There’s a new Cafe in town

Wir haben keine Tageszeitung mehr, seit ich mich wieder mal grün und gelb darüber geärgert hatte, daß sämtliche netten Veranstaltungen dort immer besprochen werden, nachdem sie stattfanden – aber nicht vorher angekündigt! Das ist so ein bißchen als ob die Zeitung nichts besseres zu tun hätte als einem eine Nase zu drehen und zu sagen „Fitfitfit- ich hab das tolle Konzert/ die Ausstellung gesehen, und Du hast nichts davon gewußt“ Dafür will ich nicht auch noch Geld bezahlen, zumal man die überregionalen Seiten dieses Machwerks eh in die Tonne treten kann! Und die lokalen: hier ist die Zeitung aufgeteilt in Schleibote (Kappeln und Co) , Schleswiger Nachrichten und Flensburger Tageblatt. Wir sitzen zu allen 3 Orten gleich weit entfernt, und unser Dorf wird in der Schlei-Ausgabe mit abgehandelt, die mich aber am allerwenigsten interessiert, da ich zu der Gegend wenig Bezug habe. Wissen tät‘ ich gern, was in FL, SL und unserem Dorf  los ist. Und dafür  müsste ich also DREI Zeitungen bestellen. Lächerlich!
Außerdem haben wir einen Bäpper mit „Bitte keine Werbung“ auf dem Briefkasten. Dieser Bäpper hat zur Folge, daß wir auch die „Moinmoin“, das lokale Veranstaltungsblättchen, nicht bekommen. Das ist nun die einzige „Werbung“, die ich gern hätte, denn hier gibt es die Vorankündigungen, die die Lokalzeitung uns systematisch vorzuenthalten aus unerfindlichen Gründen beschlossen hat…

Ja, so deprimierend ist die Lage auf dem provinziellen Info-Markt! Also ist es fast ein kleines Wunder, daß ich nur anderthalb Wochen nach der Eröffnung mitgekriegt habe, daß ganz in der Nähe, in Lindau an der Schlei, ein neues Café eröffnet wurde.

P1050091Dieses Café verdankt seine Existenz dem Ende der unerträglichen Heimatserie „Der Landarzt“. Über Jahre wurden nämlich hier jährlich neue Folgen abgedreht. In Lindau war sozusagen die Homebase: die Praxis und Wohnung von Quadflieg, irgendwem und Carpendale – den 3 Darstellern des gruslig-väterlich hauspsychologisierenden Doktors. Das war insofern prima, als der Hof im echten Leben einer extrem netten Frau gehört, die aber das Geld auch nicht sch*** kann und durch die guten Mieten in der Drehzeit den Hof in Schuß bringen konnte. Schön, weil es ein sehr alter, sehr traditionsreicher Hof ist:

Das Gutshaus Lindauhof kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 16. Jahrhundert wurde das Gutshaus erbaut, das quasi noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Dies ist nicht selbstverständlich, denn alle anderen Gutshäuser in Schleswig-Holstein und Dänemark wurden baulich verändert. Das Gutshaus Dänisch Lindauhof hingegen nicht. Das Gut wurde bereits 1265 erstmals urkundlich erwähnt. Der damalige Besitzer war Pogwisch von Knoop. Weitere namhafte Besitzer waren die Familie Rathlow, Christian Albrecht von Brockdorff und schließlich Frau Luise Lass, ein Mitglied der Familie Karberg. Somit ist das Gut seit 1833 im Besitz der Familie Karberg.

Quelle: Schlei-Ostsee-Urlaub.de

Es gibt sogar einen Rittersaal! P1050093

Naja, und nun ist also Schluß mit Landarzt, und in den Räumlichkeiten hat die Tochter der Besitzerin ein Café aufgemacht (rechtzeitig, so lange noch die Landarzt-Touris unterwegs sind) Da mussten wir natürlich hin, schließlich ist die Kombi „altes Gebäude/ Torte“ unwiderstehlich!

P1050089Aaaalso: Hoch über die Freitreppe rein ins Café – und schon steht man im Rittersaal, einem Raum mit mächtigem, offenen Kamin und Natursteinboden. Wir aber konnten – es war einer der Gutwettertage – draußen sitzen, hinter der efeubewachsenen Mauer vom oberen Bild, sozusagen. Denn dort liegt ein kleiner, netter Biergarten zwischen den Linden einer alten Allee, die seltsamerweise schnurstracks auf die Seite des Hofes zu führt, an der keinerlei Zugang erkennbar ist … hmmmm…. Man sitzt neben dem großen, parkartigen Garten, und die Torten, die wir probiert haben, waren richtig(!) lecker. Die Säule sieht man, wenn man sich vom Cafétisch aus umdreht und sich die Rückseite des Hausriegels betrachtet, den man auf den Bildern nicht sehen kann.

