1. Mai bei Biens

Tag der Arbeit – wir haben das wörtlich genommen und allerhand Bienen-Arbeiten getan, die getan sein mussten.

Nachdem ich in den Tagen zuvor acht (ACHT!!) Stiche kassiert hatte, alle von den Gruen des Grauens *g*, war ich nicht so wirklich motiviert, aber wat mutt, dat mutt. Also mit „stiff upper lip“ ran. Dies übrigens in doppeltem Sinne, denn am Morgen des 30. April hatte eine Graue (?) angriffslustig summend mein Nasenloch ins Visier genommen und vor ihrem verdienten Tod davor (zum Glück nicht darin) auch noch einen Piek hinterlassen. Und tags drauf war die Schwellung dann runtergesackt zur Oberlippe. Das war übrigens mein erster total unverdienter Stich: ich hatte harmlos neben den Roten gestanden, um zu gucken, ob sie Pollen eintragen… Bei der Stechattacke mit den 7 Stichen einige Tage vorher haben wir ihnen immerhin eine Honigwabe geben(!) wollen, die bei den Roten über war …

Aber zurück zum 1. Mai:

Unsere Roten mussten nun, einige Tage nach der Brutentnahme, noch Wabe für Wabe mit Milchsäure eingesprüht werden, um auch noch den auf ihnen sitzenden Varroen den Garaus zu machen. Das haben wir als erstes getan und dabei verblüfft feststellen müssen, daß sie in den fünf Tagen seit der Brutwabenentnahme ihre ganzen neuen Waben mit Honig vollgetragen hatten!! Der Honigraum war schlichtweg voll, höchste Zeit, ihnen endlich einen 2. Honigraum dazuzugeben! Leider waren auch beide Bruträume voller frischem Nektar, verdammt, da soll doch Brut rein, da ist ja nun gar kein Platz dafür!!
Da merkt man dann doch mal wieder unsere mangelnde Erfahrung: klar, der Raps blüht! Klar, es war tolles Wetter! Und doch: daß das SO schnell gehen kann, hatten wir nicht gedacht. Wir hätten gleich am 26. eine 2. Honigraum draufstellen sollen!
Wir hoffen jetzt zweierlei: erstens, daß das bißchen, was da noch „über“ war (2 Waben) nun auch wirklich war, als was wir es einschätzen: das Brutnest mit Stiften (Eiern). Ich meine, welche erkannt zu haben, darauf dann der Herr auch- aber wir sind beide unsicher. Und zweitens hoffen wir, daß sie nun den Honig nach oben umtragen, um ihr Brutnest zu erweitern. Das, was sie jetzt haben, ist zu wenig, aber wir hatten auch keine mittelwändchenbestückten Waben mehr, die wir ihnen im Austausch hätten geben können.
Die Stimmung bei den Roten war relativ friedlich, und alle, die erstmal besprüht waren, konnten ja eh nicht mehr auffliegen (naß!), Insofern ging das ganz gut. Nach 3 oder 4 Stunden sah man dann auch wieder die ersten Bienen am Flugloch, die sich offenbar berappelt hatten. Zuvor war alles wie tot…..

(Tags drauf dann HUNDERTUNDSIEBZEHN tote Varroen in der Gemüllschublade- Mannmann, also, selbst wenn das nun schiefgehen sollte von wegen „keine Brut“ oder was auch immer… dieser Sanierungsversuch war ganz sicher die einzige Chance für die Roten, zu überleben! Wollen wir ihnen die Daumen drücken, daß sie ihre Chance nutzen können!)

Dann die Zähne zusammenbeißen und zu den Grauen. Schon das Geräusch beim öffnüen machte uns klar: wir konnten nicht auf Gnade hoffen: dröhnedes, helles, drohendes Gesumm – und schon standen die ersten stachelzeigend oben auf den Rähmchen, andere quollen von unten herauf, um sich auf uns zu stürzen … ja, dieses Volk ist wehrhaft!! Wir haben es aber gut überstanden: Beide in Vollmontur inclusive Handschuhen. Dabei wollten wir nur den Baurahmen mit der Drohnenbrut tauschen- aber sie war noch garnicht verdeckelt. Okay, dann nicht…. Honigraum 2 dazu, zumachen und wech.

Jetzt zu den Sternchen. Vielleicht hatten ja auch die schon den Honigraum voll, wenn das bei den anderen so heftig ist!?
Aber nein, die Sternchen sind noch damit beschäftugt, ihren Brutraum zu füllen. Das machen sie allerdings gründlich: auch die Waben hinterm Trennschied waren ausgebaut und mit Honig gefüllt *g*. Weiter innen ein schönes Brutnest – und trotz Naturbau (wo sie ja in allen Waben bauen können, was immer sie mögen), gab es eine ganze Wabe mit verdeckelter Drohnenbrut. Die Gelegenheit haben wir ergriffen und diese Wabe entnommen, um auch hier den Varroabefall zu minimieren. Eine andere rein und zumachen- alles in völliger Ruhe bei angenehm- tiefem summen unserer freundlichen Bienen … was für ein Unterschied!!!

