Zeitung

Vor einigen Wochen bekam ich einen Anruf.
Es war eine Dame von der Zeitung. Es gäbe da ein tolles Angebot, vielleicht würde ich ja, wenn ich das höre, die Zeitung mal wieder abonnieren wollen.
Eigentlich hasse ich Werbe-Anrufe, aber Firmen, mit denen man in Geschäftsbeziehungen stand, dürfen das ja anscheinend – und da ich, was eine Tageszeitung angeht, eh hin- und hergerissen bin, hörte ich, was das tolle Angebot sei:

Zwei Jahre Abo. 25% weniger bezahlen plus 240 Euro direkt aufs Konto.
Ich hakte nach. 25% weniger UND 240 Euro?
Ja.
Ich sagte, ich wolle das mit dem Herrn absprechen und sie sagte, sie rufe wieder an.
Ja, sagte ich.

Ich besprach, wir waren hin- und hergerissen, aber letztlich dachten wir: ok, das ist so gut wie der halbe Preis, auf 2 Jahre gesehen, dafür können wir dann auch mal ein paar ungelesen ins Anmachfach legen oder uns über nachbesprochene, aber nicht angekündigte Veranstaltungen ärgern, zu denen wir gern gegangen wären, hätte das Käseblatt sie nur angekündigt (ich glaube, darüber hab ich mich schonmal ausführlich aufgeregt *ommmmm*)

Sie rief wieder an.
Ich fragte nach: ich habe das richtig verstanden: 25% günstiger PLUS 240 Euro direkt!?
Ja, sagte sie.

Losgehen sollte das am 5. oder am 15.9., ich hatte es mir nicht so recht gemerkt.
Am 12. kam die erste Zeitung.
Am 16. kam ein Brief:
25% würde ich ja sparen, weil ich 240 Euro direkt aufs Konto bekäme, ein tolles Angebot sei das, und ich solle nur noch schnell unterschreiben und das zurückschicken.

Moment mal….

Angerufen.
Eine (andere) nette Frau an der Hotline gehabt.
Unschuldig gefragt, erstmal, was denn inzwischen überhaupt das Abo so koste.
Aber dieser Preis sei ja derselbe, der mir hier angeboten werde, da fehlen die 25% Abzug.
Wieso? 240 Euro seien doch 25%.
Jaja, schon. Bloß sollte ich doch 240 Euro PLUS 25% bekommen!
Komisch, daß die nette Frau so gar nicht überrascht schien als ich nun berichtete, ich habe extra nachgehakt und mir sei das aber anders gesagt worden. Und ohne ein Wort meine Bestellung widerrief. Ein Schelm, wer böses dabei denkt?
Mir jedenfalls blieb das ungute Gefühl, daß hier bewußt verarscht fehlinformiert und darauf gehofft wird, daß genügend Leute das nicht merken.

Dann gings drum, daß ich nun ja schon 4 Zeitungen bekommen hatte. Ich fragte nach, und ja, das Abo habe ja am 5. begonnen, die Zeit bekäme ich in Rechnung gestellt.
Moment mal….
Ich hatte doch gerade gesagt, daß die erste Zeitung am 12. gekommen war!?
Ja, aber das Abo habe am 5….., das stehe doch hier…
Langsam wurde ich nun doch etwas ungehalten. Ich bin gerne bereit, die Zeitungen zu bezahlen, die gekommen sind. Das waren vier. Wenn die es nicht auf die Reihe bekommen, mir zum abgemachten Abo-Beginn die Zeitungen zuzustellen, dann möchte ich dafür dann auch nicht bezahlen. Das sage ich auch der Frau, und okay, sie sagt, sie buchen mir den Betrag für die 4 Zeitungen dann ab.
Ehrlich gestanden, finde ich das ziemlich kleinlich, weil ich nach dem ganzen Blödsinn gedacht hätte, daß man mir nicht noch diesen Kleckersbetrag abbuchen wollen würde, aber gut, ich hab die Dinger ja bekommen.
Vorsichtshalber laß ich mir noch den Namen der Gesprächspartnerin nennen, die darüber nicht erfreut scheint („Ich hab das ja alles jetzt hier im Computer eingegeben….“), wiederhole noch einmal die Abmachung und verabschiede mich.

Heute – 15. Oktober – finde ich auf meinem Kontoauszug eine Abbuchung vom Zeitungsverlag, betreff: Abo. Ein etwa doppelt so hoher Betrag wie für 4 Zeitungen.
RAAAAAH!
Rufe an.
Ein netter Herr fragt die Abonummer ab und teilt mir mit, das sei ganz klar eine Fehlbuchung, ich habe ja widerrufen, da müsse ich nichts bezahlen. Ich, nett wie ich bin, weise nochmal auf die vier erhaltenen Zeitungen hin, worauf er mir sagt: Nein, wenn ich widerrufe, habe ich gar nichts zu bezahlen, auch nicht die erhaltenen Exemplare, das sei ganz klar (!) Er veranlasse jetzt gleich die Rückbuchung.

Ich bin gespannt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

13 Kommentare zu “Zeitung

  1. Das ist ja eine Geschichte – ganz klar, nicht abonnieren spart 100% und das ganz sicher.

    lg
    Maria

    • Fjonka sagt:

      Vielleicht sollten die Verlage bei solcher „Werbe“-Technik auch mal bedenken, wie vielen Menschen man so einen Nerv weitererzählt…. aber Du hast schon recht, auf diese Art sind wir wenigstens ohne eigenes Zutun dann doch nicht in die Konsumfalle getappst (das hatte mir eh ein etwas ungutes Gefühl verschafft)

  2. zauberweib sagt:

    Ohje, da könnt ich auch Geschichten erzählen….