P1050086Und der Schupfen ganz unten- der ist inzwischen Wohnhaus, und wenn ich mich recht erinnere, hat die Frau Karberg mir irgendwann „anne Tanke“ (von da kenn‘ ich sie nämlich) erzählt, daß sie während der Drehzeiten dorthin ausquartiert worden sind, und der alte Stall extra dafür zum wohnen ausgebaut worden ist.

So. Also, wer hier in die Gegend kommt: unbedingt ins Gut Lindauhof und lecker Torte essen- und gucken, natürlich! 🙂

24 Kommentare zu “There’s a new Cafe in town

  1. Neckarhex sagt:

    Das Café klingt sehr interessant – und wie schön, daß das Fernsehen da auch mal so positive Folgen hat! Das versöhnt mich ja glatt mit dem wiederwilligen Zahlen der GEZ-Gebühr… 😉

    Kleiner Tip zum „MoinMoin“: melde Dich doch da mal und sage, daß Du dieses Blättchen gerne hättest. Mit Glück klappt es dann doch, oder sie haben sogar einen Aufkleber daß genau dieses Blättchen erwünscht ist. Wir haben auch keine Tageszeitung, aber insofer Glück als die Amtsmitteliungen der Gemeinde in einem vergleichbaren Blättchen verkündet werden, das deshalb auch trotz Anti-Werbungs-Aufkleber eingeworfen werden darf – und fast immer wird. Und wenn es mal fehlt genügt eine Email und ich krieg es nachgereicht.

    • Fjonka sagt:

      Das mit dem „außer Moinmoin“ ginge, hätte ich nicht so ein exclusives (mit C!!) Bäpperchen, stylish zum Briefkasten passend, daß es mein ästhetisches Empfinden verletzen würde, da noch eins drunter zu bäppern. Ja, ich weiß, das läuft dann unter „selber schuld“…

  2. Kann das sein, dass die für Veranstaltungshinweise Geld nehmen? In unserem Blättchen „Kreisbote“ zahle ich ganz schön viel, noch mehr in der Tageszeitung, so dass ich nun schließlich, wenn auch zähneknirschend, aufs Fratzenbuch zurückgegriffen habe, um das Anzeigenkonto wenigstens etwas zu entlasten. Könnte doch sein, dass die bei so kleinen Veranstaltungen im ländlichen Bereich einfach das Budget nicht haben.

    Guck doch mal, Tageszeitungen und bei uns sogar den Sch… ,äh, Kreisboten gibt’s online.

    Schön, das mit dem Café, wünsche guten Appetit, obwohl ich auch keine Torten mag 😉

    • Fjonka sagt:

      Ehrlich jetzt, sowas gibt es? Ich dachte, so eine Zeitung lebt davon, daß die Leuite sie auch (und nicht zum geringsten Teil) kaufen, um über Veranstaltungen informiert zu werden!? Und dann lassen die sich dafür bezahlen???? *staun*

      • Ich bin jetzt kein Experte, aber eine Zeitung finanziert sich zu einem Gutteil auch über Anzeigenkunden.

        Beim *kostenlosen* Kreisboten* (Blättchen) zahlen wir die Annoncen, kriegen etwas Rabatt aufgrund der Menge und Regelmäßigkeit der Anzeigen und als „Zuckerl“ ein- oder zweimal im Jahr einen Artikel im „redaktionellen Teil“.

        Beim Tagblatt, Bezahlzeitung, Ableger vom Münchner Merkur kosten die Annoncen mehr.

        Wie gesagt, ich guck beide nur noch online an, z.B. hier http://www.kreisbote.de/lokales/garmisch-partenkirchen/ , obwohl der Kreisbote 2x/Woche im Kasten liegt und ich den Merkur im Laden habe.

        • Fjonka sagt:

          …und ICH dachte, Annoncen sind was anderes als Veranstaltungshinweise. Naiv!? Früher gab es in der Regionalzeitung eine Rubrik „Was? Wann? Wo?“, da war all sowas zu finden- von Ausstellungen über Konzerte bis zu AA-Treffen und Seniorennachmittagen.
          Online sieht das so aus: http://www.shz.de/index.php und genau ZWEI Veranstaltungen fürs WE in FL- das KANN nur heißen, daß es wirklich nur bezahlte Dinger sind.
          Tjä.

  3. Pogwisch von Knoop! Was für ein toller Name!!!
    Gehen wir da mal Kaffee trinken? Auch wenn ich keinen Kuchen oder Torte essen mag? Ohne den Landarzt isses da bestimmt toll 🙂
    Meine Nachbarin hat auf ihrem Briefkasten explizit stehen, welche von den vielen Werbeblättchen sie will und dass alle anderen nicht. Und das funktioniert. Kannst ja nen Kleber hin machen von wegen „MoinMoin willkommen“?

  4. Bea sagt:

    Genau wie du ärgere ich mich auch ständig über die nachträglichen Infos in unserem Käseblatt (Flensburger Nachrichten).

    Der Lindauhof sieht wirklich schön aus. Wenn ich Torten mögen würde, ginge ich auch mal hin, aber ich mag keine Torten. Gibt’s da auch was Deftiges?

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