Fruchtleder

Es ist eine ganze Weile her, da habe ich an einem Wettbewerb teilgenommen. Elke von „Günstig gärtnern“ hat einige Gartenbuch-Leseexemplare, die sie von verschiedenen Verlagen bekommen hatte, als Preise ausgeschrieben für alle, die ihr Fotos von eigenen Upcycling-Gartenideen schicken würden.

Und ich habe tatsächlich gewonnen 🙂

Das hier hatte ich eingeschickt

..und das ist draus geworden (ruhig hinklicken, da sind noch mehr nette Upcyclingideen- mir persönlich gefällt ja das Futterhausdach aus altem Plastiktopf am besten)

Gewonnen habe ich das Buch „Wo die Seele aufblüht“ – und jetzt hab ich’s durch. Es ist eine jahreszeitlich geordnete Sammlung von kleinen Geschichten aus dem (Schreber-Großstadt-)Garten. Deshalb habe ich sie mir im WC aufs Fensterbrett gelegt und vom allerersten Vorfrühling bis jetzt immer wieder gelesen. In einem durch ging nicht, dafür war’s mir ein wenig zu enthusiastisch-schwärmerisch 😉 Aber in kleineren Häppchen war gerade das wirklich schön. Die Frau braucht kein MBSR, die Übungen die wir da gemacht haben*, macht sie von ganz allein in ihrem Garten- ein ganzes Kapitel übers ausbuddeln, zubereiten und essen von drei Roten Beten (hej, PurpurBete, das könnte Dir gefallen!!), eins über den Himmel, übers hören, über Farben…. das nenne ich „den Moment genießen“; manchmal wurde ich ganz neidisch über ein solches Naturtalent…. am besten haben mir aber zwei Rezepte gefallen:

  1. wie sie die Herstellung von Moosbrei ausprobiert (nicht zum essen, sondern um einen häßlichen Beton-Pfeiler bewachsen zu lassen. DAs ist nämlich gar nicht soooo einfach, es muß schon das richtige Moos für den richtigen Standort sein, damit das klappt. Dieses Moos (eine Handvoll) im Mixer mit 2 Tassen Joghurt, 1/2 TL Zucker und evtl etwas Wasser mischen und aufstreichen- Moosgrafitti, wenn’s anwächst! Toll.
  2. das Fruchtleder-Rezept! Das werde ich unbedingt im Herbst ausprobieren müssen! Äpfel schnippeln, Ingwer, Koriander, Zimt, Holundersaft, etwas Zucker dazu und ein paar Stunden köcheln (ha! Bis dahin haben wir ja unseren neuen Ofen, wenn ich das da drauf stelle, kann es simmern, daß es eine Lust haben wird ;-)) Dann nochmal pürieren, die Masse auf Backbleche streichen und die oben auf die (ha!) Lüftungsgitter oder (nochmal ha!) Fliesen stellen. Und warten. Zitat: „Es hat die Konsistenz weichen Leders, die Leuchtkraft farbiger Kirchenfenster und schmweckt ungefährwie der geschmorte Saft, der sich bei der Bratapfelherstellung am Topfrand absetzt und fest wird: eine Symphonie aus Sonne, Äpfeln, Feuer und Zeit“

Hört sich gut an, gell? Ich werde berichten… und in der Zwischenzeit kann, wer mag, gern das Buch ausleihen und sich von der Begeisterung der Frau Bewernitz für die kleinen, schönen Dinge anstecken lassen….


 

*MBSR: MindBasedStressReduction. Auch Achtsamkeitstraining genannt. So einen Kurs hab ich grad hinter mir, war gar nicht schlecht- wenn ich jetzt weitermachen würde, so für mich, würde das allerhand bringen. Aber ich wieder….. vielleicht erzähl ich später mal genaueres dazu, derzeit wiedermal: keine Zeit, das wäre nicht eben mal so fix hingeschrieben.

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16 Kommentare zu “Fruchtleder

  1. ^Hallo,
    endlich habe ich auch genügend Äpfel geschenkt bekommen, um damit Fruchtleder zu machen. Ich freu mich drauf. Hollunder- und Schlehensirup habe ich im vergangenem Jahr so reichlich eingekocht, dass ich davon reichlich besitze.
    Jetzt gehts los! Ich schreibe euch wie es geworden ist.
    Liebe Grüße
    die Märchenbraut

  2. Gäbe es irgendeine Möglichkeit, dass das Fruchtleder-Rezept seinen Weg zu mir findet? :)) Das klingt toll.

  3. Elke sagt:

    Ach, schön, dass es dir gefallen hat. Fruchtleder und Mooszucht waren auch die Dinge, die ich im Buch am besten fand.
    VG
    Elke

  4. Neckarhex sagt:

    Herzlichen Glückwunsch! Das Blog kannte ich noch gar nicht, muß ich mal reingucken. Wir sind ja auch eher upcycler – ich muß mal dran denken den Begriff anzuwenden wenn wieder jemand findet wir sollten doch mal den Steinhaufen da oder den Holzstapel dort wegräumen (nein, das ist ein Eidechsen“felsen“…) aber meine Semperviven-Gärtchen sehen langsam nach was aus.

