Die Eifel, Teil zwei: Hecken

Sie sind uns gleich am ersten Tag aufgefallen, noch bevor wir ankamen, gleich beim durchfahren durch die Serpentinen, Hügel, Täler und Dörfer der Eifel:

Die Hecken

P1050590 Auf dem Lande, zwischen Koppeln oder Äckern, im Nichts, einfach so: lange, ganze Flurstücke umgebende oder einfach nur mitten dazwischen in einer langen Linie stehende, sorgfältig in Hüft- bis Schulterhöhe ordentlich beschnittene Buchenhecken, immer in 5-50m, das war unterschiedlich, daraus hervorragend ein Baum. Manchmal gerade armdick, manchmal richtig alt und groß.

So wie auf diesen Fotos sieht sowas dann aus. Gut fotografierbar natürlich nur am Weg. Wir haben uns natürlich gefragt, wer sich warum so viel Mühe gibt, mitten auf der Koppel mühsam eine Hecke zu stutzen!

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Noch seltsamer aber war, was wir in den Dörfern sahen:

Dort standen einfach so plötzlich mal 5 Meter Buchenhecke neben einem Haus. 5 Meter lang, ja- aber höher als das Haus! Manchmal waren es auch 20 Meter oder so, manchmal ging’s um die Ecke- oft aber war’s wirklich nur ein winziges, aber ungemein hohes Stück Hecke. Immer Buche.  Und daeben- nichts. Nicht mal eine niedrigere Hecke.

Unsere Vermutungen, weil diese Heckenstücke oft direkt vor den Häusern standen (und damit meine ich direkt – eine Buchenmauer, höher als das Haus, keine zwei Meter VOR dem Haus!!)  war zunächst, daß Eifeler Bauern ihre Privatsphäre wahren wollen- durch diese Teile guckt keiner durch, die sind von unten bis oben blickdicht!! *g* Aber – nuja, dann sahen wir hineingeschnittene Fenster. Oder die Hecke stand vor einer Wand, in der kein Fenster war. Einen Meter vor dieser Wand. Was nur zu erkennen war, wenn man durch den nächsten Durchlaß spähte, denn es gibt ja durchaus Öffnungen- Toreinfahrten, türgroße Lücken, kleine, wo man überlegt, ob die wohl extra für den Hofhund oder eher für Schafe oder Schweine angelegt sind- jedenfalls Durchlässe.

Wir staunten und machten Fotos (und unter denen geht’s noch weiter mit dem Text)

Am dritten oder vierten Tag unseres Urlaubs dann wollten wir in den Nationalpark Eifel, und suchten zum losgehen das „Nationalparktor Höfen“ auf- und dort haben wir’s dann erfahren:

In der Eifel pfeifen kalte Winde. Das ist für uns nix neues, das tun sie in Angeln auch 😉 Aber die „Eifeliter“ haben andere Gegenstrategien entwickelt als die Angeliter: Statt der Knicks gibt es dort die niedrigeren, beschnittenen Feld-Buchenhecken gegen Erosion und für’s Kleinklima. Und Haus und Hof schützt man einerseits durch die an der Wetterseite deutlich weiter heruntergezogenen Dächer bei Schupfen und Häusern, andererseits durch die hohen Hecken. Oft gehen sie genau bis „Oberkante Haus“, manchmal bis „Oberkante niedriger Wetterseiten-Dachüberstand“ Manche sind über 200 Jahre alt, und eine besondere Flechttechnik bewirkt, daß sie vom ersten Zentimeter ab Boden total dicht sind. Außerdem werden zur Stabilisierung ab einer gewissen Höhe immer wieder Bohnenstangen aufgelegt. Und manche Dörfer haben sogar einen gemeinsamen Hubsteiger, der reihum geht, wenn die jährliche Heckenpflege ansteht. Andere behelfen sich mit (teils extrem wackligen, auch da haben wir büschen was gesehen- uiuiui!) Gerüsten zusätzlich zur obligatorischen Teleskop-Heckenschere.

Dolles Ding, das! 🙂

Übrigens war (und ist!?) das ganze wegen der „Überständer“, der großen Bäume mittendrin, die es auch bei längeren (dann etwas niedrigeren) Haus-Hecken gab, auch ein praktischer, hofnaher Brennholzvorrat.

Und demnächst zeig ich Euch dann in Teil 3 der Urlaubsserie was von den Häusern und Städten hier. Bzw hauptsächlich von einer Stadt, Monschau. Und dann noch büschen Landschaft. Aber erstmal hab ich keine Zeit, jetzt ist PARTY!!!!

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12 Kommentare zu “Die Eifel, Teil zwei: Hecken

  1. ladyliana86 sagt:

    Heckenschutz? Wieder was gelernt… Danke, Frau Lehrerin! 😉

  2. Bibo59 sagt:

    Achja, der Eifeler Windschutz. Den hatte ich schon ganz vergessen. Ich glaube, ich muss mal wieder in die Eifel.

  3. Bea sagt:

    Tolle Fotos, hochinteressant!

    Ich wäre auch gern auf der Party gewesen, aber diese blöde Sommergrippe macht mich echt fertig. Freut mich, dass es schön war!

  4. Neckarhex sagt:

    Tolle Bilder, und spannende Heckenerlebnisse! Mein erster Gedanke wäre sogar der Windschutz gewesen.

  5. Das hat auch was ganz Spezielles! Schöne Grüße an all die Griller, die mich kennen, sofern sie noch da sind *wink*
    Leider hat das Timing dieses Jahr nicht so hingehauen. *seufz*

  6. gluecksburg sagt:

    Klasse Fotoserie! Danke für die ungewöhnlichen Anblicke! Danke auch für die schöne Feier!

    • Fjonka sagt:

      Ja, war schön, gell? Mir wurde es um eins zu naß am Feuer (ab halb eins hats zu regnen begonnen), die paar Harten haben’s noch ne Stunde länger ausgehalten, und dann war auch Schluß. Und jetzt sind wir zu 12. beim Frühstück bei Landregen- was hatten wir für ein Wetterglück!!! 🙂 Und auch sonst – mir hat’s auch so richtig gut gefallen. Fürs Kind war es sicher etwas langweilig, aber sie hat das gut gemeistert, finde ich.

  7. Rosenfrau sagt:

    Ach was – Eifeler Hecken-flecht-Technik?! Wieder was gelernt, wie gut, dass ihr „hier“ Urlaub gemacht habt 😉

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