Nach der Ernte: Varroen bekämpfen

29.7.

Das Varroawetter sagt: heute geht’s gut. Wir gehorchen. Bei zwei Völkern hatten wir vorher den IST-Zustand gemessen, indem wir in der Gemüllschublade 3 Tage lang Varroen gezählt haben. Obwohl in diesem Jahr eine wirklich schwache Belastung festzustellen war, war der IST-Zustand mit 7 bzw 5 Varroen natürlichem Totenfall bei „über 5 Varroen/Tag: es muß bald behandelt werden“.

Die Menge der zu gebenden Ameisensäure richtet sich nach der Größe des Volkes und der Waben:

  • Zander: 2ml pro Wabe. Nach der Fütterung sind 16 Waben übrig: 32ml Ameisensäure.
  • Haus2: 3,2 ml pro voll ausgebauter TBH-Wabe. 15 besetzte Waben nach der Ernte, davon 1 noch sehr klein, minus etwas „Angstabzug“ für nicht 100%ig ausgebaute Waben: 41,6ml Ameisensäure
  • Villa Brumselia: 3,2ml pro voll ausgebauter TBH- Wabe. 11 besetzte Waben, aber es ist uns unmöglich, nachzuschauen, wie viele davon voll ausgebaut sind. Nur von der hintersten wissen wir:  grad mal handtellergroß, die Wabe. Warum? Weil jede Menge Bienen jetzt, wo nur noch Läppertracht geboten ist, rumlungern – man sieht nur BIENE, wenn man reinguckt. All diese Bienen sind in „Winterfutter muß verteidigt werden!!“- Stimmung – sorry, aber dies plus 26° (= sehr weiches Wachs) plus unbebrütete (also NOCH fragilere) Waben läßt uns fürchten, daß wir mehr zerstören als gut machen, wenn wir hier mal schätzen statt wirklich gucken. Wir haben entschieden: 24ml.

Die Ameisensäure ist seit 2 Tagen im Kühlschrank (damit der Schock für die bienen langsamer und dadurch erträglicher kommt, wenn die Säure zu verdunsten beginnt) Der Herr F. hat letztes jahr begonnen, auch noch Kühlakkus drunterzulegen, das war gut, das machen wir wieder so. Trotz aller Vorsicht und versuchter Kontrolle  ist es immer Sch**** , wenn’s dran geht, die Milben, hoffentlich aber nicht die Bienen zu verätzen.
Die TBH bekommen die Säure auf einem Schwammtuch von unten, beim Zander-Volk wird das Schwammtuch (was besser ist, da die Säure schwerer ist als Luft) von oben aufgelegt. Wir müssen aber nicht nur auf die Bienen, sondern auch auf uns aufpassen: einatmen kann Verätzungenhervorrufen, auch in Augen und eigentlich überhaupt auf die Haut sollte das Teufelszeug nicht kommen. Also mit Schutzbrille und nix da barfuß und in kurzem Höschen…

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So. Beim Zander und Haus 2 ist Ruhe, nachdem in Haus2 ersteinmal aufbrausen und heftiger Flugverkehr angesagt war. Der Schwarm wollte aber nicht so wie wir, binnen einer Minute eine große Bienentraube draußen. Schnell haben wir das Schwammtuch wieder rausgeholt, nun ziehen Biens langsam wieder ein, das Schwammtuch liegt im Gefrierfach und wir versuchen’s mit mehr Kühlung und weniger Säure (einiges ist ja nun schon weggedunstet) nochmal, wenn’s dunkel wird.

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Wieder nix- auch diesmal kamen Biens wieder aus den Fluglöchern gequollen. Nun haben wir das Schwammtuch zum ausdünsten draußen hingelegt und müssen es morgen abend mit deutlich weniger Ameisensäure noch einmal versuchen. Na ja, , we schon Meatloaf sang:
„Two out oft three ain’t bad“

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The day after, 30.7.
Während beim Zander-Volk, dem einzigen, wo wir ganz sicher sein konnten, alles entsprechend der Literatur richtig gemacht zu haben, einfach gar nichts passiert (Die Bienen benahmen und benehmen sich als wäre keine Säure in der Luft, fliegen morgens ganz normal – aber es ist auch keine einzige varroe gefallen, bisher) ist bei Haus 2 nichts schönes zu sehen: nur vereinzelte Bienen sind unterwegs, keine Pollensammlerinnen, dafür werden Tote entsorgt. Ich habe dann mal die hintere Schublade (auf der kein Säure-Tuch liegt) geöffnet – und wo man sonst keine einzige Wabenzelle sah, kann man jetzt die hinteren beiden erkennen. Und es liegen Tote am Boden. Wir haben beschlossen, das Schwammtuch erauszuholen, obwohl es noch nicht trocken ist und man durchaus noch Säure merkt, wenn man darüberhängt und Varroen zählt. Denn auch die sind gestorben, immerhin: 80 Stück habe ich gezählt.

Jetzt können wir nur hoffen, daß Brut und Königin nicht geschädigt sind. Wir haben beschlossen, daß 3,2ml pro Wabe dann wohl doch zu viel sind – obwohl wir das ja in Relation zu den Angaben zu anderen maßen und den jeweilgen Wabenflächen ausgerechnet haben. Wir werden den nächsten Versuch mit nur 3ml pro Wabe starten.

Drückt den Mausis die Daumen – es ist nicht schön, wenn man das Gefühl haben muß, seine eigenen Tiere umzubringen. Ich kann mir das schlecht angucken, sie tun mir so leid! Nichtsdestotrotz müssen wir heute abend nochmal beim Schwarm ran.

Platz für Klönschnack ...

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