Du bist verrückt, mein Kind….

Ja, vielleicht sollte ich wirklich nach Berlin- wenn Großstadt, dann ist das ja eh die, die ich am liebsten mag (von den wenigen, die ich bisher kennenlernen durfte)
Denn seit einiger Zeit ist es so weit, daß selbst die hartgesottensten unter den Freunden und Freundinnen mir ein verständnislos-verzogenes Gesicht zeigen, ein „Hä?“ oder noch schlimmer ein „Och nöööö, ne?“, verbunden mit „Was soll das denn jetzt wieder?“ entgegenwerfen. Genauer gesagt ist das so, seit ich ein wunderhübsches neues Utensilo für meine (unsere- aber fast hätte ich’s nicht aufhängen dürfen, der Herr ist ausgesprochen tolerant, findet das aber auch nicht wirklich toll….) – also, meine Küche mitgebracht habe. Bitte schön, hier ist es- mein neuer Küchenrollenhalter:

P1060289Ja-  Er ist nicht grad furchtbar praktisch- man muß die Küchernrollen erstmal halb durchsäbeln, damit sie reinpassen. Stimmt ja.

Und, ja- Die Beschriftung ist erstmal – irreführend … Stimmt auch.

Aber liebe Leute- das Teil ist aus Porzellan, die Buchstaben sind soooo schön und ein wenig erhaben, und es paßt wunderbar zu unserer Küche! Guckt doch mal genauer – Ihr werdet Euch genauso verlieben wie ich mich verliebt habe! Und es gibt das Dingen nicht in anderer Breite mit anderer Aufschrift, ich hab gefragt!

Man könnte ja nun meinen, ich hätte es, wenn ich schon meine, das Teil unbedingt haben zu wollen, doch an anderer Stelle aufhängen können. Nahe bei einer unserer Toiletten zum Beispiel *gg*….. Klopapierrollenhalter aber brauchen wir nicht- es gibt einen heißgeliebten weil selbstgebauten und geschenktbekommenen im Bad unten und einen wunderbaren 50er-Jahre-Design-Halter aus dem alten Bad im Bad oben- und einen Schupfen (!!!) – Klopapierrollenhalter auch noch, ebenfalls (frisch) geschenkt bekommen, und gemocht- der noch keinen Platz gefunden hat, leider.

Und so stand ich also im Laden und habe kurzerhand beschlossen, daß man dieses schöne Dingen ebensogut für Küchenrollen nutzen kann. Und ehrlich gesagt, bin ich davon, daß mir und meinem wunderschönen Küchenrollenhalter so viel so fassungsloses Unverständnis entgegengebracht wird, nach wie vor überrascht!! Man lernt nie aus, offenbar muß ich wohl doch nach Berlin …

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Haus & Hof.

45 Kommentare zu “Du bist verrückt, mein Kind….

  1. Neckarhex sagt:

    Was für ein schönes Stück. Ich verstehe nur eins nicht: weshalb bitte säbelst Du Küchenrolle durch und nimmst nicht gleich Klopapier? Ich habe das schon lange ersetzt, allerdings aus anderen Gründen: unsere Smilla war eine Fraußraupe, die immer erstmal geschlungen hat und dann mit schöner Regelmäßigkeit alles wieder von sich gab. Küchenrolle war mir schnell zu schade vom Umweltaspekt her, weil man jedesmal eine Menge brauchte, seither steht eine Rolle Klopapier in der Küche herum. Denn auch wenn Smilla nicht mehr ist, in einem Katzenhaushalt gibt es nun mal regelmäßig etwas wieder wegzuwischen. Oder Mäuseleichenteile zu entfernen. Dann gab es bei meiner üblichen Einkaufsquelle keine recyclete Küchenrolle mehr. Nur wegen Küchenrolle in einen anderen Supermarkt fahren oder unrecycelte nehmen? Lösung: recyceltes Klopapier! *g*

    • Fjonka sagt:

