Eingriffe

7. Mai: Unsere neuen Mädels haben sich gut eingelebt! Sie hatten es aber auch gut getroffen, was den Zeitpunkt ihrer Ankunft betrifft: am Sonntag kamen sie an, am Montag war die Bar an der großen Mirabelle, die keine 10 Meter von den Bienen entfernt steht, voll geöffnet: es war fast wie zur Lindenblüte- der ganze Baum hat gesummt! Also haben wir beschlossen, daß wir nicht erst noch warten, bis auch die Kirschen honigen, sondern schon den Honigraum aufgesetzt:

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Das ging schnell und hat die Bienen kaum gestört. Sie sind auch sehr sanftmütig, auch bei ihnen kann ich mich gleich neben’s Flugloch hocken und gucken- no problem! 🙂 Von oben haben wir mal in die untere Zarge hineingelugt: verdeckelter Honig in rauhen Mengen! Nun bauen die Bienen ihre Waben ja auch nach dem Muster auf: oben ein Honigvorrat, dann büschen Pollen und in der Mitte Brut. Wenn man also von oben guckt, ist es kein Wunder, wenn man Honig zu sehen bekommt. Aber ich glaube, es ist schon ok, wenn sie den Platz für mehr Nektar haben.

Weniger erfreut waren unsere TBH-Damen. Wir mussten ja ran und endlich die abgerissenen Waben entfernen, und da das Wetter so wunderbar war und sie den entstehenden Futterschwund durch die Mirabelle sicher gut wieder würden auffrischen können, haben wir beschlossen: jetzt ist die richtige Zeit.
Das war schon ein heftiger Eingriff: alle hinteren Waben (4 Stück, glaube ich, waren noch hinter den abgerissenen) waren sehr krumm, aneinandergebaut und an den Seiten fest. Zum Teil haben wir sie ganz entfernt, zum Teil haben wir Stücke abgemacht und die Reste mit den restlichen Honigwaben-Stücken haben wir hinten hinter’s Trennschied, das den Nest-Raum vom Rest-Raum trennt, sozusagen, hingehängt. Unsere Hoffnung: daß sie diesen Honig umtragen nach vorn, ins Nest. (in den Waben war ordentlich Honig! Verdeckelter, frischer, und noch nicht verdeckelter! Verhunger-Sorgen muß man sich jetzt nicht mehr machen) Dann haben wir ihnen noch Wabenstücke zum auslutschen hingelegt, und der Rest (nicht allzuviel) tropft nun in der Küche- den können wir dann essen 🙂

Tropfhonig- hmmmmm!  P1040762 

P1040765   P1040766

Von oben links nach unten rechts: Tropfhonig; weiße neue und unterschiedlich oft bebrütete, dunkele Waben; eingeschmolzen; ein Wachskuchen
Die abgerissenen Waben dahinter waren fast leer. Keine Brut, nur wenig Nektar. Die haben wir ganz rausgeholt und werden sie einschmelzen.
Und dahinter hat das Brutnest begonnen, schöne, verdeckelte, geschlossene, große Brutfläche! Eigentlich toll- nur sollte die in der Mitte hängen, wegen der Wärme. Jetzt hängt- das war nicht zu ändern- diese Brutwabe ganz hinten, dahinter 2 leere TB zum neubauen (unser Kalkül: da werden sie schnell bauen und den Honig von hinterm Trennschied einlagern)
Dann haben wir noch die ganzen restlichen Waben – es waren, das haben wir zu zählen versäumt, etwa 5-7 Stück – im Ganzen nach hinten gerutscht und 3 leere TBs vorn beim Flugloch vorgehängt. Das soll erstens dazu dienen, Wabenerneuerung zu betreiben (Hygiene) und zweitens hoffen wir, daß sie dort wieder wie im letzten Jahr schön gerade bauen, so daß man von hinten alles, was krumm und schief wird, wieder gut wegnehmen kann.

Ob die Bienen dieselbe Taktik verfolgen wie wir und das nun alles so fein machen, oder ob sie nun bei den kaputten Waben hinterm Trennschied bauen und wir die dann entfernen müssen- das wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Erstmal sind wir froh, daß das ganze recht ruhig und freundlich (von Seiten unserer Brumseln) vonstatten gegangen ist, und wir alles so fertig bekommen konnten, wie wir das geplant hatten. Wir haben redlich versucht, nicht zu kleckern (Räubereigefahr), und das ist auch ganz gut gelungen. Trotzdem sind die Bienen jetzt ziemlich unruhig und am Flugloch spielen sich Kämpfe ab… wir hoffen, daß es die allgemeine Vorsicht und Nervosität nach einem solchen doch ziemlich drastischen Eingriff ist, und nicht wirklich Räuber unterwegs sind. Eigentlich sieht’s nicht nach Räubern aus, denn die, die angefeindet werden, sind durchwegs auch solche mit gelben Streifen (also keine reinen Carnica wie zB unsere neuen Damen. Die sehen deutlich anders aus, wie auch die Bienen  der Nachbarn. Hoffen wir. *g*), und sogar solche, die mit dicken Pollenhöschen rein wollen *Kopfschüttel*  2 Stunden geht das jetzt schon so. Ich hoffe, daß sich das Geschehen jetzt bald wieder beruhigt!

Derweil dreht in der Beute das reparieren auf Hochtouren- klar, natürlich ist auch den bienen nicht recht, wenn ihr kostbarer Honig aus den kaputten Waben tropft… Unsere Aufgabe ist, dafür zu sorgen, daß er nur bis auf die Schublade tropft, nicht raus (wegen der Räuber wieder)

P.S. In unserem nun schon bald achtjährigen Zusammensein habe ich erst eine einzige Möglichkeit entdeckt, die gelassenere von uns beiden zu sein, und das ist die: die Bienenbeute öffnen und bei den Bienen rumpulen. Da wird nämlich der Herr F. schneller nervös! Immer dann, wenn die ersten Bienen etwas nervös werden. Ich dagegen: die Ruhe selbst, mit nackten Armen und ohne Imkerhut die vor Bienen wimmelnden abgebrochenen Wabenstücke unten aus der Beute holend, die Bienen abfegend, in Honigeimer und Wachseimer sortierend ….. und nicht die Spur aufgeregt, die ganze Zeit nicht. Schönes Gefühl, das! 🙂

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 3.

9 Kommentare zu “Eingriffe

  1. 1. Das klingt ja alles toll!! Ich freu mich schon auf die neuen Bienen, egal ob die Leiharbeiterinnen oder ganz neue schwarze. Ist bald September?
    2. Was, du hast schon wieder keinen Hut aufgesetzt? Weißte noch, wie unmöglich es war, in deinen dicken Haaren eine verirrte Biene zu fangen? Trotz deiner Coolness? *schümpf*

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