Großstadtmahlzeit

Ich war in einem „befreundeten“ Blog auf ein Rezept gestossen, das meine Geschmackspapillen beim lesen auf „Speichelproduktion“ gesetzt hatte

Gebackene Bete mit Feigen und Ziegenkäse

heißt es, und es las sich einfach zu machen und lecker.
Ok, dachte ich also, kaufste mal eben fix auf dem Weg nach Hause ein, und dann—-Yummie!
Pustekuchen! Nicht, daß in der Kreisstadt die Feigen das Problem gewesen wären- nein, Feigen gab es- obwohl ich extra den Herrn F. gebeten hatte, die schonmal mitzubringen. Was ich nicht bekommen konnte (und ich war gleich in ZWEI Supermärkten!!), waren Rote Beten!! Damit hatte ich nicht gerechnet- Versuch eins gescheitert.
Zwei Tage später hatte der Herr F. Rote Beten mitgebracht. Inzwischen hatte sich aber herausgestellt, daß die Feigen nicht von bester Qualität gewesen waren- die waren nämlich inzwischen schimmlig….- Versuch zwei gescheitert.
Am nächsten freien Tag hab ich mich wieder auf die Räder gemacht.  Ab ins nächste Dorf, Feigen kaufen. Diesmal gab es Rote Beten zu Genüge – aber Feigen gab es nicht!! Zumindest nicht bei Supermarkt eins und zwei, aber inzwischen gibt es ja in den meisten noch so kleinen Käffern- gelobet sei der Verdrängungskampf- mindestens drei. So auch bei uns- und siehe da: im Discounter gab’s Feigen, frisch.

Manchmal ist das Leben hart an der Küste… oder eben auf dem Land, das trifft’s diesmal eher: was für die Großstadtpflanze ein schnelles Gericht ist,  ist für das Landei nur mit langem Einkaufs-Vorlauf machbar! Aber jetzt konnte ich endlich loslegen, schön nach Rezept, und das wollt Ihr sicher jetzt wissen, gell?

Bitte schön, hier isses.

Wenn Ihr das mal kochen solltet, dann empfehle ich: unbedingt mehr Rote Bete als nötig  in Öl-Salz schütteln und vorbacken- die Dinger schmecken so lecker, wenn sie aus dem Ofen kommen (auch kalt, übrigens), daß ich mich schwer zurückhalten musste, um Versuch drei nicht durch übermäßiges Vorausnaschen zum scheitern zu verurteilen! Aber da ich ja als  Vorbild in Sachen Mäßigung und Selbstdisziplin weit und breit bekannt bin, hat es natürlich abends für den Herrn F. und mich doch noch eine Mahlzeit gegeben.

Danke fürs Foto :-)

Danke fürs Foto 🙂

Mahlzeit?? Ja. Natürlich gibt es bei uns nicht sowas wie Vor- und Hauptgericht, nicht, solange ich kochen muß *g* Dementsprechend gab’s einfach für JedeN ein paar mehr von den Schmackofatzen 😉
Und Schmackofatze, das sind die kleinen Dinger wirklich! Die Mühe lohnt, denn die schmecken klasse! Dieser Mix von süß und Ziegenkäse ist einfach toll (wobei ich beim nächsten Mal die Ziegenkäsescheiben dicker, die Feigenscheiben dünner machen werde als bei diesem Mal), und die Rote Bete sowie der Honig dazu- hmmmmmm!

Eine kleine Anmerkung: es ist natürlich schön, wenn man eigenen Honig für eine Mahlzeit nutzen kann 🙂 aber selbst wenn man nur gekauften hat: Wasser dazuzugeben ist meiner Meinung nach die schlechtere Alternative, um ihn streichfähiger zu machen. Wenn’s sein muß (und bei unserem musste es sein), dann vorsichtig erwärmen (am liebsten nicht über 40°!), das macht ihn weicher bis hin zu flüssig- so kann man ihn wunderbar aufstreichen oder unterrühren.

Das nachmachen sei Euch wärmstens ans Herz gelegt- und für Diejenigen von Euch, die in der Großstadt wohnen, ist das Ganze auch wirklich gaaaaaanz einfach!! 😉

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Lecker???.

