… da waren’s nur noch vier …

Da freue ich mich noch, daß wenigstens der Schwarm fast keine Varroen hat, und jetzt das: länger schon habe ich überlegt, was wohl ist, weil bei uns immer noch, um diese Zeit, Drohnen fliegen. Und immer beim Schwarm.  Nun hatte ich die Faxen dicke und doch endlich mal nachgeschaut (da wir in diesem Jahr gar keine Drohnenschlacht beobachtet hatten, meinten wir immer: naja, vielleicht ists ja bei dem warmen Wetter alles später…). Und wir sahen: das Volk

ist buckelbrütig geworden.

Das heißt:

Irgendwie ist wohl die Königin gestorben, und vorher hatte sie offenbar schon keine Eier mehr gelegt. Da aber nur aus den allerkleinsten Eiern (Stiften) eine neue Königin gezogen werden kann, hatte das Volk keine Chance, sich eine neue Königin heranzuziehen.

In der Not passiert es dann ab und an, daß eine normale Arbeiterin ihre Eierstöcke ausbildet und zu stiften beginnt. Aber die Arbeiterin ist ja nicht begattet, und – das wisst Ihr inzwischen ja – aus unbefruchteten Stiften schlüpfen nur Drohnen! Drohnenbrut aber braucht mehr Platz und wird normalerweise deshalb in größeren Zellen großgezogen. Nicht aber jetzt, sowas weiß die Arbeiterin, die brütet, nicht.

P1070544

Da sind sie, die Waben… leer…

Und deshalb entstehen Buckel auf den normalen Zellen, das Volk ist „buckelbrütig“:

P1070545

Hier sieht man die „Buckel“, auf der Rückseite noch mehr, aber die konnte ich nicht knipsen

Für ein Bienenvolk ist das das Todesurteil. Die Arbeiterinnen sterben weg, es kommen keine nach – das Volk stirbt.

Als Imker hat man nun mehrere Optionen:

  • man setzt eine begattete Königin zu (die aber nicht immer angenommen wird, manchmal sticht die brütende Arbeiterin die tot) Begattete Königinnen haben viele Imker „in Reserve“, man kann sie aber auch kaufen.
  • man hängt ganz junge Brut dazu, so daß die Bienen sich wieder selbst eine neue Königin ziehen können (dafür ist es jetzt allerdings zu spät im Jahr)
  • man löst das Volk auf, indem man die Bienen vor einem anderen Volk abfegt.

Wir haben nach kurzer Beratung zu letzterem Mittel gegriffen. Also ordentlich Rauch ins Volk, damit alle sich vollfressen – mit vollem Honigmagen hat man als Biene beim fremden Volk wesentlich bessere Chancen, aufgenommen zu werden. Dann einige Zeit warten (so 10 Minuten), damit alle satt sind – und los: die Beute wegstellen (denn sonst fliegen die abgefegten Bienen stracks zurück), Wabe für Wabe herausziehen und vor ein anderes Volk abkehren. Der Rest ist Natur…. diesmal ist das ganze relativ gut gelaufen, Biens wurden mit wenig Gekämpfe aufgenommen. Und uns blieb die Resteverwertung:

der kleine Eimer für verdeckelten, der große für unverdeckelten Honig....

der kleine Eimer für verdeckelten, der große für unverdeckelten Honig…. des Herrn Hände sorgen für Preßhonig.

Der Schwarm hatte so gut wie kein künstliches Winterfutter bekommen (nur 1 kleine Schüssel voll), und so haben wir kein Problem damit, daß der Herr F. mit dem unverdeckelten Honig Honigkuchen bäckt und wir den verdeckelten bald aufs Brot schmieren werden. Verkaufen dürften wir den nicht, schließlich hatten wir ja mehrfach mit Ameisensäure behandelt.  Aber für unseren Eigenverbrauch ist das für uns völlig ok…. und ordentlich Wachs gibt das auch nochmal.

