Dönekes

Als wir bei ladypark waren, kam mir aus Gründen (es ging um Mäuse!) eine Geschichte aus unseren gemeinsamen WG-Zeiten wieder in den Sinn. Ich gab sie zum besten und stellte erstaunt fest, daß ladypark selbst die noch gar nicht kannte/ vergessen hatte.

Das war nämlich so:

Wir wohnten damals in Ruhnmark in einem wunderbaren alten bauernhaus in Alleinlage mit riesigem Grundstück (*seufz*) zu 4 Menschen, 2 Katzen, 1 Collie. Letztgenannte 3 waren allein zuhause, als ich eines Tages von der Arbeit kam. Seltsam – kein Begrüßungskommando? Zumindest Merle, der Hund, kam eigentlich sonst immer „moin“ sagen, aber auch die katzen waren oft da.
Heute: Niemand. Stille.
Na gut. Ich also „hallo?“ rufend durchs Haus. Nix. Die Treppe hoch. Oben an der offenen Treppe war unser Wohnzimmer, und als ich da hoch kam, sah ich ein seltsames Bild:
geradeaus gab es einen kleinen Fenstererker. Und vor dessen linker Ecke saßen – mit den Hintern mir zugewandt und keinen Muskel rührend – nebeneinander Katz – Hund – Katz.
Was war da los??????
Als ich näher kam, sah ichs: schreckstarr in die Ecke gespreßt saß gegenüber von Katz – Hund – Katz – eine Maus!
Was tun???? Würde ich das Stilleben stören, könnte das zum Mausmord führen! Mir ist heute unklar, wie ich so schnell auf die Idee kam – aber ich tat folgendes:
Treppe runter, umme Ecke, durch den Flur, durch die Tür in den Abstellraum,. ans Regal – eine Lebendfalle geholt. Durch den Abstellraum und den Flur, umme Ecke, Treppe hoch – das Bild war unverändert …
Ich hin, die Falle der Maus vor die Nase gestellt – und die Maus in einem Affenzahn nix wie rein da!!!
Zugemacht das Ding, und, eskortiert von Katz – Hund – Katz die Treppe runter und nix wie raus (das allerdings, was schwierig war, OHNE Katz – Hund – Katz) und die Maus im Knick freigelassen.

Ich habe ein wirklich schlechtes Gedächtnis, aber das Bild von Katz – Hund – Katz vor der Erker-Ecke, das hat sich mir eingebrannt und wird mich wohl ein Leben lang jedesmal grinsen lassen, wenn ich’s mir in Erinnerung rufe!! 🙂


Aussortiert: Johannisbeerblätter und Holunderdolden, die ich letztes Jahr im Sommer getrocknet hatte, weil ich ein sich lecker lesendes Tee-Rezept gefunden hatte. Seither lagen sie, offen, auf einem Geschirrtuch im Bienenzimmer …. jetzt auf dem Kompost….

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

8 Kommentare zu “Dönekes

  1. Felis sagt:

    Wunderbare Geschichte. Und so fein erzählt, es wird einem direkt Bild. Ich bewundere die Beherrschung! Ich selbst hätte das Stilleben vermutllch qua Lachkrampf in tödliche Bewegung gebracht.

    • Fjonka sagt:

      So richtig gemerkt, wie lustig das aussah, hab ich eigentlich erst nachher – insofern kam ich gar nicht in Versuchung… aber da erinnerst Du mich an eine andere kätzische Begebenheit… ein anderes Mal *g* *aufschreibengeht*

  2. Bibo59 sagt:

    Schöne Geschichte, die auch zeigt, dass Tiere im Zweifel auf die guten Absichten eines Menschen erkennen. In Hamburg war mal ein Frosch in den Lichtschacht gefallen, den ich so nicht erreichen konnte, der aber ebenso kurz entschlossen auf meine Hand geklettert ist und sich retten ließ.

  3. Haha, das Bild, das Statuentrio und die flitzende Fjonka! 🙂

    @ Ladypark: Ui ja, erzähl doch mal…

  4. ladypark sagt:

    Schön, es nochmal aufgeschrieben zu lesen. Zum Glück hast du nicht die andere Geschichte mit dem Schreibtisch und dem Stuh darauf erzählt. 😉

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