Steine

Ich bin kein erdkundlich bewanderter Mensch, wirklich nicht. Und so kann man mich auch schwerlich für Geologie begeistern- nein, ich bin nicht die, die von jedem Ausflug ein schönes Steinchen mitbringt und am Strand nach Bernsteinstückchen sucht, die sich an Edelsteinen freut oder über eine weiße Ader in einem grauen Stein in Begeisterungsstürme ausbricht. Aber.

Ja, aber.

Es gibt sie dann doch, die Steine, die mich interessieren. Entweder finde ich sie im Garten vergraben , oder einfach rumliegen. Oder es sind die Steine, die genutzt wurden, früher. Da wird’s dann auch für mich interessant. Denn während ich bei mit „zuhause“- im Rheinland- eigentlich gar nicht darauf gestupst wurde, haben mir in Franken schon immer einige davon sehr gefallen. Dort gibt es nämlich ganz häufig noch uralte Viehtränken- aus einem einzigen großen Sandstein herausgehauen, wie hier 800px-Pferdetränke_Sandsteintrog

(Foto von 4028mdk09 bei Wikipedia) und, noch schöner, Trockenmauern wie diese hier: (foto von Roger Kreja, Wikipedia)

800px-Trockenmauer_Sandstein

Dann kam ich nach Angeln und bewunderte die hiesigen Katzenkopfpflaster

P1040251

und die Friesenwälle, die allerdings oft genug nicht mehr fachmännisch (und insekten- und umweltfreundlich) geschichtet sind, wie auf dem Foto, sondern mit Beton befestigt

800px-KeitumFriesenhaus1784

(Foto von hajotthu bei Wikipedia)

Hier bei uns  sind die Steine selten behauen, was daran liegt, daß es hier nicht den weichen Sandstein gibt, sondern viel Granit. Aber naja, selten heißt halt nicht: nicht. Denn man brauchte sie ja doch, die Stelen, Torpfosten, Schilderhalter – und von denen haben wir bei unserem letzten Ausflug, als wir durch Taarstedt marschiert sind, ein paar gefunden. Und die wollte ich Euch nun auch noch zeigen:

Der erste Pfosten hat sogar noch einen Beschlag drin. Gehörte wohl mal zu einem Tor, schätze ich.

P1040281

Und der zweite steht einfach so mitten in der Gegend- naja, ist ja auch schwer, so ein Trumm…. da wird’s dann lieber rumstehn lassen, als es wegzuschleppen, solang es nicht im Weg rumsteht.P1040279

Hübsch isser ja, mit seiner damenhaften Dauerwelle 😉P1040280

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6 Kommentare zu “Steine

  1. neckarhex sagt:

    Ich mag Steine, und dabei auch durchaus die besonderen. Und damit meine ich nicht die sehr kleinen, sehr teuren und sehr funkelnden… sondern die Fundstücke, die seltsam geformten, die mit den interessanten Adern, und ganz besonders die mit Löchern. Ich bin die die sie immer mit heimlscheppt, und aus dem Urlaub bringen wir in der Regel sogar ein bis zwei Kilo mit, wenn es „gut“ läuft. *lach * Dabei suchen wir nichtmal explizit danach, aber so mancher Stein ist mir buchstäblich über den Weg gelaufen. Ein besonders interessanter „Lochstein“, wie wir sie nennen, ist ein knapp fußballgroßes Teil, an dem ich mir an einem sonst kompletten Sandstrand als Kind den Fuß blutig gestoßen habe, weil der fast ganz vergraben im Wasser lag und ich mit dem Zeh im Loch hängenblieb. Mein tapferer Vater hat ihn halb unter Wasser ausgebuddelt und mit heimgeschleppt, und heut wohnt er auf unserer Verwanda mit einem Hauswurz in einer Kuhle.
    Den Begriff Hühnergott dafür kenne ich übrigens nicht, eventuell deswgen weil wir die Dinger immer nur in Dänemark gefunden haben und dort von den Einheimischen und deren deutscher Übersetzung ihres Wortes beeinflußt wurden? Jedenfalls dekorieren die im Urlaub gefundenen bei uns Kanten, Fenstebänke, Stufen und andere geeignete Stellen oder werden auf Drähte aufgezogen und von Vorsprüngen etc. gehängt, um als dekorative Steinkette zu wirken. Vor zwei Jahren habe ich mithilfe eines steilen Drahtes eine kleine Brücke in einem Blumentopf gebaut, der total zugemoost war, aber leider hatte der kein Loch sodaß auf Dauer das Moos abgesoffen ist und die Brücke umgekippt. Dieses Jahr wird sie stabiler erneuert.

