Op ’n vullen Buuk steiht ’n lustigen Kopp*

Für Leute wie uns ist eine Abokiste mit Gemüse und Obst eigentlich wirklich ideal:

  • wir werden gezwungen, zu kochen und uns damit auseinanderzusetzen, was
  • vieles (Obst eh, aber auch Gemüse) können wir auch roh verzehren – und tun das auch gern (besonders ich), wenn’s denn da ist
  • und genau da setzt das ein, was ich an so einer Kiste so klasse finde: es ist was da, und schon ändern sich die Eßgewohnheiten – im Falle einer Obst- und Gemüsekiste definitiv zum besseren.

Nun hatten wir ja schonmal jahrelang so eine Kiste. Irgendwann haben wir sie abbestellt: uns war das einfach zu unflexibel. Nur 3 Sachen durfte man als „will ich nicht“ benennen, und wenn die Kiste kam, musste man erstmal Zeit haben, einzukaufen, um Zutaten für das, was man damit kochen hätte können, im Haus zu haben. Bis dafür Zeit war, blühte oft schon der Brokkoli, die Champignons schimmelten oder der Salat schlappte vor sich hin und war gelb. Neidisch lasen und hörten wir von Abokisten, bei denen möglich war, rauszunehmen und zu ersetzen, was immer man wollte, und die eine internet-Vorschau anboten, so daß auch vor Kisten-Erhalt eingekauft werden konnte. Sowas gab’s bei uns nicht.

Aber jetzt.

Jetzt las ich in so einer kostenlosen Regionalzeitschrift von Söth’s Biokiste, die all solchen Komfort bieten sollte. Flugs habe ich die Internetseite aufgerufen, schnell hatte ich die Möglichkeiten gecheckt, flink den Herrn um Einverständnis gefragt und hopplahopp die erste Kiste bestellt.

Dann, nach Eingabe der Adresse, der Haken: nein, unser Dorf wird nicht beliefert ….. aber ich sah: Schleswig ist dabei. Kann ich vielleicht auffe Arbeit…..? Die Bitte um Rückruf ins Textfeld eingetragen und gewartet. Ein Stündchen später kam der Anruf – und nun werden wir das testen:

  • Die Kiste wird 14tägig auffe Arbeit geliefert (nächsten Mittwoch zum ersten Mal, da arbeite ich, paßt)
  • ab freitags kann man gucken, was geplant ist. Dann kann man jeden einzelnen Posten rauslöschen und beliebig dazubestellen. Ich habe zunächst mal zu 10 Euro Obst plus ein Pfund Kartoffeln fest bestellt, ein Brot zum testen dazu. Je nachdem, wie viel der Endbetrag ist, ändern sich die Liefergebühren. Wenn das gut klappt und wir zurechtkommen, wird’s wohl noch 10 Euro Gemüse dazugeben, aber erstmal gucken. Wer Gemüse bestellt, bekommt auf der Rückseite der Rechnung gleich ein Rezept, mit dem man das meiste Gemüse schon wech hat. (Wobei da dann wieder der Nachteil ist: dafür müsste man erst nach Kistenerhalt noch einkaufen)
  • was ich auffe Arbeit noch klären muß, ist die Rückgabe der Kiste. Mal mit Chefin schnacken, ob ich evtl mittwochs als festen Arbeitstag abmachen kann, dann kann ich das selbst regeln. Annehmen ist ja kein Ding, aber meine Kolleginnen noch zum Pfandtausch zwangszuverpflichten finde ich etwas doll … man schnacken.

Wäre prima, wenn sich das als praktikabel erweist. Ich bin gespannt…

P.S.: Die Frau am Telefon kannte die Probleme mit der „hiesigen“ Kiste. Sie sagte, da hätten sie aus genau den Gründen, die ich auch angab, öfter Nachfragen, wollen denen aber keine Kunden wegnehmen und liefern deshalb nur außerhalb von deren Bereich….