    Grad Zeitungen sind arg in Bedrängnis geraten in den letzten paar Jahren. Verlieren immer mehr Abo-Kundschaft, so dass es aufm Recyclingspapiermarkt inzwischen schon zu „Rohstoff“-Engpässen kommt! Von daher kann ich die _Verzweiflung_ der Zeitschriftenverlage durchaus nachvollziehen und halte es auch für bedenklich, wenn die ganz verschwinden würden (wer weiß, was in der App-Ausgabe letztlich noch übrigbleibt…)

    Trotzdem ist das natürlich auch keine Ausrede für _solche_ Machenschaften. Seriös is anders…

    • Fjonka sagt:

      Das hiesige Käseblatt ist ein solches schon seit kürzestens 1990 (seitdem kenn ich’s und lese es immer wieder, mal als Abionnentin, mal als Schnorrerin, mal in Einzelausgaben, mal monatelang gar nicht)
      Insofern hält sich mein Mitleid in diesem speziellen Fall echt in Grenzen.
      ICH meine ja, daß an Regionalzeitungen das interessanteste für fast alle Menschen das regionale ist – und wenn Die sich dann dafür bezahlen lassen, Veranstaltungen anzukündigen (und deshalb viele NICHT ankündigen), zum Beispiel, müssen sie sich nicht wundern, daß dann das Geld der verärgerten Zeitungskäufer fehlt!

  3. Bibo59 sagt:

    Den KstA bekomme ich von der Mieterin (Zeitungscrossing, auch Kleinvieh). Aber wenn ich ihn nicht bekäme, würde ich ihn auch nicht abonnieren. Ich lese nur wenige Artikel wirklich durch. Der Rest: Sport, Anzeigen, Auto-Extrateil… muss entsorgt werden. Die Artikel, die mich wirklich interessieren, könnte ich schneller im Internet lesen.

    • Fjonka sagt:

      …bloß, daß es lange nicht alle (interessanten) Artikel im Internet gibt. Jedenfalls nicht im kostenlosen, und bei e-paper bezahl ich ja wieder all das unseriöse- und hab nicht mal Anmachpapier als Gegenleistung! 😉

  4. Friederike sagt:

    Au wacka. Da sieht man aber, daß den Zeitungsverlagen das Wasser bis zum Hals steht. Weil sie das eine oder andere versäumt haben. Solche Werbe-Dnger gehen trotzdem gar nicht.

    • Fjonka sagt:

      Ein mE grpßes Versäumnis: nicht auf den großen Wunsch der Kundschaft (jedenfalls so ziemlich aller LeserInnen, die ich kenne) einzugehen, verschiedene Regionalteile abonnieren zu können.
      Ich sitze zB genau mittig zwischen den 3 größeren Städten hier, die wiederum mit ihrem Umland in 3 verschiedenen Ausgaben derselben Tageszeitung desselben Verlags bedient werden. Viele Bekannte wohnen im einen, arbeiten im anderen Einzugsgebiet. Niemanden interessiert, was die Käseblätter (in allen 3 Ausgaben gleich) über’s Weltgeschehen schreibt (kann man eh nicht ertragen!!) Aber wollte ich wissen, was in Flensburg, Schleswig UND Kappeln und ihrer Peripherie los ist (und, wie gesagt, ich wohne mittenmang, so daß jede Peripherie ein oder 2 Nachbarorte beinhaltet), müsste ich DREI Tageszeitungen bekommen. Und nichtmal online kann man ein Abo bekommen, das solche Wünsche erfüllen würde.
      Sicherlich gibt’s dafür irgendwelche Gründe, intern. Ebenso sicher gewönne man ’ne Menge zahlender Leser, würde man sich an diesen Bedürnissen orientieren (und anderen, siehe zB Kommentar zu zauberweibs Kommentar)
      Zu viel verlangt?

      • Bibo59 sagt:

        Das ist hier echt besser. Der Kölner Stadtanzeiger ist einigermaßen ausführlich was das Weltgeschehen angeht, zu ausführlich, was Sport angeht und ausführlich genug, was Köln und die Region angeht. Dann gibt es immer noch eine Sparte für den jeweiligen Stadtteil, in dem man gerade wohnt. Die anderen Stadtteile kann man aber im Internet lesen, sofern einen das geschehen in Chorweiler interessiert.
        Für besonders regionales gibt es die kostenlosen Anzeigenblätter.

  5. Äppelken sagt:

    Na, wenn eure regonale Zeitung so toll gemacht ist wie unsere (z.B.: Artikel werden, wenn sie zu lang sind einfach „unten“ abgeschnitten, werden oft von freien Mitarbeitern verfasst, die gerne mal sehr kreativ mit Sprache umgehen, oder es sind halt dpa-Meldungen oder es handelt sich um nicht gekennzeichnete Werbung für regionale Wirtschaftsunternehmen. usw.) nähme ich sie nicht mal geschenkt.

  6. gluecksburg sagt:

    So ein bescheuertes Generve, ich kann das sehr gut nachvollziehen! Aber Du kannst es ja wenigstens noch als spritziges Textthema verwenden, das ist doch eine gute Nachricht! Ich hätte wahrscheinlich einfach bezahlt, um Ruhe zu haben…

Platz für Klönschnack ...

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