Schade ist es trotzdem. Dazu kommt: es sieht wirklich richtig schlecht aus für die übrigen vier Völker. Alle haben sie viel zu viele Varroen, obwohl die Behandlungen gut angeschlagen hatten. Wir können nur hoffen, mehr tun geht nicht. Wir sind nicht die einzigen, denen es so geht, aber das hilft unseren Bienen auch nicht weiter….

Eigentlich hätte gestern nochmal das Wetter für eine weitere Varroabehandlung gut genug sein sollen, aber dann kam es anders: Regen, kühl… und ob wir nun noch einmal behandeln können, ist sehr fraglich – schließlich ist schon Oktober. Im Dezember bekommen sie natürlich Oxalsäure. Nun sind Biens Widerstandkräfte gefragt… warten wir’s ab!


Aussortiert: ein total verklumptes Kissen-Inlay. Die letzten Jahre hat es als Schalldämpfer unter unserem Festplattenrekorder verbracht, der ohne Dämpfer furchtbar laut brummt. Jetzt haben wir festgestellt, daß zwei Pakete Papiertaschentücher sogar noch besser helfen 😉 Warum ich das Teil DAVOR nicht schon aussortiert hatte, bleibt ein Rätsel, aber im Grunde ist das jetzt der Beweis dafür, daß man alles nochmal irgendwann für irgendwas brauchen kann. Und trotzdem: weg damit!

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 4.

21 Kommentare zu “… da waren’s nur noch vier …

  1. Gerburgis sagt:

    Och schade, man trauert doch um jedes verlorene Volk. Immerhin unterstützen die weisellosen Bienen eine andere Königin. Wünsche Dir viel Glück.
    Eine Frage zu Deinen Magnetischen Worten: Hängt die Tafel irgendwo draußen, sodass auch Flaneure (gibt es die bei Euch) darauf schreiben oder sind die wunderschönen Texte alle von Dir? Habe Spaß daran!

  2. Bibo59 sagt:

    Herzliches Beileid! Das war Queen Mum II oder? Also das erste Volk hat ja den Winter nicht überlebt, das 2. schon, das ist dann geschwärmt, mit der alten Königin, oder? Wie alt werden denn so Bienenköniginnen?

    • Fjonka sagt:

      Ja, genau. Die können schon 4-5 Jahre alt werden, und wenn es ihnen nicht mehr so gut geht, kriegt das Volk es normalerweise mit und zieht sich aus ganz jungen Stiften eine neue Königin – aber manchmal geht halt doch was schief 😦

  3. Du, mal ’ne Laienfrage: Ihr schleudert doch den Honig aus den Waben bzw, lasst ihn rauslaufen. Oder so.

    Was danach übrig bleibt, ist das schon das fertige Bienenwachs?

    • Fjonka sagt:

      Im Prinzip ja. Aber. *g*
      Da drin sind dann noch viele Honigreste, die müssen raus. Und, wenn die Waben schonmal bebrütet waren, Häutungs-Reste von den Maden. Die müssen auch raus. Das macht man, indem man das Wachs (mit dem Schmutz) in Wasser einschmilzt, durch ein Sieb in eine Form gießt und dann langsam härten läßt ( https://fjonka.wordpress.com/2014/01/07/from-dreckwachs-to-kerze-neue-versuche/ ) Die Schmutzpartikel sinken nach unten und können abgeschabt werden. Das macht man mehrfach, bis das Wachs sauber (genug) ist. Diesen Vorgang nennt man „Wachs klären“. Aus dem sauberen Wachs kann man dann Kerzen oder Kompressen machen oder was immer man so damit machen mag.

      • Ok, vielen lieben Dank. Grund für die Frage war, ich möcht mir ’ne Rosenseife oder überhaupt Kräuterseifen selber machen.

        Im Rezept sind Wachsplättchen angegeben, gibt’s hier natürlich nicht, und bestellen hab ich keine Lust wegen zwei Esslöffeln voll.