Damit war dann der Arbeits-Teil des Tags der Arbeit beendet, leider haben wir seit Mai kein so tolles Wetter mehr, der Wind ist eisekalt, und so haben wir den restlichen Tag auf dem Sofa verbracht…. schließlich ist die Malerfreundin zu Besuch 🙂

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 4.

6 Kommentare zu “1. Mai bei Biens

  1. beekarma sagt:

    Also ich lese auch immer gerne mit 🙂

    Doch selbst wenn sich die Bienenvölker nicht so selbstständig vermehren, was ich ganz toll finde, sondern stärker kontrolliert vermehrt werden, zeigt sich ja immer wieder, dass unterschiedliche Völker z.T. einen anderen „Charakter“ haben.

    Ähnlich ist es bei den Wespen und Hornissen. Auch da gibt es ruhigere und unruhigere Völker/Staaten innerhalb der gleichen Art.
    Wenn ich zu einem recht unruhigen Volk gerufen werde, dann hat es aber oftmals auch etwas mit der „Erfahrung“ des Volkes zu tun (häufige Störungen etc.).
    Bei mir im Garten kann ich derlei jedoch ausschließen. Und innerhalb des Verhaltens der Staaten einzelner Arten gibt es da hin und wieder schon gewisse Unterschiede. In der Regel kann man jedoch eine Art eher als ruhiger oder etwas leichter reizbar charakterisieren.

    • Fjonka sagt:

      Wespen sind ja per natürlicher Auslese unterwegs, während man bei Bienen seit laaaanger Zeit versucht, ihnen abzugewöhnen, daß sie ihr Nest verteidigen. Deshalb dürften sie, schätze ich, wenn sie nicht darauf gezüchtet worden wären, wohl eine ganze Ecke agressiver sein, als die meisten derzeit sind (vielleicht so wie unsere Grauen!? *g*) Manche meinen, daß das auf Sanftmut züchten – was ich einleuchtend finde, und was man ja von zB Hunden auch kennt – auf Kosten anderer Eigenschaften gegangen ist, die ihnen vielleicht jetzt manchmal fehlen – wie zB der nicht so starke Putztrieb, der die Varroa erst zum „Bienenkiller“ werden läßt (die asiatische Biene putzt viel doller und kann damit die varroa auf Schädlings- aber nicht Killer-Niveau herunterkontrollieren, aber sie ist ja auch mit der varroa zusammen durch die Evolution gegangen, und unsere hiesigen Binen nicht)

  2. Bibo59 sagt:

    Warum sind die eigentlich so agressiv, die Grauen? Und die anderen so brav? Ist das ne andere Rasse?

    • Fjonka sagt:

      Unsere „Landbienen“ (aus den Schwärmen) haben gar keine richtige Rasse, weil sie aus jahrelanger natürlicher Vermehrung stammen, in der sich die Königin im Flug selbst aussucht, von welchen Drohnen sie sich begatten lässt. Sie haben aber einen Buckfast (Rasse)- Einschlag, weil man erkennen kann, daß sie am Hinterleib einige rötliche Ringe haben, und Buckfastbienen sind auf Sanftmut gezüchtet.
      Unsere Sternchen haben das nicht, sind aber auch sehr freundlich. Unabhängig von der Rasse vererbt solche Eigenschaften die Königin weiter. Man könnte also jetzt die Königin suchen und auswechseln und hätte binnen einiger Wochen ein ruhigeres Volk. Machen viele Imker auch, bloß daß wir ja keine Königinnen züchten und deshlab nicht mal so einfach eine auswechseln können….

      • Steffi sagt:

        das ist ja wie in der Politik, wie der Herr so das Gescher (oder so ähnlich)…
        Eure Bienen taugen für einen Fortsetzungsbericht. Ich bin gespannt auf weitere Berichterstattung. Und man lernt auch noch dabei (zumindest ich), z.B. dass Aggressivität vererbt wird, vermutlich wird das bei Wespen und Hornissen auch so sein….

        • Fjonka sagt:

          Ohja, ohja… und da werden auch noch einigen Fortsetzungen kommen, momentan will unser Schwarm ein 2. Mal schwärmen- und verzieht sich immer wieder nach drinnen (gestern 1x, heute 1x), weil – nehme ich an- es dann doch zu kalt ist. Und der Herr hat um ein Dutzend WEiselzellen (potentielle neue Königinnen) aus Haus 2 entfernt – mal sehn, ob er welche übesehen hat … momentan ist echt was los, man kommt kaum hinterher!
          Gut, daß es zumindest Teile der Leserchaft (Dich *g*) noch interessiert, ich hatte schon überlegt, ob’s zu viel wird … für manche bestimmt …

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