Musikgeschichte

Hier jetzt sozusagen als Nachtrag zum gestrigen Beitrag die komplette „rooster-Geschichte“:

Ich saß vorm TV und war Teenie, da schaltete ich zufällig in – den Rockpalast.
Kannte ich nicht. Meine Musik war bis dahin Abba, Boney M. und sowas.
Und dann: „Little red rooster“!!
Bis heute weiß ich nicht, welche Band spielte. Aber ich war wie vom Donner gerührt, das war die Art Musik, auf die ich, ohne es zu wissen, mein Leben lang gewartet hatte!!!

Hier ist eine Version, die sich etwa so anhört- guter, schwerer, rockiger Blues von Grateful Dead, hervorragend als soundtrack zum weiterlesen geeignet 😉

Als ich mich wieder bewegen konnte, bin ich gerannt, um meinen Kassettenrekorder zu holen. Zum Glück ist das Stück ellenlang, so daß ich noch Rest-Minuten auf Band bannen konnte 😉

Diese Minuten  hatten die üblichen Nebengeräusche aus dem Haus, denn ich hatte kein Überspielkabel *ggg*. Allerdings kann es bei genauerem überlegen auch sein, daß ich hier verschiedene Zeiten miteinander vermische. Die Kassette gibt es leider nicht mehr – Bandsalat – und so kann es durchaus sein, daß ich schon einen Überspielkabel-Rekorder hatte. Und ich meine mich auch zu erinnern, daß es am Fernseher aber keine passende Buchse gab, und ich deshalb eine Zeit lang bis auf Notfälle nur noch vom Radio aufnahm. Wie auch immer, ob Nebengeräusche oder eben doch nicht, Fakt ist jedenfalls: ich nahm’s auf und ging im Freundeskreis hausieren damit.
Doch Niemand konnte mir sagen

  • Wer ist das?
  • Wie heißt solche Musik?
  • Wie finde ich sowas?

Es gab noch kein Internet gab (zumindest nicht für mich verfügbar) und ich war nicht selbstbewußt genug, mit meinem Kassettenrekorder in den Plattenladen zu stiefeln, was mir, wenn ich mich recht erinnere, meine Mutter vorschlug. Also war es das erstmal mit dieser Art Musk.
Bis ich (gefühlte? Oder echte?? Wohl eher gefühlte) Jahre später eine Bekannte fand, die, das hörend, sagte: kenn ich nicht, aber so ein bißchen so ähnlich ist Creedence Clearwater Revival.
Angelika Haase, dadurch für mich unvergeßlich!!!!
Von CCR war dann auch meine 1. „ein bißchen so“-Platte, dann kam Little Feat und dann startete die Lawine und ließ sich nicht mehr aufhalten 😉 CCR ist natürlich für einen Blues-Kenner alles andere als ähnlich, und so avancierten sie auch nie auf den höheren Plätzen meiner persönlichen Band-Rangliste, aber ich mag ihre bluesigeren Stücke auch heute noch gern.

Das war die erste Musikoffenbarung für mich.

Musik ist derzeit nicht mehr so wichtig für mich wie viele, viele Jahre lang. Durch die ständige Beschallung auffe Arbeit höre ich in meiner Freizeit lieber gar nichts mehr. Doch ich merke durchaus, daß mir etwas fehlt – und allerspätestens zum Renteneintritt kann ich ja dann all die vernachlässigten Kassetten vorholen und Cream, The Doors und Eric Burdon werden wieder durch die Wohnung dröhnen …..

A propos Doors – die haben auch ’ne schöne Version vom kleinen roten Rost, aber die war’s definitiv nicht. Ich habe noch Erinnerungen an die Optik des Sängers, da passen Greatful Dead schon eher rein 😉 Aber anhören lohnt!! (Überhaupt: The Doors!!! Hach, sag ich damal nur vielsagend *gg*)

 

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16 Kommentare zu “Musikgeschichte

  1. Die erste Version vom kleinen roten Hähnchen, die ich kannte, war von den Rolling Stones. 1981 habe ich mit dem Cassettenrekorder vor dem Fernseher den Rockpalast-Auftritt von Stiff little fingers aufgenommen. Grateful Dead kamen bei mir erst viel später (aber wie könnte man ohne die American Beauty-LP leben?)
    Danke für die Geschichte! Andreas

