Kleinvieh

KleinviehDiesmal zum Thema: Was lange währt….

Habt Ihr schonmal versucht, in letzter Zeit einen mechanischen Wecker zu kaufen?

Ich schon.

Die Suche hat mich durch einige Städte und viele Läden geführt – „Sowas haben wir nicht!“, „Die führen wir nicht, die sind zu laut“ „Zum aufziehen? Der hier sieht schön altmodisch aus“ waren Antworten der Verkäufer.

Und dann sah ich diesen An- und Verkaufsladen in Nürnberg, geschlossen war er, und hatte gleich das Gefühl: das kann was werden. Also zu Öffnungszeiten wieder hin, und gerade drin, schon sah ich ihn: meinen neuen Wecker!

Mein Neuer

Mein Neuer

Schön isser nicht. Aber leise! Heißt ja auch „silencio“. Der Vorname, Junghans, läßt mich hoffen, daß mich dieser Kerl noch lange begleiten wird.  Er ist übrigens leiser als die letzten (Batterie-)Wecker nach jeweils etwa einem halben Jahr. Erst still, fangen sie nach ’ner Weile an, jede Sekunde zu klacken…. und gehen recht schnell kaputt, ich hatte nun den 3. in 4 Jahren, der nicht mehr piepte, wann er sollte….)
Mein Neuer hat sogar eine Einstellschraube, falls er vor- oder nachgeht. Dafür nehme ich die knallroten Deckel und das 60er-Design in Kauf, zumal das Teil mich grade mal 5 Euro gekostet hat. Und ich jetzt keine Batterien mehr kaufen muß. (Wir haben natürlich Akkus, aber auch die gehn irgendwann dahin. Und müssen geladen werden.)

Außerdem gab es auch noch Taschenuhren, und das half beim Zeitproblem Numero zwei: der Zur-Arbeit-Mitnehm-Uhr:
ich mag keine Armbanduhren und habe in letzter Zeit an einer Kette eine Billig-Armbanduhr ohne Armband mit Angelschnur befestigt (der Kettenhaken geht nicht durch die Armband-Laschen) – aber da geht mittlerweile immer wieder hinten das Deckelchen ab, nachdem ich es 2x zum Batteriewechseln abnehmen musste.
Auch hier wollte ich auf „mechanisch“ umstellen, und da bot sich eine Taschenuhr an. Nun sind viele der altmodisch aussehenden Taschenuhren, die man so sieht, Fakes mit Batterien, das war hier im Laden erstmal auch nicht klar. Also gefragt, und die, die mir gefielen und klein genug waren (entscheidend!!), die kosteten dann doch 55 Euro, das wollte ich für eine gebeutelte Arbeitsuhr nicht ausgeben. Aber dann meinte der Herr An- und Verkäufer, der seinen laden, wie er erzählte, schon seit 43 Jahren betreibt, er habe irgendwo noch kleinere günstigere. Wenn wir am nächsten Tag nochmal wiederkämen, würde er in die tiefen Schubladen tauchen und suchen.
P1070587 Das hat er dann auch getan, und so habe ich nun eine nicht allzu große, mechanische Taschenuhr. Leider nicht soooooo schön und ohne Deckel, aber nuja, okay sieht sie aus, und ich hoffe, daß das Glas nicht zu schnell springen wird. Und auch da: keine Batterien mehr. In meiner alten waren Knopfzellen, also nix mit „Akku“ … ich bin sehr zufrieden mit meinem Schritt in Richtung weniger Müll!!

Jetzt mache ich auch mit diesem Beitrag bei Einab mit 🙂

EDIT sagt 2017: der Wecker ist toll! Der Herr F. sagt, er sei laut. Ich aber höre nur des Herrn Wecker (einen batteriebetriebenen „Leisewecker“, der nicht lange leise blieb). Außerdem funktioniert er tadellos. Trotzdem habe ich die Chance ergriffen, als ich im Trödel einen weiteren solchen Wecker fand. Leider will der Herr F. partout nicht umsteigen….. Aber das mit der Taschenuhr war nix, so ungeschützt in meiner Hosentasche war das Glas recht schnell gesprungen, dann ging auch noch mehrfach die Öse kaputt, die die Uhr am Band hält, und auch eine zweite, von Muttern geerbte Taschenuhr MIT Deckel hat nicht lang gehalte, weil – erst Öse, dann nochmal Öse, dann Deckelmechanik 😦 Die sind halt doch für eine weniger belastete Westentasche gemacht, nicht für die Hosentasche einer Fjonka, die schleppt, abstützt, läuft, sich bückt…. jetzt lebe ich auffe Arbeit wieder ohne Uhr, zur Mittagspause nehme ich das Handy mit.


