Kleinvieh

KleinviehHeute die Folge zum Thema „Dat han mer schon immer esu jemaat“.

Drauf gekommen bin ich, weil ich natürlich auch mal bei den BookCrossern nachgefragt habe, was denn bei ihnen so läuft zum Thema „Kleinvieh“. Mit großer Resonanz.

Wie immer gibt es die unterschiedlichsten Ansätze- von denen, die täglich über 20 Km (EINE Strecke!!) mit dem Rad zur Arbeit fahren bis zu denen, denen Vieles neu ist, das mir selbstverständlich scheint, ist die ganze Bandbreite vorhanden.

Was mir aber klargeworden ist: so Einiges, was ich tu (oder lasse), ist mir schon so in Fleisch und Blut übergegangen, daß es mir gar nicht (mehr) als umweltschonend im Kopf ist. Ich zähl mal auf:

  • Alte Kalenderblätter als Geschenkpapier nutzen. Oder Zeitungen.
  • Als Geschenkband gesammelte Bänder von bekommenen Geschenken nehmen
  • Bei uns gibt es keine elektrischen Waagen, Dosenöffner, Messer oder ähnliche Dinge, die man auch mechanisch bekommen kann. Außer einer kleinen, die der Herr mitgebracht hat, die wird noch benutzt, bis die Batterie streikt. Bisher tut sie’s nicht, und er wohnt schon zehn Jahre hier!! Allerdings haben wir seit etwa einem halben Jahr eine elektrische Zahnbürste, auf Anraten der Zahnärztin. Werden wir mal beobachten, wenn sich die Zahnlage nicht bessert, geht’s wieder zurück zur normalen
  • Wo wir Batterien nutzen (müssen), also in Telefon, Rauchmeldern, Küchenuhr, Fernbedienung) haben wir Akkus zum wiederaufladen
  • Ich schreibe viel mit Füller, seit Ewigkeiten entweder mit dem mit „Tank“ oder mit Adapter zum aufziehen. Also brauch‘ ich keine Tintenpatronen, sondern nur alle Ewigkeit mal ein Glasfäßchen. Und keine Kuli-Minen (oder Einwegkulis, denn Minen gibt’s ja fast nirgends mehr) Allerdings schwirren noch viele Kulis im Haushalt rum- die werden natürlich „aufgebraucht“.
  • Es gibt bei uns keine Seifenspender, sondern „Stückseife“. Plastiksparend, aber eigentlich einfach „immer schon so“
  • Zum Rest-Abwasch, Bodenputzen, Flächenwischen etc gibt’s Neutralreiniger- aus dem Großmarkt im 10-Lirter-Kanister abgefüllt in kleinere, praktischere Flaschen
  • Keine Anzünder für den Ofen und fürs Grillfeuer. Stattdessen Zeitung plus Kleinholz (selbst aus dem Knick geholt und kleingemacht)
  • Manche Dinge benutzen wir schlichtwegs gar nicht. Feuchttücher, Küchenpapier, Einweg-Brillenputztücheraber auch batteriebetriebene Teelichter, Lichterketten, portionierte Käsestücke (Babybel oder diese kleinen Frischkäseportionen) gehören zu solchen ignorierten Produkten.
  • Ein (geerbtes) Bügeleisen besitze ich nur, damit ich zur Not Wachsflecken aus Möbeln/ Decken etc bügeln kann
  • Wir nutzen ein Buntwaschmittel (seit es nirgends mehr Baukastensysteme zu kaufen gibt), Entkalker extra und Gallseife am Stück „für bei Flecken“. Damit geht so gut wie alles raus. Wenn das Buntwaschmittel alle ist, werde ich’s mit einem selbstgemachten versuchen, das fast so leicht zu bauen ist wie das Geschirrspülmittel. Ich werde berichten, aber das dauert noch…

Aktuelle Frage: hat Jemand eine Öko-Alternative zu den gelben Schwämmen mit der grünen Scheuerseite?

Aktuelle Antwort vom Mai 2015: es gibt Schwämme aus Recylingmaterial mit Sisal-Schrubbseite, waschbar. Habe ich im normalen Supermarkt gefunden und natürlich gleich ausprobiert. Sind okay, mehr aber auch nicht – anfangs prima, werden sie dann doch allzu schnell wabbelig und die Scheuerseite scheuert nicht wirklich. Allerdings habe ich mich nach etwas innerlichem Gemurre dann doch auf die Edelstahl-Gewirr-Teile zum „echten“ schrubben eingelassen – gewöhnungsbedürftig, aber wenn dann mal dran gewöhnt, durchaus gut zu benutzen. Die Recycling-Schwämme werde ich aufbrauchen, mich aber weiter nach andern, weniger wabbligen Möglichkeiten umsehen.

Und, auch im Mai ’15: mache mit diesem Beitrag jetzt beid er Einab-Linkparade mit.