P.P.S: * Auf einem vollen Bauch sitzt ein fröhlicher Kopf. (Das war – plattdüütsch *g*)

 

 

 

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18 Kommentare zu “Op ’n vullen Buuk steiht ’n lustigen Kopp*

  1. a sagt:

    Aber herzlichen Glückwunsch 🙂 Und schönen Gruß an Renke & Co. Mit der Kiste bist Du bestens bedient! Super flexibel und Preis und Qualität stimmen (zumindest noch zu meiner Zeit, als wir die bekamen oder ich bei seinem Bruder am Marktstand ausgeholfen habe) Aber das wird sich sicher nicht geändert haben, denn die erweitern ihren Radius stetig und es würde mich nicht wundern, wenn die nicht doch irgendwann bis zu Euch nach Hause liefern. Ein Grossteil des Gemüses kommt ja auch direkt vom eigenen Hof und wird morgens frisch geerntet! Das hat mich immer sehr begeistert.

    • Fjonka sagt:

      ..und ich hatte schon überlegt, ob das nicht de sei, dachte aer, das könne wohl nicht sein, weil ich da doch damals schon einen (gescheiterten) Versuch gestartet hatte… Naja, Radiuserweiterung halt 😉

  2. Neckarhex sagt:

    Willkommen im Club! 🙂 Wobei ich bisher noch keine eigene Kiste beziehe, sondern noch regelmäßig die „Überbelieferung“ meiner Mutter erbe, weil sie es auch nicht schafft hinter ihrer kleinsten Kiste herzukochen. Zuviel eigenes im Garten, aber auch ein paar diätetische Einschränkungen bei ihr und meinem Vater; sie hatte zudem erstmal testen wollen wie flexibel der aktuelle Anbieter ist. Probleme mit dem nicht-tauschen-können gab es zuvor nämlich auch, und abgesehen von dem manches einfach wirklich nicht mögen war für sie und uns das Hauptproblem, daß man im Sommer wiederum nur Gemüse bekam das man im Garten in rauhen Mengen selbst hatte. Richtung Herbst will ich dann selbst mal probieren, denn bisher ist ihr Testlauf zufriedenstellend.

  3. Friederike sagt:

    Wir sind auch ganz begeistert von der Kiste, haben zu Zweit eine „Single“-Variante, damit kommen wir locker hin. Und können jetzt, wo der eigene Garten schon manches bietet, flexibel bestücken. Und wir essen seitdem auch Dinge, die ich NIE gekauft hätte. Große Bereicherung! Und wenns im Winter halt Kohl, Kohl, Kohl gibt, dann isses eben so. Jahreszeitliches Angebot ist mir da allemal lieber (und phantasieanregender), als irgendwelche aufwändig importierten Sachen im Supermarkt zu kaufen, die nichts mit der jeweiligen Jahreszeit zu tun haben. Viel Glück also mit dem neuen Arrangement!

    • Fjonka sagt:

      Achja, Kohl- es gibt auch ’ne „regional“-Variante zum Gemüseabo- da überlege ich noch… finde ich ja auch besser, aber eben: Kohl….. *g*

      • Bibo59 sagt:

        Kohl lag auch mal drin. Seitdem kann ich immerhin Schmorkohl und eine Variante von Irisch Stew. Beides Lecker.

        • Neckarhex sagt:

          In meinen Vor-Veggie-Zeiten hab ich mal ein Rezpet für „faule Kohlwickel“ entwickelt, dadurch wurde Weißkohl bei uns zum Renner – wobei wir den beide auch gern als Rohkostsalat mögen.

          Ist ein Eintopf mit all den Zutaten, die sonst in die Kohlwickel gewandert sind.
          Im wesentlichen dünstet man in einem kleinen Topf oder einer Pfanne eine große Zwiebel, geviertelt und dann gescheibt in Olivenöl an, danach Hackfleisch nach Wunsch bis es braun ist. Das kommt dann zur Seite, während man in einem großen Topf nach und nach einen halben oder sogar ganzen Weißkohl, geachtelt und in Streifen geschnitten, schön in Olivenöl anbrät (darf stellenweise gern braun sein), nach ca. der Hälfte des Kohls kommt noch 1-2 TL Zucker dran zum karamellisieren. Ist der Kohl angebraten, kommt das Hackfleisch dazu, 2-4 große Karotten in 3mm dicken Scheiben. Mit etwas Wein ablöschen, wenn man möchte, Brühe drüber bis alles knapp bedeckt ist, salzen, Pfeffern, etwas Thymian drauf (aber keine Kräuter der Provence) und ca. 30min schmoren lassen. Zum Schluß abschmecken, wenn man mag auch mit einem ordentliche Schuß Sahne. Dazu gibt es Kartoffeln oder schöne deutsche Bandnudeln, oder man kocht die Kartoffeln in Stücken gleich mit.
          Das Ganze ist noch besser wenn man es mindestens einmal aufwärmt, daher habe ich immer einen großen Topf gekocht und 2x eingefroren.
          Ich muß das unbedingt mal wieder machen und mit Grünkern experimentieren, oder ganz ohne….

