Haus zwei

7.4.
Unsere Pläne, am Sonntag – bei vorhergesagten trockenen 14° – unsere TopBarHives durchzuschauen, (wissend, daß das beim Schwarm in der Villa Brumselia kein Spaß werden würde, weil die kreuz und quer gebaut haben) wurden uns von Dauerregen bei 11° durchkreuzt. Das betrübte uns vor allem deshalb, weil der Raps schon „Gewehr bei Fuß“ steht, will heißen, beim nächsten Sonnenstrahl zu blühen beginnen wird. Und davor sollte das eigentlich geschehen sein, damit wir Biens die Chance geben, das zerstörte bei guter Wetter- und Trachtlage wieder aufzubauen.

Gestern nun, ich hatte noch frei, der Herr F. war aber auffe Arbeit, war es trocken und hatte relativ windstille 14°. Unsere Bienen nutzten diese Wetterlage eifrig, und so dachte ich mir: ok, dann mache ich zumindest die Durchsicht im Haus zwei. Das Zerstörungswerk beim Schwarm – dafür braucht’s schon gern zwei Hand in Hand arbeitende Brumsel-BetreuerInnen.

Also, gedacht, getan: Smoker angeworfen, Eimer, Stockmeißel, Flederwisch und für den Fall der Fälle Imkerhut, Messer sowie Greifzange (für evtl in die TBH fallende Wabenstücke) mitgenommen und raus. Der Plan lautet: überflüssige, leere und dunkle, dh nicht „frische“ Waben raus (damit frische, neugebaute an ihre Stelle treten können – Hygienemaßnahme), evtl schräg- oder zusammengebaute ebenso. Und natürlich gucken, wie das Volk sich zeigt:

  • gibt’s noch genug Futtervorräte?
  • haben sie ein Brutnest?
  • brauchen sie mehr Platz (leere TB, an die sie bauen können)?

Und das kam heraus: Es gab schlichtweg keine dunklen Leerwaben- überall war entweder ’ne Menge Futter oder aber ’ne Menge Brut. Bis auf die letzten drei – leider neugebauten, schön hell-frischen- Waben waren alle Waben schön gerade. Die letzten drei waren zusammengebaut und rissen denn auch beim gucken auf – sie habe ich entnommen und leere TB eingehängt. Sonst habe ich nichts getan. Gab nix zu tun sonst. Die Bienen waren ausgesprochen freundlich (auch die obligatorische im Hosenbein habe ich wieder ohne Schäden herausholen können- da muß ich wirklich dran denken: zu Biens heißt Hose in die Strümpfe!!) Alles sah gut aus: ein Gewimmel auf den Waben, mehrere große Brutnestflächen, mehrere Futterwaben, also auch genügend Vorräte… prima, alles!

Dann also die Waben wieder zurückgeschoben, die, die ich entfernen wollte, bienenfrei gestoßen und die restlichen Damen abgefegt, Deckel drauf- fertig.

Nun also rein und die Restarbeiten erledigt:

  • Die leeren Wabenteile sind eingeschmolzen (einmal einschmelzen sollte man immer, denn sonst könnte sich die Wachsmotte an ihr zerstörerisches Werk machen. Sie geht aber nur an bebrütete und nicht eingeschmolzene Waben)
  • Der Honig tropft (es langt der ganz kleine Tropftopf)
  • jetzt muß ich noch bei Gelegenheit die rausgenommenen TB per Flammenwerfer von sämtlichen möglichen Krankheitskeimen säubern, und dann heißt es: hoffen, daß am späteren Sonntagnachmittag das Wetter gut ist- denn erst dann wäre die nächste Chance, zu 2. den Schwarm durchgucken zu können.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 4.

