Karniggels

Guckt mal, wer seit einiger Zeit bei uns im Hof und Garten herumhoppelt, gar nicht scheu ist und sicherlich irgendwo ausgebüxt*:

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Tsss, tsss … aber anfassen lassen will sich das Schlappohr dann doch nicht. Kann ich verstehen, die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß es aus „Einzelhaft im Winzkäfig mit zwei Stunden im Grasgehege bei gutem Wetter und wenn der Mensch grad dran denkt“- Haltung entkommen ist. Jedesmal schaudert mir, wenn ich an solchen Kaninchenkäfigen vorbeikomme… Bisher sieht der Hübsche rund und gesund aus, und als potentielle Beute für die Katzen ringsum ist er zu groß. Wir haben beschlossen, nicht zu versuchen, ihn einzufangen. Auto und Fuchs könnten ihm zwar gefährlich werden, aber das geht all den wilden Karniggels auch so. Und vielleicht schließt er sich ja denen an und lernt…
Im letzten Jahr war ein kleinerer, etwas andersfarbener Vertreter der Flüchtlingsbande in Nachbargärten unterwegs, der hat mindestens einen Winter überlebt (ob er immer noch dort hopst, weiß ich nicht) und ist allen Einfangversuchen davongehüpft. Ein gutes Leben wünsch ich!!

* Eine Woche später: Inzwischen weiß ich Bescheid: das Schlappohr ist von der Weberin zwei Häuser weiter ausgerissen, nachdem sein Bruder gestorben war. Wollte wohl nicht so allein sein, wer kann ihm das verdenken!? Er lässt sich nicht wieder einfangen, ist aber auch in seinem Heimatgarten noch zu beobachten und hat dort in seinem jetzt frei betretbaren Gehege auch noch ’ne Futter-Basis, die er aber, sagt sie, seit einiger Zeit nicht mehr nutzt. Der Gute ist für so ein Karniggel wohl schon recht alt, und so hat sie beschlossen, ihm zu gönnen, daß er sein Rest-Leben so führt, wie er das offenbar möchte. Sie sagt, er wirkt viel agiler und fitter, seit er unterwegs ist. Schön!! 🙂

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

9 Kommentare zu “Karniggels

  1. realkiku sagt:

    Ich denke ja auch immer wieder drüber nach, ob ich unsere 4 Meerschweine, die ganzjährig draußen im 5qm-Wandergehege sitzen, noch freier leben lassen kann. Aber Katzen und Greifvögel gebieten Schutzgitter auch von oben. Ich hab noch keine schlüssige Lösung gefunden…

  2. Friederike sagt:

    Ein schönes Tier – und offenbar vernünftige Besitzer! Seit ich meine drei Deutschen Riesen (d.h. einer ist eher ein Miniriese inzwischen) quasi frei laufen lasse auf 500 qm, werde ich zugegebenermaßen immer intoleranter gegenüber andrer Leuts Kaninchenhaltung… Freigehege ist das Minimm, finde ich.

  3. Neckarhex sagt:

    Was für ein schöner Mümmemann, und wie schön für ihn! 🙂
    Meine jüngste Schwester hatte einen „Zwergwidder weiß“, weil sie unbedingt einen Hasen wollte und Katzen allergiemäßig nicht gingen. Der hieß Hugo. „Zwerg“ war dabei relativ, er war ein Monster (größer und umfangreicher als alle unsere Katzen, dabei war er schlank). Dem hat mein Vater ein Gehege im Garten gebaut. Das erste war „nur“ ca. 20qm groß, das zweite dann ca. 50qm, beide mit dem ehemaligen Kinderhäuschen in der Mitte, das zum frei zugänglichen Stall umgebaut war. Er lebte ganzjährig draußen und hat sich sichtlich pudelwohl gefühlt. Anfangs hatte er das bereits in der Familie lebende Meerschweinchen zur Gesellschaft, mit dem er eng befreundet war, und als das an Altersschwäche starb (war schon älter gewesen) saß ein paar Wochen später eine irgenwdo ausgebüxte Häsin vor dem Gehege. Meine Eltern haben erst versucht die Besitzer wiederzufinden, aber die wollten sie nicht wieder (zum Glück, war auch so ein Einzelhaft-Fall) und haben sie außerhalb vom Gehege gefüttert; sie blieb freiwillig im Garten und ließ sich auch problemlos von uns anfassen und hochnehmen, aber von niemandem sonst (auch nicht der Besitzerin, die mal vorbeikam. ?!) Aber nachdem mehrfach beobachtet wurde wie sei durch den Zaun durch mit Hugo geschmust hat durfte sie bei ihm einziehen. Die beiden waren ein sichtbar glückliches Paar, bis eines Tags sie nicht mehr zu sehen war; sie hatten zu dem Zeitpunkt ein umfangreiches Höhlensystem gegraben und sie ist vermutlich da irgendwo gestorben. Hugo hat den Versuch erneuter Gesellschaft verweigert und hatte noch ein paar schöne Solo-Jahre, bis auch mit fast 13 das Zeitliche segnete.

