Propolis

Nein, keine neues Metropolis, keine Abstimmung für oder gegen Nord- oder Südpol, und auch nicht der nächste griechische Finanzkrisenretter- hier geht das um ein Wunderstöffchen aus Baumharz und Pollenbalsam (zusammen über 50%), ätherischen Ölen (10%), Wachs, Pollen, Honig und noch ein paar Zutaten in kleinsten Dosen.

P1050534Hier, auf dem Flugbrett- da hat eine das mühsam gesammelte Tröpfchen des einen Grundstoffes, des Harzes, vorzeitig verloren- das orangene, das etwas glänzt.  Spezialisierte Sammlerinnen fliegen zu Baumknospen, um dort Harz zu sammeln. Die Bäume schützen mit diesem Harz ihre Knospen vor Pilzen und Fraßfeinden. Es verhindert, dass vor dem Frost Wasser eindringt und dass die Blatt- und Blütenanlagen vertrocknen, weil zu viel Wasser verdunstet. Aber auch an Wunden in der Baumrinde wird Harz abgegeben. Die Bienen sammeln am liebsten noch frisches Harz, und beim sammeln wird es schonmal mit Sekret aus der Mandibeldrüse der Bienen vermischt und erfährt so eine erste Weiterverarbeitung.  Eingetragen werden diese Propoliströpfchen wie Pollen als kleine Klumpen an den Hinterbeinen.

Im Stock angekommen, wird das Propolis weiterverarbeitet. Besser und anschaulicher schildern als die Honigmacher kann ich das nicht, also klickt bitte hier, um das genauer nachzulesen. Einfach nur abschreiben möchte ich nämlich auch nicht.

Nun haben die Bienen also das Propolis da. Sie dichten damit Ritzen ab, verkleinern zum Winter hin das Flugloch (falls ich das nicht vorher mit Korken tue ;-)), aber sie überziehen auch die Zellen der letzten, hintersten Futterwabe mit einem Propolisrand, um im Dunklen im Winter zu merken: oh, hier komme ich ins futterlose Gebiet- dann bleib ich mal lieber hier oder suche in anderer Richtung weiter! Deshalb müssen wir aufpassen, daß wir, wenn wir meinen, den Bienen noch mehr Platz geben zu wollen, die neuen TB nicht hinter dieser Wabe, die sie als letzte markiert haben, aufhängen. Dann werden sie nämlich den Raum nicht nutzen, selbst wenn sie ihn dringend brauchen, um ihr Winterfutter noch unterzubringen.

Das Propolis ist aber nicht nur ein prima Dämm- und Klebstoff (letzteres merken wir derzeit jedes Mal, wenn wir an die Bienen gehen- immer ist jede TB mit der Unterlage verkleistert, wir müssen den Stockmeißel mit Kraft einsetzen, um die TB anzuheben) Propolis wirkt auch desinfizierend, wasserabweisend und konservierend!
Ist ein Feind eingedrungen, der zu groß zum Abtransport ist, aber totgestochen werden konnte (zB eine Maus), so überziehen die Bienen diesen mit Propolis, und er bleibt so als das Volk nicht schädigende Mumie im Stock liegen. Etwas, was wir noch nicht selbst gesehen haben, wovon aber viele Imker berichten. Unser größter toter Feind war eine Erdhummel. Die haben sie in den Leerraum hinter dem Trennschied geschafft, den unsere Brumseln von Anfang an als „Draußen“ angesehen haben. Auch ihre eigenen Toten ziehen sie nicht nur aus den Fluglöchern nach draußen, sondern auch dorthin.

*Grüßchen aus dem Off*

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3 Kommentare zu “Propolis

  1. Äppelken sagt:

    Das Zeugs gibts auch im (Honig)-Shampoo und anderen feinen Pflegemittelchen und als Essenz wird es gegen allerhand Krankheiten empfohlen Gegen Erkältungen, Hautpilze, Wunden und sogar Überbeine (als Umschlag) soll es wirken.

  2. Bibo59 sagt:

    Ach so, das war es was mir neulich jemand vermeintlich in mein Buch geschissen hat. Riecht gut und macht gelbe Flecken.

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