Puh

21. Juli

Das war aufregend, heute. Wir hatten nämlich Bienen-Nachmittag.

Erste Maßnahme: Die Kleinen: Als erstes wollten wir gucken, ob sie inzwischen die untere, leere Zarge angenommen hatten. Hatten sie nicht. Also, ganz einfach (dachten wir): zuammen die 2 oberen Zargen anheben, wegstellen, untere weg, die 2 anderen wieder hin- fertig.

Weg jetzt da, ihr Bienen, diese (leere) Zarge soll zurück zum Jungimker

Weg jetzt da, ihr Bienen, diese (leere) Zarge soll zurück zum Jungimker

Erstens kommt es anders: die kleinen hatten die Zargen schön mit Propolis verschmiert, so daß die unterste sich mit anhob und dann (aus 2 Zentimetern oder so) abplumpste. Nuja, 2 Zentimeter… denkt man. Bienen denken anders! RIESENAUFREGUNG, Gebrause, wütende Bienen… schnell die 2 oberen Zargen abgestellt und nix wie weg… die Verfolgerinnen waren dicht auf, doch keine hat uns erwischt. Puh. Wir beschlossen, dieses Volk ersteinmal in Ruhe zu lassen, und beim Haus2 weiterzumachen- das steht am weitesten weg 😉

Haus2 ist die TBH, aus der das alte Volk abgeschwärmt ist und das mit dem „wir basteln uns selbst eine neue Königin“ gut geklappt hat. Das Volk scheint uns gesund und stark, wir hofften, ein wenig ernten zu können- schließlich sind ganze 19 TBs besetzt! Diesmal haben wir getan, was wir schon lange nicht mehr taten: wir haben wirklich jede einzelne Wabe angeschaut, bis auf 3 verbaute ziemlich am Flugloch- vom Nest-Aufbau her kann da gar nichts anderes sein als Nektar- und so haben unsere Bienen schon ganz ohne auffüttern ZEHN Honigwaben voll gesammelt, und der Rest sind schöne, große Brutbretter. Ergebnis: glückliche ImkerInnen 😉 Aber wir haben dann auch ganz vermessen ZWEI Waben herausgeholt: eine einfach so zum ernten (echt jetzt!!) und eine verbaute Dickwabe, in der nur wenig Brut und davon noch einiges Drohnen waren, der Rest Nektar. Die haben wir entnommen (und dafür „hinten“ 2 leere TB eingehängt), weil wir damit wieder ein wenig mehr imkergemäße Ordnung ins Nest gebracht haben. Im Haus dann habe ich ziemlich sorgfältig alles an Brut rausgeschnitten und die Nektarteile mit in den Honigeimer zum austropfen gegeben. Die Brutteile lagen bis heute morgen im Gefrierfach, und heute abend dann können sie diese Teile selbst von Nektarresten säubern und auslutschen. Das war sehr befriedigend- zu sehen, wie unser heftiger Eingriff im Frühjahr gut gegangen ist, und wie kräftig sie sind trotz der Schwärmerei. 🙂

bei der Arbeit

bei der Arbeit

Zuversichtlich haben wir uns dann den Schwarm vorgenommen- und da erwartete uns eine böse Überraschung:

Schräg gebaut über mehrere TB!

schrägüber5Waben

Schräg über fünf Waben!! Hier ist noch alles ruhig….

Der Schrägbau war allerdings noch nicht voller Nektar, und so bildeten wir uns ein, das ganze gut entfernen zu können. Pustekuchen! Der Schrägbau hat offenbar die Teile der Waben gut stabilisiert, die voller Honig waren- die sind dann nämlich abgerissen 😦 Und so haben wir unfreiwillig auch vom ziemlich stinkigen Schwarm allerhand Wabenteile voll mit unverdeckeltem Nektar geerntet…. Schade!! Die Rest-Durchsicht haben wir uns dann verkniffen, Bienen und Menschen waren ziemlich geschafft und genervt. Wir haben aber in der letzten Woche keine Kalkbrut-Larven mehr gefunden und hoffen, daß das überwunden ist und im Brutnest alles seine Ordnung hat- und vor allem, daß wir nicht die Königin unter abbrechenden, leckenden Wabenteilen begraben und ertränkt haben, wie so manche arglose Biene 😦

Auch zu den Kleinen mochten wir danach nicht mehr weiter hineingucken, das haben wir einfach verschoben, wir waren fertig mit Jack‘ und Büx, sozusagen, und außerdem wartete ja schon der Michelmann mit dem Böötchen auf uns….