Aussortiert: eine kleine Öllampe. Oft benutzt, gern gemocht – aber das ist 20 Jahre her, ich kann mich nicht erinnern, sie benutzt zu haben, seit ich hier wohne… und ich wüsste auch nicht, wem ich sie geben könnte, der/ die sich drüber freute. Ist aus dickem Metall- liegt jetzt beim Schrott- schweren Herzens, aber sinnvollerweise.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

11 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. Hat dies auf Fundstücke aus dem Internet rebloggt und kommentierte:
    Eine ganze Menge Tipps um Müll zu vermeiden hat Fjonka gesammelt und in diesem Beitrag veröffentlicht.

  2. Ich habe selbst gestrickte bzw. gehäkelte Teile zum Abspülen. Schau mal da habe ich ausführlich über das Thema geschrieben und es gibt auch Fotos http://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/01/24/mull-reduzieren-in-der-kuche-teil-1/

    lg
    Maria

    • Fjonka sagt:

      Die hab ich bei Dir schon gesehen und finde sie auch durchaus fein – bloß brauch ich was „schrubbigeres“, denn was bei uns im Hand-Abwasch landet, ist meist nicht mit sowas wenig rustikalem sauber zu kriegen 😉
      So ein Edelstahlteil wie bei Dir erwähnt habe ich übrigens auch, aber das liegt nur rum, irgendwie taugt mir das wirklich überhaupt gar nicht, ich hab immer das Gefühl, als krieg ich schmutziges damit nur in Millimeter-Portionen ab, die Lücken zwischen den Edelstahl-„Fäden“ sind einfach viel zu groß. Ist nur noch nicht entsorgt, weil’s noch so neu aussieht 😉

      • Äppelken sagt:

        Probiers doch mal mit Hanfschnur. Wie gesagt kraus rechts gestrickt, das rubbelt ganz schön dolle auch Eingebranntes weg. (Vorher mit Natron einweichen.)

      • Hallo Fjonka!

        Also wir lieben den Edelstahlschwamm und putzen angelegte Töpfe und Pfannen fast nur noch damit.

        Mit der Zeit „zerfleddert“ er (ich kenne leider keinen hochdeutschen Ausdruck dafür) und wird dadurch ganz flächig.

        Wenn Du das angelegt etwas anweichst und danach mit dem Edelstahlschwamm schrubbst, sollte alles blitzblank sein!

        lg
        Maria

  3. Bibo59 sagt:

    Zum Scheuern gibt es so Edelstahlknäuel. Die halten auch recht lange. Luffa habe ich mal probiert, aber mit der konnte ich so gaar nicht.
    Ich habe nicht nur kein Auto, sondern auch keine Küchenuhr, fällt mir gerade auf. Dafür habe ich aber so nen elektrischen Schredder, den ich ganz gerne mal nutze.

  4. Äppelken sagt:

    Zu den Schwämmen: ich habe noch aus der Zeit in der ich im fairen Import gearbeitet habe eine Luffagurke, da schneide ich mir immer mal wieder ein Stück ab, das könnte man auch fürs Körperpeeling verwenden. Der Vorteil: es arbeitet besser als die grüne Seite des Schwamms und zerkratzt nichts. Der Nachteil: es saugt auch als recht großes Stück nicht wie ein Schwamm, aber es gibt ja Lappen. Füt die ganz schweren Fälle und zum Scheuern von Glaskeramikherd etc. habe ich einen unkaputtbaren, aus Hanfschnur kraus gestrickten Lappen aus der gleichen Quelle. Zerkratzt nichts und kriegt alles weg. Könnte man aber auch selbst herstellen. Beides kann man in der Maschine waschen, Luffa löst sich nach und nach auf, dann schneide ich ein neues Stück ab. Ab und an habe ich schon im Weltladen von den Ex-Kollegen nicht verkaufte Weihnachtsbaumanhänger aus Luffa bekommen und diese dann zum Spülen verwendet. Luffagurken werden dort schon lange nicht mehr impotiert (ist vielleicht auch besser für die armen Gürkchen und für die Menschen, die sie ernten müssen) und der Spüllappen aus Hanf war ein Muster, dass es nicht in der Verkauf geschafft hat. Aber Hanfschnur müsste ja zu bekommen sein und stricken können doch die meisten hier?! (Ich würde eine dünne Hanfschnur für Töpfe und Pfannen nehmen, eine dickere für das grobe Scheuern.)

    • Fjonka sagt:

      Luffa ist mir zu „lappig“, insofern weiß ich nicht so wirklich, ob ein gestrickter Lapp, selbst wenn er aus Hanf ist, weiterhülfe. Hmmmm … vielleicht sollte ich mal nach hanfschnur suchen, Versuch macht kluch…

      • Äppelken sagt:

        Der Hanflappen ist gar nicht lappig, der ist sogar recht fest. Wie fest kann man ja beeinflussen, wenn man ihn selbst strickt. Aber er ersetzt tatsächlich nur die grüne Seite des Schwamms. Und im Gegensatz zum Edelstahlknäuel macht er keine Kratzer.

Platz für Klönschnack ...

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