In eigener Sache

Seit einiger Zeit erscheint ja meist ganz unten, unter dem aktuellen Beitrag, nochmal ein kurzer Text mit der Überschrift „aussortiert“.
Ich genieße das aussortieren, es ist sehr befriedigend, zu merken, wie laaaaangsam immer weniger unnötiges in der Bude rumstaubt.
Betonung liegt hier, bitteschön, auf laaaaaangsam! Mir ist durchaus bewußt, daß ich manchmal ein wenig schummele, weil ich mehrere Sachen finde, die aber auf 2 oder 3 Tage „aussortiert“ verteile, um nicht schon so bald wieder suchen gehen zu müssen. Denn momentan beginnt eine Phase, in der ich mich schwertue: Ich bin ja eh eher keine Sammlerin, da haben die meisten Sachen, die man aufhebt, zumindest irgendwie einen Sinn. Und die anderen scheinen schon weg zu sein (außer im Keller *g*)

Ich könnte allerdings noch beliebig viele Jahre mit des Herrn F. Dingen weitermachen. Der neigt mehr zum aufheben als ich. (Finde ich. Er sieht das anders) Aber er sträubt sich gewaltig – letztlich bekam ich sogar für zwei Becher ein striktes „Meisentassen-Nutzverbot“ – weil die eine ein Souvenir ist und die andere sein Arbeits-Weihnachtsbecher.
Arbeits-Weihnachtsbecher!
Man ahnt ja manchmal gar nicht, welche Abgründe in einem Menschen schlummern, den man ganz gut zu kennen meinte *gg*
Aber zurück zu mir – denn der Herr F. ist zwar bei vielem d’accord, was ich hier so neu einführe oder tue, kleinviehmäßig, aber keinesfalls Jemand, der meint, daß das alles wirklich anstünde. Er unterstützt, und er blockiert nicht (außer wenn es um seine eigenen Sachen geht – aber da muß ich ja nunmal zugeben, daß das sein gutes Recht ist), aber er treibt auch nichts voran.

Also ich.
Ich merke, ich schrieb es ja schonmal im Kleinvieh-Beitrag zum Thema „ausmisten“, daß es zwei Kategorien von „schwierig“ gibt beim aussortieren:

Das wären einmal die Dinge, an denen Erinnerungen hängen – die sind großenteils wirklich (immer noch) tabu, so unnütz sie auch rumliegen, und so viele Jahre ich sie auch schon nicht mehr angeschaut habe. Manchmal finde ich Möglichkeiten, mich zu überlisten. Siehe „abgekartet“ hier im Blog. Oder die Erinnerungs-Schublade für nicht wegwerfbaren Papierkram von uralten Schülerausweisen bis zu Zeitungsausschnitten, in denen ich vorkomme (oder der Herr vorkommt) Oder so. Dann liegen diese Sachen nicht mehr in unübersichtlichen Stapeln zwischen noch genutztem, sondern haben einen Platz. So sind sie wenigstens nicht im Weg.

Und dann gibt es die „das könnte ich noch brauchen“-Dinge.
Es stimmt nämlich. Vieles könnte ich noch brauchen. Und wenn ich, jetzt mal nur so zum Beispiel, keine einzige leere Sprühflasche aufhebe, dann steh ich demnächst vielleicht mal blöd da, wenn ich eine brauche. Und muß im blödesten Fall eine kaufen! Nur weil ich die jetzt aussortiert habe, die eh über gewesen wäre, weil sie leer war. Aber eigentlich ists meist so, daß man so eine Buddel nur kurz mal braucht, nicht um auch was drin aufzubewahren. Und dafür kann ich dann auch die gute Druck-Sprühflasche nehmen, die wegen der Bienen eh leer auf ihren Milchsäure-Einsatz wartet
Oder Restholz vom bauen irgendwelcher Dinge. Wahrscheinlich werde ich genau dieses Stück in genau dieser Dicke und Länge, wenn überhaupt, dann erst in 25 Jahren mal brauchen. Aber dann! Dann muß ich mir ein ganzes Kantholz für viel Geld kaufen, nur weil ich jetzt dieses Reststück ins Brennholz gegeben habe! (Liest sich das jetzt ein winziges Bißchen albern? Ja. Eben….)
Wegen solcher Überlegungen ist es schwierig, die „das könnte ich noch brauchen“- Dinge auszusortieren. Zumal ich mich selbstverständlich dann, wenn ich jemals ein solches Ding tatsächlich wieder gebraucht hätte, natürlich ganz genau daran erinnere, daß ich das doch mal im Überschwang einfach weggeworfen habe! Und dabei hätte ichs jetzt so dringend gebraucht! *g*
Tatsächlich habe ich beim durchforsten einer Schublade noch ganze drei Stofftaschentücher gefunden! Die kann ich jetzt gut brauchen! Diese Stofftaschentücher gehören übrigens gleich in beide Kategorien, denn es sind ganz besondere Kindertaschentücher, und das eine ist tatsächlich noch eins meiner drei Häschen-Taschentücher! Sssssso ssssüß!! Also, stellt Euch nur vor, wenn ich das jetzt weggeworfen hätte, statt es aufzuheben, so dringend, wie ich’s jetzt brauchen kann und so nostalgisch wie ich mich beim wiederfinden fühlte……

