Buchen, Birken, die kleine Fjonka und…..

Folge eins: ….. der Sachverständige

Wenn frau riesengroße Bäume ihr Eigen nennt, dann ist da auch eine gewisse Verantwortung mit dabei-
und so war nach Jahren mal wieder ein Baumsachverständiger bei uns im Garten und hat sich alle großen Buchen (aber natürlich auch die Erlen, Linden, Birken und Eichen) genau angeschaut. Interessant war das, denn der Gute hat ordentlich was erzählt zu dem, was er so beim Kronenbetrachten und beim wühlen im Laub gesehen hat.
Dem laubwühlen kommt beim Bäume-begutachten eine besondere Bedeutung zu, denn unten im Übergang Wurzeln/ Stamm und etwas höher ist am meisten zu sehen. Ob der Hallimasch am Baum ist zB (was sehr wahrscheinlich ist, aber meistens ist das dem Baum egal. Ist er – der Baum- aber vorgeschädigt, kann der Hallimasch auch zum Baummörder werden)
Worauf Frau Baumbesitzerin selbst immer mal achten sollte: Schwarze oder rotbraune, rausleckende Flecken am Buchenstamm zum Beispiel können auf ernste Probleme hinweisen. Oder die Pilze auf der Wiese um den Baum können durchaus auch mal Baumwurzelschädlinge sein, besonders den Riesenporling muß man da im Auge halten. Solche Dinge hab ich gelernt.
Und leider ist eine der alten Buchen Richtung Acker von einem ganz bösen Pilz befallen, dem Brandkrustenpilz.

Der Pilz bzw das, was man außen sieht

Der Pilz bzw das, was man außen sieht

Dieser Pilz kann tatsächlich bewirken, daß eine Buche, die äußerlich fit und gesund aussieht, ihre Standfestigkeit verliert und umkippt. Und die Buche, um die es geht, steht geneigt gen Haus ….

die schräge Buche isses

die schräge Buche isses

Das ist gefährlich, denn der Pilz sitzt auf der Zug-Seite der Buche. Und die steht dann auch noch so, daß sie nicht gefällt werden kann, sondern von oben abgetragen werden muß.
Ebenso zwei Lärchen, die dann auch noch gleich mit weg sollen. Die stehen auf der Grenze zum Nachbargrundstück, und der Nachbar hat Bange, daß sie ihm irgendwann aufs Haus kippen. Sie stehen aber außerdem auch völlig ungünstig und wachsen dementsprechend kümmerlich und werfen große Äste ab, wenn/ weil die nicht genug Licht bekommen. Deshalb haben wir zugestimmt. Dann gibt es da noch eine tote Erle, die runter muß (der einzige von den zu fällenden Bäumen, der nicht abgetragen werden muß, sondern wirklich gefällt werden kann) und eine Erle, die immer mehr auf unseren Schuppen zu fallen droht. Tja. So ein Hubsteiger kostet. Dazu kommen zwei Leute, die sägen und das kleine Gezweig gleich schreddern. (Den Teil für die Lärchen übernimmt allerdings der Nachbar- er will sie ja schließlich auch weg haben…) Die größeren Äste und die Stämme bekommen wir als Meterstücke bzw die ganz dicken Stammteile als scheitlange Scheiben, die wir dann noch spalten müssen, hingelegt (sonst können wir die mit unserem Equipment nicht kleinkriegen) So weit ist das alles schon geklärt, mit dem Mann, der auch schon eine andere Buche vor einigen Jahren abgetragen hat

Das zum Baumfällen.