    • Fjonka sagt:

      13!! Und Weberin-Nachbarin meinte, der sei mit 5 schon alt!?
      Siehste, das liest sich doch nett! Eine Ex-Kollegin war große Nagerfreundin, die hatte ein dolles Gehege, bestimmt auch um die 50qm mindestens, und dann noch mit mehreren Stockwerken (oben konnten sie unter Dach), Röhren, Ästen undundund. Meerschweinchen und Karniggels, vergesellschaftet, vielleicht ein Dutzend BewohnerInnen insgesamt, schätzungsweise. Da machte es richtig Spaß, zuzusehen, da ging manchmal die Luzy ab, dann wieder war’s ruhig und sinnig…

      • Neckarhex sagt:

        Ich hab gehört Kaninchen können 7-10 Jahre alt werden, mehr bei guter Haltung. Außer den genannten hatten wir nie welche als Haustiere. Mein Opa, der vom Bauernhof abstammte, hatte ein paar Jahre lang Stallhasen in einem selbstgebauten Stall, aber die waren zum Schlachten bestimmt. Die hatten leider auch nur kleine „Zellen“ in einem Stall im Garten, wo jeder für sich auf drei Etagen saß (wegen der Fortpflanzungsproblematik). Aber immerhin mit Gitter zwischen den Abteilungen, sodaß Kontakt möglich war, Ausblick und Geruch von Natur, und pro Tier mehr Platz als die größten Hasenkäfige, die ich im Tiersupermarkt gesehen habe. Und älter als ein halbes Jahr wurde keiner von denen. Mein Opa hat sie sehr geliebt und hat ihnen jeden Tag den schönsten Löwenzahn ausgesucht und Gänseblümchen schön aufs Futter drapiert. Erscheint uns vom heutigen Standpunkt absurd und fehlgeleitet, aber im Rückblick würde ich sagen, er wäre begeistert gewesen, wenn er „nur“ Streichelhaustiere hätte haben dürfen. Er war Polizist und sein ein und alles war der Polizeihund, den er eine Zeitlang hatte. Aber irgendwie war er so indoktriniert worden daß „Haustiere nur zum Spaß“ für ihn absolutes Anathema waren. Wir hatten damals schon Katzen, die er nur akzeptiert hat weil sie als Freigänger Mäuse fangen. Ich hätte ihm so gewünscht daß er diese Sichtweise hätte loswerden können.

  4. ladypark sagt:

    Schöne Geschichte, hoffentlich hat der kleine Kerl noch eine schöne und lange Zeit vor sich.

    In der Nachbarschaft halten Leute ein Kaninchen in einem winzigen Käfig im dunklen Hauswirtschaftsraum. Als ich sie darauf ansprach, dass das keine artgerechte Haltung sei (ich finde Kaninchen sollte man gar nicht in Gefangenschaft halten), meinte sie ganz selbstsicher: „Wieso, der kommt doch im Sommer raus in sein Gehege, da hat er dann ja Gras und Auslauf.“ „Und die restlichen Dreiviertel des Jahres?“ fragte ich. „Naja, das geht eben nicht anders.“ Fertig war sie damit.

    Ich könnte k…..!

    • Fjonka sagt:

      Ja, genau das meine ich! Und wahrscheinlich hat er’s damit tasächlich noch besser al manch anderer, der übers ganze Jahr zwar draußen, aber in einem 2-Hoppler-Käfig sitzt 😦

  5. Bibo59 sagt:

    Klar ist der agiler. Hat mehr Bewegung und kann fressen was und soviel er will. Ich hatte meine auch immer tagsüber frei im Garten.
    Ich habe aber auch schon einmal einen Deutschen Riesen im Niendorfer Gehege eingefangen und ins Tierheim gebracht. Der war allerdings komplett abgemagert. Entweder er wurde schon nicht mehr richtig gefüttert, bevor er dort ausgesetzt wurde, oder er hat dort nicht genug gefunden. Auf Waldboden wächst eben kein Gras.

Platz für Klönschnack ...

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