Aussortiert: ein klackender, nicht aber rechtzeitig piepender Wecker 😉

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

12 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. Hallo Fjonka!

    Super, dass diesen Beitrag noch herausgesucht hast für unsere Blogparade! Der Reisewecker ist sensationell!

    Bitte noch den Backlink setzen https://gruenezwerge.wordpress.com/2015/05/09/blogparade-im-mai-einab/

    Vielen Dank!

    lg
    Maria

  2. DieHenkerin sagt:

    Genau den Wecker hatte meine Oma früher auch. Ich habe ihn geliebt. 🙂

  3. Friederike sagt:

    Sind doch beides super Teile!! Ich habe dank Deiner Anregung mal gleich Grovaters alte Taschenuhr von (Achtung!!) 1893 reaktiviert, sie läuft wie eine Eins, und ich mag sogar das Ticken. Du erinnerst mich aber daran, daß das 11jährige Patenkind sich – komplett uncool – einen Wecker von mir wünscht, bei dem die Ziffern so elektrisch gesteuert umklappen (wie auf den Fluganzeigetafeln) – wo soll ich sowas hernehmen?? Dürfte auch ziemlich retro sein. Falls also irgendwer eine Idee hat…her damit!!

    • Fjonka sagt:

      Ich meine, sowas auch schon in den „hipperen“ Läden neu gesehen zu haben. Butlers? Kleinere Design-Wohnschnickschnack-Läden?
      Ansonsten bei Oxfam, Umsonstladen, Secondhandkaufhaus oÄ, da gibt s mit Glück sowas in „echt“, hab ich tatsächlich immer mal gesehen.

    • Bibo59 sagt:

      …und täglich grüßt das Murmeltier. Klapp: „then put your little hand in mine…“

  4. Bibo59 sagt:

    So nen Reisewecker hatte ich auch mal. Weiß auch nicht, wo der geblieben ist. Aber ich habe auch schon Wecker zertrümmert. Teils, weil mich das Ticken genervt hat, teils weil sie Leuchtziffern hatten.

  5. BergischBjuti sagt:

    Oooch, ich finde deinen Neuen sehr hübsch! Ich habe auch so einen aber in schwarz.
    Das ist ein sogenannter „Reisewecker“. Für´s Handgelenk habe ich eine ebenso altmodische
    mechanische Automatik-Uhr, die sich durch die Bewegung der Hand auflädt. Keine Ahnung,
    wie das genau funktioniert, aber genial das Teil!

    • Fjonka sagt:

      Ja, die kenn‘ ich auch. Sind wirklich klasse- wenn man Armbanduhren tragen mag.
      Ich hatte vor Beginn der Suche hier noch die Wohnung durchsucht, weil ich auch mal einen gehabt habe, als Reisewecker wirklich, und eigentlich meinte, er müsse irgendwo noch sein. Aber ich hatte keinen Erfolg. Keine Ahnung, wo das Teil steckt…

  6. Bibo59 sagt:

    Die Taschenuhr sieht doch noch ganz gut aus. Ich lebe ja seit ich denken kann ohne Uhr (und Schmuck). Wenn ich mal ne Armbanduhr hatte, habe ich die schnell wieder abgelegt und zwei habe ich mitgewaschen. Irgendwo hängt immer was, das die Zeit anzeigt. Sogar mein olles Handy sagt mir, wie spät es ist. Immer wieder lustig wenn mich jemand nach der Uhrzeit fragt und ich gucke dann an der nächsten Haltestellenuhr nach.

    • Fjonka sagt:

      Das kenn ich auch – aber auffe Arbeit hat sich’s wirklich als blöd rausgestellt, und auch in der Mittagspause ist nirgends im Sichtfeld eine Uhr. Zuvor hatte ich auch locker mal 20 Jahre, ohne daß mir eine Mittraguhr gefehlt hätte.

Platz für Klönschnack ...

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