      Ich hatte mich von berufener Quelle (siehe unten- Äppelken, sie hat’s da genau so begründet wie zuvor mir) überzeugen lassen

      • Neckarhex sagt:

        Ah, ok. Gut, für sowas verwende ich Küchenrolle nicht, bzw. den Bedarf habe ich nicht. Was „trockengelegt“ werden muß wird trockengeschleudert, so frühzeitig gewaschen daß es alleine trocknen kann (ich wasche Obst und Gemüse z.B. nach dem Einkaufen und habe es dann bereits gewaschen und getrocknet zur Hand) oder mit waschbarem Textil getrocknet – ich mochte noch nie für solche Zwecke Müll produzieren. Und so fett daß ich abtropfen lassen müßte oder dergleichen habe ich noch nie gekoch, auch nicht in vorvegetarischen Zeiten – und Brühen entfetten gomg mit Kühlen eh viel besser, da sowas eh nur dann vorkam wenn es auf dem Balkon/der Terasse kalt genug war. Wegwerfaufwischhilfe kommt neben den erwähnten Katzenpannen nur zum Einsatz wenn ich größere Mengen Flüssigkeit aufnehmen muß, weil was umgefallen oder mir die Kokosmilch übergekocht ist (passiert mit peinlicher Häufigkeit), weil ich eine Form fetten möchte (dafür nehme ich lieber Klopaier als Butterbrotpapier weil das auf dem Kompost schneller vergeht) oder wenn ich was aufnehmen/wegwischen muß, was der Lappen nicht schafft.

        • Neckarhex sagt:

          Nachtrag: ich benutze übrigens zunehmend lieber selbstgestrickte Lappen aus Baumwollresten (Topflappenwolle), seitdem ich die mal in einem Strickblog gefunden habe. Perlmuster, ca. 20cm im Quadrat bzw. nach gusto, schön fest gestrickt. Man muß sie etwas fester auswringen als Schwammtücher, aber dafür rubbeln sie schön auch die Pfanne sauber, ohne zu kratzen, und verrichten ihren Dienst erfreulich gut und müssen nicht häufiger gewaschen werden als Schwammtücher. Durch das Muster leiern sie etwas aus im Lauf der Zeit, daher lieber ein kleineres Format stricken.

        • Fjonka sagt:

          …und zum Form fetten hab ICH wiederum die bessere weil müllvermeidende Lösung: das mach ich immer mit den Fingern 🙂

          • Neckarhex sagt:

            Wie machst Du das mit Olivenöl? Ansonsten eine gute Idee, aber für mich mit meiner Neurohaut leider keine Alternative. Ich vermeide fettige Finger wo es geht, da die zum Loswerden nötige Seife nicht mit meiner Haut kompatibel ist.

            • Fjonka sagt:

              Öh – entweder ich nehm nen Pinsel – oder ich schütte einen kleinen Teich in die Form, und dann rin mit die Fingers und verrührt… ist gar nicht schwierig! 😉

  2. Steffi sagt:

    mir fiel es schwer den Bogen von Berlin zum K-Rollenhalter zu schlagen, aber dank Liedtext habe ich es vielleicht hinbekommen.
    Ich finde Berlin stellenweise sehr schön, stellenweise sehr schrecklich. Genau wie andere große Städte. Kommt eben auf die Ecke an. Bei den Menschen ist es genauso, von bis, alles dabei.
    Den K-Rollenhalter an sich finde ich ebenfalls hübsch, kann aber die befremdeten Reaktionen durchaus verstehen. Küchenrollen durchsäbeln ist leider recht unpraktisch, Klopapier in der Küche aufgrund von den spezifischen Eigenschaften aber höchstens eine Notlösung.
    Da ich aber vermute, dass Eure halbe Rolle ewig hält (und ihr dann ja noch eine zweite halbe in Reserve habt) und wenn eine gewisse (sehrgut) kochende Besucherin dann bei Bedarf eine unzersäbelte Rolle bekommt, sollte sich das alles einspielen.