    Das Buch klingt toll (und was für meine Mutter, muß ich mir mal genauer angucken) und das Rezept vom Fruchtleder auch. Ich warte sehnsüchtig auf die erste Quittenernte, um mal ein Rezept aus Quitten auszuprobieren (allerdings werde ich dieses Jahr wohl auch Quitten kaufen müssen, denn wir haben gerade entdeckt daß unsere Quitte ein Opfer des Frostspanners geworden ist… alle Knospen sind angefressen und befallen… *heul * )

    • Fjonka sagt:

      Das Buch kannst Du gern ausleihen, wenn Du magst, schick mir doch Deine Adresse!
      Frau Bewernitz hat auch ein Dörrgerät, ich zitiere „streiche die Masse auf die Bleche meines Dörrgeräts“ – nix Backpapier…

      • Neckarhex sagt:

        Dann ist sie in der glücklichen Lage, ein Profi-Gerät zu haben, sowas kann ich mir nicht leisten. Ich habe so ein sehr preiswertes, aber hervorragend funktionierendes Teil mit runden Plastikgittern. Da streichst Du kein Fruchtleder drauf! *g*

  5. PurpurBête sagt:

    Ich hab letztes Jahr Fruchtleder aus Quitten gemacht. Im Dörrgerät, was die Sache natürlich verteuert. Aber: Es ist nicht von dieser Welt. Soooo lecker. Und ich habe nur Quitten und Zucker verwendet. Die Gewürze würde ich nur nehmen, wenn die Grundfrucht eher unaromatisch ist (so wie manche Klaräpfel).

    • Fjonka sagt:

      Ich denke, da versuche ich dann mal mehrere Varianten- was mir an dem Buch-Rezept gefiel ist, daß es ein Ansporn ist, mal wieder Holindersaft zu machen (den ich so, zum trinken, insofern nicht vertrage, daß ich ihn einfach nicht runterkriege, obwohl ich nicht sagen kann daß er mir nicht schmeckt- ein Widerstand in der Kehle, sozusagen)

    • Neckarhex sagt:

      Wie machst Du das im Dörrgerät? Backpapier auf die Gitter und da drauf? (Ich liebe mein Dörrgerät absolut, leider sind die eigenen Dörräpfel schon fast alle. Aber selbst die Teekräuter, die ich darin trockne, schmecken besser und intensiver als auf die alte Art bei Zimmertemperatur getrocknet. Göttliche Zitronenverbene und herrliche Zitronenminze, die mit Bancha zusammen süchtig macht.)
      Dir müßte dann auch Quittenmarmelade schmecken, kennst Du die? So viel besser als Gelee! und wird so fest daß das schon halbes Fruchtleder ist oder so. *g*

      • PurpurBête sagt:

        Ja, genau, ich hab einfach einen Teil meiner Marmelade auf Backpapier (vorher zur Vorsicht nochmal geölt) gestrichen, weil mir die Gläser ausgingen.
        Da ich ne wunderbare Lotte aber nur eine Kaltentsaftungsmaschine (geht nicht für Quitten, zu hart) habe, koche ich eh immer Marmelade aus Quitten. Der einzige Vorteil von Gelee ist, dass es so elegant aussieht ;o)

        • Neckarhex sagt:

          Ah, noch einfacher als gedacht! Danke für die Info, vor allem das Ölen. Ich habe mal versucht Quittenbrot ohne Gelee vorher zu machen (weil bei uns keiner Gelee so recht mag und ich auch keinen Entsafter habe), aber das ging überhaupt nicht mehr ab und war eine riesige Sauerei.

  6. Bibo59 sagt:

    Fruchtleder habe ich noch nie was von gehört. klingt lecker.

  7. Bibo59 sagt:

    Da sind ja tolle Ideen dabei. Das Moosrezept habe ich gerade mal gesucht. Das blöde ist: Würde ich so was im eigenen Garten durchziehen, gäbe das Stress mit der Zentralregierung.

    MBSR könnte ich auch gebrauchen.

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