    Sehr schöne Bilder und Beispiel sind Deine! Ein Sandsteintrog ist einer meiner Träume, meine Eltern haben diverse. Einen, in den mein Vater einen ABfluß eingelassen hat und der jahrelang als Außenwaschbecken diente haben wir geerbt, da soll irgendwann mal eine Wasserstelle im Garten draus werden… Siljan wiederum ist ein leidenschafttlicher Fan von Trockenmauern und meditiert schon lange darüber, wo und wie er sie in unserem fast ebenen Garten sinnvoll einsetzen kann…leider gibt es bei uns keine entsprechend schönen oder großen Feldsteine, bzw. die sind unbezahlbar. Aber er hat letztes Jahr einen Steinbruch aufgetrieben, der einen schönen Kompromiß zwischen Preis und Material bietet, denn wir wollen beide keine geraden Einheitssteine, sondern Leben und Vielfalft.

    • Fjonka sagt:

      Tja- Ihr habt die Steine, aber kein passendes Gefälle. Ich hätte das Gefälle- aber mit unseren rundlichen Steinen hier kann man keine schöne Mauer aufsetzen… jedenfalls keine, die was hält (wie ein Gefälle halt) *seufz*

      • neckarhex sagt:

        Wir könnten ja als Souvenir immer einen schönen „Mauerstein“ mitbringen, wenn wir in die Gegend kommen? Und/oder ihr fangt an, auf diese Weise Steine zu sammeln, und bringt von überall her welche mit, so ihr sie findet? Das würde dann eine ganz besondere Trockenmauer.
        Wir haben diverse Ecken mit unterschiedlichem Niveau, entstanden durch das Verteilen des Bauaushubs. Teilweise sollen oder müssen die noch angepaßt werden, weil sonst der Apfelbaumg gefährdet ist, aber einen solchen starrsinnigen Hügel wollen wir behalten, einfach weil er so festgedrückt ist (da stand der Bagger drauf und man bräuchte eine Spitzhacke). Da er an die künftige Terasse grenzt braucht er eine Stütze, und zwar bald. Wir haben da vor, provisorisch mit unbehandelten Brettern zu stützen, die irgendwann verrotten sollen, wenn bis dann eine entsprechende Mauer entstanden ist, bzw. wenn noch möglich beim Mauerbau dahinter hervorgezogen werden.

        • Fjonka sagt:

          *kicher* – da müsst Ihr dann aber erheblich öfter kommen als 1x pro Jahr, damit das vor meinem Ableben noch was wird mit der Mauer!!
          Der (fränkische Gartenbauer-)freund einer Freundin sagt übrigens, soweit ich das erinnere: beim terrassieren Trockenmauer aufschichten und nach jeder Schicht Erde dahinter. Und 2 Schichten Steine, dazwischen Erde. Damit das ganze dann auch stabil die Erdmengen halten kann. Also müsstet Ihr schon an den Hügel ran, damit er nicht irgendwann die davor aufgestellte Mauer wegdrücken kann.

          • neckarhex sagt:

            Keine Sorge, Siljan beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema und weiß theoretisch ziemlich gut Bescheid dank seiner umfangreichen Literatur zu Botanik und Gartenbau. Der Hügel hat sich seit ca. 8 Jahren nicht bewegt, und die Mauer wird weit genug „davor“ stehen, damit genug Platz für alles ist. Die Holzbretter dienen vor allem dazu, eventuell schon dorthin gesetzte Kräuter (griffbereit bei der Küche, da dort die Küchen-Terassentür ist) pflanzen zu können und nicht erst wenn die Mauer eines fernen Tages fertig ist. Später konnen die sich dann bis zur Mauer vorne ausbreiten, bzw. so weit das Erdrech dann reicht, das beim Aufschichten der Mauer dazwischen kommt.
            Wenn ich mich recht erinnere wird bei den Methoden, die Siljan anwenden will, auch nicht mit Erde gearbeitet, sondern Sand und Schotter/Splitt, damit es stabiler wird und vor allem genug dauerhafte Hohlräume für Insekten bleiben. Erde hat irgendeinen Nachteil für unsere Zwecke, den ich aber vergessen habe.

Platz für Klönschnack ...

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