Der Sockenkisten-Effekt

Es war in den Zeiten „vor dem Herrn“, laaaaang ists her *g* – da lebten in der Villa Fjonka schon der Dicke und noch der Kilian, zusammen mit mir. Der Dicke war der Neue im Haus und hatte unter Kilian zu leiden. Aber ein Refugium gab es: des Nachts, wenn der Kilian unterwegs war, da kam er hoch ins Gespensterzimmer (das damals mein Schlafzimmer war), legte sich zu mir und war entspannt und zufrieden. Bis ich ihm zu unruhig wurde (also so ungefähr spätestens nach 10 Minuten, denn der Dicke war damals noch sehr viel mehr Mimöschen als heutzutage). Dann ging er. Sprang hoch in den 2. Regalboden und legte sich in die Sockenkiste.
Dort hätte er wunderbar schlafen können- wenn, ja wenn da nicht ….. sein schnarchen gewesen wäre!
Furchtbar, wie so ein Kater schnarchen kann! An schlafen war so nicht zu denken (für mich *g*) Also versuchte ich mich an Gegenmaßnahmen. Notwehr halt.

Anfangs reichten Geräusche. Ich pfiff mal kurz, schnalzte, räusperte mich- Ruhe!! Alles gut. Aber nuja- nicht für lange… und weil ich so oft eingreifen musste, hat sich mein schlaues Katz‘ irgendwann an sämtliche von mir unerwartet produzierbaren Geräusche gewöhnt, und schlief- und schnarchte- selig drüber weg.

Die zweite Stufe war werfen . Ich begann, mir kleine, weiche Dinge parat zu legen, mit denen ich ihn in seiner Sockenkiste bewerfen konnte, wenn er anfing zu schnarchen. Das half. Eine Weile. Anfangs sprang er auf, später hob er noch den Kopf, ein oder zwei Tage weiter zuckte noch ein Ohr, aber es war ruhig danach. Aber irgedwann schnarchte der Katz einfach weiter.

Was blieb mir übrig?

Stufe drei: Ich stand auf und stupste ihn. – Aufspringen, Kopf heben, Ohrzucken, totale Ignoranz- dieselben Stufen des Abstumpfens wie oben wurden binnen 14 Tagen durchlaufen

Stufe vier: Ich stand auf und hob ihn samt Kiste hoch. Er war entsetzt! Riesige Pupillen starrten mich an- aus der anderen Zimmerecke, in die er sich mit einem Riesensatz gerettet hatte …

Zwei Wochen später war es so weit, daß er nicht einmal mehr aufwachte, wenn ich ihn samt Sockenkiste ins Nebenzimmer brachte und dort abstellte ….

Derzeit frage ich mich, wann der Sockenkisteneffekt den Herrn so weit bringt, daß ich ihn, wenn er wieder einmal schnarcht, auf einen abends bereitgestellten Hubwagen rollen und ins Nebenzimmer schieben kann, ohne daß er aufwacht …. Stufe drei haben wir unlängst hinter uns gelassen – die totale-Ignoranz-Stufe hat der Herr erfolgreich gemeistert, wenn er auch insgesamt länger als der Dicke gebraucht hat, um so weit vorzudringen *g*…. Hat Jemand einen Tipp, wo es kostengünstig einen schmalen, gut handelbaren Hubwagen gibt? 😉

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Katz'.

21 Kommentare zu “Der Sockenkisten-Effekt

  1. Bea sagt:

    Ihr könntet ja ganz vorausschauend statt des Doppelbetts zwei Pflegebetten ins Schlafzimmer stellen, die lassen sich wunderbar rein- und wieder rausrollen. 😉 Und wenn ihr dann mal irgendwann Pflegefälle seid, dann stehen die richtigen Betten schon parat, ist doch praktisch, oder? Dann brauchst du den schnarchenden Herrn F. auch nicht mühsam auf ein Wägelchen hieven. *duckundwech*

  2. knotensusi sagt:

    sehr schön erzählt! 🙂

    mein mitleid ist dir gewiß. aber eine lösung für das problem habe ich leider nicht. außer ohrstöpsel – siehe eintrag derparadiesapfel…

  3. neckarhex sagt:

    *lach* Au weia, Du Arme! Wie wärs mit gleich ins Nebenzimmer verfrachten? Bei uns durften wegen des Geschnarches oder Geschnurres immer nur ausgewählte Felide mit ins Schlafzimmer (ein Rasenmäher auf Dauerbetrieb am Ohr ist noch schlimmer als Schnarchen, auch wenn es katz gut gemeint hat – und warum müssen die nachts im Bett Dauerschnurren? Schlafen wär doch auch nett!)

    • Fjonka sagt:

      Wenn noch Heuschnupfen oder wie letztlich heftige Erkältung dazu kommt, dann haben wir auch die Zweizimmerlösung- aber so ganz wollen wir das dann aber nicht …;-)

  4. Hihi, neulich hab ich eine Familie gesehen, die hatten einen zusammenklappbaren (!) Bollerwagen dabei. Ich hab neugierig gefragt, sie hatten ihn bei Am*n für knapp 100 Öcken erstanden. Das wär doch was? Oder doch das Schlaflabor? (Für den Herrn). Und beim Hörgerätetechniker kann man sich Ohrstöpsel aus vielen Materialien anpassen lassen. (Hatte ich als ich noch tagsüber schlafen musste und von dem handelsüblichen Zeugs Kopfweh bekam wg. Druck. Vielleicht haben die ja auch ein Material, gegen das du nicht allergisch bist? Zahlen muss das in diesem Fall eh der Verursacher *find*)

  5. Sehr anschaulich erzählt. Ich frage mich nur, warum wir Schnarchgeplagte nicht einfach so stufenweise abstumpfen können…

    Meiner meint neben dem obligatorischen „I hab gar ned g’schnarcht“ immer, sollte er wirklich gesägt haben, dann nur, damit keine wilden Tiere kommen. *seufz*

  6. Bibo59 sagt:

    Malteser Hilfsdienst? Johanniter? DRK?

Platz für Klönschnack ...

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