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 3.

15 Kommentare zu “Puh

  1. Bea sagt:

    Trotz all der Aufregung und kleinen Missgeschicke: ich finde, das alles klingt schon deutlich gelassener und professioneller als im vergangenen Jahr. Ihr habt echt viel dazu gelernt.

    Für mich käme Bienenhaltung nie und nimmer in Frage, ich finde den Geschmack von Honig eklig süß, bäh. Aber schön, dass ihr euch um die Brumseln kümmert!

    • Fjonka sagt:

      Danke, das kommt mir auch so vor. Obwohl wir noch immer oft unsicher sind und niemals etwas einfach so klappt, wie wir dachten, geht das improvisieren und umdisponieren schon deutlich leichter von der Hand als im letzten Jahr *g*
      Und unser Honig ist sooooooo lecker!! (Was aber für mich nach wie vor kein Grund ist, Bienen zu halten. Der von anderen Imkern schmeckt auch lecker.)

  2. Neckarhex sagt:

    Puh in der Tat, das klingt nervenaufreibend! Mir geht es aber wie Bibo, gerade durch Deine Berichte ist die halbgare Idee, vielleicht auch Bienen zu halten, längst ad acta gelegt, zumal auch wir fast keinen Honig essen.

    • Fjonka sagt:

      😦
      DAS ist nun nicht gerade, was ich bezwecken möchte …. Ihr müsst immer einen gut Teil „Fjonk’sche Mimoserei“ abziehen, ich bin ja groß im aufregen und sorgen… und ein bißchen Pech haben wir schon auch gehabt mit dem ersten jahr, mit Räuberei und üblem Wetter und so- aber was bleibt, ist: Bienen machen auch Arbeit! Und leben nicht von allein, wenn man ihnen nur ein Zuhause bietet. Das ist auch ohne Fjonka-Abzug wahr.

      • Neckarhex sagt:

        Genau das meine ich, und nur das: Bienen machen Arbeit, und deutlich mehr als mir bisher da suggeriert wurde, wo das Bienenhalten hochgelobt wurde. Und genau das finde ich wichtig. Ich rege mich zum Beispiel immer auf, wenn ich auf irgendwelchen Seiten oder in Heften für Eltern zum Thema Haustiere lese, was da so genannt wird an Aufwand für die jeweiligen Tiere… ist total illusorisch und führt letzendlich dazu, daß die Tiere dann irgendwann schlimmstenfalls im Tierheim landen, und oft genug nur gerade mal so eben mitlaufen, aber man sich nicht wirklich gut um sie kümmert.
        Was die Bienen anbetrifft ist das, was ich von euch mitbekomme, einfach das Zuviel an Arbeit, das ich sinnvoll investieren könnte. Da mach ich es lieber wie in der Antwort an Bibo beschrieben und sorge bei der sowieso anfallenden Arbeit für den/im Garten dafür, daß Wildbienen sich hier besonders wohlfühlen und diese, Hummeln und Schmetterlinge Futter finden und sich auch unsere anderen Wildgäste wohlfühlen.