  2. ladypark sagt:

    The Doors, ja das war bei mir so: mit 13 stiefelte ich in meinen Plattenladen, schaute wie immer alles mal durch und da war es: ein Doors-Cover mit Jim Morrison drauf. Sofort verliebte ich mich unsterblich in diesen Typen und kramte all mein Erspartes hervor, um diese Platte zu kaufen. Und so kam ich von den Beatles über The Sweet und Sex Pistols zu The Doors. Von ihrer Musik war ich genauso schnell begeistert wie von diesem Typen auf dem Cover.

    Ja und dann kamen Led Zeppelin, Johnny Winter, Cream, aber auch Deep Purple, Zappa, Eric Burdon, Mitch Ryder. Tolle Zeit. Danke fürs Erinnern.

    Bist du sicher, dass es nicht doch Greatful Dead waren? Schau mal hier: http://www.rockpalastarchiv.de/rn8.html

    • Fjonka sagt:

      Wow!! Das wäre ja ein Ding, wenn ich da jetzt rein zufällig GENAU DEN little red rooster rausgesucht hätte! Vielleicht war er’s ja wirklich, und ich habe Greatful Dead gesehen, damals! Ich wäre 15 gewesen, das kann gut sein!
      Boah, ich bin grad echt richtig beeinduckt, dankeschön!!!!!!!!!!!!
      – daß es sowas im Netz gibt von damals, darauf wäre ich übrigens nie gekommen!

      • ladypark sagt:

        Beim kurzen Stöbern duch das Archiv habe ich festgestellt, dass ich musikalisch sehr stark vom Rockpalast geprägt wurde. Damals haben wir in den Rockpalastnächten immer Partys veranstaltet, alles auf Tonband aufgenommen und danach rauf und runter gehört.

        Mothers Finest, Kid Creole and the coconuts, Roger Chapman and the shortlist, ich kann gar nicht alle aufzählen. Ach das war eine schöne Zeit.

        • Fjonka sagt:

          Ich scheine, ganz ohne je einen Rockpalast mal ganz angeguckt zu haben, auch sehr, sehr beeinflußt zu sein – allerdings von den Rockpalästen bis längstens ’82, danach kommt eigentlich nix mehr , was mir wichtig gewesen wäre *g*. Dabei war ich doch erst ab ’81, wie wir nun mit ziemlicher Sicherheit wissen, überhaupt infiziert…

    • Fjonka sagt:

      Achja, Doors: ich kannte lange nur die Musik, und die dand (und finde) ich extrem sexy. Irgendwann, da war ich aber schon in den Zwanzigern, habe ich erstmals ein Video gesehen, auf dem der Mann tanzt .. *Gänsehaut*
      aber dann, noch später, sah ich ihn, als er schon älter war. Und dann kam der Film. Der hat mir die doors etwas verleidet, ich bin ja sehr anfällig für diese Drogen- Stimmungssachen, furchtbar, sowas zieht mich imemr sowas runter- und diesen Beigeschmack hat seither die Doors-Musik immer auch, leider!
      Johnny Winter, Led Zeppelin, Eric Burdon OHNE Animals, Deep Purple, Cream, genau! (Und warst Du nicht großer Jack Bruce-Fan???) Bei mir dann noch Birth Control, Peter Frampton, The Who, Alex Harvey, Rory Gallagher und so einige mehr, auf deren Namen ich jetzt auf die Schnelle gar nicht komme – aber auch Chicago, Crosby, Stills….., Queen, Patti Smith, Lynyrd Skynyrd, Dire Straits und Cat Stevens… ach, ich kann gar nicht mehr aufhören 😉

      • ladypark sagt:

        Ging mir damals bei dem Film genauso. Von da an konnte ich diesen melancholischen Typen nicht mehr recht leiden, fand ihn im Film richtig ätzend, und er tat mir irgendwie nur leid. Aber da war ich auch schon ein ganzes Stück älter (und erfahrener).

