Im Märzen der Bauer …

Im Märzen der Bauer den Traktor anläßt
und spritzet sein Ackerland emsig und fest.
Kein Räuplein, kein Kräutlein dies Gift überlebt,
dem Vöglein im Wald gar das Mäglein sich hebt.
Im Sommer der Bauer die Säcklein entleert
und dünget die Früchte, von denen man zehrt.
Er weiß, wie man dünget, ja aus dem Effeff
von Bayer, von Hoechst und von BASF.
Im Herbst dankt der Bauer der Tiermedizin.
Die Milch wird nicht sauer vor Penecillin.
Die Schweine sind fettarm und lang wie noch nie,
zum Ruhm und zur Ehre der Biochemie.
Im Winter der Bauer sein Scheckbüchlein nimmt,
mit Weib und mit Kind den Mercedes erklimmt.
Er fährt in die Kreisstadt – er ist ja nicht dumm,
und kauft im Reformhaus – er weiß schon, warum
Diese Variante des hübschen Volksliedes stammt von einem Kabarettisten, Klaus Peter Schreiner, und ist von 1979! Schade: könnte ebensogut von gestern sein, so aktuell ist der Text. Allerdings: büschen was fehlt noch zu zwei Themen, die 1979 noch nicht so aktuell waren – und so habe ich mich drangesetzt und eine zwei weitere Strophen geschrieben 😉 Ich gebe zu, sie holpern ein bißchen, aber ich bin ja auch kein Profi. Bitte sehr:
Zu Neujahr beim Bauern die Gülle schon gärt
da hat sich das ausfahr’n im Tiefschnee bewährt.
Das Bäuerlein schmunzelt- der Platz war schon knapp!
Wenn’s taut läuft die Sch Soße ins Grundwasser ab.
Bis Juni sind Felder heut‘ kahl noch und braun.
Erst dann schießt der Mais- es ist schlimm anzuschau’n.
Reh und Biene hungern, der Mensch bald dann auch-
Der Bauer pflegt den Biogas-Wohlstandsbauch
Eine ganze Weile hab ich leider nichts mehr davon gehört, ob der Vorschlag des neuen EU-Agrarkommissars Ciolo zum greening denn nun wohl doch durchkommen werden- Ich hätte mir gewünscht, daß die Landwirte in die Pflicht genommen werden, für unser Steuergeld (ihre Subventionen) ihr Land wirklich schonender zu bewirtschaften. 7% für den Tier- und Pflanzenschutz- das wäre ein guter Anfang gewesen. Frau Aigner tut viel dazu, daß daraus nichts wird, unterstützt vom Merkelchen 😦
Am 13.März wird wohl abgestimmt, aber wie viel noch über ist von den ursprünglichen Forderungen, und was denn nun wirklich zur Abstimmung steht- ich habe nun eine ganze Weile im Netz gesucht und nichts aktuelles mit tatsächlichen, handfesten Fakten gefunden. Dies kommt dem fast schon am nächsten, ist aber auch eher wischiwaschi. Ich bin gespannt, was übriggeblieben ist- und ob wir überhaupt darüber informiert werden. Habe mir den 13.3. mal im Kalender notiert und werde das in TV, Radio, Netz und Zeitungen verfolgen. Denn es interessiert mich sehr.

7 Kommentare zu “Im Märzen der Bauer …

  1. DieHenkerin sagt:

    Aprospos, hungernde Bienen: Ich habe mir neulich zwei Tüten Bienenweide-Saat mitgebracht. Futtern die Bienen das wirklich gern?

    • Fjonka sagt:

      Äh- also, die SAAT natürlich nicht – aber es sollten Pflanzen darin sein, die, wenn sie dann blühen, den Bienen reichlich Nektar oder Pollen liefern. Schwierig ist bei unseren Honigbienen, daß sie blütentreu sind- das heißt, so ein Tütchen Saat, das gibt, wenn’s auch noch Vermischtes ist, so 10 oder 20 gleiche Blüten. Das ignorieren Honigbienen gern, weil sie lieber große Flächen gleicher Blüten anfliegen (Obstbäume, Rapsfelder, Mohnblumen im Acker….) insofern: nicht enttäuscht sein, wenn sich keine Honigbienen auf den paar Blütchen tummeln 😉
      Ist aber trotzdem nix schlechtes dran, denn meist sind’s auch hübsche Blüten, und nicht-staatenbildende andere Bienen (oder noch ganz andere Insekten) freuen sich. Und mehr Abwechslung im Vorgärten-Einerlei aus Kirschlorbeer, Rasen und immergrünem Bodengedecksel ist IMMER gut- fürs Auge und für die Tierwelt.

      • DieHenkerin sagt:

        Danke Dir! 🙂 Ich wollte daraus Samenbomben bauen und sie in der Nähe vom Sportplatz und einem kleinen Birkenwäldchen ‚abschießen‘. Ich habe zwei sortenreine Tüten Phacelia, laut Packungsangabe soll eines für ca. 20 qm reichen. Das sollte schon einige Blüten geben. 😀 Ich muss nur zusehen, dass ich da aussähe, wo nicht gemäht wird…

  2. Bibo59 sagt:

    Hier kann man das übrigens gut sehen. Die Ackerrandstreifen und eine Wiese sind von Wildschweinen komplett durchwühlt. die Äcker selbst nicht. Das heißt, keine Sau interessiert sich für biologisch totes Ackerland. Soll noch mal einer dumme Sau sagen.

    • Fjonka sagt:

      Hier gibt es jetzt (rot-grün) die neue Vorschrift, entlang der Knicks einen halben Meter Land nicht zu beackern. Großer Protest seitens der Bauernschaft, „Enteignung“ wird geschriien. Zum Glück läßt sich habeck (der Umweltminister, grün) nicht davon beeindrucken. Schließlich gibt’s für die Bauern eh EU-Geld als „Entschädigung“ für die Knicks
      EIN HALBER METER! Klar, summiert sich das- aber wenn man sich anguckt, wie die Knicks in den letzten Jahren behandelt wurden (mit senkrechten Motorsägen wie schmale Hecken geschnitten, DIREKT neben dem Wall und teils rein gepflügt, so daß „Treppenstufen“ im Sockel entstehen) war das dringendst nötig.
      Und da wundert sich der Bauernverband, daß die Bauern in letzter Zeit so schlecht dastehn in der Öffentlichkeit….

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