn wir daheim sind, wird auch das durchaus nach zähem Ringen von ihm schon gewonnene Kratzbrett genutzt

(Dies hier ist bereits Nr. 2 in 4 Jahren, obwohl ich zuvor immer der Meinung war, daß Draußen-Katzen bitteschön DRAUSSEN kratzen sollen. Und das VOR Dicker, dem Zerstörer auch nie Thema war).

Aber das jetzt- das schlägt dem Faß den Boden aus!

Meine sofortige, spontane Idee war, daß ich jetzt die Faxen echt dicke habe: Der Kater kriegt ein gemütliches Plätzchen im Wintergarten hergerichtet, da kann er jederzeit rein und raus, und der Rest der Wohnung steht ihm offen, sobald wir daheim UND nicht im Bett sind. Der Herr, mit einer schäumenden Fjonka sowie einem SEHR unschuldig blickenden Kater konfrontiert, machte zu diesem Vorschlag ein SEHR gequältes Gesicht (nein, ich wollte nicht IHN aussperren. Aber so sah es fast aus.) und meinte, daß das doch wohl auch nicht die Lösung sei. Auf meine Frage, wieso nicht, wußte er allerdings auch keine Antwort….

Jetzt, Stunden später schreibend, denke ich schon wieder Dinge wie „Aber dann kommt der Dicke an manchen Tagen ja fast den ganzen Tag nicht in die Wohnung!“ Wie es nun ausgeht für unseren Randale-Kater, ist noch offen, aber ich sage Euch:

GRRRRRRRRRRRRR!!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Katz'.

23 Kommentare zu “Kleines Arschloch.

  1. Steffi teff42 sagt:

    Liegt das an der Jahreszeit?
    Neuerdings dreht mein Kater auch öfter als sonst am Rad. Wenns dann zu sehr nervt fliegt er raus (aus dem Bett, aus der Haustür, vom Sofa) oder ihm fliegt was an den Balg. Als Fernbedienung habe ich Julekuler gestrickt. Die fliegen gut, machen nichts kaputt und sehen auch noch nett aus. http://wollbindung.blogspot.de/2011/10/oktoberstrickereien.html

  2. Hihi, eben zappe ich so durchs TV und was seh ich da? „Katzenjammer“ neu, ab morgen 19:10 Uhr. Wahrscheinlich hat VOX euren Kater bezahlt (und nicht nur den Dicken) um gleich ne gute Quote zu kriegen. Ist wohl ne „Wie erziehe ich meine verhaltenskreative Katze?“- Sendung. Wahrscheinlich hat VOX euren Kater bezahlt (und nicht nur den Dicken) um gleich ne gute Quote zu kriegen.

  3. PurpurBête sagt:

    Wintergarten für tagsüber ist völlig ausreichend. Es gibt Katzen, die werden ganz ausgesperrt. Nicht ohne Grund. Mein Draußenkater hatte drinnen NIX zum Kratzen (soweit kommt es noch!).

  4. 😳 Und ich hab gestern Abend aus Feiertagslangeweile fast eine Stunde lang Simon’s Cat geglotzt. Ich hab aber nicht an Deinen Katz gedacht, ganz ehrlich, sondern an „meine“ Adoptivkatze und die hockt weit weg in Thailand.

    Zum Vorhang: Da gibt’s doch diese winzigen Strumpfhäkelnadeln mit Schutzdeckel, damit könntest Du versuchen, die Schlingen zumindest auf die unauffälligere Seite zu ziehen. Fieselarbeit, aber Du bist doch handarbeitlich beschlagen.

    Minihäkelnadel Prym IMRA 0,75

    • Fjonka sagt:

      @Äppelken: kennst Du so ’ne Nadeln? Und sind die klein genug für diesen ja schön fest gewebten Vorhang?
      Ich hatte schon an eine winzige Nähnadel gedacht: durchstechen (und gleich vorn auch wieder raus im etwa richtigen Abstand, daß der Faden innen hängen bleibt- der Vorhand hat ja 2 Lagen, einfach hinten raus taugt nicht), DANACH einfädeln, ziehen … das Problem ist das einfädeln. Inzwischen habe ich schon augenmäßig Probleme mit „Sockenwolle in fette Wollnadel“, dem Herrn geht’s ähnlich….

      • Ich hätte einen Größenvergleich dazulegen sollen, das Häkchen ist wirklich winzig, gibt’s auch noch eine Nummer kleiner (0,6mm). Die Firma heißt Prym. Ich meine, die Nadeln wurden früher dazu verwendet, Laufmaschen in Nylons wieder hochzuhäkeln (ohne Gewähr).

        Die Schutzkappe ist nicht ohne Grund drauf, mit dem Ding kann man sich verletzen.

        Ich verfahre so: für maximal Licht, evtl. Lupe sorgen, Nadel möglichst an der gleichen Stelle von der Gegenseite aus durchstechen, Löchlein ganz behutsam etwas erweitern (zieht sich hinterher wieder zamm) und Faden vorsichtig drehend nach hinten durchholen.

        Lohnt sich, hab schon manches Teil damit gerettet, auch fieselige Sachen wie Alpacawollstücke.

        • Fjonka sagt:

          Aha! Dann werd ich mal sehen, daß ich mir so ein Teilchen zulege. Der große Vorteil ist ja, daß das fädeln wegfällt.

          • „Der große Vorteil ist ja, daß das fädeln wegfällt“

            Ja. Schlamperfädchen auf Spannung halten. Ich hab auch schon faserweise durchgeholt, oder eine Faser zieht andere mit. Einfach ausprobieren, so schwer ist es nicht.

            Wenn der Faden durchgeholt ist kann man leicht dran zupfen, meist glättet sich das Gewebe auf der Blickseite dadurch. Und wenn Dein Vorhang doppelt ist, findest Du vielleicht sogar einen Weg, den überstehenden Faden im Inneren verschwinden zu lassen. Das lässt sich schriftlich schlecht erklären, im Notfall schicke ich Dir meine Tel#

            Mein Teilchen hat in einer Wollboutique schlappe 3€ gekostet, gips aber auch bei Amazon etc.

      • Das Problem wird wohl wirklich eher das Gewebe sein, ist ja so ein Doppel-Blickdicht-Gewebe, extrem fein und dicht gewebt. Frag doch mal Frau Antje was sie dazu meint ;-). Ich würde es sonst ganz vorsichtig mit der feinsten Filznadel versuchen nur bis zum ersten Widerhaken rein zu stechen und die Fädchen ins Gewebe rein zu filzen, wenn Rabes Nadel nicht geht oder zu kriegen ist.

  5. Ich seh schon, ihr müsst ihm DOCH wieder nen Alpha vor die Nase setzen.

Platz für Klönschnack ...

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