    Und doch noch eine Idee:
    Früher gab es doch auch solche Holzkästen mit Schnitzerei, ähnlich diesem K-Rollenhalter, nur eben viel größer, darin: Tada: Handtücher (glaube ich jedenfalls, in unserem hängen inzwischen meinem Papa seine Jagduntensilien: Stock, Mütze und sowas)
    Vorschlag: an die Stange zwei drei Haken, daran Geschirrtücher oder Topflappen oder Küchenutensilien, oder für Schupfen: Gartenschere, Gartenhandschuhe, Schäufelchen. Muss natürlich genügend Platz drunter sein, dass es gut hängen kann. Da gibts sicherlich noch viele andere Möglichkeiten…

    • Fjonka sagt:

      Und ICH dachte, dieser Verstext sei deutsches „Allgemeinwissen“. Sonst hätt‘ ich doch gleich in dem Beitrag die Brücke geschlagen und das Textlein eingebaut! So kann faru sich täuschen! Für mich ist das sowas wie „Alle meine Entchen“, seit Kleinstkindtagen bekannt. und selbstverständlich.

    • Neckarhex sagt:

      “ Klopapier in der Küche aufgrund von den spezifischen Eigenschaften aber höchstens eine Notlösung.“

      Da muß ich jetzt mal ganz naiv fragen: weshalb? Ich benutze es seit Jahren als solches (siehe mein Kommentar obendrüber), ich finde es sogar praktischre weil man es besser bauschen kann. Verwechslungsprobleme hatte bei uns auch noch niemand…

      • Steffi sagt:

        für mich sind die Blätter zu klein und zu weich und zu wenig robust, aber sicherlich kommt es da auf die persönlichen Vorlieben an, denn ich mache fast alles mit Leinen-Geschirrtüchern. Und wenn mein Kater mal an falscher Stelle undicht ist, nehme ich auch lieber Küchenrolle als Klopapier…

  3. Rosenfrau sagt:

    Gibt’s das auch mit Katz? *ggg*
    *scnr* – das entwickelt sich zum running gag, weia

  4. hoefi sagt:

    Zufall oder Absicht? Kennst Du die Band Kellerkommando?

      • Fjonka sagt:

        Neee, kenn ich nicht, aber dieser Vers ist mindestens aus den 20ern, ich kenn’s so
        „Du kannst mir ma für’n Sechser
        weil wir uns beede kenn‘
        ’n kleenen Himbeer koofen
        den wirste wohl noch krinn“
        „Du bist verrückt mein Kind, Du mußt nach Berlin
        wo die Verrückten sid,
        da jehörtse hin“
        Die Melodie des letzteren ist genau wie bei den Kellerkindern – ach nee, beim Kellerkommando;-)

  5. Bibo59 sagt:

    Berliiiin, die schönste Stadt? Ochnoe! Viel zu groß und zu voll, keine richtige Altstadt. Ich fahre ganz gern mal hin, um jemanden zu besuchen, schaue mich um und bin froh, wenn ich wieder weg darf.
    Ich mochte Schwerin, mit der schönen Altstadt, der Seenplatte und dem Zuckerguss-Pappmachee-Schloss. Aber ob das schon als Großstadt durchgeht?
    Lissabon und Paris finde ich auch ganz nett, aber Berlin ist mir viel zu hektisch.
    Übrigens von mir auch danke für den Lacher am Morgen.

  6. Bibo59 sagt:

    Wer hat noch nicht, wenn das Klopapier gerade mal aus war, zur Küchenrolle gegriffen, bzw. in öffentlichen Toiletten, wo das häufiger vorkommt, zu den ekelhaft rauen Papierhandtüchern. Also: Passt doch!
    (An rau ohne h werde ich mich nie gewöhnen, also hier nur um die Fehlerkorrektur zu ärgern: rauhen, rauhen, rauhen!)

