Die Fjonka rhabarbert über Bienchen und Eichen

Pfingstmontag bei der Freundin. Wir schnorren Rhabarber. Die Freundin und der Mann dazu haben nämlich 2 große Pflanzen, aber die Freundin mag keinen Rhabarber und macht deshalb auch nix damit, und der Mann dazu mag ihn zwar, hat aber auch keine Lust auf „was damit machen“. DIE Chance für mich 😉 Ich nämlich mag Rhabarber, habe aber auch nicht viel Lust, was damit zu machen und mache deshalb seit letztem Jahr Saft. Das ist easy, man spart sich die mühselige Schälerei und zu viel Geschnipsel. Der Mann dazu kriegt ein Fläschchen ab, und schon sind alle zufrieden….

Aber nun muß ich, bevor ich vom Rhabarbersaftmachen berichte, die Eichen zwischenschieben:
Die Freundin nämlich hat direkt vor dem Haus eine gewaltige Eiche stehen und ein Stückchen weiter noch eine. Und beim Rhabarber-in-den-Kofferraum-bringen fiel dem Herrn F. da, unter der Eiche, ein großes Summen auf. Davon berichtete er, als wir um den Gartentisch saßen, und wir haben spekuliert…
Honigbienen?
Kaum. Schließlich sind Eichen windbestäubt, da ist nicht viel zu holen, und in Zeiten der Obst- und Rapsblüte ist kaum zu erwarten, daß die Brumseln in Eichen summen.
„Gallwespen“ war die Freundinnen-Vermutung. Denn in der Eiche sind jedes Jahr viele davon, und jedes Jahr hört sie auch dieses Summen aus den Eichen.
Aber ist das wahrscheinlich? Gallwespen sind Einzelgänger, da wird doch nicht so viel zusammenkommen, daß ein Gesumm im ganzen Baum ist!?
Nuja, irgendwann ging’s heim, und auf dem Weg haben wir dann mal gründlich geguckt.

Wer war’s also?
Honigbienen, tatsächlich! Was wollen die da?

Daheim angekommen, hab ich mich erstmal hingesetzt und die Rhabarber grob geschnitten und in den Entsafter geworfen (Dampfentsafter), büschen Zucker drüber, und dann hatte ich Zeit zu suchen. Ich fand dieses Zitat:

Unsere heimischen Eichen bieten hunderten von Insektenarten und deren Larven Futter und Lebensraum. Den Bienen liefern die Eichen im Mai Pollen, im Juni Blatthonig

Hmmmm, aber während der Raps-Vollblüte? Direkt nebenan blühende Apfelbäume und Löwenzahn- alles anerkannt gute Bienenweiden!? Ein Rätsel!!!

Währenddessen hat  der Rhabarber vor sich hin gesaftet. Letztlich haben wir 3,5 Flaschen aus einer Entsafterfüllung herausbekommen. Nicht gerade furchtbar viel, aber nuja- lecker!!! Und dann doch mehr Arbeit als gedacht- hatte ich doch das Entsafter-reinigen erfolgreich verdrängt…. *g*

A propos Entsafter: in den nächsten Tagen müsste ein Zweit-Entsafter hier ankommen. Gebraucht ersteigert, und dann wird die Wachsschmelzerei in der Villa Fjonka revolutioniert: nix mehr Kochtopf und fast überkochen und Sauerei und so. Nein, rein in den Entsafter- draußen, auf der elektrischen Kochplatte, die wir seit anderthalb Wochen besitzen- und büschen warten- und schon kommt unten sauberes, feines Wachs herausgelaufen, ganz ungefährlich und ohne tagelang klebende Küche! Ha!!