11 Kommentare zu “Großstadtmahlzeit

  1. Neckarhex sagt:

    Wir können dafür eigene Feigen für das Rezept nutzen, zumindest demnächst *g*. Wobei die nie sehr aromatisch sind (Sortenbedingt, der Standort in Heidelberg ist prima) und ich keinen großen Wert drauf lege.
    Aber da sagst Du was, mit dem Einkaufen, das ist bei uns genauso. Bzw. ich sehe es auch nicht ein, jeden Tag einkaufen zu gehen, dazu bin ich zu ökologisch veranlagt – ich muß immerhin jedes Mal 10km Fahrt mindestens einrechnen – sprich wenn ich bestimmte frische Dinge nicht am Einkaufstag zusammen bekomme und dann auch noch Zeit für das Gericht habe wird es nichts. Fasziniered, daß bei euch die Roten Beten so schwer zu kriegen waren – die gibt es bei uns solange sie nur irgendwo wachsen, zumindest im großen Supermarkt. Dafür sehe ich fast nie Feigen, und die ich sehe sehen nie sehr gut aus… typische „Fehlzutaten“ für mich sind auch jetzt schon Maroni (unsere eigenen sind meistens hohl und sonst zu hart um sie sinnvoll zu verarbeiten, zu schwerer Boden – aber die Maronigegenden sind keine 30km weg!) und das Jahr über vor allem Kräuter wie Koriander und Dill. Und Basilikum im Bund kriege ich überhaupt nie, von den meisten anderen exotischen Zutaten ganz zu schweigen. Die kriege ich immer nur an Artpraxistagen in Heidelberg und muß mich dann entscheiden, was ich gerne mal wieder kochen würde. Aber immerhin kriege ich inzwischen immer Chilies, oft genug Zitronengras, daß ich fast immer welches habe, und Zusatstofffreie nicht gnadenlos überteuerte Kokosmilch.

    Dein Rezept klingt spannend, wobei ich es wahrscheinlich auch ohne Feigen und Honig machen würde, ich mag diese Kombi nicht so. Aber überbackener Ziegenkäse ist an sich ein Gedicht – eines meiner Lieblingsrezepte ist „Ziegenkäsesalat“; gemischte, im Ideallfall schön bunte Blattsalate werden mit einer kräftigen Rotwein-oder-Walnußvinaigrettte angemacht, wenn man hat kommen ein paar Walnüsse dazu oder sonst ein paar Kerne und gern auch Raspel von Karotten und ein paar Sprossen. Auf einem extra Teller plaziert man pro Portion eine fingerdicke Scheibe Ziegenkäse und grillt die schön über. Salat auf großen flachen Tellern anrichten, Scheibe Käse drauf, ein schönes Landbrot dazu – feddich. Je nach Salatmenge ein Hauptgericht oder eine schicke, unaufwendige Vorspeise (Vinaigrette kann man, wenn man keine Kräuter, Gewürze, Zwiebeln oder Knoblauch drantut problemlos mehrere Tage aufbewahren, sollte das aber nicht in Plastik tun, sondern besser in einem Schraubglas. Und der gewaschene und geputzte Salat hält sich im Kühlrschrank auch gut frisch, z.:B in der Salatschleuder oder locker in einer großen Plastiktüte, die nur sanft „zugelegt“ wird.

    Bei uns gibt’s Rote Bete, ein absolutes Lieblignsgemüse, entweder roh als Salat, geraspelt mit Äpfeln und kräftiger Balsamico-Vinaigrette, oder gegart, halbiert und in sehr dünnen Scheiben oder dicken Raspeln ebenfalls als Salat mit einer kräftigen Vinaigrette. In beides könnte ich mich buchstäblich reinsetzen.

  2. PurpurBête sagt:

    Boah, F. der vegane Schlemmerlink ist ja verführerisch!

    Übrigens hatte ich tatsächlich für ein BC-Picknick im Sommer Ringelbetescheiben gebacken und nur mit Rosmarin-Salz-Zucker bestreut und karamellisieren lassen. Leckeeeeeeeeeer. Eine Alternative für feigenfreie Zeiten.
    Bei gebackenen Ringelbetescheiben verlaufen die Ringel, sieht dann ein bisschen wie Schinken/Speck aus 😉
    Ob es in der Großstadt leicht ist, alles zeitgleich zu bekommen, weiß ich auch nicht so genau. Die Feigen und den Käse gab es beide beim gleichen Discounter, Rosmarin auf dem Balkon und die Bete im Garten. Im Zweifel hätte ich für Bete und Rosmarin noch in den Bio-(Super-)Markt gemusst. Das kommt hier also auch seeehr auf den Stadtteil an. Bio gibt es nicht überall.

    Ob Wasser oder Erhitzen zur Honigverflüssigung ist vmtl. egal, Wasser geht schneller. Da der Honig danach eh bei >170° „getötet“ wird, braucht man eigentlich auch nicht auf lauwarme Temperaturen bei der Vorbereitung zu achten.

    Dass die Feigen so schnell schlecht waren, spricht doch eher dafür: die waren reif. Und Feigen sind noch nicht so degenerativ verzüchtet, dass man sie ewig lagern kann. Schade natürlich, dass sie nicht rechtzeitig in euren Mägen gelandet sind ;o)

  3. ladyliana86 sagt:

    Ich wohne zwar in einer Großstadt und könnte die Zutaten daher leicht beschaffen, ABER: Ziegenkäse=bäh, Rote Bete=pfui, Feigen=igitt… 😉

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