Oluf-Samsons-Gang

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Von der Nordestraße runter zum Hafen: der Oluf-Samsons-Gang

Der Oluf-Samsons-Gang in Flensburg heißt nach?- genau: Oluf Samson. Der hatte als Kaufmann Ende des 16. Jahrhunderts dort einige Grundstücke, auf denen er kleine Mietshäuser für nicht so reiche Leute baute. Diese Bebauung ist im 30jährigen Krieg zerstört worden. Erst im 18. Jhdt. wurde dann wieder bebaut, die kleinen, alten Häuschen auf den Fotos hier stammen aus dieser Zeit.

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Herausgeputzt

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Ab ca 1920 wechselte der Gang dann vom Kleine-Leute-Wohngebiet zur in den 30ern nahezu vollständigen Nutzung als Bordell-Meile. Das blieb denn auch bis in die 70er so. Es passierte auch deshalb nicht viel, weil an die Stelle (und nicht nur dorthin- es sollte die ganze nördliche Altstadt weg. Uaaaaah!) nette Terrassenbauten im Stil der 60er kommen sollten, und eine hübsch breite Straße ….. Das scheiterte am Geld- wie gut! Irgendwann hat man was kapiert: Die inzwischen recht baufälligen Häuser wurden unter Denkmalschutz gestellt und nach und nach an Privatleute verkauft. Derzeit gibt es von „völlig fertig“ über „frisch renoviert“ bis zu „sollte mal wieder was dran gemacht werden, damit’s so schön bleibt“ und sogar „moderner Stil- in eine Baulücke eingepaßt“ alles zu sehen, wobei „in den letzten 10 Jahren renoviert“ eindeutig überwiegt.

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Bei dem braun aussehenden Haus ist die Renovierung voll im Gange- der Putz ist schon ab (oder war’s ne Verkleidung? Jedenfalls konnte man das fachwerk vorher nicht sehen) aber bereits seit letztem Jahr. Hat sich da Jemand übernommen??? Im Erdgeschoß daneben mit den blauen Läden brennt noch das rote Licht.

Das war noch anders, als ich 1989 nach Flensburg zog. Da gab es, wenn ich mich recht erinnere, so drei bis fünf Häuschen, die renoviert waren, mit Privatleuten drin. Der Rest stand leer oder, das war das häufigste, war rott bis zur Baufälligkeit, aber voll mit Puffs. In jedem Fenster saßen die Damen- wenn nicht grad die Vorhänge zugezogen waren. Dabei sollten bis Mitte der 80er die Prostituierten laut Plan verschwunden sein! Zu den Zeiten hat der Gang mir auch schon gut gefallen- der Häuser wegen- doch nachts mochte ich nicht allein da durch gehen, da war noch richtig was los, viele Besuffskis und Horden von Seeleuten, die auch nicht ganz koscher waren – und die Damen sahen es auch nicht so gern, wenn Frauen längsliefen. Tags saßen sie zwar auch, aber da war’s ihnen wohl egal. Ich kann mich noch erinnern, daß ich die Bewohner der paar Privathäuschen ob ihres Mutes ein wenig bewundert habe.

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Jetzt ist das kein Thema mehr, und auch das Laufhaus, das Anfang der 90er irgendwann gleich in der Nähe eingerichtet wurde, sieht zumindest nach Ruine aus (keine Ahnung, ob da drin noch was passiert).

Doch selbst jetzt brennt noch in 3 Häusern des Oluf-Samson-Ganges ein rotes Licht….

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Stadtbild.

10 Kommentare zu “Oluf-Samsons-Gang

  1. Steffi sagt:

    Da sind wir auch schon durchgegangen und wurden prompt von einer Dame böse angestarrt, vermutlich galt das mir, die den potenziellen Kunden an der Hand hatte 😉

  2. Äppelken sagt:

    Unter der Laterne, vor dem großen Tooooooooooooorrrrrrrrrrrrrr. Schön, das. Bei mir ist das Licht übrigens auch ab und an rot. Völlig ohne Verkaufsabsichten 😉

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