Natur- Architektur

Pollenbürstchen

Das ist eine Biene beim wasserholen.

Interessant ist das Hinterbein, denn richtig schön scharf sind ihre Pollenbürstchen zu sehen. Das, was zunächst ersteinmal ausschaut wie Haare.

Mit Pollenhöschen vom Sammelflug zurückkehrende Bienen hatte ich ja schon öfter mal im Bild festgehalten- hier kann man nun etwas davon sehen, wie es den Bienen gelingt, die kleinen Pollenkörnchen als Klumpen zu sammeln. Man kann sich das etwa so vorstellen:

Madame lässt sich auf einer Blüte nieder. Sofort wird diese Blüte beginnen, sie mit ihren Pollen zu überziehen. Madame wird aber auch selbst aktiv, indem sie herumkrabbelt und sogar Staubbeutel aufbeißt, um an die Pollen zu gelangen. Die Pollenkörnchen befeuchtet Madame mit etwas Nektar, um sie klebrig zu machen. Dann bürstet sie sie gen Hinterbein (und diese Bürsten kann man oben gut erkennen) Aber es gibt noch mehr! Achtung:  jetzt wird’s detailliert 😉

Zwischen dem unteren Fußglied mit der Bürste und dem oberen ist ein Kamm aus steiferen Haaren. Damit kämmt Madame im Fluge zwischen den Blüten ihre Pollenbürste gen Außenseite des mittleren Fußglieds aus. Dort sitzt ein Körbchen, eine kahle Einbuchtung, , umstellt von langen, gebogenen Haaren. Mitten in dieser kahlen Einbuchtung steht ein einzelnes, steifes Haar – zum stabilisieren des Klümpchens, das sich allmählich darum herum ansammelt. Die kahle Einbuchtung kann man im Foto sogar auch erkennen

So entsteht allmählich ein – je nach Pollenart – mehr oder weniger fester Klumpen, den Madame dann gen Bienenstock trägt, wo sie ihn selbst bis zu einer passenden Wabenzelle bringt und darin ablegt – anders als beim Nektar. Der wird ihr von im Innendienst befindlichen Schwestern abgenommen und von diesen zur Wabenzelle befördert. Beim Pollen haben die Innenbienen die Aufgabe, ihn zu stampfen, damit möglichst viel aufbewahrt werden kann, und die vollen Wabenzellen mit einem Nektar-Überzug zu konservieren. Madame ist dann schon längst wieder auf Sammelmission.

Pollen sammelnde Bienen bringen übrigens gleich auch immer etwas Nektar mit heim, hat man festgestellt. Umgekehrt ist das selten so. Wer auf Nektarmission ist, belastet sich nicht mit dem zeitaufwendigen Pollen-Gebürste? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber so erklären.

Der Pollen dient übrigens hauptsächlich als Nahrung für die Brut, er ist sehr eiweißhaltig, und ein Volk benötigt im Jahr etwa vierundzwanzig Kilo davon. Vierundzwanzig Kilo!! Ein Pollenhöschen wiegt nicht einmal ein Gramm….

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