Leiharbeiterinnen

… war der schöne Begriff, den der Herr F. für unsere neuesten Mitbewohnerinnen geprägt hat.
Gestern haben unsere Bienen nämlich neue Nachbarinnen bekommen, und die sind wirklich Leiharbeiterinnen: Jungimker hat uns ein Volk geliehen, samt Behausung (einer Holz-Zander-Beute), damit wir mal für eine Saison testen können, ob wir vielleicht doch mit den Stapelbeuten klarkommen.

Gut verschnürt kommen die Brumseln bei uns an

Gut verschnürt kommen die Brumseln bei uns an

erste zaghafte Ausflüge, Nase gen Beute zum orientieren

erste zaghafte Ausflüge, Nase gen Beute zum orientieren

Deckel drauf, nun werden (was man hier nicht sieht) sogar schon Pollen eingetragen- man hat sich mit dem Umzug abgefunden :-)

Deckel drauf, nun werden (was man hier nicht sieht) sogar schon Pollen eingetragen- man hat sich mit dem Umzug abgefunden 🙂

Diese Beute ist momentan einzargig. Das heißt, erst ein Stockwerk ist bewohnt und wird für Brut und Honig gleichermaßen genutzt. Wenn dann auch bei uns die Kirschblüte einsetzt (also wohl in ein paar Tagen), dann kommt das 2. Stockwerk obendrauf: ein Absperrgitter, damit die Königin, die da nicht durchpaßt, unten bleibt (die Bauteile sieht man, wenn man den Link oben anklickt) und das 2. Stockwerk nicht mit Eiern belegt- und da drauf dann eine zweite Zarge (die Außenhülle jeden Stockwerks, sozusagen) gefüllt mit Rähmchen* und Mittelwänden* – das wird der Honigraum, der Ort, an den nur die Arbeitsbienen kommen, um dort Honig einzulagern. Vorteil für den Imker: man hat garantiert nur Honig in den Waben und macht beim ernten keine Brut kaputt.

Fjonka und Herr F. proudly present: unser Bienenstand im Jetzt-Zustand!

P1040752

Auf den leeren Platz mittig hoffen wir, noch die Villa Brumselia samt Bewohnerinnen stellen zu können. Bewohnerinnen: entweder ein eigener Schwarm oder dunkle Bienen von Kai aus Kiel. Abwarten…..

Die Ursache der Idee mit den Leihbienen war übrigens, daß der Jungimker mitgekriegt hat, daß es doch ein paar Haken gibt bei unseren schönen, selbstgebauten TopBarHives, allem voran die bis jetzt alljährlichen Wabenabrisse beim auffüttern. Diese Haken haben Konsequenzen, die blöd sind:

  1. wir können nicht mehr richtig im Volk nachgucken, was  los ist
  2. Die Winter-Varroabehandlung gestaltet sich schwierig
  3. Auch die Sommer-Varroabehandlung wird schwieriger, weil das geplante „wir behandeln mal testweise von oben, weil das besser wirkt (weil Oxalsäure nach unten sackt- ist schwerer als Luft)“ ausfallen musste
  4. Im Frühjahr wissen wir nicht, wieviel Futter unsere Damen noch haben- auch das, weil wir die TBs* nicht verrutschen können, ohne zu viel kaputtzumachen- und ohne verrutschen kein nachgucken

Außerdem haben wir inzwischen kapiert, daß man auch in Stapelbeuten durchaus weniger aufwändig imkern kann, als uns das als Frischlingen bewußt war: auch in ihren Rähmchen kann zB Naturbau* betrieben werden. Es gibt aber auch noch mehr Unterschiede in der Betriebsweise zwischen den beiden Arten von Bienenbehausungen.

Wir haben jetzt die schöne Chance, beide parallel zu „fahren“, ohne uns vorerst in große Unkosten stürzen zu müssen (Beute, Rähmchen etc kosten ja auch viel Geld), und uns dann entschließen zu können, wie wir weitermachen wollen. Dafür sind wir dem Jungimker wirklich dankbar :-), aber vorerst freuen wir uns vor allem, endlich einmal ZWEI Bienenvölker dastehen zu haben. Nun kann das große vergleichen starten *gg*

*Rähmchen: in normalen Beuten hängen nicht nur TBs, sondern ganze Holzrahmen, innerhalb derer konventionelle Imker maschinell gepreßte Wachs-Wände (= *Mittelwände) mit Wabenzellenstruktur einlöten. Dann brauchen die Bienen nur noch diese vorgegebenen Zellen auszubauen (dicker zu ziehen), um sie nutzen zu können.
Das bedeutet weniger Aufwand für die Bienen, aber auch schlechtere Kommunikation (weil die Bienen auch mittels Vibrationen auf den Waben kommunizieren sowie mittels Hormeonen, die die Königin aussendet, und die schlechter duurchs ganze Volk ziehen können

*TBs: Top Bars, die Holzleisten mit den Dreiecksleisten dran, an denen die Bienen ihre Waben ankleben

*Naturbau: KEINE Mittelwände, die Bienen bauen ihre gesamten Waben selbst. Das können sie auch innerhalb der Rähmchen tun. Die geben den Waben dann aber trotzdem Halt, so daß (hoffentlich) weniger Abrisse entstehen.

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4 Kommentare zu “Leiharbeiterinnen

  1. Bibo59 sagt:

    Na hoffentlich gibt es da keine Eifersuchtsdramen zwischen den Damen.
    Das Volk was ihr jetzt habt muss aber in der Top Bar Hive bleiben oder?

  2. PurpurBête sagt:

    Mal ganz doof gefragt, könnte man nicht dafür sorgen, dass die Viecher stabiler bauen? Also zum Beispiel ab und an etwas rütteln? Dann denken die vielleicht: „Oh, Erdbeben, wir müssen dickere Wände bauen“ oder so …

    • Fjonka sagt:

      *lol* – ein Ansatz, der mal wissenschaftlich ergründet gehört- bloß, bis DAS in der Evolution berücksichtigt wird, dauert es bestimmt länger als wir Geduld haben ;-), wenn ich, was ich las, richtig verstanden habe, ist nämlich die Dicke der Zellen sozusagen material- und systemimmanent bedingt: die Bienen bauen zunächst „rund“ und durch Temperatut und Nutzung entstehen dann die Zellen in ihrer Sechseckform und in genau der Wachsdicke, die sich durch Körpergröße der Bienen, Temperatur und noch ein paar solcher fakten mehr ergibt.
      Für die Bienen sind die Abrisse außerdem gar keine Katastrophe: sie stabilisieren seitlich und reparieren oben, putzen den ausgelaufenen Nektar auf- und gut. Nur die Imker fluchen aus oben angegebenen Gründen …

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