Varroa

Es ist ein Elend mit der ollen Milbe- kaum hatte man die Freude der Honigernte, schon kommt der Kummer gleich hinterher: wieder mal will die Varroabehandlung nicht so klappen wie geplant:

Der Schwarm ist bei den ersten beiden Versuchen am 29. abends immer gleich ausgezogen- Massen von Bienen quollen aus den Fluglöchern, so daß wir annehmen mussten, daß die Dosis (24ml Ameisensäure, 60%ig) zu hoch war. Gestern haben wir mit 16ml einen nächsten Versuch gestartet- auch wieder Proteste. Letztlich haben wir das Schwammtuch dann unter die hintere Hälfte der TBH gelegt. Da passierte nichts. Aber die Chance ist groß, daß es da auch nicht vernünftig verdunstet- und also auch nix nützt.

Beim Zander-Volk (32ml = 2ml pro Wabe, wie empfohlen) ist schlichtwegs gar nichts passiert. Keine Proteste, keine Reaktion- aber auch keine einzige tote Varroa-Milbe. Auch hier haben wir gestern Abend einen zweiten Versuch gestartet, diesmal ohne aufgesetzte Leerzarge und mit dem Schwammtuch ohne Schutz auf dem Trenngitter statt, wie vorher, mit Plastikunterlage. Mal sehn, ob nun was passiert.

Am übelsten ist das ganze in Haus 2 gelaufen (41,6ml -> 3,2ml pro voll ausgebauter Wabe). Hier gibt es zwar massig tote Varroen (bisher habe ich etwa 150 gezählt) – aber auch viele tote Bienen. Und seltsamerweise seit 2 Tagen nur ganz, ganz, ganz, ganz, ganz ganz wenig Flugverkehr. Nun haben wir noch nie davon gehört, daß das eine Nachwirkung einer Varroabehandlung sein könne, und vielleicht liegt’s ja auch ganz einfach daran, daß das Volk sich auf dem vielen Nektar, den es ja noch drinbehalten hat, meint ausruhen zu können. Aber komisch ist es doch. Wir hoffen, das Volk nicht umgebracht zu haben 😦 Immerhin: das hineingestellte Futter nehmen sie an- wenn auch langsam: heute war erst die Hälfte der gefüllten 2Liter-Dose leer. Normalerweise schaffen die so ein Kleckschen Futter in wenigen Stunden weg…

Wer nun ganz frisch mitliest und nicht so recht weiß, wovon hier die Rede ist, dem sei gesagt, daß die Varroa-Milbe ein seit den 80ern in Deutschland aus Asien eingeschleppter Schädling ist, gegen den vorgegangen werden muß, weil die Bienen nicht in der Lage sind, sich selbst vor ihm zu schützen.
Ein zu stark von der Milbe befallenenes Volk ist dem Tode geweiht, weil verkrüppelte Bienen heranwachsen(die Milbe vermehrt sich in den Brutzellen und schädigt durch aussaugen die Larve) und das Volk anfällig gegen Viren einiger Krankheiten wird, die ihm dann letztlich den Garaus machen. Man behandelt mit Ameisen- und Oxalsäure, weil das die Mittel sind, die relativ natürlich sind und die keine Resistenzen erzeugen (im Gegensatz zu einigen Chemieriesen-„Medikamenten“)
Die Ameisensäure liegt vor der Behandlung 2 Tage im Kühlschrank (damit der Schock für die Bienen langsamer und dadurch erträglicher kommt, wenn die Säure zu verdunsten beginnt) Der Herr F. hat letztes Jahr begonnen, auch noch beim verdunsten Kühlakkus drunterzulegen, das war gut, das machen wir wieder so. Trotz aller Vorsicht und versuchter Kontrolle  ist es immer Sch**** , wenn’s dran geht, die Milben, hoffentlich aber nicht die Bienen zu verätzen.
Die TBH bekommen die Säure auf einem Schwammtuch von unten, beim Zander-Volk wird das Schwammtuch von oben aufgelegt  (was besser ist, da die Säure schwerer ist als Luft) . Wir müssen aber nicht nur auf die Bienen, sondern auch auf uns aufpassen: einatmen kann Verätzungenhervorrufen, auch in Augen und eigentlich überhaupt auf die Haut sollte das Teufelszeug nicht kommen. Also mit Schutzbrille und nix da barfuß und in kurzem Höschen…

Nachtrag 3.8. : erste Ergebnisse: Schwarm und Zander: nix – beim Zander-Volk ist uns das ein Rätsel, weil die Säure ganz vorschriftsmäßig verdunstet ist (am nächsten Tag war das Schwammtuch strohtrocken, beide Male)
Haus2: an die 150 Varroen sind bisher gefallen (die Säure wirkt ja auch in die Brut, dh erst nach 16 Tagen hat man vollständige Zahlen. MAN. Wir nicht, weil wir weg sind und deshalb nicht weiters zählen können), dem Volk scheint’s wieder gut zu gehn, aber sie sind halt weniger geworden… Bislang sieht man zum Glück keine rausgeräumten, toten Larven.

Heute (gleich) gibt’s beim Schwarm einen weiteren Versuch, dringend nötig ist es: wir haben heute im hinteren Raum, wo das Futter steht, viele tote “Kofferraumbienen” gefunden, Bienen, die durch die Varroa so verkrüppelt sind, daß der Hinterleib aussieht wie in einen Kofferraum gepreßt- nicht lebensfähig :-( Und das bei so geringem natürlichen Totenfall, es ist ein Rätsel!!

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Dieser Beitrag wurde in Jahr 3 veröffentlicht und mit getaggt.

2 Kommentare zu “Varroa

  1. Oje, ich seh schon, da ist mal wieder Däumchen drücken angesagt *quetsch*
    Varroa weg- hat kein Zweck *skandier*

    • Fjonka sagt:

      Update heute morgen: Schwarm: Tuch „nebelfeucht“ und kaum noch beißend, umpositioniert in die vordere Schublade (obwohl das jetzt wohl auch nix mehr nützt *g*)- Zander: benimmt sich als wär‘ nix,
      Varroen (tote) zählen kommt dann heut abend, weiß also noxch nicht, wie weit das angeschlagen hat.

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