Ja, das mit den „das könnte ich noch brauchen“-Dingen wird noch ein hartes Stück Arbeit!! *g*

Jetzt hab ich mich in einigen Dingen wiederholt, ich weiß, aber ich musste das nochmal durchdenken, weil es halt inzwischen wirklich etwas schwieriger wird – und die Gedanken fließen bei mir nunmal beim schreiben am besten. Und bewußtmachen hilft manchmal ganz gut

– jetzt kann ich hoffentlich bald mal schreiben:


Aussortiert: Hemmschwellen beim aussortieren 😉

Tatsächlich habe ich im Keller mehrere noch wirklich gute (auch qualitativ) Stoffreste gefunden. Wildseide und Polsterstoff unserer Stühle. Den habe ich – protestiere, falls es falsch war – ins nächste care-Paket fürs Äppelken gepackt. Die braucht ja sowas immer für auffe Arbeit und überhaupt, um noch schöne Sachen draus zu machen

 

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

15 Kommentare zu “In eigener Sache

  1. Bibo59 sagt:

    Aussortiert heue: Eine blaue, kaputte Plastikschüssel, die ich vorige Woche schon mal aussortiert und heute in der Garage wiedergefunden habe. Kinners, ihr jammert auf hohem NIveau.

  2. PurpurBête sagt:

    Eine Freundin hat gerade einen Film über eine Tauschkiste gemacht. Sie ist viel schöner ist als die, wo ich mehrmals im Monat vorbeikomme. Manchmal fahre ich extra zu der im Film, weil sie so viel ordentlicher ist (und der Inhalt oft hochwertiger, hier zeigt sich die Unterschiedlichkeit von zwei benachbarten Stadtteilen Hamburgs …). Bei der anderen muss ich jedes Mal ein bisschen aufräumen, weil sie so vollgerümpelt wird und viele Nutzerinnen nicht wertschätzend mit der Kiste und dem Inhalt umgehen.
    Ich komme im Film vor ;o) http://vimeo.com/109683212

    • a sagt:

      Tolle Idee! Wie funktioniert denn das, z. Bsp. bei schlechtem Wetter? Kümmert sich da ständig einer drum?

      • PurpurBête sagt:

        Sie haben ja ein Dach und sind gut belüftet. Sinnvoll ist es, sie mit der Rückseite nach (Nord-)Westen aufzustellen, aber das geht nat. nicht immer.

        Manchmal kümmern sich Initiativen, manchmal Anwohnerinnen, das ist verschieden. Ich denke, es spricht auch nichts gegen Tauschkisten auf dem eigenen Grundstück, aber man hat dann die zusätzlichen Müllgebühren.

        Ich finde, es sollte sich einbürgern, dass alle sich kümmern. Ich nehme zum Beispiel möglichst jedes Mal mind. ein Teil Müll mit (wenn Müll drin ist): Tassen ohne Henkel, verwarzte Kissen, verknickte Flyer/Zeitschriften. Ihhhhhh.

        Die Tauschkiste in HH-St. Georg wird nur rausgestellt, wenn im „Schorsch“ jemand ist. Das finde ich aber doof, weil ich die Öffnungszeiten nicht kenne. Das heißt, ich nehme nie was mit hin, weil ich ja nicht sicher sein, kann, dass die Kiste draußen ist. Alle Kisten, die ich kenne (3), haben +/- Telefonzellenformat.

