Kenne mer nit, brooche mer nit…

…her damit!
So läßt sich in Kurzform beschreiben, wie es dazu kam, daß letztlich Minna bei uns eingezogen ist.

Aber fangen mer mal jaaaaanz von vörn aaaan:

P1060186Vor vielen, vielen Jahren, es muß irgendwann zwischen 1997 und 2002 gewesen sein, klingelte es. Ob es das Telefon war oder die Tür- ich weiß es nicht mehr. Auf alle Fälle aber war es Luc, und der hatte wenige Häuser vom meinen entfernt im Sperrmüll eine Spülmaschine entdeckt, eine kleine, für den Single-Haushalt, und dasselbe Modell, das er daheim stehen hatte.
„Willst Du die nicht haben? Da kann nicht allzu viel dran kaputt sein, das richte ich Dir, ich hab schon gefragt, ich darf sie mitnehmen“
„Hä? Brauch ich nicht!! War meine erste Reaktion. Und genaugenommen stimmte das ja auch- war ich nicht ohne Spülmaschine aufgewachsen (kenne mer nit….), hatte ich mich nicht seit Ewigkeiten dran gewöhnt, spülfreundlich zu wirtschaften – ein Messer, nach jedem Gebrauch abgeleckt, kann Wochen halten- ebenso wie es keine Tasse der Welt gibt, die es stört, wenn sie eine Kaffeepatina ansetzt – (brooche mer nit ….) Die konsequente Schlußfolgerung der alten Rheinländerin lautet „fott damit!“
Aber da war Luc, der mir die Erleichterungen des abwaschbefreiten wohnens überzeugend und wortreich näherbrachte. Und überhaupt, war ich nicht, nach vielen Jahren fern vom Rheinland, fast schon eingesessene Angeliterin?
Nein, war ich nicht- und doch stand wenige Tage später trotzdem die reparierte Sperrmüllmaschine in meiner Küche, für wenige Märker repariert- es war nur ein billiges Ersatzteil nötig gewesen.
Franz (denn so wurde der neue Spüler getauft, auf dem ersten Bild steht er man so eben noch auf seinem Platz) tat seinen Dienst willig, für viele Jahre, ruhig und konstant, und schon längst hatte ich immer wieder geäußert: „Ja, eigentlich wollte ich ja keine Spülmaschine- aber wenn das Dingen jetzt kaputtginge- ohne würde ich jetzt nicht mehr wollen!“

Tja.

Diese meine Äußerung ist der Grund dafür, daß in den Wochen der gefühlten Millionen von sich auftürmenden Erledigungen noch eine weitere dazukam: die Fahndung nach der optimalen, neuen Spülmaschine- denn Franz siechte dahin! Nicht, daß er schnell den Geist aufgegeben hätte- aber immer öfter gab er uns Teller mit Schmutzresten zurück, Messer mit Krusten dran. Töpfe brauchten wir schon länger nicht mehr in ihn hineinzustellen- das hatte eh keinen Zweck… und so reifte langsam der Entschluß, den Franz aufs Altenteil zu schicken.

Das Ergebnis der Fahndung heißt Minna.P1060192 Minna heißt mit Nachnamen Bosch und ist damit eine Verwandte von Franz. Obwohl irgendein Einordner sie bei A+ eingeordnet hat, liegt sie doch in Wasser- und Energiewerten (als Gesamtpaket genommen) seltsamerweise besser als alle A++- KonkurrentInnen, und heute ist sie bei uns angekommen.

Wundersamerweise

  • hat die Spedition angerufen,
  • der Spediteur kam am verabredeten Tag in der verabredeten Zeitspanne
  • und er hat mir trotz des „Lieferung bis Bordsteinkante“- Passus in den Lieferbedingungen das immerhin 45 Kilo schwere Mädel bis in den Flur geschleppt (ich hatte, die Hoffnung stirbt nie, zum Glück ein Dankeschön besorgt. Und der gute Mann hat sich richtig darüber gefreut)

Das war also alles sehr erfreulich.

