Noch Jemand!

Seit vierzehn Tagen schon sah ich aus dem Arbeitszimmerfenster immer wieder ein hübsches, graues Vögelchen im Mirabellenbaum. Irgendwann hatte es Nistmaterial im Schnabel, seit einigen Tagen Insekten. Und immer flog’s Richtung „rechts unten“, also Richtung Eingang/ Hauswand.
Mehrfach schon hatte ich geguckt, ob ich ein Nest sehe, irgendwo dort. Nie hatte ich eins gesehen.
Und dann, letzten Sonnabend, trete ich aus der Hautür, höre von oben ein seltsames Geräusch, schaue hoch – und da war’s!
Direkt über meinem Kopf, mittig über der Haustüre im wilden Wein hingen Zweiglein und Grasfasern!
Da hab ich dann doch endlich mal mein Vogelbuch sowie Wikipedia bemüht. Und es ist eindeutig: über meiner Haustüre brütet eine Klappergrasmücke! Sie brütet zu hoch, das Buch und das Netz sagen, daß sie kurz überm Boden nistet. Aber wahrscheinlich ist sie einfach schlau, denn schließlich streicht der Dicke durch den Garten- erst vor 2 Tagen hat er einen Spatz verzehrt…

Fein, wieder Jemand, den ich beim Namen nennen kann! Das Vöglein ist bei aller Unscheinbarkeit wirklich hübsch!

Auffälliger ist unser Neuling hinten im Garten: seit einigen Wochen sind wir unter steter Beobachtung!

Mal sitzt er im Strauch vorm Küchenfenster, schreit durchdringend und wippt aufgeregt mit dem Schwanz, dann hüpft er näher ran, legt den Kopf schief, um besser sehen zu können, was wir da jetzt wieder machen – und manchmal fliegt er bis gleich vor die Scheibe und flattert dort auf und ab. Und guckt. Es ist ein Gartenrotschwanz. Ein Junge.

Beide werden nicht hier bleiben. Im Winter sind sie in Afrika.

Ich finde das Konzept „Zugvogel“ an sich beeindruckend und erschreckend zugleich, auch wenn mir die Erklärung mit den driftenden Kontinenten und den allmählich immer weiter ziehenden Vögeln einsichtig erscheint, ist die Konsequenz daraus – Tausende von gefahrvollen, kräftezehrenden Kilometern, die so ein zartes, kleines Tier da hinter sich bringt, schier unglaublich! Aber wer weiß, vielleicht glückt es „meinen“ beiden und ihren Küken ja, und im nächsten Jahr sind sie wieder vor meinem Fenster … zu wünschen wäre es ihnen – und mir.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

5 Kommentare zu “Noch Jemand!

  1. Bibo59 sagt:

    Bei mir sind schon mehr Vögel im Garten, dadurch, dass ich die Wiese wachsen lasse. Dass Grünfinken gern die Samen von Löwenzahn essen, wusste ich bis vor kurzem auch nicht. Is klar, wenn das „Unkraut“ immer abgemäht wird, kann man auch nicht zusehen, wie die die Samen abknibbeln.

  2. noemix sagt:

    Die besten Wünsche für Ihre Vögelein, mögen sie heil von ihrer weiten Reise wiederkehren.

  3. tikerscherk sagt:

    Meine Güte, sieht die süß aus. Ein bisschen zerrupft vielleicht.
    Dass so ein kleiner Vogel so weit fliegen kann, ist echt erstaunlich.

    • Fjonka sagt:

      Unsere ist natürlich nicht zerrupft! Die mögen Insekten, und – Bien sei dank – davon gibt’s mehr als genug bei uns!
      Bin nicht sicher, ob ich aufmerksamer bin oder es tatsächlich „seit Bienen“ mehr Vögel im Garten gibt (was durchaus plausibel ist). Der Rotschwanz wäre mir aber auf alle Fälle aufgefallen, der ist definitiv neu!

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