    • Fjonka sagt:

      Das Video finde ich klasse, besonders die wechselnde-Befüllungs-Bilder am Schluß. Erkannt hab ich Dich aber nicht 😉

  3. a sagt:

    Ich habe mir vom Flohmarkt vor einigen Jahren einen richtig schönen alten Koffer mitgebracht. Darin habe ich meine Erinnerungssammlung. Auch die ersten Schühchen vom Sohn und seine Bilder ect. Da fiel es mir immer am allerschwersten – Sachen, die er mal gemalt oder gebastelt hat und die Babysachen auszusortieren.
    Aber was meinst Du, wieviele Holzplatten und altes Werkzeug, dass ich die letzten Jahre nicht gebraucht habe, im Schuppen liegen. Aber irgendwann wird es wieder gebraucht. Und neu kostet ja auch…
    Und wenn mein Männe meint, die Holzplatten u. ä. auf‘ s Lagerfeuer legen zu dürfen, zerreißt es mich fast – vielleicht hat er ja recht, aber könnte man doch noch brauchen…
    Aber mal ehrlich, wenn man Platz hat, ist es ja auch im Sinne der Nachhaltigkeit nicht alles gleich weg zu werfen, oder?
    Ich finde es übrigens toll, wie Du das machst, und dann für die noch verwertbaren Sachen hier gleich noch neue Nutzer findest. Muß mal gesagt werden 🙂
    Ich nehme Dich übrigens als gutes Beispiel, denn wenn wir bald endlich ‚angekommen‘ sind. Dann kann ich auch endlich feststellen, was man nun wirklich noch braucht und was nicht (hoffe ich 😉 ) Wenn man nie weiß, wie man im nächsten Jahr wohnt, finde ich es um so schwieriger mich gerade auch von größeren Sachen zu trennen.

  4. Bibo59 sagt:

    Ganz wichtig die Frage: „Brauche ich Dich oder liebe ich Dich?“ Kannst Du beides mit nein beantworten, kann das Teil weg.

  5. Äppelken sagt:

    Jaaaaaaaa, Stoffeeeeeeeee! Ich krieg zur Zeit von richtig vielen Leuten deren Müll ins Büro gestellt, weil ich mit meinen Leuten bevorzugt Recyclingmaterial verbastele. Das hat verschiedene nette Effekte: das Zeugs ist eh „in“ zur Zeit und spricht dadurch (hoffentlich) auf dem Adventsbazar Käufer an. Einige, wirklich gut erhaltene, schicke Kleidungsstücke haben auf die Art ein neues Zuhause gefunden bei Menschen, die sich eigentlich keine neuen Klamotten leisten können. Mit ein bisschen Glück wird das Bewußtsein geweckt, dass nicht alles gleich weggeworfen weden muss. Außer Müll. Manchmal ärgere ich mich auch über Menschen, die meinen, dass Menschen mit Behinderung über den alten Müll, den sie selbst nicht mehr mit der Kneifzange anfassen würden, froh und dankbar sein müssten. Aber die sind GsD sehr selten. Vielleicht hab ich demnächst doch mal ein bisschen Zeit, die tollen Sachen, die wir machen, im Blog vorzustellen.
    Falls jemand alte, nicht mehr aktuelle Atlanten (z.B. Diercke) oder Faltkarten o.ä. hat, ich nähme noch den einen oder den anderen. 😉
    Und meine große Büroweihnachtstasse musste ich auf Wunsch der Kollegin („im Sommer will ich keine roten Elche sehen“)in den Keller verbannen. Nächste Woche darf sie wieder auferstehen, für den frischen Ingwertee. Der muss ab Herbst neben der noch größeren Tasse mit dem Tee auf meinen Schreibtisch. Das Problem mit Kellertassen ist, man vergisst, dass sie da sind. Wenn man dann eine braucht, kauft man schon wieder eine, völlig unnötig. Meine Roteelchtasse werd ich nie vergessen. *g

  6. Jane Blond sagt:

    Argh. Ein = eben.
    Doofes Tablet.

  7. Jane Blond sagt:

    Das beim Schreiben Reflektieren mach ich auch. Dann wiederholt man sich ein, na und?
    Erinnerungsschubladen sind so toll. Selbst wenn man nur alle zwei Jahre reinschaut … Davon würde selbst ich Schnellentsorger nichts hergeben wollen.

    • Fjonka sagt:

      🙂 Ich habe übrigens auch eine „Kindheitskiste“. Als ich bei den Eltern endlich mal alles wegholen sollte, habe ich da sortiert. Keine Ahnung, was da drin ist, aber ganz sicher nur solches, das mich, sollte ich weidermal reingucken, zum seufzen bringt. Eine einzige Sache weiß ich: meine Geheimschachtel. Die ist durch unglaublich viele Knoten in einer KOrdel, die gaaaaanz oft drumgeschnürt ist gesichert, und enthält – aber das verrate ich natürlich nicht!! (Weiß ich aber, obwohl ich sie erst ein einziges Mal geöffnet habe seit ich etwa 11 war)

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s