Kleinvieh

KleinviehDiesmal wieder nichts brandneues – aber mir ist noch etwas aufgefallen, das für uns seit Jahren selbstverständlich, aber vielleicht nicht deshalb auch allen Leuten völlig klar ist. Es handelt sich um Getränke Mein Hauptgetränk ist Apfelschorle. Jahrelang habe ich „selbstgesprudelt“, darüber hatten wir’s ja schon, aber für die Arbeit hatte ich trotzdem gekauftes Mineralwasser, weil der selbstgesprudelte Sprudel nicht so lang hält, bis ich das trinke. Dann irgendwann wurde mir klar, was für ein Blödsinn das ist, nur für ein bißchen Gesprudel das teure und energieaufwendig verpackte und transportierte Wasser zu kaufen. Jetzt trank ich meinen „Arbeitssaft“ unverdünnt. Lecker, aber nicht gerade gesund und außerdem ziemlich teuer. Denn wir kaufen (und kauften auch damals schon) den guten hiesigen Steinmeier-Apfelsaft. Der kommt aus Kaltoft, das hier umme Ecke liegt, und auch die Äpfel kommen großteils aus der Gegend, denn Steinmeier hat zur Apfelzeit überall Sammelstellen mit Containern, zu denen man Äpfel bringen kann. (Man bekommt dann den Saft günstiger). Anläßlich eines Buches über greenwashing, das ich gerade kapitelweise lese, ist mir erst wieder bewußt geworden, daß das umweltmäßig eigentlich so richtig prima ist. Denn auch wenn man oft lesen kann, daß Glasflaschen TetraPaks gegenüber sogar unterlegen seien, so stimmt das doch nur bedingt: Regional hergestellte (und abgefüllte) Getränke in Glas-Mehrwegflasche sind umweltmäßig unschlagbar. Nur wenn Tausende Transportkilometer dazukommen, stimmt, was die TetraPak- (und PET-) Werbung uns weismachen will: daß Mehrweg eigentlich Blödsinn ist, weil die Transportwege und die Reinigung das hehre Ziel kaputtmachen. Außerdem wäscht man ordentlich grün, indem man „thermische Wiederverwertung“ von Rohstoffen als Recycling verkauft – dabei ist thermische Verwertung bloß ein schöneres Wort für „Müllverbrennung“. Soviel dazu. Und inzwischen habe ich mich übrigens auch noch so gut dran gewöhnt, den Apfelsaft etwa 1:2 mit Wasser zu verdünnen (Leitungswasser natürlich!), daß wir auch damit noch den umweltfreundlichen Aspekt verstärken. (Der Herr macht’s schon immer so)

Und weil wir da einfach so so schön umweltfreundlich leben, gibt es einen Link zu Einab


Aussortiert: alte Schulbücher. Altpapier.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

9 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. Marlene sagt:

    Hallo Fjonka,
    danke für das Kleinvieh für EiNaB, ich les es immer gerne 🙂 Vor 10-20 Jahren gab es in Thüringen auch überall noch solche Obstsammelstellen und man hat entweder Geld oder vergünstigten Saft dafür bekommen. Das war auch ein Ansporn für die Leute, regional zu kaufen. Heute lohnt sich das offenbar nicht mehr und es wird kein Obst mehr gesammelt bzw. für die Obstwiesenbesitzer lohnt es sich nicht mehr, die Äpfel zu sammeln, abzuliefern und dann so gut wie nichts dafür zu bekommen. Das ist schade, denn wie du schon schreibst, ist das altmodische Konzept die viel umweltfreundlichere Variante!
    Liebe Grüße
    Marlene

  2. DieHenkerin sagt:

    Wir verdünnen unseren Saft (aus Glasflaschen vom Saftheini [so nennt er sich selbst und auch die URL seiner Webseite lautet so] aus Algermissen, das liegt zwei Dörfer weiter) auch mit Leitungswasser. Mein Mann im Verhältnis 1:2, ich eher 1:3. Mir bekommt es so viel besser als mit ‚lautem‘ Wasser. Die beiden großen Kinder haben sich mittlerweile daran gewöhnt und der Kleine kennt es gar nicht anders. Wenn ich aus Verzweiflung unterwegs mal eine kleine Flasche fertige Schorle kaufe, dauert es immer sehr lange, bis die Flasche leer ist, weil es nicht mehr so richtig meins ist.

  3. steffi sagt:

    hehe, der neue Apfelsaft ist quasi auch umweltfreundlich (naja nicht so ganz), aber wir wären ja auch ohne zu Euch gekommen 😉
    wusstest Du, dass unverdünnter Apfelsaft fast genau so viel von den Dingern enthält, die nachts die Klamotten enger nähen, wie C-C?

    • Fjonka sagt:

      Plastik, Karton und weite Reise … *gg* aber immerhin 5 Liter, nicht jeder Liter im eigenen Plastik…. darüber haben wir uns gestern noch kurz unterhalten, daß es für Selbstmoster eigentlich nur noch diese Einweg-Lösung gibt, auch hier. Früher konnte man in Glasflaschen in Kisten abfüllen lassen, die man bei der Mosterei kaufte (für wenig Geld) und viele Jahre wieder hinbrachte, zusammen mit den Äpfeln. Ich glaube, das wird gar nicht mehr angeboten!…

      • Steffi sagt:

        Die Kartons nehmen die übrigens gern wieder. Zumindest das… 🙂
        Dort auf dem Hof in Flaschen abzufüllen, wär wahrscheinlich zu umständlich (kleinere Flaschen, Glas und Hitze) Dazu das Risiko, dass die Flaschen vielleicht eben nicht so sauber sind, oder der der Verschluss undicht und es dann wohl keine Garantie auf die Haltbarkeit gäbe.

        Alternativ gibts den Moster (wie euren) wo man seine Äpfel hinbringt und weniger für den Saft bezahlt, jedoch seinen eigenen nicht bekommt. Den dafür in Flaschen…

        • Fjonka sagt:

          Echt!?
          Die hab ich immer als Versandkartons wiederverwertet, aber so kann ich ja mal bei den anderen „Saftlieferanten“ nachfragen, ob deren Mosterei die auch zurücknimmt. Wird gemacht! 🙂

  4. Bibo59 sagt:

    Ich verdünne Fruchtsäfte auch mit Leitungswasser.Apfel vertrage ich aber nicht mehr so gut.

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