        Jetzt hab ich solchen Wabenhonig, schaut aus, wie das Bienenbrot, das ich Dir mal geschickt habe. Der Honig läuft mit der Zeit ins Schälchen, ein paar Reste bleiben aller dings drin. Ich hab überlegt, diese „ausgelaufenen“ Waben statt der Wachsplättchen zu nehmen, Honig pflegt ja auch. Ich probier’s einfach. 2 EL Wachplättchen entsprechen 18 Gramm Waben. Wenns ein bissl schrubbelt ist es ja auch egal, dann ist es halt Seife mit Peelingeffekt.

        Wen’s interessiert: hier das Rezept:

        Rezept:
        300g Kernseife in Flocken gerieben
        180ml Rosentee(Rosen in warmen wasser ansetzen,gut ziehen lassen)
        Den Tee zu den Seifenflocken geben und erhitzen (man kann dieses Rezept auch mit anderen Kräutern verwenden)
        2 EL Bienenwachsplättchen dazugeben
        Die Masse erhitzen bis die Seife sich verflüssigt hat
        Die Rosenblätter klein hacken und einige Tropfen ätherisches Oel hinzufügen.
        Gut verrühren und in Förmchen füllen
        Abkühlen lassen und dann zur ersten Erhärtung einen Tag in den Kühlschrank stellen.
        Die Seife vorsichtig aus der Form nehmen und dann weitere 2-3 Wochen trocknen lassen.
        Hübsch verpackt,ein tolles Mitbringsel

        • Äppelken sagt:

          2 EL Wachsplättchen schicke ich dir im Briefumschlag, wenn du magst. PM mir deine Adresse über BC, ich hab welche übrig und brauche im Moment keine.

        • PS: Anders als beim Bienenbrot kann man die Waben beim Honig *nicht* mitessen, man kann nur wie auf einem Kaugummi ’ne Weile drauf rumkauen, bis es nach nix mehr schmeckt.

  4. PS: Häutchen? Du meinst schon diese kantige Schale?

    • Fjonka sagt:

      Ja, nee, unter der kantigen Schale ist noch so ein fieses Häutchen (das, das wenn weder geröstet noch weggepopelt, so einen ekligen Belag im Mund hinterläßt)

    • Ah, ok. Da komm mehr ganz unsicheres Terrain. Rohis sagen folgendes: sobald eine Frucht, ein Gemüse, ein Kraut oder Wildkraut anfängt, komische Gefühle im Mund oder im Körper zu machen –> sofort aufhören, Rest evtl. wegspucken. Sie nennen das Sperre.

      Ich weiß, hört sich seltsam an, bin aber bis jetzt gut damit gefahren.

      Anzeichen können sein:

      Brennen auf den Lippen, der Zunge, dem Zahnfleisch.
      Trockener Mund, pelzige Zunge.
      Ziehen an den Zähnen.
      Plötzlicher Geschmacksumschlag von „Hmmm, lecker“ zu „Naja, nix besonderes“
      Kaumuskelkrampf (v. a. bei Nüssen und allen harten Gemüsesorten, Kohl, Möhren, Sellerie usw.
      Wenn man sich auf die Zunge beißt (ja, auch das).
      Wenn man sich schneidet. (Dito).
      Wenn man zu schwitzen oder zu frieren anfängt (z.B. bei verschiedenen asiatischen Wurzeln, Ingwer, Galgant, Ginseng)
      Usw., usf.

      Funktioniert desto besser, je mehr und je länger man roh isst. Ich hab am Anfang auch nicht dran geglaubt, aber an sich ist es logisch. Woher sollte sonst ein Schaf, eine Kuh, ein Pferd oder jedes andere freilebende Tier wissen, was es fressen darf und was nicht? (Ich rede *nicht* von domestizierten Nutztieren, die ab und zu mal rausdürfen, sondern von welchen, die halb- oder ganzjährig draußen sind und nichts zugefüttert kriegen.