  4. Bibo59 sagt:

    Fein! Viel Spaß mit der Kiste. Ich fand meine damals auch gut, zumal da auch immer mal Dinge auftauchten, die ich noch nie gekocht hatte. Hat meinen geschmacklichen Horizont enorm erweitert. Andererseits waren da auch Sachen drin, die immer drin waren und dann langweilig wurden (Möhren, rote Beete) oder Sachen, die ich nicht brauchte (vier Kartoffeln???? die kaufe ich kiloweise) und abbestellt habe ich sie, weil ich es auch nicht geschafft habe, hinter den Mengen her zu kochen. Jetzt hätte ich gerne wieder eine und könnte sie gut brauchen, möchte Muttern aber ihren Markttag nicht nehmen.

    • Fjonka sagt:

      Ja, siehste – und diese Nachteile fallen hier dann weg.
      Und es gibt sogar noch unter-10-Euro-Kisten (das wird was für uns für Gemüse, wenn sich der Rest gut anläßt)
      Das mit dem markt ist natürlich ein Argument, klar. Ist ja für Viele (nicht nur Alte) ein Ereignis.

      • Äppelken sagt:

        Genau! Gemüsekiste wär mir viel zu viel, zumal ich hier mehrmals pro Woche mit den Kollegen Mittagessen gehe (für bis 4,- € bekomme ich umme Ecke entweder beim Thai-Imbiss Reis mit knackigem Gemüse, vegan und ohne Gluten und Glutamat o. ä. oder in der Dönerbude Falaffel, wenn ich den Käse und die Soßen weglasse ist das auch vegan oder im italienischen Eiscafé im Park eine riesige Scheibe Bruschetta oder einen großen Teller Salat mit Artischocken und Oliven, das einzige was noch fehlt ist eine Suppenbude… ganz gut für ne Mittelstadt, wa?) das macht faul. Ich schweife eben ein bisschen ab, sollte mal was frühstücken… Abgang Apfel

        • Fjonka sagt:

          Doch, das ist’n ordentliches Angebot… zwar sicherlich nicht bio, trotzdem: guten Appetit!

        • Neckarhex sagt:

          Ich ergrüne hier gerade vor Neid. Wir haben nichtmal eins davon als Variante, schon „normal vegetarisch“ ist ein immer wieder frustrierendes Erlebnis. Aber wie schön für Dich! 🙂

          • Äppelken sagt:

            Ja, find ich auch. Aber wir sind hier ja auch Biohochburg mit jeder Menge Erzeuger drum rum, Fairhandelsgesellschaft, sozialen Einrichtungen, die bezahlbares Biogemüse anbauen oder CAP-Märkte betreiben (da arbeiten Menschen mit Behinderung ist aber sonst n Ede K.) wo man wieder sozial angebautes Biogemüse und fair gehandelte Lebensmittel von nebenan kaufen kann. Wären die Leut‘ nicht, wärs ein Paradies 😉

          • Äppelken sagt:

            Was ich eigentlich sagen wollte: bisher hab ich noch in fast jeder Beiz, in der von einem echten Koch das Essen frisch zubereitet wird was leckeres essen können. Ich frage dann einfach die Servierfachkraft (und wie gendert man das jetzt, hm?) was und ob die Küche an veganen Gerichten empfiehlt und bekomme dann in der Regel ein bis zwei Vorschläge, die im Rahmen derer Möglichkeiten zubereitet werden können. Im Kulturzentrum (Kino mit Galerie, Bühne, OBCZ und Kneipe) nebenan stehen mittlerweile regulär zwei vegane Gerichte auf der Monatskarte. Bio und regional kochen die eh.

      • Bibo59 sagt:

        Wenn sie bloß nicht immer einkaufen würde als müsste sie ne Kompanie bevorraten. Noch dazu immer das gleiche. (seufz)

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