Sie leben. Immer noch.

Unsere Bienen nämlich.
Aber da es inzwischen Anfang April und immer noch schweinekalt und keineswegs frühlingshaft ist, haben wir nun versucht, etwas zu helfen.
Gestern hatten wir sensationelle 8° (noch nie gab es so kalte 8°, es taut nach wie vor fast nur da, wo die Sonne direkt hinkommt, und nachts friert’s bis -5°), und in den wärmsten Stunden haben sich ein paar Brumseln vor die Tür gewagt. Heute soll’s ähnlich werden- und so hat der Herr gestern etwas Zuckersirup angerührt, und wir haben es ihnen so nah wie eben möglich hingestellt.
Das ist ja bei uns nicht so einfach- bei kalten Temperaturen ist Naturbau recht brüchig, außerdem haben die Bienen ja wegen der Wabenabrisse da, wo sie sitzen (also mittendrin bei den größten Waben) an die Wände und zwischen die Waben gebaut, um die gerissenen Waben zu stabilisieren. Also können wir da nicht ran.
Wir hoffen, daß sie bei der „Wärme“ nachmittags  in der Lage sind, den Sirup zu finden und aufzunehmen. Abwarten. Die Befürchtung ist realistisch, daß bei dem langen Winter jeden Tag das Futter zuende sein und der Hungertod kommen kann. In den einschlägigen Publikationen wird ständig gewarnt, und der gesunde Menschenverstand sagt auch: Ohje!!

Derzeit meinen die Wettervorhersagen, daß sie „nur noch“ etwa bis zum 10. aushalten müssen, dann soll’s richtig wärmer werden (obwohl „wärmere Temperaturen“ ja nicht gleich heißt „gutes Futterangebot- aber die Krokusse und Märzenbecher sagen ENDLICH, die Osterglocken treiben auch endlich Knospen, und heute sah ich die ersten geöffneten Scillas. Will sagen: die Pflanzen beginnen zu denken, es könnte Februar sein … erfahrungsgemäß geht’s hier dann explosionsartig. Ein schönes, langes Frühjahr werden wir nicht bekommen- aber evtl. fix genug genügend Bienenflora. Hoffentlich)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 3.

5 Kommentare zu “Sie leben. Immer noch.

  1. LadyLiana sagt:

    Mal eine vermutlich ganz furchtbar blöde Frage, aber ich habe von Bienen null Ahnung: Was machen die eigentlich so im Winter? Halten die eine Art Winterruhe?

    • Fjonka sagt:

      So eine Art, ja. Sie bilden eine Wintertraube, d.h. sie rutschen ganz eng zusammen (je kälter desto enger. Die in der Mitte sind beim Futter, können sich aufwärmen und essen, die außen sorgen, indem sie ihre Flügel aushaken und die Flugmuskeln vibrieren lassen, für die Heizung. So halten die Bienen eine Temperatur von 20-22° im Inneren der Traube. Die Bienen wechseln ständig durch, bloß die Königin bleibt mittig, legt (bis auf eine Pause um Weihnachten herum- je nach Wetter mal länger mal kürzer) Eier und läßt sich versorgen. Die ganze Traube wandert dabei langsam an den Futterwaben längs- und ist zum überleben davon abhängig, daß das Futter langt.
      Wenn es dann so um 7-10° ist, fliegen die Bienen zum ersten Mal nach Monaten raus- sie haben die ganze Zeit nicht abgekotet, sondern in ihrer Kotblase Alles aufbewahrt, damit das Nest nicht schmutzig wird. Jetzt machen sie ihren Reinigungsflug. Danach wird normalerweise das Brutnest rapide größer, umso mehr Futter brauchen auch die bienen- es sollte nun gern mal fix wärmer werden, damit Blüten sich öffnen und die Bienen Nachschub sammeln können.
      Sollte. Und damit wären wir wieder bei diesem Kack-Winter *seufz*

  2. Äppelken sagt:

    „Bienen go! Bienen go! Bienen go!“ *skandier*
    Den eiskalten Wind haben wir hier auch. Aber immerhin blüht hier schon ne Menge Holz, meinen gelegentlichen Niesanfällen nach zu Urteilen. Biene hab ich noch keine einzige gesehen. Aber gestern Abend zwei riesige Rabenartige, die sich von einer Birke runter derart geprügelt heben, dass sie vor lauter sich kloppen gegen Häuserwände und beinahe gegen Passanten (mich) gerummst sind. *grusel*

  3. Bea sagt:

    „noch nie gab es so kalte 8°“

    Ja, so empfinde ich das auch. Ätzender Ostwind!

    Aber schön, dass die Brumseln noch leben, sie schaffen das!

    • Fjonka sagt:

      Ich hoff’s! Bisher zeigt sich heut noch keine einzige, das deutet nicht darauf hin, daß sie das Futter gefunden haben. Hören tu ich sie…
      eine einsame Hummel hab ich vorhin brummen hören, und unser Eichhörnchen war wieder da :-). Der Mieter liegt auf der Terrasse, im kurzen Hemd. Und ich hab dachrinnen saubergemacht, und mach mir jetzt nen Kaffee: im Windschutz kann man schön sonnig sitzen, 30 cm Platz- daneben ist ne Schneewehe….

Platz für Klönschnack ...

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