      Hab’s z.B. InIrland deutlich gesehen, auf den Wiesen/Weiden, raspelkurz abgeweidet, standen vereinzelt so grüne Pflanzeninseln rum oder einzelne Pflanzen. Mußte ich natürlich gucken. Siehe da, es waren Nesseln (müssen anscheinend nicht mal Schafe unbedingt haben), Fingerhut, Ysop, Eberraute u.ä.). Auch an den Ginster, der fast jede irische Weide begrenzt sind die nicht drangegeangen.

      So, Gelaber Ende, Klugscheissermodus /off.

      • Fjonka sagt:

        Will heißen: bei Dir macht das fiese Häutchen keine „Haare“ im Mund?

      • Fjonka sagt:

        Achja, das mit den Viechern: die Inseln kommen zT auch mal davon, daß vernünftigerweise kein Tier Pflanzen frißt, die auf dem Sch***haufen der eigenen Art sprießen. Wegen Würmer/ Parasitenübertragung. Deshalb ists gut, wenn zwischendurch mal ’ne Schafsherde drübergeht, oder wenn (zB) Pferde und Kühe gemeinsam auf einer Koppel stehen. Wird selten gemacht, und irgendwann müssen sie’s ja fressen – dann braucht’s halt wieder mehr Medikamente…
        Aber das mit der Sperre ist logisch, bloß manches wie das schwitzen beim Ingwer etc würde ich eher zu den erwünschten Wirkungen zählen, oder?

  5. Euch bleibt aber auch nix erspart… :/

    Also eins weiß ich, sollte ich es jemals schaffen, einigermaßen autark zu leben (bin ja auf dem besten Weg dazu), von einem lass ich die Finger, von den Biens. Da tausch ich lieber Brennesselsamen*, Bucheckern, Mädesüß oder was weiß ich gegen ein Glasl Honig beim Nachbarn meines Vertrauens 😉

    Oder such einen toten Baum, puhl ein Loch rein und warte, daß sich die Herrschaften ansiedeln.

    *: ich schaff’s einfach ned, des mit drei „n“ zu schreiben.

    • Fjonka sagt:

      Ja, irgendwas ist immer – stimmt schon! Schade, daß Du nicht in der Nähe wohnst, Bucheckern hätten wir in Massen zu bieten – was machst Du denn da draus??? (der Herr hat mal gesammelt zum rösten – STUNDENLANG gepult, um dann ein winziges Gläschen voll zum knabbern zu haben. Schmeckt gut, aber das sthet in keinem Verhältnis!!)

      • Die Eckern standen ja nur als Exempel für etwas, dass ebenfalls viel Mühe beim Sammeln macht. Einen Bund Löwenzahn gegen ein Glas Honig fänd ich jetzt unverhältnismäßig, der Gegenwert sollt schon stimmen.

        Ansonsten steh ich total auf märchensteuerfreien Tauschhandel, wird auch fleißig praktiziert, bin ja eh außerhalb der Arbeit fast die ganze Zeit am rumstreifen, da findet sich so einiges Begehrtes.
        Buchen gibt’s hier genug, hab eine Stelle gefunden, wo’s nicht nur nadelt, in guten Eckernjahren krieg ich so einiges zusammen.
        Ich selber knack sie mit den Zähnen und ess sie gleich roh (Überraschung, ich weiß…), nur wenn jemand welche möchte puhl ich die Abends nebenbei aus.

        • Fjonka sagt:

          Ach so … und Du magst die dann mitsamt diesem fiesen Häutchen?? (Das war immer das blödeste beim „zubereiten“)

          • DAS popelt der Herr F. weg? Ui, Chapeau! Was ’ne Arbeit! Würd mir nie einfallen. (pssst, da ich die ja in freier Natur futtere darf man schon mal ganz undamenhaft was wegspucken 😉 )

            Und ja, ich es auch Feigen, bestimmte Kiwi- und Avocadosorten, Kakis, Pergamon usw. mit Schale – solange es schmeckt. Wenn’s nimmer schmeckt ist es eh ein Zeichen, aufzuhören.

        • Bibo59 sagt:

          Ich esse die auch roh, aber nicht in solchen Mengen. Häutchen, welche Häutchen.

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