P1060191Franz aber war beleidigt.

Er zeigte das, indem er sich sperrte: der Wasseranschluß ging nicht zu, der Schlauch nicht ab – die beiden Experten, links bei der Arbeit zu sehen, mussten sich lange und ausgiebig beraten, um den Franz schließlich zu überreden, Minna Platz zu machen… Franz will nicht zum alten Eisen, und ich kann ihn ja verstehen!

Doch schließlich musste er doch weichen, es ist der Lauf der Dinge – und ich bin gespannt, ob Minna ähnlich treu und ruhig ihren Dienst bei uns tun wird. Bisher scheint es ihr bei uns zu gefallen, und wir sind auch zufrieden: der Geräuschpegel ist niedrig, das Geschirr wieder schön sauber- nur der Besteckkasten läßt zu wünschen übrig- er ist einfach zu niedrig… die Messer und Gabeln hängen lappig und schräg drin rum. Aber nuja, Kleinkram … und vielleicht passt ja des Franz‘ alter Kasten in Minnas Bauch …. ich werd’s noch ausprobieren.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Haus & Hof.

7 Kommentare zu “Kenne mer nit, brooche mer nit…

  1. Rosenfrau sagt:

    Jetzt hast du es sogar geschafft, in einen Artikel über Spülmaschinen ein Katz einzuschmuggeln, tseee 😉
    Ist aber auch zu und zu gut das Bild, sieht schwer nach „Experten unter sich“ aus *ggg*

    • Fjonka sagt:

      Siehste mal!
      In den Kahlschlag-Artikel konnte ich merkwürdigerweise keines einschmuggeln- der Katz hat den ganzen Tag einfach ignoriert, was dort geschah. Sehr ungewöhnlich!

  2. Steffi sagt:

    Zwar hat meine Spülmaschine keinen Namen, aber trotzdem ist sie schon seit geraumer Zeit kaputt, obwohl, die Spülmaschine spült wohl, jedoch fliegt dauernd die Sicherung. Also: Stecker raus und Handspülen und trocknen lassen schön in der Spülmaschinenschublade. Geht auch, das hätte ich garnicht erwartet und das Spülgut ist mehr oder weniger weggeräumt. Der Pragmatiker in mir jubelt. Nun stelle ich mir die Frage: neue Spüma oder nicht. Der letzte Gedanke ist noch nicht zuende gedacht.Verrätst Du mir Minnas Nachnamen (Modellnummer)

    • Fjonka sagt:

      Würde ich ja, steht aber weder an der Maschine noch in der Gebrauchsanleitung… und die Rechnung hat der Herr im Computer….
      kommt „die Tage“ *gg*
      Aber ist das nicht reparabel mit der Sicherung? Hört sich an, als wäre da irgend ne Leitungsisolierung defekt oder so!?

  3. Bibo59 sagt:

    Sehr schön, die beiden Experten. Hätte ich die mal hier gehabt. Denn nachdem Bruno Brüller verstorben ist, zog zunächst Schlappi Schafftnix hier ein, der aber wegen seiner trägen Masse schnell wieder des Platzes verwiesen wurde. Seit gestern nun wohnt der schneidige Steffen Sthil hier und der zeigt tatsächlich Leistung. Aber ob er auch Ausdauer zeigt?

    Außerdem ärgert mich Heinz Heitz, das Thermostat. Der nämlich, wenn ich ihn hochdrehe, dafür sorgt, dass die Heizung anspringt, aber wenn ich ihn runter drehe die Heizung zwar ausschaltet aber nicht bemerkt, wenn die gewählte Temperatur unterschritten ist. Seinetwegen bin ich heute früh fröstelnd und bibbernd aus dem Bett gekrochen.

  4. realkiku sagt:

    Ein herzhafter morgendlicher Lacher über die beiden Experten bei der Beratung, sehr schön :-))) Danke für den Gute-Laune-Macher!

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