Ungeliebte Pflichten….

…wollen auch erledigt werden, und zu den sehr ungeliebten gehört die, die Gosse zu säubern.

Nun sind wir hier ja nicht im Ländle oder gar in Bayern- es gibt also keine „Kehrwoche“ oder ähnlich heftige Auflagen. Aber nuja- seit vor Jahren

  1. eine neue Asphaltdecke auf die Straße kam, und dadurch an den Gossenrändern schöne, saatfreundliche Fugen entstanden sind (weil die Anschlüsse nicht ordentlich gemacht wurden) und
  2. statt des pflegeleichten Teer-Gehwegs ein häßlich-betonsteinroter Möchtegern-Klinkerbelag verlegt wurde (dessen Fugen herrliche Ameisennester, aber auch wunderbare Queckenstraßen sind, weil er zu wenig begangen wird)

ist Gossen- und Fugenwildwuchs angesagt, wenn nicht ab und an mal saubergemacht wird.

Nun bin ich ja prinzipiell überhaupt nicht gegen Wildwuchs- es ist aber nunmal leider so, daß, wenn „mein“ Gehweg zuwächst und sich deshalb mal einE GeherIn den Fuß verstaucht, ich haftbar gemacht werden kann. Ich habe aber andererseits wenig Bock darauf, diese blöde Arbeit zu machen. Deshalb mache ich mir sie so leicht wie möglich. Und dafür gab es letzte Woche ideale Bedingungen:

  • es war trocken (und zwar schon länger), so daß aller Dreck schön lose ist
  • es war zu kalt zum draußen-rumsitzen, aber zu schön zum drinnen-rumsitzen und, und nun kommt das wichtigste:
  • es stürmte. Nun lauern ja hinter jeder Ecke ein paar Richtungen- aber diesmal stürmte es in die richtige. Die richtige Richtung ist jede, die parallel zum Gehweg verläuft. Warum, das wird noch erläutert *g*

Also nix wie raus, Besen gepackt, Schubkarre und Schaufel. Und erstmal den Gehsteig selbst gefegt

Der Herr hat ein Foto von mir gemacht ;-)

Dann mit dem Staubsauger hinterher. Der Herr hat ein Foto von mir gemacht 😉

 

Nun hab ich ja eine kleine Buchenhecke und viele riesige Buchen ums Haus, und nun zeigt sich, warum Sturm das beste Wetter zum Gossesäubern  ist: die unzähligen Blätter, die ich unter der Hecke vorkehre, verschwinden selbsttätig einfach so straßenabwärts und müssen nicht extra mit aufgeladen werden. Das senkt die Zahl der wegzubringenden Schubkarrenladungen von sonst 4 oder 5 auf jetzt eine. Wunderbar.  Tipp am Rande: wochentags vormittags ist eine gute Zeit für sowas, da sind alle Nachbarn, die böse gucken könnten, auf der Arbeit. Aber da der Gehweg recht gerade ist, verlieren sich die Blätter eh auf der Strecke und sammeln sich nicht allzu fiese bei einem Grundstück…

Also erst Gehweg, dann Häufchen in der Gosse, dann nochmal nach- und aufkehren- eine Stunde war trotzdem flöten, und der Rücken schmerzt. Was aber eigentlich das ist, was mich dabei fürchterlich nervt, ist, daß ich Fremderleuts Zigarettenkippen entsorgen muß, Fremderkinds Schokoriegel-Papierchen, Fremderalkis Schnapsfläschchen, Fremderfeirer Sylversterraketenreste, Fremderhunds Scheißhaufen (ist weniger geworden, selbst hier haben sich die Plastiktütchen und die Aufsammelei durchgesetzt- und doch sind da immer, jedesmal, welche- frisch und alt- igitt!) Wären es nur Sand, Blätter, Zweige, könnte ich den Kram aufladen und ab in den Knick. So muß ich ständig gucken, aufpassen, raussammeln.

Nuja, nun ists geschafft, erstmal ist wieder ein halbes Jahr Ruhe- den Rest von feuchtem Sand, der noch in den Ritzen hängt, erledigt noch der Sturm über den restlichen Tag für mich- und ich kann mich wieder geliebteren Pflichten widmen: Herr und Kater wollen gekrault, ein Buch gelesen werden, ein Kaffee ruft „trink mich“ und das Sofa will be-sessen sein. Und das schreiben hat auch mehr Freude bereitet als das fegen *g*

 

 

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Haus & Hof.

3 Kommentare zu “Ungeliebte Pflichten….

  1. Fleißig fleißig! und: gute Strategie mit dem Sturm 🙂

    Ooch, Bayern und Kehrwoche kann ich jetzt so nicht mehr bestätigen, bin in M insgesamt 6x umgezogen, es gab nur in einem Haus die Pflicht, am Dienstag die Treppe abwärts bis zur nächsten Absatz zu putzen, dauerte keine 5 Minuten.

    In meiner jetzigen M-Wohnung gibt’s ein festangestelltes Hausmeisterpärchen.

    Hier in GaP übernehme/n ich/wir einen Teil der HM-Aufgaben, um die Miete erträglich zu halten, das ist allerdings vor allem im Winter richtig Arbeit, ich präge das immer auf Sport um.

    Noch ein Nachtrag zu Paradiesapfels Ausführungen: inzwischen muss sich jeder überlegen, ob und wie er rausgeht. Sich mit Stöckelschuhen oder frischoperiert mit Krücken bei Dauerschneefall auf Gehsteige zu begeben zieht zumindest eine Teilschuld nach sich, falls was passiert, analog zu einem Unfall mit Sommerreifen.

  2. Bibo59 sagt:

    Leider gibt es sie hier, die Kehrwoche. Außerdem Kehrmonat für Trockenspeicher und Keller und eine lange doofe Außentreppe, für die ich ganz alleine zuständig bin. Genau die habe ich auch vorgestern mal…

  3. Na, dann haste dir jetzt ne Belohnung verdient. Apropos Kehrwoche: was hier auf dem Trottoir wächst (Moos) kann schön der Herr Vermieter selbst weg machen, wenn er meint, er muss keinen Hausmeisterservice engagieren obwohl selbst seine Frau keine Lust mehr hat auf die Putzerei und Kehrerei. Und für alles neben dem Gehweg ist die Stadt zuständig. Hier fährt regelmäßig ein Kehrauto. Und zu den heftigen Auflagen: die sind auslegbar. Wenn es dreckig ist machst du den Dreck ja auch weg und wenn nicht, wer will das überprüfen? Wenn man natürlich böse Nachbarn hat, die nix besseres zu tun haben als zu kontrollieren und zu giften… Aber solche sind auch ohne Kehrwoche in der Lage, einem das Leben zur Hölle zu machen.

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