        Ja, Jack Bruce war mein Musikgott. 😉

        The Who habe ich auch geliebt, Patti Smith habe ich im Rockpalast gesehen, danach fand ich sie mega unsympathisch, arrogant, selbstverliebt. The Police haben mich noch beeindruckt, Cat Stevens fand ich eher zum einschlafen. Total begeistert war ich dann von Joe Jackson, Roger Chapman und Van Halen. Und heimlich habe ich die ganze Zeit Michael Jackson geliebt, aber das durfte man in R&B Kreisen nicht offen zugeben. Blöd sowas.

        • Fjonka sagt:

          Ja, wirklich blöd – dafür kannst Du das jetzt ja so richtig ausleben – nicht nur im Fußball ein echter Fan 😉
          Van Halen und die anderen beiden, das war eine Seitenströmung, die mir nie etwas gesagt hat. Früher habe ich das immer „Möchtegern“ genannt, mir fehlten Leidenschaft und Gefühl- meine Kontrahenten meinten dazu, die würden mir wohl nicht genug gröhlen *g*. Was auch immer es ist, irgendwas jedenfalls fehlt mir bei denen, kein Zeh zuckt, wenn Chapman spielt.

  3. Jane Blond sagt:

    Man, waren das noch Zeiten. Mit dem Recorder vorm TV-Gerät und wehe einer der Schwestern hat sich derweil bewegt!
    Das Aufspülen mit Bleistiften, wenns mal wieder Bandsalat gab. Diese Unbändige Freude, wenn man das aktuelle Lieblingsstück (ich stand vor allem auf. Bruce damals und auf Meat, während die Mitschüler es mit Pop und NDW hatten. Was mich zum. Freak machte) störungsfrei aufgenommen werden konnte.
    Und als ich dann endlich den ersten Plattenspieler mein Eigen nennen durfte. Billy Idol, Rebel Yell, war die erste selbstgekaufte LP, gefolgt von Chris Rea und Gerry Rafferty. Womit ich musikalisch noch mehr zum Klassenaußenseiter wurde.
    Meat und Bruce besaß ich zwischenzeitlich als gekaufte und somit störungsfreie MC, was den Rebel Yell erklärt. Und dann, als der Walkman auf den Markt kam.
    Jesses …

    • Fjonka sagt:

      Meat und Bruce??? Loaf und Springsteen, oder ist da was total an mir vorbeigegangen? *g*
      Meat LOaf fand ich auch klasse, aber sonst waren wir dann wohl doch auf 2 unterschiedlichen Musikschienen *g* Musikalisch war ich auch immer außen vor, aber das war bei uns in der Schule nicht sooo wichtig.
      Aber die Kassette ist nach wie vor für mich das beste für Musik, ich schrieb‘ hier schon mehrfach im Blog. Mix- Kassetten, extra zusammengestellt für jede Stimmung; die fortschrittlichen Rekorder, die selbst „umdrehten“; dann noch die Möglichkeit, bei Kassetten für Freunde selbst war per Mikro dazwischen-aufzunehmen (nein, ich habe NICHT gesungen, das dann doch nicht *g*) – alles vorbei *seufz*

      • Jane Blond sagt:

        Schon richtig. Genau der Meat und der Bruce.
        Das war bei uns nahezu ächtenswert, hat aber nichts geändert bei mir 😉 Ich konnte einfach nicht auf Nena.
        CCR kann ich aber auch *g* und Queen (Freddy forever!) und John Lee Hoker. Aber auch Carlos Santana. Der Stevens, Cicago, Dire Straits. Alles da.
        Heute bin ich nicht mehr festgelegt. Man hat halt seine frühen Helden. Manchmal, wenn ich den CD-Schrank durchforste, erkenne ich sehrsehrsehr deutlich, wie viele ich bin. Da gibts nix, was es nicht gibt.

        • Fjonka sagt:

          Ja, inzwischen hat sich das auch bei mir erweitert, vor allem ist Jazz dazugekommen, aber auch Grunge und büschen Chill-Mukke … aber letztlich bleibe ich doch immer wieder an den alten Helden hängen.
          Neeee, Nena ging auch bei mir nicht, aber Ideal ging, Spliff, Trio und Nina Hagen. Letztere auch jetzt noch immer wieder gern, erstere 3 ab und an mal, dann aber mit Genuß 😉

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