Dann müssen aber auch noch die Baumpfleger kommen: meine Lieblingsbuche hat 2 dicke Äste (wenn die unten lägen, sähen sie eher wie kleinere  Bäume aus), zwischen denen Rinde eingewachsen ist. Das hat zur Folge, daß sie nicht stabilisierend miteinander verwachsen können, und das könnte zum abbrechen des einen führen- der dann auf Nachbars (andere Seite) Dach läge. Da muß also eine Kronensicherung vorgenommen werden, was heißt, daß die beiden Äste so miteinander veträut werden, daß sich der eine nicht so aufschwingen kann, daß er bricht. Und dann gibt es noch Totholz in den Kronen. Und da ist man als Baumbesitzer schon ab einem Astdurchmesser von nur drei Zentimetern haftbar, wenn so ein Aststück auf ein Autodach/ einen Passantenkopf fällt und Schaden anrichtet… außerdem muß man die Fahrbahn bis auf 4,50 Höhe und den Bürgersteig bis auf 2,50m Höhe astfrei halten, „Lichtraumprofil“ heißt das – auch was, was wir nicht selbst machen können- einfach zu hoch. Und so läppert sich das zusammen. Die Baumpfleger klettern, da braucht’s dann zwar keinen teuren Hubsteiger, dafür mehr Zeit. Wird also auch gut was kosten. Das kann aber erst abgeklärt werden, wenn das Laub weg ist, denn erst dann können die sehen, was da so an Totholz ist und wie aufwändig das alles wird….
Immerhin werden wir nach der Aktion sicher für zwei Winter Brennholz liegen haben. TEURES Brennholz ….

Die ganze Geschichte hat mich in letzter Zeit ziemlich auf Trab gehalten, zumal dazukommt…..
…. aber das lest Ihr dann in Folge zwei der hoffentlich nicht neverending story von der Fjonka, den Buchen, den Birken und ….

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Haus & Hof.

9 Kommentare zu “Buchen, Birken, die kleine Fjonka und…..

  1. Neckarhex sagt:

    Uff, das klingt wirklich nach Luxus-Brennholz! Paßt gut beim Spalten auf – ich hatte vom Spalten der geschenkten Riesenbirke (die uns immerhin allein zwei Winter gewärmt hat) über zwei Jahre lang Schulterprobleme…. nur vom Drücken des Knopfes der Spaltmaschine.

    Toi toi toi, daß alles glatt geht und die Baumpfleger nicht allzu übel zu Buche schlagen.

    • Fjonka sagt:

      Och, den Spalter sind wir ja gewöhnt, das machen wir ja jedes Jahr, kein Problem. Blöde wird’s mit den ganz dicken Teilen vom Stamm, die selbst in Scheitlänge zu dick für den Spalter-Teller sind, da muß der Herr vorspalten, richtig mit Spaltaxt und Spaltkeilen. Und was so ein Bürohengst ist, hat da dann schon Probleme… und ich bin dafür zu schwächlich, das hab ich mir bei der letzten buche eingestehen müssen.

      • Neckarhex sagt:

        Wir dachten auch daß wir das gewöhnt sind,, ,und haben unterschätzt, wieviel schwieriger astiges, ungewöhnlich dickes Holz zu spalten ist. Wir hatten 30cm lange Baumscheiben da, die teilweise gut 90cm Durchmesser hatten, und nach der Arbeit mit der Spaltaxt bleiben halt noch sehr dicke „Keile“ übrig.

  2. Steffi sagt:

    so isses leider als Baumbesitzer. Müsst ihr für die zu fällenden Bäume dann nicht auch noch Ersatzbäume pflanzen? Mir war da ja was….

  3. Bibo59 sagt:

    Boah! Teures Brennholz!!!! Und was ist mit der Birke an der Einfahrt?

    • Fjonka sagt:

      Das liest Du dann in Folge zwei, genau darum geht’s nämlich dann *g*

      • Bea sagt:

        Ah, danach wollte ich auch gerade fragen. Ich hoffe doch, die schöne Birke bleibt stehen.

        Und was ist mit den Buchen, die du evtl. fällen lassen wolltest, um mehr Licht in den Garten zu bekommen?

        Übrigens würde ich schätzen, dass du dann für mindestens fünf Jahre Holz hast, das sind ja Unmengen, die da runter müssen.

        • Fjonka sagt:

          Das wird nix 😦
          Denn wenn ich die fällen lasse, werden dadurch die restlichen Bruch-anfälliger, und die eine ist ortsbildprägend, darf also eh nicht, und stünde dann zu exponiert – das ist ja alles ein System. Bei der jetzt wegkommenden geht das übrigens, weil aus der Haupt-Sturmrichtung noch andere Bäume schützend davorstehen.
          Nee, ich glaub nicht, daß das so lang reicht mit dem Holz- die schon gefällte Buche hatte grad mal anderthalb Winter ausgereicht, und bis auf diesen Doppelstamm ist das ja alles Kleinkram…ist ja nix dran an den Lärchen und Erlen…

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