        • Fjonka sagt:

          …und das ist ja auch sinnvoll, darüber VORHER nachzudenken.
          Die allermeisten Imker haben allerdings weniger mit ihren Bienen zu tun als wir . Die sitzen nicht jeden Tag davor und gucken in die Gemüllschublade und so *g* – sie fahren in der „Viel-Arbeit-Zeit“ jede Woche 1x hin, sonst seltener. Und doch…. an diesem einen Tag heißt es dann: Schwarmkontrolle, Drohnenbrut ausschneiden, Brutnest/ Zustand begutachten, eventuell erweitern (mehr Platz geben) – und das bei jedem einzelnen Volk. Das dauert dann schon, auch wenn EineR erfahren ist. Und dann Schwärme einfangen, Honig ernten und rühren, Wachs einschmelzen und Kerzen gießen, einfüttern und Varroa-behandeln- wird mit den Jahren sicherlich alles fixer und weniger aufwändig- kostet aber auf jeden Fall Zeit. Und die muß man sich nehmen können und wollen.

  3. Bibo59 sagt:

    Ehrlich gesagt: Bienen wären mir doch zu nervenaufreibend. Und da ich sowieso eher selten Honig esse kommt Bienenhaltung für mich gar nicht in Frage.

    • Fjonka sagt:

      *gg* mir scheint, Du müsstest bei gelasseneren Bienen-HalterInnen lesen, um auf den Geschmack zu kommen 😉
      aber vielleicht wäre dann ja ein Hummelkasten was schönes für Dich: viel beobachten, kaum Arbeit http://www.datenerror.de/bombus/

      • Neckarhex sagt:

        Oder Wildbienen, unsere Variante sozusagen… 😉 man muß nur für Nist- und Futtermöglichkeiten sorgen und kann dann faszinierende Spezies gucken. Von einer Freundin hörte ich neulich von der Blattschneiderbiene, die kreisrunde Löcher in Blättern hinterläßt, sprich auch noch schöne Gartendekorationen erzeugt. 🙂

      • Bibo59 sagt:

        Och, mir reicht das, momentan meinen Garten tierfreundlich zu gestalten. Hummeln gibt es hier reichlich.
        Meine arme, alte, behinderte Mutter ist ja gegen ALLE! Insekten! allergisch! Die würde mich sofort umbringen, wenn ich aktiv hier Bienen und Hummelkästen aufstellen würde.
        Aber ein paar leckere Blümchen auf der so genannten Blumenwiese, ein dezent angelegter Totholzhaufen und die Braunelleninseln auf der als Rasen definierten Fläche, sollte den Bienchen und Hummelchen genügen.

        • Bibo59 sagt:

          Blattschneiderbienen hatte ich in meinen Hamburger Balkonkästen. Das sah witzig aus, wenn die da mit ihrem Blattstück angeflogen kamen.

  4. Äppelken sagt:

    Ach, da wäre ich gerne dabei gewesen, warum wohne ich auch so weit weg…

    • Fjonka sagt:

      Das war aber zumindest gegen Schluß nicht wirklich schön… und ich habe auch wieder einen Stich abbekommen- diesmal ein echter Angriff, keine Doofheit meinerseits. Verübeln kann ich’s dem armen Schwarm nicht, und dank des Herrn Allergietabletten (der nächste Versuch nachdem Homöopathie, Fenistil, aufgeschnittene Zwiebel, kühlen und ignorieren gleich viel Wirkung gezeigt hatten) ist mein Oberarm nicht popeyeesk angeschwollen (nur ein wenig) und schmerzjuckt kaum)
      Wenn Du kommst, ist das Bienenjahr schon rum und außer von außen nix mehr zu sehen. Aufmachen ist dann wohl nicht mehr, es ist schon aufgefüttert und dadurch zu fragil.

      • Äppelken sagt:

        Jo. Nächstes Jahr dann wieder früher, so oft muss ich ja nicht in Reha (hoffentlich).
        Haste schon mal Erhitzen probiert? Schnakengift ist z.B. ein Protein, das sich über 40°C zersetzt, deswegen gibts diese Elektrobritzler, die man Punkt genau auf den Stich aufsetzt und diesen kurz erhitzt. Ich weiß aber nicht, ob das bei Bienenstichen auch funktioniert. Die ganz Harten nehmen ein Feuerzeug, lassen es ne Weile brennen und drücken dann das Metall auf den Stich. Autschn.

Platz für Klönschnack ...

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