So. Das war jetzt ein „Ich schwatze mal ein bißchen vor mich hin“-Beitrag. Merke ich grad, aber beim nochmal-drüberlesen gefällt er mir ganz gut, so wie er ist, und bleibt deshalb so 🙂

—-

Nachtrag: Ich hab dann wegen der Eichen auch nochmal im Bienenforum nachgefragt und von dort zwei interessante Links bekommen, also- wer sich für’s fachliche interessiert, der möge bitte hier klicken, um die für die Waldhonigtracht wichtigen Läuschen in der Eiche kennenzulernen. Kurz zusammengefaßt, was dort und im Forum herauskam: In manchen Jahren gibt es richtigen „Eichenhonig“, sogar in Schleswig-Holstein. Hängt von der Menge der Läuse ab und ist recht unberechenbar, fällt zeitlich aber mit der Rapsblüte zusammen.

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9 Kommentare zu “Die Fjonka rhabarbert über Bienchen und Eichen

  1. Neckarhex sagt:

    Spannend, daß man im Entsafter auch Wachs ausschmelzen kann…. ich hätte Gedacht, das gibt zu viel Reinigungssauerei hinterher. Da sieht man mal.

    Wie genau machst und konservierst Du den Rhabarbersaft? Ich liebe ebenfalls Rhabarber und kann bei meiner Mutter immer viel ernten. Da Rhabarbermarmeladen etc. nicht länger als ein Jahr wirklich gut schmecken gehört meine geliebte Rhabarber-Ingwer-Marmelade zum Frühjahrs-Standardprogramm und ist dieses Jahr auch prima geworden. Mein Erstversuch mit Rhabarbersirup dagegen nicht ganz so, der schmeckt ein wenig eigenartig. Den mache ich für Rhabarbersprudel, den ich genauso liebe wie Holunderblütensprudel. Aber so gut wie der gekaufte Sprudel schmeckte der mit meinem Sirup nicht – sonst isses immer eher umgekehrt. 😉 Da es bei uns im Raiffeisen einen superleckeren Rhabarber-Apfelsaft ohne Zuckerzusatz gibt, der köstlich als Schorle schmeckt werde ich das Projekt wohl nicht mehr wiederholen, sondern mich aufs Kuchenbacken verlegen wie Muttern. Rhabarberkuchen mit Mürbteig und Baiser…. mjam.

    • Fjonka sagt:

      Rhabarbersaft machen: Dampfentsafter an, Rhabarber ungeschält in groben Stücken rein, etwas Zucker drüber, warten. Direkt aus dem Entsafter in die Flasche, Gummipropfen drauf. Das war’s. Vom letzten jahr hatten wir 1 Buddel im Kühlschrank vergessen(!), die haben wir letzte Woche getrunken, war wunderbar…. normalerweise wird der aber nicht so alt, daß man besonders konservieren müsste 😉

  2. Weil ich deinen Blog sehr nett finde und mein Opa auch mal Bienen hatte, hab ich dich bei mir getagged: http://www.jaellekatz.blogspot.de

    Dort steht auch, wie es geht 🙂
    Viel Vergnügen und wenig Regen für die Bienchen.

  3. Tahana sagt:

    Ich hätte da noch ein hervorragendes Rezept für Rhabarberchutney – auch nicht viel Arbeit und lecker zu Käse, Fisch und Fleisch! Ich mag nämlich auch Rhabarber – und Saft ist großartig – schmeckt mit Sekt und auch mit Selters! Sonnige Grüße durch all das Nass!

  4. Bibo59 sagt:

    Ich kann nie Deine Links im Text erkennen. Kannst Du die vielleicht farblich etwas kontrastreicher gestalten?

    • Fjonka sagt:

      Die sind grün- und daran ist auch nix zu ändern (bzw müsste ich das jedes einzelne Mal per Hand machen, und das finde ich ziemlich umständlich.. bei mir hebt sich das grün allerdings ganz gut vom Text-grau ab!?

  5. Bibo59 sagt:

    Die suchen zuckerhaltiges Blattlauspipi.
    Bei mir hängen die gerade trotz tollster Bienenweidenblüte im Kirschlorbeer rum (grünes Beistellmöbel ohne biologischen Sinngehalt) Bienen sind da wohl nicht so wählerisch. Hauptsache süß und nicht weit zu fliegen.

Platz für Klönschnack ...

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