Schwarmschwarm, die zweite …

Neeee, ne?

Samstag, elf Uhr dreißig, kalte 11 Grad mit Wind, dunkle Regenwolken am Horizont – und was sehe ich, als ich rausgehe, um eine Pflanze umzupflanzen?
Ich sehe, daß unser Schwarm sich schon wieder zum schwärmen klarmacht!
Dabei hatte der Herr doch eine Königin umgebracht!? Waren da wohl doch noch mehr davon. Kacke!

Dem Herrn Bescheid gegeben, und schon standen wir da und betrachteten das Schauspiel: ein steter Strom von Bienen – diesmal quoll er nicht, sondern sie krabbelten hoch an der Beutenwand, um dann sofort abzufliegen. Summsumm, so kreiste es laut überm Teich, bis schließlich der Strom nachließ und die Masse sich auf der anderen Teichseite sammelte. Diese Königin also macht ernst, sie hat auch deutlich mehr Bienen „mitgezogen“ als man bei den drei Fehlversuchen zuvor beobachten konnte. Und da hingen sie dann in den Knallerbsen.

Schwierig zu knipsen, da im Gebüsch...

Schwierig zu knipsen, da im Gebüsch…

Immerhin scheint der Mirabellenverlust das Schwarmfangen leichter zu machen, weil Biens nun nicht mehr die Höhe suchen:
Karton drunter, zweimal schnipp mit der Gartenschere, einmal schütteln weiter oben, Karton zu, warten – nach ’ner halben Stunde war das ganze durch.

Diesmal haben wir – endlich!! – dran gedacht, den Karton mal zu wiegen, und so wissen wir nun, daß ein Kilo Bienen auf einen neuen Betreuer wartet…. nicht riesig, das, aber ausreichend, wenn vital. Ich klemmte mich hinter’s Telefon. Zehn Minuten später war klar: dieser Schwarm wird in eine Dadant-Beute in Süderbrarup einziehen

Montag, nach der Arbeit:
Los geht’s. Diesmal wird das nix mit „einlaufen lassen“ – am Sonntag war die Schwarmempfängerin nicht daheim, am Montag mussten sowohl Herr F. als auch ich arbeiten – also abends nach der Arbeit den Schwarm einfach in seine neue Behausung kippen. So haben wir das ja noch nie erlebt, wir sind gespannt…

Aber erstmal mussten wir einen Kaffee trinken: just zur Ankunft kam ein Regenschauer… schön bekommt’s der Schwarmschwarm2: Er wohnt auf einem riesigen, natürlichen Grundstück, geschützt durch ein dachbegrüntes Häuschen, mit Morgensonne. Hinterm Grundstück Naturschutzgebiet, davor ein Wäldchen, Hühner laufen, zahme Schafböcke lassen sich kraulen, freundliche Katzen und Hunde sind unterwegs und nette Leute zeigen uns ihre selbstgebaute (!)  Sauna aus dicken Baumstämmen … – unsere Schwärme haben’s wirklich besser, wenn sie ausziehen *seufz* (auch wenn sie das mit der Sauna wahrscheinlich nicht so sehr zu schätzen wissen 😉

Ihre Behausung: eine Dadant-Beute im Erstbezug, denn auch hier ist unser Schwarm das allererste Volk einer Neu-Imkerin.

P1060960

Da sind sie schon drin.

Das mit dem reinkippen hat dann gut geklappt, Biens waren sehr träge, wohl durch die Kälte. Aber obwohl kaum ein Bienchen draußen gelandet ist, standen sofort welche zum sterzeln im Flugloch… und dann – ein Wunder: 13°, feuchtelnde Luft, Wind, abends sechs Uhr – und die Bienen kommen raus und erkunden ihre Umgebung als sei ein sonniger Nachmittag angebrochen! Erst dachte ich schon, die wollen wieder ausziehen, aber nach ’nem Viertelstündchen sah man ebensoviel „ein“ wie „aus – nein, hier wurde ernstlich geflogen!

Jetzt drücken wir die Daumen, daß Biens sich gut einleben und die Königin den Hochzeitsflug schafft – tjüs, ihr Bienen! Am 20. gibt’s Kunde, da ist Treffen bei der Demeter-Imkerin, da sehen wir uns wieder, die Neu-Imkerin und wir….

 

 

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 4.

7 Kommentare zu “Schwarmschwarm, die zweite …

  1. Grad in anderem Zusammenhang geszeigt bekommen, guck mal, so einen Eimer zu basteln sollte doch für den Herrn F. ein Klacks sein… (runterscrollen, ist am Seitenende, der Text ist aber auch interessant).

    http://www.konstantin-kirsch.de/2014/05/entwicklung-eines-schwarmfang-eimers.html

    • Fjonka sagt:

      Ohja, der Text ist sogar SEHR interessant, danke dafür!
      Der Eimer ist auch prima, scheint mir. Da muß ich den Herrn F. mal drauf ansetzen, ich finde vor allem berückend, daß, 1x gefertigt, der wahrscheinlich ewig hält und man nicht jedes mal wieder Plastik verbraucht. (Bei uns muß ich ja jedes Mal oben gut zukleben)
      Bin gerade dabei, hier und da mein/ unser Konsumverhalten ein wenig zu öko-isieren …

      • Ist doch ein Honigeimer, wenn das bei Euch so wietergeht brauchste eh bald so große 😉

        • Fjonka sagt:

          Nee, das war ein Mißverständnis, ich meinte den FERTIGEN Eimer,
          Eimer ohne Schwarmfangequipment haben wir tatsächlich genügend, allein schon vom letztjährigen füttern…da mussten wir nämlich noch Sirup in Eimern kaufen.Dies‘ Jahr haben wir bei einer Sammelbestellung mitgemacht. Da gab’s Kanister, die heben wir auf, dann gehn wir nächstes Jahr selbst zapfen aus dem 1000-l-Tank beim Bienenladen, sonst wird das zu viel Müll.

    • Bibo59 sagt:

      „Wenn die Königin im Eimer ist, folgt auch der Rest des Schwarms.“ … … … Stimmt in jedem Fall.

  2. Bibo59 sagt:

    MIt Bienencrossing lernt man wohl auch die Umgebung kennen und interessante Leute.

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s