8 Kommentare zu “Haus zwei

  1. Elke sagt:

    Danke für deinen Kommentar wegen meinem Kirschbaum-Bienen-Rätsel.
    Das klingt plausibel, dass im Moment einfach zu viel gleichzeitig blüht. 2012 war es zur Blütezeit sehr kalt geworden, da haben sich wohl alle auf die Kirsche gestürzt.
    Wenigstens die Hummeln sollten doch ohne Honigbienenkonkurrenz an die Blüten gehen, aber die mögen auch lieber die Alternativen.
    VG
    Elke

  2. Neckarhex sagt:

    Das klingt ja trotz nur teilverrichteter Aufgabe sehr erfreulich! Ich fange zur Zeit ständig Wildbienen im Haus ein, die versuchen in Astlöcher in der Wand zu krabbeln, oder ziemlich große Wespen die ebenfalls das Holz untersuchen… wie genau kriegst Du eine Biene wieder aus der Hose? Hose ausziehen?

    Bei der Wespe frage ich mich im Moment, ob es immer dieselbe oder eine sehr kleine Gruppe von Königinnen oder so ist, denn die fange ich stellenweise bis zu fünfmal täglich ein und bringe sie weider raus, und sie/jede davon ist erheblich größer als die üblichen Wespen, die wir haben, sieht aber genauso aus. (Ich weiß immer nicht, was es für welche sind, kenne aber „unsere“ Wildbienen- und Wespenarten langsam gut genug, um zu wissen welche üblcihe Gäste und welche neu sind).Wie jedes Jahr haben wir das Problem, Wespennester direkt am Haus verhindern zu müssen, weil die für uns sonst später gefährlich werden. Wirklich erfolgreich waren wir nur in dem Jahr, in dem wir die ins Haus kommenden Wespen getötet haben, so ungern wir das machten. Aber es gibt im Umkreis von mehreren Häusern nicht mal Gartenhäuschen oder Schuppen. Ich hoffe noch daß sei vielleicht die neugebaute Holzlege mit Dach nehmen, an die müssen wir vor dem Spätherbst nicht mehr dran, bzw. das neue Feuerholz kann solange auch woanders liegen bis ihre Saison vorbei ist.

    • Fjonka sagt:

      Hose: Bienchen hat vitale Inteesse dran, mich nicht zu stechen – : (Gummibund der) Hose weit aufziehen- und schon kam sie rausgesurrt… zum Glück!
      Große Wespen: derzeit sind bei Wespen, Hummeln, Hornissen die Königinnen auf Nestplatzsuche. Und die sind größer als die Arbeiterinnen :as wird das wohl sein.
      Man kann Wespen auch umsiedeln, Beispiele hier http://beekarma.wordpress.com/

      • Neckarhex sagt:

        Danke für den Link! Ich bin sehr sicher daß es Königinnen der gewöhnlichen Wespe sind.
        Umsiedeln und ablenken sind bei uns räumlich nicht möglich, wir haben buchstäblich keinen Platz wo wir sowas /irgendwas sicher aufstellen könnten, sodaß nicht ein überneugieriger Herr Kater alles untersucht und sich in Gefahr begibt (und anders als unsere Alva früher kann er das nicht mit dem Wespenfangen, außerdem ist er nicht der hellste) oder daß es zu nah am Haus ist. Bzw. das Haus selbst bietet die einzige Möglichkeit, wir haben weder Schuppen noch Garage, Carport, Gartenhäuschen, nur die sehr simple Holzlege und die ist wichtiger Teil des Katerreviers.

  3. PurpurBête sagt:

    Könnte man nicht fürs Nachgucken einen Pavillon über die Kisten stellen? Es gibt doch diese die man wie einen Regenschirm öffnen kann, die bewältigt man auch mal fix zu zweit.

    • Fjonka sagt:

      Ja, das wäre für uns Menschen auf den ersten Blick eine gute Lösung. Aber für die armen Bienen dann doch nicht, die fliegen bei sowas ja doch in größerer Anzahl auf (und davon) und würden dann wahlweise ertrinken oder erfrieren („verklammen“).
      Außerdem sind sie ausgesprochen ungnädig, wenn man sie bei schlechten Wetterverhältnissen stört- und das wäre dann auch wieder für die Menschen nervig bis schmerzhaft. Und so warten wir dann doch besser auf gübstigeres Wetter.

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