  7. Äppelken sagt:

    Hihi, ich finde das Dingen ja auch toll. Aber wenn ich mal zum Kochen Küchenrolle brauche, hoffe ich, du hast noch ein unzersäbeltes Teil in Vorrat. 😉

    • Fjonka sagt:

      …äääähhhhh, nein…..wieso???…..

      • Äppelken sagt:

        Weil, wenn ich Küchenrolle brauche um Lebensmittel absolut trocken zu kriegen oder um Fettes aus der Pfanne abtropfen zu lassen sind die Stückchen ersten zu klein, zweitens am Schneiderand zu faserig. Die Fasern hängen unter Umständen am Gargut. Genau deshalb find ich da Klopapier nicht geeignet. Das ohne Beduftung oder sonstige Ausrüstung zerfasert zu leicht und klebt dann am Essen, das Feste ist meist mit irgendwelchen Chemikalien ausgerüstet, die ich nicht am Essen haben will. Zum Aufwischen nehm ich lieber nen Schwamm oder Spüllappen.

  8. Bea sagt:

    Hmmm…. na ja. 😉
    Warum machst du dir denn eigentlich die Mühe, die Küchenrollen durchzusäbeln, da könntest du doch gleich Klopapier reinlegen, das gibt es ja in allen erdenklichen Stärken und Qualitäten.
    Und Berlin ist deine Lieblingsgroßstadt? Nun kennen wir uns so lange, aber das hätte ich nun wirklich nicht von dir gedacht. Hamburg ist die schönst Großstadt Deutschlands. Berlin? Furchtbar!

    • Fjonka sagt:

      Mir wurde von sämtlichen KüchenrollenbenutzerInnen des Haushaltes gesagt, Klopapier gehe GAR NICHT, das halte nicht!!! (Ich selbst brauche nämlich eine Küchenrolle eigentlich so gut wie nie, aber das Dingen war halt so schön…. *g* – ich nehme Wischlappen – oder Klopapier…., je nach dem)

      • Fjonka sagt:

        Achja, und was HH angeht: durchaus nett- aber büschen langweilig! Berlin dagegen, da passiert wenigstens was!

        • Bea sagt:

          Berlin und seine Bewohner erlebe ich als hässlich, unfreundlich und pampig. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ach ja, das „hässlich“ bezieht sich auf die Stadt, der Rest auf die Bewohner. 😉

          • tikerscherk sagt:

            Berlin hat 3,5 Mio Bewohner. Ein großer Teil ist pampig, und ein großer Teil eben nicht.
            Aber hässlich? Berlin hat derartig viel alte Bausubstanz, ganze Gründerzeitviertel, Schlösser, Opern, sehr viele Parks, ist überhaupt die baumreichste, grünste Stadt, – das kann man eigentlich nur hässlich finden, wenn man Stadt generell nicht mag.
            Schöne Grüße aus Berlin!

      • Bea sagt:

        Ich brauche Küchenpapier auch äußerst selten.

  9. Tahana sagt:

    Für Reisen in die Großstadt stelle ich mich gerne zur Verfügung! Und das „Dingen“ ist wirklich schön – nun muss nur an der Anpassung der Haushaltsrollen noch gefeilt werden – oder ist der optische Bruch gewollt? Dann – nur dann – musst Du doch allein in die Großstadt 😉

    • Fjonka sagt:

      Versuch Du man, eine Küchenrolle glatt durchzuschneiden. Das ist nicht so leicht, wie’s sich anhört!! *g* – und: wir zwei, Berlin, nächstes Jahr mal über ein Wochenende oder so?????
      Und danke für die Karte 🙂

  10. Wieso, ist doch lustig – und umweltfreundlich noch dazu, wenn’s denn schon Küchenrolle sein muss. Ich mag auch nicht ganz drauf verzichten, ärgere mich aber oft, wenn ein halbes Blatt locker gereicht hätte.

  11. Glücksburger sagt:

    Danke für diesen Lacher am Morgen! Als Versöhnungsidee hätte ich „Notizrollenhalter“ im Angebot…

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s